Samstag, 21. November 2015

[Abgebrochen #13] Still



Warum? "Still" von Drvenkar habe ich nur aus einem einzigen Grund gelesen: Weil ihn mir so ziemlich jeder empfohlen hat. Als dann auch noch ein Kunde auf Arbeit wissen wolle, ob ich ihn denn schon gelesen habe und ich meinte "Nein, aber wenn Sie nächste Woche wiederkommen, dann kann ich Ihnen erzählen, wie ich es fand" war klar, dass dieser Thriller bald nicht mehr auf meinem SUB liegen würde.

Gesagt, getan; ich habe mich also dran gemacht und wurde sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, denn die Geschichte hat mich mehr abgestoßen als jeder andere Splatter-Horror-Band. Die Thematik um die es geht, will ich nicht verraten, denn das würde zu viel vom Überraschungseffekt des Romans wegnehmen - aber genau diese Thematik und mit dieser Rohheit, mit der an diese herangegangen wird, war einfach zu viel für mich.

Der Schreibstil war grandios, darüber müssen wir gar nicht diskutieren, ich mochte diese Einzigartigkeit und Andersartigkeit seines Umschreibens, seiner Charaktere und der ganzen Atmosphäre ( zumindest anfangs ). Drvenkar hat ein großes Tabu-Thema angesprochen mit der Geschichte, doch für mich war dann diese Brutalität, wenn auch oft nur angedeutet, zu viel und zu lapidar dargestellt, als wäre das "keine große Sache" und für mich war es das eben schon.

Für wen: Meinem Kunden konnte ich es nicht wirklich empfehlen, denn dafür war mir die Thematik zu brisant und riskant. Jeder, der etwas komplett anderes lesen möchte, kann in "Still" hineinlesen, sollte aber sich auch bewusst sein, das die Grundidee nicht für jeden Leser etwas sein wird. Ich wüsste nicht, wem ich es empfehlen sollte.

Was wäre besser: Wie oben erwähnt: Normalerweise haut mich selten etwas aus den Socken, "ekelt" mich ein Thema an oder stößt mich völlig ab - das hat Drvenkar mit diesem Thriller geschafft ( was vielleicht auch daran liegt, dass ich eine kleine Schwester habe und sie mir ständig in dieser Geschichte vorgestellt habe ) und mich auch gleichzeitig mit vergrault. 

Es wird seine Leser finden und hat sie auch schon und da verurteile ich niemanden, der hier seinen Lesespaß hat, aber meins war es so gar nicht und werde hoffentlich kein Buch mehr in die Richtung lesen müssen.

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