Samstag, 2. Mai 2015

[Rezension] Good Girl - Entführt

Good Girl - Entführt

Mary Kubica

448 Seiten

Diana Verlag

9,99 € 

Die junge Lehrerin Mia Dennett verschwindet spurlos, nachdem sie abends mit einem fremden Mann eine Bar verlassen hat. Monate später wird sie aus einer einsamen Blockhütte in den Wäldern Minnesotas befreit. 

Mia ist völlig wesensverändert, zutiefst verstört und kann sich nur bruchstückhaft erinnern. Und warum nennt sie sich auf einmal Chloe? Als Detective Gabe Hoffman den Fall übernimmt, stößt er auf ungeahnte Abgründe in Mias Familie – und der wahre Albtraum beginnt.

Meine Meinung:

Good Girl ist ein tragisches Familiendrama, das sich rund um die entführte Mia Dennett entwickelt. Detective Gabe Hoffman erhascht einen Blick während den Ermittlungen hinter die aalglatte Fassade der anscheinenden perfekten Familie Dennett und bringt das Familienbild zum Wackeln. Wer hat Mia entführt und warum benimmt sie sich nach ihrer Befreiung so eigenartig? Fragen über Fragen und genau das hat den Roman so spannend gemacht - denn als Leser tappt man sehr lange im Dunkeln, rätselt mit und wird zum Ende ziemlich überrascht.

Um was geht es? Das ist schnell erzählt, denn spoilern möchte ich euch keinesfalls. Mia Dennett wird von einem fremden Mann entführt, monatelang tappt die Polizei im Dunkeln. Doch durch die grandiose Ermittlungsarbeit von Gabe Hoffman finden sie Mia in einer einsamen Blockhütte. 

Sie nennt sich Chloe und scheint ziemlich verstört, niemand kann sie aus ihrer Lethargie befreien und immer mehr erschreckende Details kommen ans Tageslicht. Was ist wirklich passiert und wird Mia jemals wieder die junge lebensbejahende Frau werden die sie es vor der Entführung war?

Wir erleben als Leser die ganze Geschichte aus der Sicht von Detective Gabe Hoffman, Mias Mutter Eve und Mias Entführer, einem jungen Mann namens Colin, was anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig war, aber der Geschichte dann doch ihren Reiz gegeben hat. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches stetig, zeigen ihr wahres Gesicht und langsam beschleicht einen das Gefühl, das doch nicht alles so ist wie es zu sein scheint.

Auch Mia wird nach und nach in ein schlechteres Licht gerückt, vor allem ihr Vater zeigt seine Ablehnung ihr gegenüber immer mehr und gibt dem Leser das Gefühl, die wahre Mia vielleicht doch nicht wirklich zu kennen. Sie wirkt arrogant, zickig und überheblich - doch auch sie verändert sich in den Monaten in der Blockhütte und wird doch noch ein Charakter, den der Leser ins Herz schließt.

Ihre Mutter taucht aus dem Schatten ihres Mannes hervor und kämpft ( vor und nach der Entführung ) um ihre Tochter, versucht zu ergründen was während den Monaten ihres Verschwindens mit ihr passiert ist. Gleichzeitig erfahren wir wie sie ihren Mann kennenlernte, ihn vergötterte und wie er sich nach und nach so ins negative verändern konnte.

Es ist kein Thriller, kein Kriminalroman, nein es ist eine Familientragödie, welche aus allen Perspektiven beleuchetet wird. Sie zeigt auf, wie eine Familie an einem solchen Schicksalsschlag kaputt gehen kann, wie sehr sich Menschen in Isolation verändern können und wie die einzelnen Personen mit dieser Extremsituation umgehen. 

Mein Fazit:

Ein dichter Roman über eine Entführung, eine zerrüttete Familie und ein Schreibstil, der dem ganzen die richtige Würze gibt. Erwartet keinen Thrill, keine Action, geht völlig unvoreingenommen an Good Girl heran und ihr werdet mit einem tollen Plot und einer interessanten Erzählweise belohnt. Wegen ein paar kleinen Längen vergebe ich

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen