Montag, 15. Juni 2015

[Redestoff #10] Übersetzer in Rezensionen erwähnen?

Hallöchen meine Lieben!


Übersetzer in Rezensionen erwähnen?

Ja dieses Thema ging in letzter Zeit durchs Netz, wurde von Literaturkritiker und in Artikeln aufgegriffen, Blogger haben sich dazu geäußert oder wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man doch in den Rezensionen die Übersetzer genauso aufführen müsste wie den Autor und die Rand-Daten rund ums Buch.

An dieser Diskussion will ich mich jetzt mit diesem Beitrag gar nicht teilnehmen, aber sie hat etwas in mir angestoßen und DAVON will ich euch erzählen. Angefangen hat es zwar mit den Artikeln rund um das Übersetzer-Thema ( wo kam das eigentlich her? ), aber mein "Aha-Erlebnis" hatte ich mit der Neuauflage von Diana Gabaldons erstem Band der Outlander-Reihe.

Dieser Band kam gleichzeitig mit der Serienverfilmung auf Vox in die Buchhandlungen. Nur was so besonders an diesem Roman war erschloss sich mir erst mit einem Video, in dem eine Leserin erzählte dass dies die ungekürzte Fassung ( und damit um 100 Seiten länger ) wäre und auch eine andere Übersetzerin ihre Finger im Spiel hatte.

Also habe ich mich erkundigt und auch auf den ersten Seiten der Neuauflage schreibt Diana Gabaldon wie es dazu kam. Interessiert forschte ich auf der Arbeit nach, wir hatten natürlich alle bisher veröffentlichten Bände hier und siehe da: Es gab nicht nur eine Übersetzerin für alle Bände, sondern mehrere. 

Das dann auch noch bei ihrer Reihe teilweise gekürzt wurde; wie ihr im Nachhinein bewusst wurde; war der Ausschlag für sie zu sagen: 

"Irgendwann will ich alle Bände in der ungekürzten Fassung rausbringen und von der Übersetzerin geschrieben, die ich kenne und der ich vertraue!" 

Das war mein einschneidendes Erlebnis; klar kennt man es von vielen Reihen, dass da Coautoren am Werk sind, aber über die Übersetzer hatte ich mir bisher so gar keine Gedanken gemacht. Aber irgendwie hat sich das Thema dann auch wieder gesetzt gehabt, bis heute Abend. Denn aktuell lese ich ein Jugendbuch, welches Ende August bei FJB erscheinen wird und bisher komme ich mit dem Schreibstil so gar nicht klar.

Und da tauchte wieder dieser Gedanke in meinem Kopf auf "Schau doch mal nach, wer das übersetzt hat und erkundige dich mal, was sonst noch so aus seiner Feder stammt!" Gedacht, getan und ich wurde überrascht als ich die Titel sah, die die Übersetzerin da so in ihrem Lebenslauf quasi hatte: Nämlich zum Beispiel die beiden Lori Nelson Spielman Romane, die mir so ganz gut vom Schreib-technischen her gefallen hatten, da hatte ich keinerlei Probleme in den Text hineinzufinden.

Man sieht also: 

Sie spielen eine gewaltige Rolle in unserem Leser-Dasein, machen uns die Bücher schmackhaft ( oder eben nicht ) und begleiten uns durch die Geschichten; die Übersetzer. Wie auch Hörspielsprecher nehmen sie uns an die Hand und führen uns durch das Buch, von ihnen hängt ab ob wir etwas gut finden oder nicht - und doch denkt so gut wie keiner an sie.

Ob ich diesen Punkt aber jetzt in meine Rezensionen einbinden werde ist abzuwarten, aber auf jeden Fall werde ich nun mit wacherem Leserverstand an dieses Thema herangehen, werde mich mal bei meinen liebsten Werken schlau machen wer denn da übersetzt hat und was noch aus seiner Feder stammt und wer weiß: Vielleicht finde ich so einen neuen Kritikpunkt bei der Auswahl meiner zukünftigen Bücher. 

Konntet ihr diese Diskussion von Anfang an verfolgen und was ist eure Meinung dazu? Schreibt es mir doch in die Kommentare - ich freu mich!



Kommentare:

  1. Hey Toni!

    Das ist ein total interessanter Blickwinkel auf Übersetzungen. Ich lese ja auch sehr viele englische Bücher im Original und finde, dass die Sprache in englisch eigentlich sowieso viel besser hervorkommt als in einer Übersetzung. Dennoch fällt auf, dass Übersetzer eine großartige Übertragungsarbeit leisten müssen, denn viele englische Redewendungen gibt es im Deutschen gar nicht, ebenso wie es für viele englische Vokabeln gar keine adäquate Übersetzung gibt.

    Die Idee bei Lieblingsbüchern mal nach dem Übersetzer zu schauen, finde ich klasse. Das mache ich bestimmt auch mal und werde nach weiteren Werken suchen. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass viel des Schreibstils vom Übersetzer abhängt. :)

    Insofern: toller Beitrag, der unbedingt diskutiert werden muss. :P

    Ganz liebe Grüße <3
    Kim

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaub, ich hab es hier gelesen: http://www.buechernische-blog.de/blogtalk-am-wochenende-2/
    Und die Argumente fand ich so überzeugend, dass ich fortan den Übersetzer mit angebe. Denn gerade bei fremdsprachigen Autoren, wenn mich da die Sprache stört, die Wortwahl...dann liegt es ja auch am Übersetzer. Ein positives Gegenbeispiel dazu sind für mich die HArry Potter Bücher. Liest man die englischen fällt auf, dass J.K. Rowling in jedem Band ein Lieblingsadjektiv hat, das infaltionär verwendet wird. Im Deutschen ist da snicht so.

    AntwortenLöschen
  3. Dein Ansatz ist sehr interessant. Zwar achte ich auch zeitweise auf dei Übersetzer, aber ich habe zum Bsp bei Reihen noch nie danach geschaut!

    Ansonsten mache ich es wie Kim und versuche bevorzugt die Originallektüre zu lesen - ist wie bei Serien. Die Übersetzer bringen nicht immer das gleiche Feeling herüber, was der Urspungssprecher (das Wort klingt komisch >.<) erzeugen wollte und sollte :)

    AntwortenLöschen