Freitag, 11. Dezember 2015

[Rezension] Pretty Girls

Pretty Girls

Karin Slaughter

400 Seiten

HarperCollins

19,90 €

 März 1991. Nach einer Party kehrt die 19-jährige Julia nicht nach Hause zurück. Die eher halbherzig geführten Ermittlungen laufen ins Leere. Eine Leiche wird nie gefunden. Weder die Eltern noch die beiden Schwestern der Vermissten  werden je mit dem Verlust fertig. Vierundzwanzig Jahre später erschüttert eine brutale Mordserie den amerikanischen Bundesstaat Georgia. 

Und die frisch verwitwete Claire ist vollkommen verstört, als sie im Nachlass ihres verstorbenen Mannes brutales Filmmaterial findet, in dem Menschen ganz offensichtlich vor der Kamera auf grausame Weise ermordet werden. Eines der Opfer glaubt sie zu erkennen. Doch was hatte ihr verstorbener Mann damit zu tun? Wer war der Mensch wirklich, den sie über zwanzig Jahre zu kennen glaubte? Claire begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche, die sie immer dichter an eine unfassbare Wahrheit führt. Und an den eigenen Abgrund.

Meine Meinung:

Das war meine erste Slaughter - so unfassbar sich das jetzt anhört, aber seit Jahren verkaufe ich ihre Thriller und habe selbst noch keinen gelesen. Und was soll ich sagen? Es hat mir so mittelprächtig gefallen, aber trotzdem werde ich noch einen anderen Thriller von ihr lesen, denn es kann natürlich auch an der Übersetzung gelegen haben, die mir einfach nicht zugesagt hat. Naja, lange Rede kurzer Sinn, hier kommt meine Rezension:

Um was geht es? 1991 verschwindet die 19-jährige Julia auf dem Nachhauseweg. Ihre Familie, insbesondere ihr Vater, suchen verzweifelt nach ihr, doch ihre Bemühungen verlaufen ins Leere. Vierundzwanzig Jahre später muss Claire mit ansehen, wie ihr Ehemann vor ihren Augen erstochen wird - doch was darauf folgt, hätte sie sich nie vorstellen können: 

Sie findet brutales Filmmaterial auf dem Rechner ihres Mannes Paul und erkennt nach und nach, dass sie ihren Mann in Wahrheit nie gekannt hat. Wird Claire herausfinden, wer Paul wirklich war oder wird es sie ihr Leben kosten?

Karen Slaughter versteht es zwar, ihre Leser mit spannenden Passagen zu verwirren und am Lesen zu halten, aber für mich war das ganze Katz und Maus Spiel doch etwas zu verworren und zu konstruiert. Ich habe schon viele Thriller gelesen und lasse mir viele Handlungsverläufe eingehen, doch bei dieser Geschichte war ich nur eins: Sehr verwirrt. 

Wir haben drei verschiedenen Sichtweisen auf die Geschehnisse: Einmal als Hauptstrang Claire, die uns durch den Hauptteil der Geschichte lotst und mir Anfangs unheimlich unsympathisch war - was aber von der Autorin; zumindest denke ich das; beabsichtigt war. 

Dann haben wir Lydia, deren Rolle wir nach und nach erfahren und deren Handlungsstrang sehr bald mit Claires kollidiert. DAS hat mir sehr gut gefallen, die beiden haben für mich eine explosive und geniale Mischung dargestellt und ich hätte mir gewünscht, diese Konstellation von Anfang an gehabt zu haben - denn dann hätte das ganze mehr Feuer gehabt.

Und dann ist da noch die unbekannte Erzählerstimme, die in Tagebuchform um ein Mädchen namens Julia trauert, eben diese Julia, die im Mai 1991 auf unerklärliche Art und Weise verschwand. In diesen Passagen merkt man die Verzweiflung des Schreibers, was mir sehr gut gefallen hat und mal eine etwas andere Sichtweise aufgezeigt hat.

Doch für mich waren die größten Schwachstellen a) die Länge, denn zum Teil hat sich die Geschichte wiiirrkkklllliiicchhh arg gezogen und meiner Meinung nach hätten locker 150 Seiten weniger auch gelangt und b) die verworrene Erzählstruktur, die mich so manches Mal an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.

Mein Fazit:

Mehr fällt mir zu "Pretty Girls" tatsächlich nicht ein, der Schluss war dann doch wieder mehr nach meinem Geschmack und konnte mich begeistern - warum nicht das ganze Buch hindurch so? Wie gesagt, Karen Slaughter wird noch die ein oder andere Chance von mir bekommen und ich bin schon jetzt gespannt, wie mir ihre anderen Thriller so gefallen werden. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Dienstag, 1. Dezember 2015

[Rezension] Der Zauber des ersten Schnees

Der Zauber des ersten Schnees

Michelle Schrenk

133 Seiten

Canim Verlag

0,99 € als Ebook

"Was würdest du dir wünschen, wenn jetzt der erste Schnee des Jahres vom Himmel fällt?" Über dreißig Jahre ist es her, doch Elli hat diesen Satz nie vergessen. Er ist der Schlüssel zu einem Geheimnis, das sie seit Ewigkeiten in ihrem Herzen trägt. 

Als der erste Schnee des Jahres vom Himmel fällt, ist es an der Zeit, ihre Tochter Anna einzuweihen und ihr die Geschichte von ihrer großen Liebe Leo zu erzählen. Denn Anna hat den Glauben an sich und ihre Träume aufgegeben. Doch Elli weiß: Solange es Liebe gibt, wird es auch Zauber und Wunder geben. Sie selbst hat solch ein Wunder erlebt, und das hat ihr Leben für immer verändert. 

Meine Meinung:

Diese kurze Geschichte von Michelle Schrenk hat mich von Anfang an in ihren Bann ziehen können und mir beim Lesen die ein oder andere Träne entlockt - denn hier wird auf eine zauberhafte Weise gezeigt, dass man seine Träume nie aus den Augen verlieren sollte und die Liebe erst recht nicht.


Wenn der erste Schnee des Jahres vom Himmel fällt und du die Hand voller Sehnsucht gegen den Himmel hältst, dann denke daran: Unsere Träume und Wünsche werden wahr. Denn dieser eine Moment ist ewig, wir beide sind ewig, ewig wie der Zauber des ersten Schnees.


Diese Inschrift ist auf dem Boden einer Schneekugel eingraviert, die die junge Elli mit ihrem Freund Leo auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt. Sofort ist sie Feuer und Flamme für die sonderbare Schneekugel, die ein junges Liebespaar zeigt, denn die kleinen Schneeflocken fangen just an in dem Moment wieder zu schneien, als Elli sie in der Hand hält. 

Fünfunddreißig Jahre später erzählt Elli ihrer Tochter Anna ihre ganz eigene Geschichte - die Geschichte ihrer großen Liebe Leo und warum man niemals seine eigenen Wünsche und Träume aus den Augen lassen sollte. 

Mehr will ich über die Handlung gar nicht erzählen, denn sonst würde ich euch die knapp 133 Seiten Lesevergnügen bereits verraten. Nur so viel sei gesagt: Habt viele Taschentücher in eurer Nähe, denn Michelle Schrenk schafft es auch wieder in diesem Roman, die Emotionen hochkochen zu lassen.


Es ist nur eine Sekunde, eine unbedeutende Sekunde, will  man meinen, doch mit einem Mal wird diese eine Sekunde zu einer goldenen Ewigkeit. Und genau in dieser einen Sekunde scheint es, als wäre die Zeit zwischen damals und heute stehen geblieben.


Wenn ich Michelles Geschichten lese, ist es fast so, als würde eine Mutter zu ihrer Tochter sprechen und ihr ihre innersten Geheimnisse und Weisheiten mit auf den Weg geben - ich fühle mich einfach unglaublich geborgen in ihren Romanen, gleite so durch die Handlung und bin von der ersten bis zur letzten Seite mit meinen ganzen Gefühlen bei der Sache.

Sie nimmt mich mit auf Reisen, zeigt mir ihre Welt und zupft sachte an meinen Gefühlsnerven. Auch auf diesen 133 Seiten konnten mich die Charaktere von sich überzeugen, waren mir näher als manch andere Protagonisten aus anderen, viel längeren Romanen. Ich habe mich in dieser Geschichte verloren und bin traurig, aber glücklich aus ihr hervorgegangen.


"Also gut, ja. Was hast du vor? Was ist der Plan?" 

Er blickt mir ernst in die Augen. "Kein Plan, schon vergessen? Das Leben macht seinen eigenen Plan."


Mein Fazit:

Ein besonderer Roman über ein wichtiges Thema: Vergesst eure Träume nie und lasst dabei die Liebe ebenfalls nicht links liegen - denn das Leben verläuft eben nicht immer nach Plan! Eine zauberhafte, leichte, aber gleichzeitig gefühlvolle und tiefgehende Geschichte mit Gänsehautfaktor - lasst euch von Michelle Schrenk verzaubern, ihr bereut es garantiert nicht! 

Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!