Dienstag, 17. März 2015

[Rezension] Revival

Revival

Stephen King

512 Seiten

Heyne Verlag

22,99 €

Revival erzählt die Geschichte des Jungen Jamie und des Predigers Charles Jacobs, deren Wege sich von den Sechzigern bis heute auf unglückselige Weise immer wieder kreuzen. 

Sie steuert auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zu, wie es selbst Stephen King bislang nicht zu Papier gebracht hat, und ist gleichzeitig Abrechnung mit dem Religionsfanatismus in unserem hoch technisierten Zeitalter und Verbeugung vor den Größen des klassischen Horrors.

Meine Meinung:

Gerade eben habe ich das Buch zu Ende gelesen und ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Einerseits ist es wieder ein klassischer King; eine komplexe, dichte Geschichte mit Charakteren, die mit ihrem Leben zu kämpfen haben. Andererseits hatte ich das Gefühl, zwischen den Zeilen meinen liebsten King ( den Horror King ) durchblitzen zu sehen; ich konnte ihn allerdings nie fassen und gruseln konnte mich die Geschichte auch nicht wirklich.

Um was geht es? Grob umrissen geht es um Jamie, den wir als Leser das erste Mal im Kindesalter zu sehen bekommen und ihn sein ganzes Leben lang begleiten. Dort trifft er am Boden sitzend und mit seinen Soldaten spielend auf den Prediger Charles Jacobes, welcher ihn und seine Freunde über Jahre hinweg in einer kirchlichen Jugendgruppe an die Lehren Jesus und gleichzeitig die Macht der Elektrizität heranführt.

Nach einem schrecklichen Unfall verlässt Jacobs die Gemeinde, nicht ohne vorher eine Wunderheilung ( in Jamies Augen ) an seinem Bruder durchzuführen, welcher nicht mehr sprechen kann. Jahre später begegnet Jamie, nun vom Leben gebeutelt und im Drogensumpf steckengeblieben, erneut Charles Jacobes. Dieser hält sich mit fantastischen Tricks auf einem Jahrmarkt über Wasser und bald muss er mitansehen was aus seinem einstigen Idol geworden ist: Ein Prediger, der immer fanatischer in seinem Tun wird. 

Als dann auch noch Wunderheilungen erneut beginnen, kann Jamie nur hilflos mitansehen wie das ganze aus dem Ruder läuft - kann er den einstigen Pfarrer aufhalten oder steckt er schon längst zutief in dessen Maschinerie fest?

Das sind die Grundzüge der Geschichte ohne zuviel zu verraten. Mich hat der ganze Roman schon gefangen gehalten, King versteht es wie kein anderer seine Leser an seinen Plot zu fesseln und sie im Lesen weiter voran zu treiben; doch irgendwann war für mich die Spannung, der Grusel raus bzw. nicht in der Form aufgetreten, in der ich ihn mir gewünscht hätte.

King sagt selbst über Revival in einem Interview: 


Es ist zu Furcht einflößend. Ich will über dieses Buch gar nicht mehr nachdenken. Es ist ein fieses, düsteres Werk. Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann.

Vielleicht hat er damit seine eigenen Dämonen bekämpft, vielleicht hatte dieser Roman für ihn selbst eine viel wichtigere Rolle als wir als Leser erahnen können ... aber nichtsdestotrotz hat er mich enttäuscht. Es war kein schleichender Horror, auch wenn einige Szenen schon unter die Haut gingen, aber in meinen Augen brach er nie so heraus wie in seinen anderen Romanen.

Vielleicht wird Stephen King auf seine alten Tage etwas gesättigter vom Horror, vielleicht dreht sich sein Verständnis über Horror um 180 Grad oder ich bin abgestumpft, aber für mich war Revival nur eine Geschichte .. nicht mehr. Und das über einen King sagen zu müssen tut mir fast schon weh.

Mein Fazit:

Ich kann keine Empfehlung für diesen King aussprechen. 

Eingefleischte Fans sollten ihn dennoch lesen und sich selbst eine Meinung darüber bilden - ich hatte mir etwas anderes erwartet und das nicht bekommen, sondern "nur" eine Lebensgeschichte eines Mannes, der mit sich und den Drogen, der Musik und seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten
mit viel Augenzudrücken

Kommentare:

  1. Hallöchen Antonie,
    ich glaube, dass dieser King dann auch nichts für mich ist. Schade eigentlich. Ich hätte gerne mal wieder so einen richtigen Schocker King gelesen. Ich finde "Das Spiel" war sein bestes. Selten habe ich mich so gegruselt. xD
    Joyland fand ich auch gut, obwohl das für meinen Geschmack nicht so typisch King war.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta :)

      Ein Schocker King war das für mich definitiv nicht! Es war nicht schlecht, das auf keinen Fall, aber mir hat schon so einiges gefehlt, was ich bei dem Thema erwartet hätte. Aber Mr. Mercedes muss sehr gut sein ;)

      Liebe Grüße zurück,
      Antonie

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