Samstag, 10. Dezember 2016

[Rezension] Haus der Geister - John Boyne

Haus der Geister

John Boyne 

329 Seiten

Piper Verlag

9,99 €

England 1867 Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. 

Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will.

Meine Meinung:

John Boyne habe ich vor Jahren unglaublich gerne gelesen; die Bücher, welche unsere Bibliothek anbot habe ich mit Begeisterung verschlungen und so ist es nicht verwunderlich, dass mich auf einmal wieder die Leselust packte - kurz in den eigenen Bücherhaufen gewühlt, schon fiel mir "Haus der Geister" in die Hände. 

Eine Gruselgeschichte? Okay, okay, eine Geistergeschichte ... darauf hatte ich eigentlich eher weniger Lust und doch konnte ich dem leisen Flüstern der Seiten nicht widerstehen und habe den Roman innerhalb kürzester Zeit verschlungen.



Boyne schafft es, den Leser sofort in eine düstere Stimmung zu bringen, welche sich während der Geschichte immer mehr verdichtet. Die Handlung rund um Eliza Caine, welche nach dem Tod ihres Vaters eine Stelle als Gouvernante in einem alten Herrenhaus annimmt und dort zwei Kinder hüten soll, deren Eltern aus unerklärlichen Gründen verschwunden bleiben, lässt einem mehr als einmal die Haare im Nacken zu Berge stehen.

Auch wenn das Grauen nie wirklich hervortritt, so war es stets hinter einem und trieb mich an weiterzulesen, denn natürlich wollte ich erfahren, was hinter dem ganzen Geheimnis rund um das spukende Herrenhaus steckt.

Und doch wird man nie allein gelassen, denn nach und nach wird der Schleier der Unklarheit, was für den Spuk verantwortlich ist, gelüftet und für mich ergab sich dadurch nie das Gefühl einer Frustration, das mich manchmal beschleicht, wenn ein Autor zu lange um den heißen Brei herum schreibt, um doch nie ganz zum Ende zu gelangen.

Mein Fazit:

Ein klassischer Boyne für mich: Eine packende Handlung, fesselnde Atmosphäre, das kleine Quäntchen Grusel und Charaktere, welche über sich hinauswachsen - ein schriftstellerisches Feuerwerk, welchem ich gerade jetzt in der düsteren Jahreszeit viele Leser wünsche! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

1 Kommentar:

  1. Das Buch mochte ich auch recht gern. Es ist so eine schön klassische Gruselgeschichte, die etwas an Dickens erinnert.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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