Dienstag, 24. September 2013

[Rezension] Professor Unrat

Professor Unrat

Heinrich Mann

315 Seiten + Anhang

Fischer Taschenbuch Verlag 1997

9,95€

Professor Unrat schildert die makabre Geschichte eines professoralen Gymnasiastenschrecks, einer Spießerexistenz, die in spätel Leidenschaft einer Kleinstadtkurtisane verfällt und entgleist. Heinrich Mann hatte eine Vorahnung von der äußersten Enthemmung tollwütig gemachter Kleinbürger.


Meine Meinung: 

Ich habe ein wenig Angst, diesen Klassiker von Heinrich Mann zu rezensieren. Ich weiß nicht, ob ich das komplette Geschehen richtig aufgefasst habe bzw. diesem Roman mit meiner Meinung gerecht werde, aber ich versuche es - wenn ihr eine andere Auffassung der Geschichte habt schreibt sie mir in die Kommentare!

Professor Unrat ist von Beruf Lehrer einer Gymnasialklasse, die es ihm in seinem Schaffen nicht immer leicht macht. Unrat heißt eigentlich Raat, doch sein Spitzname hat sich zu seinem Ärger durchgesetzt und nun wird er nur noch Unrat genannt. 

Eines Tages brummt er den Schülern in einer Schulaufgabe einen Aufsatz über "Die Jungfrau von Orleans" auf, doch ein Schüler namens Lohmann unterbricht diese mit dem Ausruf: "Es riecht auffallend nach Unrat!". Daraufhin wird er mit zwei weiteren Schülern in das Kapuff gesperrt und muss dort bis zum Ende der Stunde ausharren.

Professor Unrat korrigiert Zuhause die Arbeiten und findet ein Liebesgedicht von Lohmann an eine Künstlerin namens Rosa Fröhlich und er macht sich auf die Suche nach ihr - mit fatalen Folgen...

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten - außerdem ist dieser so komplex dass das den Rahmen sprengen würde. Mich hat der Professor sehr an einen alten, verbitterten Kauz erinnert, welcher die Schüler immer "fassen" also bestrafen möchte, wenn sie in "Unrat" rufen, doch gelingt es ihm nie und daraufhin wird Unrat immer zorniger, wütender und gekränkter. Auch was im Laufe des Buches mit ihm passiert hat mich immer wieder den Kopf schütteln lassen - der Untergang eines Professors wie er nicht besser hätte sein können. 

Ein rasanter Aufstieg in der Gesellschaft und der schnelle Fall nach unten; Heinrich Mann lässt nichts aus um Professor Unrat zu schaden. Der Schreibstil ist natürlich gewöhnungsbedürftig, aber nach einigen Seiten stört es einen gar nicht mehr und es liest sich doch sehr schnell. 

Mein Fazit:

Ich habe "Professor Unrat" gerne gelesen - ohne Zwang, ohne das mir jemand gesagt hat ich muss es lesen. Und es hat mich überrascht - ich konnte das Buch nicht mehr weglegen, wollte wissen wie es mit dem Professor weitergeht und habe auch mit ihm gelitten. Nicht unbedingt ein Buch für jedermann, aber wer es lesen möchte, kann sich auf ein paar schöne Lesestunden freuen. Deshalb habe ich dieser Geschichte

4 ( von 5 ) Bücherpunkten vergeben!

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