Montag, 30. März 2015

[Rezension] Devils River

Devils River

Thomas Thiemeyer

512 Seiten

Droemer Knaur Verlag

16,99 €

Kanada 1878. River, eine junge Frau vom Stamm der Ojibwe, muss miterleben, wie ihr Dorf von etwas heimgesucht wird, das kein Mensch sein kann. Die Hütten von einer gewaltigen Kraft zerstört, Männer und Frauen grausam ermordet, scheint eine uralte Legende zum Leben erwacht zu sein. River schwört Rache – und verbündet sich mit einem gesuchten Mörder. 

England 2015. Durch den Tod ihrer Großmutter aufgerüttelt, begibt sich die Studentin Eve auf die Spur eines Familiengeheimnisses, das in der kanadischen Wildnis wurzelt ... 

Meine Meinung:

Gleich zu Anfang muss ich sagen dass dies kein typischer Thriller ist, wie man ihn erwarten würde unter dieser Bezeichnung. Warum? Es ist viel mehr als das, ich würde es eher als Mystery-Western-Thriller ansehen, denn die meiste Zeit spielt die Hauptgeschichte im Jahre 1878. Aber es sollte auch wiederum nicht mit den typischen Westernromanen wie z.B. Winnetou verglichen werden ... denn Devils River ist so viel mehr und komplett anders; eben eine ganz spezielle Mischung.

Worum geht es? 

2015. Eves Großmutter und wichtigste Bezugsperson ist verstorben. Als das Erbe verlesen wird traut Eve ihren Ohren kaum - sie erbt das große, gemütliche Haus ihrer Großmutter und damit einen wahren Schatz an Erinnerungen, denn ihre Oma ist viel in der Welt gereist und viele interessante Dinge dadurch erstanden.

Gleichzeitig bekommt sie vom Notar zwei Schlüssel überreicht. Einer dieser Schlüssel führt sie zu einer Truhe auf dem Dachboden und was sie dort findet verändert ihr komplettes Leben.

1878. River ist eine junge Heilerin, welche als kleines Kind vom Stamm der Ojibwe aufgenommen wurde und dort aufgezogen wurde. Eines Tages macht sie sich auf den Weg um neue Kräuter zu sammeln, doch als sie in ihr Dorf zurückkehrt trifft sie auf zerstörte und leere Hütten ... Was ist dort nur passiert?

Devils River spielt in zwei zeitlichen Ebenen und beinhaltet quasi eine Geschichte in einer Geschichte, denn im Jahr 2015 liest Eve das Tagebuch ihrer Großmutter und ebendiese Handlung lesen wir die meiste Zeit mit, denn er zweite Handlungsstrang verschlägt uns ins Jahre 1878 zu River und Nathan, einem gesuchten Massenmörder. 

Der Hauptfokus lag auf diesem Jahr, die Gegenwart wurde immer nur kurz dargestellt und dadurch war Eve für mich ein wenig zu blass, nicht unbedingt mein Lieblingscharakter. Allerdings kann ich mir auch gut vorstellen, dass es einen zweiten Teil geben könnte oder zumindest Eves Geschichte ein wenig ausgebauter in einem neuen Roman zu finden sein wird - dagegen hätte ich zumindest nichts.

Anfangs tat ich mir schwer mit diesem extremen Zeitsprung, der ungewöhnlichen Kulisse und den ganzen Protagonisten, doch spätestens ab Seite 100 ist man als Leser mitten im Geschehen und kann nicht mehr aufhören zu lesen. 

River war für mich einer der Charaktere, den ich sofort ins Herz geschlossen habe, auch wenn die ganze Indianerkultur; also ihre Bräuche, ihre Ansichtsweisen und ihr Glauben an die verschiedenen Götter; mich erst irritiert und genervt hat. Doch mit der Zeit und mit fortschreitender Handlung taucht man immer tiefer in die ganzen Zusammenhänge ein und versteht sie dann auch besser.

Die eigentliche Thrillerhandlung hat sich auf Nathan Blake bezogen, der als Massenmörder sein Unwesen treibt und blonde Frauen in weißen Nachthemden umbringt, ja regelrecht aufschlitzt und sie anschließend aufbahrt. Als er die Frau eines Bürgermeisters umbringt schwört dieser Rache und beginnt mit der Hetzjagd auf ihn. 

Mit der Zeit lernt man Nathan besser kennen, seine Motive werden nach und nach erklärt. Und als er dann auch noch auf River trifft und diese beiden Stränge ineinander laufen ... spätestens da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Im Nachhinein muss ich sagen dass ich das Buch ebenso gelesen hätte, wenn es "NUR" die Geschichte von River und Nathan Blake erzählt hätte oder Eve eben ein wenig mehr im Fokus gewesen wäre. Nichtsdestotrotz habe ich mich in den Schreibstil von Thomas Thiemeyer verliebt, konnte richtiggehend in der Geschichte schwelgen und habe mir gleich ein interessantes Buch zum Thema Indianer aus dieser Zeit bestellt - danke für solch tolle und spannende Lesestunden!

Mein Fazit:

Ein außergewöhnliches Setting für einen Thriller mit durchschlagendem Erfolg; zumindest bei mir. Eine Geschichte wie sie man selten findet mit einzigartigen und unverwechselbaren Charakteren, bei denen man sich wünscht das Buch würde nie zu Ende gehen. 

Danke an den Knaur Verlag zur Bereitstellung dieses Lese-Exemplares und an Thomas Thiemeyer für grandiose Lesestunden! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

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