Mittwoch, 24. Juni 2015

[Rezension] Alles Tofu, oder was?

Alles Tofu, oder was?

Ellen Berg

334 Seiten

Aufbau Taschenbuch Verlag

9,99 €

Für Dana kommt’s dicke: Erst lässt sie ihr Freund Paul nach einem völlig verunglückten romantischen Dinner sitzen. Dann zieht ihr nörgeliger Vater bei ihr ein und raubt ihr den letzten Nerv. Auch ihr Plan, die Gäste ihres kleinen Bistros mit veganer Kost zu beglücken, schlägt fehl, selbst ihr Koch Hung Tai hält Danas Essen für einen Anschlag auf den guten Geschmack. 

Allein ihr Stammgast Philipp lässt sich nicht abschrecken und stochert sich tapfer durch Tofu-Algen-Ragout und Seitan-Schnitzel. Zugleich nehmen die Schikanen der fiesen Maklerin Müller-Mertens überhand, die es auf das Haus mit Danas Restaurant abgesehen hat. Doch dann entdeckt Dana die besänftigende Wirkung eines veganen Liebesmenüs und beschließt, um ihre Existenz zu kämpfen.

Meine Meinung:

Ich bin ziemlich lange um die Bücher von Ellen Berg herumgeschlichen, wusste nicht so recht wo ich sie einordnen soll und habe sie in die Richtung "Eher etwas für ältere Frauen" eingeordnet - und bin eines besseren belehrt worden. Ein unglaublich humorvoller Roman mit einer Prise Romantik und Augenzwinkern; herrlich!

Um was geht es? Dana hat es als überzeugte, alleinerziehende Veganerin nicht immer leicht: Erst lässt sie ihr Freund Paul sie sitzen, nachdem sie ihm ein veganes Menü vorgesetzt hatte. Kurz darauf wird ihr Restaurant von der fiesen Maklerin Müller-Mertens inspiziert und ihr mitgeteilt, dass dort bald ein topmodernes Gebäude entstehen soll und sie innerhalb des nächsten Monats dort ausziehen muss.

Das ist selbst für Dana zu viel und sie schmiedet zusammen mit ihrem Koch Hung Tai und ihrem Stammgast Philipp einen Plan - werden sie das Restaurant retten können und was ist mit Dana´s Vater, der auf einmal auf der Matte stehe und bei ihr einziehen möchte? Das Chaos nimmt seinen Lauf ...

Die Geschichte ist flüssig, temporeich, spannend und locker geschrieben, was natürlich an dem herrlich erfrischenden und spritzigen Schreibstil von Ellen Berg lag. Schon nach wenigen Seiten hatte mich Dana auf ihrer Seite, ich war direkt im Buch angekommen und konnte es kaum noch aus der Hand legen; naja, höchstens zum Lachen!

Dana war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn die Arme es nicht immer leicht hat im Leben. Schwer vom Schicksal gebeutelt versucht sie aus jeder Situation das Beste zu machen und wird dabei tatkräftig von ihrer kleinen Tochter Leonie unterstützt, die ihr ganzes Wissen rund um die vegane Ernährung jedem aufdrängt und dabei einfach unbeschreiblich niedlich vorgeht.

Dann gibt es auch noch ihren vietnamesischen Koch Hung Tai, wegen dem ich sehr oft und sehr laut lachen musste; denn er hat für jede Situation einen weisen Spruch auf Lager und unterstützt diese oft gleich durch mutige oder verrückte Taten. UND er ist mit ein Grund, dass ihr veganes Restaurant bald ziemlich gut laufen wird, aber *pssst*!

Die Handlung selbst mag der eine oder andere vielleicht ab und an für mindestens leicht vorhersehbar halten, aber in diesem Maße ist das völlig in Ordnung. Klar, es ist keine anspruchsvolle Handlung mit vielen Wendungen und Verstrickungen, aber eine leichte Lektüre für zwischendurch braucht meiner Meinung auch nicht mehr.

Mein Fazit:

Schräge Charaktere, vegane Ernährung mit einem Augenzwinkern erklärt und eine Racheaktion die ihresgleichen sucht. Toller Humor, angenehmer Schreibstil und viele vietnamesische Weisheiten machen das Buch zu einem kleinen Happen für den Urlaub oder für zwischendurch. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

1 Kommentar:

  1. Hallöchen, ich hab deine Rezension auf meinem Blog verlinkt und hoffe, dass ist ok. Du kannst es dir gerne HIER anschauen

    Alles Liebe, Nelly

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