Donnerstag, 25. Juni 2015

[Top-Empfehlung] Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid


Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid

Frederik Backman

464 Seiten

Krüger Verlag

19,99 €


Der Nr.1-Bestseller und Lieblingsroman aus Schweden: phantasievoll, ergreifend und umwerfend witzig. Wieder ein ganz besonderes Leseerlebnis vom Autor von ›Ein Mann namens Ove‹.

Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt – und zwar in der wirklichen Welt.


* Warum ist "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid" so besonders?

Weil Elsa besonders ist. Und ihre Oma. Die Nachbarn sind eher schräg und jeder hat sein Päckchen zu tragen und warum das Halbe zum Schluss doch ganz anders heißt als gedacht, Mädchen doch Spider-Man sein können und Worse gar nicht so übel sind ... ja all das erfahrt ihr nun hier bei mir.

Alle Siebenjährigen haben Superhelden verdient. So ist das einfach. Und wer anderer Meinung ist, der ist ein bisschen blöd im Kopf. So drückt es Elsas Oma aus.

Diese Geschichte handelt von einer wunderbar rührenden Beziehung zwischen Oma und Enkelkind, doch dass diese Oma so ganz anders ist als alle anderen Omas; das merkt man als Leser ziemlich schnell. Denn Elsas Oma hat es faustdick hinter den Ohren! 

So bricht sie zum Beispiel mitten in der Nacht mit Elsa in einen Zoo ein, bewirft einen Polizisten mit Kacke ( obwohl das mehr Erde als Kacke war!! ) und zettelt einen riesigen Aufstand im Vernehmungszimmer an, weil 1.) der Polizist Elsas Mutter angerufen hat ( und weil sie deswegen megasauer sein wird!!! ) und weil 2.) Elsas Oma nicht rauchen darf ( weil das eine Bevormundungsgesellschaft ist!!!! ) .

Eine Oma zu haben ist, als  hätte man eine ganze Armee. Es ist das größte Privileg eines Enkelkindes, zu wissen, dass jemand auf seiner Seite steht, einfach immer, ohne Kompromisse. Sogar, wenn es nicht recht hat. Eigentlich besonders dann.

Und das alles, weil drei ältere Mädchen einen Hass auf Elsa hatten, sie geschlagen und ihren Gryffindor-Schal kaputt gemacht haben. Denn ihre Oma sagt immer "Wenn man dat Schlechte nich wechkricht, dann muss man viel Jutes drüberkippen". Aber nicht nur das macht Elsas Oma zur besten Freundin aller Zeiten; nein, es gibt da ja auch noch Miamas und das ganze Märchenland.

Was das ist fragt ihr euch? Na gut, ich versuche es euch zu erklären. Miamas ist Omas und Elsas Zufluchtsort, dort haben sie sich zum ersten Mal hin geträumt, als Elsas Eltern sich geschieden haben und Elsa nicht mehr schlafen konnte vor lauter Sorgen. Denn nach Miamas kommt man auch, wenn man Fast-Noch-Wach ist und dort gibt es die größten Abenteuer, die man sich so vorstellen kann.



Aber Miamas ist Omas und Elsas Lieblingskönigreich, denn dort ist der Beruf des Märchenerzählers der angesehenste, den es gibt. Dort kann jemand, der es vermag, einer Erzählung Leben einzuhauchen, mächtiger als ein König werden. 

In Miamas heißt die Währung Phantasie. Statt gegen Münzen etwas zu kaufen, kann man Dinge für eine gute Geschichte bekommen, und eine Bibliothek heißt dort nicht Bibliothek, sondern Bank. In Miamas ist jedes Buch ein Vermögen wer, jedes Märchen eine Million. 



Doch das ist nur der Gipfel des Eisberges ( ich will auch nicht zu viel vorneweg nehmen ) und wenn ihr sehen wollt, was sich unterhalb des Wassers verbirgt ... tja, dann müsst ihr wohl das Buch lesen.

Denn nicht nur Elsas Oma und ihre Märchengeschichten von Miamas sind erzählenswert, nein, auch Elsa ist ein ganz besonders kleines, pfiffiges und fast acht Jahre altes Mädchen, welches oft mehr von der Welt zu verstehen scheint, als die Erwachsenen.

Elsa scheut sich nicht, die richtigen Fragen zu stellen. Sie googelt alles was sie wissen will in Wikipedia nach und ist genauso ein Besserwisser wie ihr Papa. Doch nicht alle Menschen denen Elsa begegnet, kommen damit klar und am allerwenigsten ihre Mama. Für mich war Elsa ein wahrer Quell an Freude, Weisheit und hat mich durch das ganze Buch hindurch immer wieder laut auflachen lassen. Danke dafür!



Aber dann kam der Lehrer angerannt und machte dem Streit ein Ende und sagte, dass niemand der „Spidermann“ sein dürfte, denn der „Spidermann“ existiere nur als Filmfigur und sei kein „literarischer Held“. 

Und da regte sich Elsa vielleicht etwas unverhältnismäßig stark auf, und fragte den Lehrer, ob er möglicherweise schon mal etwas vom Marvel Verlag gehört habe. Und das hatte der Lehrer nicht. Und da schrie Elsa völlig schockiert: „UND SIE DÜRFEN KINDER UNTERRICHTEN?!“



Elsa ist in ihrer Schule eine Außenseiterin, sie wird gemobbt, geschlagen und bekommt dafür auch noch Ärger, denn weder ihre Mutter noch die Lehrer sehen, was hier wirklich vor sich geht. Nur ihre Oma behält den Durchblick und macht Elsa auf ihre ganz eigene Art klar, dass es nicht schlimm ist anders zu sein. 

Doch dann trennt ein Schicksalsschlag die beiden und Elsa merkt sehr schnell, dass auch Menschen die man liebt, nicht ihr ganzes Leben lang liebenswert waren. Und damit macht sie sich auf die größte Schatzsuche ihres bisherigen Lebens, denn wer weiß was Oma so alles für ihre geliebte Enkeltochter bereit gehalten hat.

„Es ist doch kein Verbrechen, ein ungewöhnliches Kind zu sein. Oma hat immer gesagt, nur Menschen, die ungewöhnlich sind, verändern die Welt!“ erklärt Elsa.

Und dann gibt es noch Elsas Papa, ihre Mama und George, Wolfsherz und die Frau im schwarzen Rock, Alf und Britte-Marie, Kent und den Jungen mit dem Syndrom und natürlich Wors ... doch wer sie alle sind, muss an dieser Stelle leider offen bleiben, denn sonst wird diese Rezension länger als ihr sie euch jemals vorstellen könnt - und das wäre dann doch etwas zu lang.

* Worum geht es in dem Buch?

Aus Gründen ( das ist nämlich die längste Rezension die ich jemals geschrieben habe! ) fällt dieser Punkt weg und ich empfehle jeden den vorausgegangenen Punkt nochmals zu lesen ... alle anderen weinen bitterlich an dieser Stelle und lesen bitte weiter.

* Für wen ist "Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid" geeignet?

Für alle, die an die Macht der Märchen glauben. Für alle Eltern dort draußen, die manchmal an ihren Kindern verzweifeln und damit hoffentlich die Augen geöffnet bekommen. Für alle Omas - so macht man das! 

Für die Träumer und Realitätsflüchtlinge unter euch; wenn ihr euch hier nicht zuhause fühlt, dann weiß ich auch nicht weiter. Für alle, die "Tintenherz" geliebt haben - hier ist die moderne Version davon. Für all diejenigen, die das Leben und seine Tücken mal aus einer anderen Sicht sehen wollen. 

Und natürlich für alle anderen dort draußen, die meinen dieses Buch nicht lesen zu müssen: Doch. Ihr. Müsst. !!!!

* Top-Empfehlung

Das hier war keine klassische Rezension, ich habe weder etwas über den außerordentlichen Schreibstil des Autors geschrieben oder über die Handlung, habe mich nicht auf das Cover ( das sehr genial passt ) geworfen und es analysiert. 

Denn diese Geschichte hat mich tief im Herzen getroffen und wenn man so tief getroffen wird, dann fehlen einem an manchen Stellen die Worte und an anderen Stellen könnte man so lange schreiben, bis einem die Finger bluten.

Auch wenn euch diese Rezension nicht gefallen sollte; lest bitte dieses Buch, lasst euch darauf ein und begleitet Elsa durch diese Geschichte, kämpft mit an ihrer Seite um die Erhaltung des Märchenlandes und hütet euch vor den Racheaktionen dieser überaus fitten Oma, denn


Leben retten und die Leute in den Wahnsinn treiben sind Omas Superkräfte. Was sie zu einem ziemlich dysfunktionalen Superhelden macht, kann man sagen. Elsa hat „dysfunktional“ nachgeschaut, und das Wort bedeutet, dass etwas funktioniert, aber nicht genau so, wie es gedacht war. Das gehört zu den Dingen, die Elsa an Oma am liebsten mag.

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