Montag, 1. Juni 2015

[Rezension] Deleted - Traue niemandem

Deleted - Traue niemandem 

Margit Ruile

256 Seiten

Bloomoon Verlag

12,99 €

Berlin 2034. Ben lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie. Den Alltag regelt wie bei allen anderen Menschen sein Slave für ihn. Eine Hologramm-Figur, die ihm bei Recherchen hilft, seine Termine plant und auch ansonsten immer für ihn da ist. Dank ihm hat Ben Zugriff auf alle möglichen Kameras in der Stadt. 

Ben stellt die ständige Überwachung der Slaves irgendwann in Frage und gerät an die falschen Freunde. Und als Jonas nach einer gewagten Diskussion im Unterricht plötzlich mitten in der Nacht verschwindet, weiß Ben nicht, wem er noch trauen kann.

Meine Meinung:

Was genau sind eigentlich Daten? Wo gehen sie hin und was passiert mit ihnen? Genau dieses Thema greift Margit Ruile spannend und packend auf, verpackt sie in eine Jugend-Dystopie und kreiert damit ein Zukunfts-Berlin, welches einem unter die Haut geht.

Um was geht es? Ben lebt in Berlin im Jahre 2034, wird dabei von seinem Slave Sakar begleitet und arbeitet auf die Aufnahme in die Akademie hin und macht sich nur hin und wieder Gedanken um die technologische Zukunft, die Überwachung und die ganzen Kameras, die ihn 24 Stunden lang überall sehen können. Doch dann treten die falschen Freunde in sein Leben und nichts ist mehr wie es vorher war.

Ben ist es gewohnt seinen Alltag mit seinem Slave Sakar zu teilen, einem kleinen Hologramm, das fest mit seinem Handgelenk verbunden ist durch einen E-brace; ein kleines Armband, das jedes Kind im Kindergartenalter bekommt und sein ganzes Leben hindurch trägt. So wächst jeder mit seinem persönlichen Slave auf, so dass dieser zu einem Freund und Vertauten wird, dem die Kinder ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen.

Bens Slave ist ein wenig anders als die anderen: Er zeigt ihm die verschiedenen Kameras in der näheren Umgebung auf wenn er das möchte, hinterfrägt leise und heimlich die Regierung und wird zu einem Verbündeten in Bens Leben, auch wenn dieser dies erst gar nicht so wahrnimmt. Aber er fängt langsam an, sich zu fragen wer von den enormen Datenmengen profitiert und ob diese ganze Überwachung so sinnvoll ist, wie es ihm immer alle weismachen wollen.

Die jugendlichen Charaktere sind wunderbar beschrieben, Ben und seine Freunde Lennart und Zoe war mir gleich sympathisch. Auch die Slaves wunderbar dargestellt, vor allem Sakar wirkt lebensecht, gar nicht wie ein Programm.Viele Slaves haben besondere Features, es gibt sie in allen Preisklassen. Vom Teddybär oder Prinzessin für die Kids bis hin zu prominenten Persönlichkeiten. Doch nur Sakar konnte mein Herz erobern und hat mir beim Lesen viel Spaß bereitet!

Wir erleben die Geschichte aus Bens Sicht, aber von zwei verschiedenen Zeitpunkten aus gesehen: Einmal der naive, leichtgläubige Ben, der die falschen Freunde kennenlernt und die Welt nach und nach mit anderen Augen sieht. Auf der anderen Seite der geflohene Ben, der in kursiven Abschnitten von seiner Flucht erzählt und sich versteckt hält; was die Zukunft ihm bringen wird weiß er nicht und so fiebert man dem Ende des Buches mit, um endlich zu wissen was ihn zur Flucht zwang.

Mein Fazit:

Was sich die Regierung alles einfallen lässt und welche technologischen Neuheiten euch erwarten müsst ihr selbst entdecken, sonst nehme ich noch den ganzen Lesespaß vorweg. Unbedingt lesen, ein kurzes aber intensives Lesevergnügen, das lange nachhallt und einen nachdenklich macht.

Wie unsere Zukunft aussieht wissen wir nicht, aber genau so wie hier beschrieben, kann ich sie mir bisher am Besten vorstellen. Action, Spannung und eine Prise Science-Fiction - eine gewaltige Mischung und meine absolute Empfehlung! Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

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