Sonntag, 18. Januar 2015

[Rezension] Das Dorf


Das Dorf

Arno Strobel

368 Seiten

Fischer Taschenbuch

9,99 €

Panik, Todesangst, das ist es, was Bastian Thanner in der Stimme seiner Exfreundin hört, als sie ihn völlig unerwartet anruft. Über zwei Monate ist es her, dass Bastian Anna zuletzt gesehen hat, als sie Hals über Kopf und ohne Erklärung einfach verschwunden ist. Jetzt braucht sie dringend seine Hilfe, sie bangt um ihr Leben. 

Bastian macht sich sofort auf die Suche nach Anna und gelangt in ein Dorf an der Müritz, das ihm von Anfang an unheimlich ist. Überall deuten Spuren auf Anna, doch niemand kann oder will ihm weiterhelfen. Bis zu dem Abend, als Bastian Zeuge einer schrecklichen Zusammenkunft wird. Und auf den Mann trifft, der genau weiß, was mit Anna geschehen ist …

Meine Meinung:

Arno Strobel schafft es in jedem seiner Werke aufs Neue mich zu begeistern, mitzunehmen und atemlos zurück zu lassen. Kaum als sein neuestes Buch "Das Dorf" bei uns im Laden lag, habe ich es mir geschnappt und in einem wahren Leserausch inhaliert. Und bis zum Schluss wusste ich nicht auf was das ganze hinaus laufen würde - und war auch ziemlich begeistert von diesem Ende. 

Doch worum geht es? Bastian Thanner bekommt einen panischen Telefonanruf seiner Ex-Freundin Anna; sie kann ihm erzählen dass sie in einem kleinen Dorf gefangen genommen wurde und man sie umbringen wollen würde; doch dann bricht die Verbindung ab und Bastian macht sich auf die Suche  nach ihr.

Er fährt mit seinem Freund Safi zu diesem Dorf und tritt damit eine wahre Lawine an Ereignissen los, die ihn immer mehr zu überrollen drohen - wem kann er glauben und wem nicht? Was für grausame, schreckliche Sachen ereignen sich in diesem Dorf und weshalb sind die Bewohner dort so seltsam? Als Bastian schließlich zu halluzinieren scheint dreht er völlig durch und muss sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Wird er Anna retten können?

Als Leser wird man sofort von der mystischen Stimmung in Kissach eingenommen, wundert sich über die seltsamen Bewohner und über Bastian; denn je weiter er seine "Ermittlungen" vorantreibt um Anna zu finden, desto mehr scheint er den Verstand zu verlieren. 

Arno Strobel schafft es geschickt den Leser auf Irrwege zu führen, glaubt man sich in Sicherheit taucht ein neuer Weg auf und zeigt die gesamte Bandbreite von Strobels psychologischem Können.


Er würde so lange laufen, bis er keine Luft mehr bekam, und noch weiter. Laufen, bis er irgendwo umfiel. Was dann kam, war ihm egal. Es gab kein Gestern mehr und kein Morgen, keine Realität und keinen Traum. Alles war auf eine undurchschaubare Weise ineinandergeflossen. 


Ich habe mir selbst ( und Bastian ) nicht mehr vertraut im Laufe des Buches, wusste nicht mehr was Wirklichkeit ist und was Traum. Auch der kleine Tagebuchausschnitt, welcher jeden Kapitelanfang begleitet hat und von einem Unbekannten geschrieben wurde, der über die komischen Machenschaften in Kissach berichtet, hat mich gefesselt und neugierig gemacht.

Wer dieser mysteriöse Schreiber sein würde? Und würde Bastian es zum Schluss schaffen Anna zu befreien? Der Schluss hat mich dann die letzten 50 Seiten in Atem gehalten, mir Gänsehaut über den Rücken laufen lassen und verzweifelte Ausrufe beschert. Absolut fabelhaft!

Mein Fazit:

Für Thriller-Fans ein absolutes Muss! Temporeiche Geschichte mit mystischem Setting, einem Dorf mit seltsamen Bewohnern und der Frage was echt ist und was nur Einbildung. Dichter psychologischer Horror mit Gänsehautende und einem gewaltigem Lesesog. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


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