Samstag, 5. September 2015

[Rezension] 40 Stunden

40 Stunden

Kathrin Lange

416 Seiten

Blanvalet Verlag

9,99 €

Als Faris Iskander – Ermittler einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen – ein Video erhält, in dem ein Mann ans Kreuz geschlagen wird, ahnt er nicht, dass dies der Beginn eines wahren Alptraums ist. Denn ihm bleiben nur 40 Stunden, um das Opfer zu finden. Versagt er, wird der Täter überall in Berlin Bomben zünden. 

Während Zehntausende von Menschen nichtsahnend den ökumenischen Kirchentag feiern, stellt sich Faris dem Wettlauf gegen die Zeit. Als er plötzlich eine Verbindung zu einem früheren Fall findet, muss er feststellen, dass der Täter ihm näher ist, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung:

Ich stecke ja mitten in einer fetten und andauernden Leseflaute. Kaum lese ich 100 Seiten in einem Buch lege ich es wieder weg und widme mich dem nächsten. Ich hatte die Hoffnung auf baldige Rettung meiner Leselust schon fast aufgegeben, als ich gestern Nachmittag nach diesem Thriller gegriffen habe - und die 400 Seiten in einem Leserausch durcheilt habe.

Doch um was geht es? Faris Iskander ist eigentlich Hauptkommissar einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen, doch im Moment ist er suspendiert aufgrund eines Anschlages, bei dem er knapp mit dem Leben davonkam. 

Als er eines Tages ein mysteriöses Video geschickt bekommt und ein Unbekannter mit ihm Kontakt aufnimmt wird ihm klar, dass diese Suspendierung nicht lange anhalten wird, denn dieser fordert ihn zu einem Katz- und Maus-Spiel auf. Er soll innerhalb von 40 Stunden einen gekreuzigten Mann finden, ansonsten zündet der Unbekannte mehrere Bomben in Berlin während eines ökonomischen Abendmahls im Berliner Olympiastadium. 

Faris macht sich umgehend an die Ermittlung und muss bald feststellen, dass der Anrufer ihm immer einen Schritt voraus ist. Wird er es rechtzeitig schaffen, diesen Fall zu lösen? ....

Was ist passiert? Warum diese Begeisterung? 

1.) Kathrin Lange hat ein Talent den Leser durch Cliffhanger am Lesen zu halten. 2. ) Faris als Ermittler ist auf der einen Seite der typische Ermittler ( allein und verbittert ) und doch hatte er das gewisse Etwas, was ihn mir so nahe gebracht hat. UND 3.) Kann man mich immer als Leser gewinnen wenn man einen Plot hat, der einen dazu verleitet ganz nervös zu werden und vor lauter Spannung anfängt, Fingernägel zu knabbern.

Die Stimmung innerhalb des Thrillers war seitenweise richtig bedrückend, denn Faris Iskander trägt eine riesige Schuld ( seiner Meinung nach ) mit sich herum. 

Er denkt ER wäre Schuld an einem Anschlag vor 10 Monaten, bei dem sich ein Familienvater in einem Museum in die Luft gesprengt hat und etliche Menschen mit in den Tod riss. Und dieses Traumata beherrscht Faris, macht ihn teilweise handlungsunfähig und dünnhäutiger.

Ohne makaber klingen zu wollen möchte ich behaupten, dass aber genau diese Atmosphäre das ganze Buch getragen hat, denn auch als Leser kommt man um die beklemmende Stimmung und seine Anspannung nicht herum. Dadurch fiebert der Leser mehr bei den Ermittlungen mit, man erwartet ständig einen Ausraster von Seiten Faris - doch ob dieser kommt und wenn ja wie, das müsst ihr selbst lesen.

Kam Spannung auf? Oder hast du dich gelangweilt?

Die Spannung kam nicht zu kurz und für Langeweile fehlte eindeutig die Zeit! Ständig tappte ich im Dunkeln was meine Vermutungen rund um das Motiv und den unbekannten Anrufer anging; in der Mitte des Buches machte sich einmal kurz ein kleiner Verdacht in mir breit, den ich aber schnell wieder abschüttelte - hätte ich ihn bloß festgehalten, denn am Schluss stellte er sich als richtig heraus! 

Die wechselnden Sichtweisen machten das Ganze dann umso interessanter, denn man verfolgte nicht nur Faris Iskander als Protagonist, sondern auch Alexander ( anfangs bleibt diese Person noch sehr nebulös ) und später noch andere kurze Sichtweisen von wichtigen Nebencharakteren. 

Das rundete die herzzerreißende Spannung für mich komplett ab und versetzte mir an einigen Stellen Gänsehaut, denn meine Nerven waren ab einem gewissen Zeitpunkt kaum mehr vorhanden und ich wollte nur noch wissen wer der Täter war.

Fazit:

- Faris Iskander ist nicht der typische Ermittler und gerade deshalb einen Blick mehr wert. Dass er dann auch noch während seiner Suspendierung einen Fall übernehmen muss, wird ihm fast zum Verhängnis

- Religiös motivierte Anschläge suchen Berlin heim und es bleiben 40 Stunden um den Täter zu schnappen

- Verschiedene Sichtweisen machen es dem Leser leicht in die Handlung einzutauchen und vor lauter Spannung die Füße nicht still halten zu können

- Eine düstere Atmosphäre, ein skrupelloser Täter und eine Leseempfehlung von meiner Seite aus ... was soll ich noch mehr sagen?

Für alle die einen gut durchdachten Thriller für die regnerischen Herbsttage suchen. Ich habe ihn in "40 Stunden" gefunden und kann kaum erwarten den zweiten Teil in die Hände zu bekommen. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

P.S.: Lotta, falls du die Rezension liest ( oder ich dich drauf stoße :D ): Habe mich mal an einem etwas anderen Fazit versucht ;) Du weißt warum :*

Kommentare:

  1. Das klingt wirklich interessant und das Buch wird direkt auf meine WuLi wandern! Dein Fazit finde ich interessant und gut strukturiert^^

    Liebe Grüße,
    Katja :)

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  2. Antonie, ich habe es jetzt auch. Bin gespannt.

    Liebe Grüße, Gisela

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