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Sonntag, 19. Oktober 2014

[Sonntags-was-auch-immer #10] Der liebe SUB

Huhu ihr da draußen!

Welcher Buchliebhaber kennt es nicht? Man ist gerade aus einer wunderbaren Welt aufgetaucht, trauert den Charakteren noch nach ... doch irgendwann will man sich wieder in eine Geschichte fallen lassen, macht sich auf den Weg zum Bücherregal, steht davor und .... weiß nicht für welches Buch man sich entscheiden soll.

Man streicht über die Buchrücken, zieht einzelne heraus, blättert hinein und liest den Klappentext, stellt sie zurück und geht weiter. Welches dieser spannenden Bücher will man als nächstes lesen? Will man einen Mörder jagen oder einem Serienkiller über die Schulter schauen? Will man von einem Liebesabenteuer ins nächste taumeln oder den wahren Traumprinzen finden? Oder in ferne
Galaxien reisen und dort eine fremde Spezies ergründen?

Es gibt viele Möglichkeiten und doch ist man als Leser jedes Mal aufs neue überfordert. Was tun? Oft wendet man sich an Gleichgesinnte um nach Rat zu fragten oder es kommt zum Frustkauf - man kann sich nicht entscheiden also muss ein komplett neues Buch her.

Doch ist das immer eine gute Lösung? Wahrscheinlich nicht aber man fühlt sich sofort besser, beruhigter - denn was wäre, wenn man seinen SUB auf eine erschreckend kleine Zahl schrumpfen lassen würde? Was wäre, wenn dann ein Schneesturm über das Land hereinbrechen würde und man hätte nur eine gewisse Anzahl an Büchern zur Auswahl?

Dieses Szenario ist fest verankert in jedem Leserherzen und genau aus diesem Grund hegt, pflegt man seinen riesigen Stapel ungelesener Bücher. Aber wenn es dann zur Auswahl des nächsten Buches kommt steht uns eben dieser im Weg - ein Teufelskreis - doch wollen wir ihn durchbrechen? 

Ich für meinen Teil  nicht! Ich liebe es jeden Tag an meinen Bücherregalen vorbei zu gehen, all die ungelesenen Geschichten zu betrachten und mir zu denken "Ich habe alle Zeit der Welt in diese Geschichten einzutauchen und sie zu entdecken"! Hachja, der liebe SUB - für viele ein Ärgernis, für mich eine der schönsten Sachen der Welt.

Sonntag, 12. Oktober 2014

[Sonntags-was-auch-immer #9] Kleiner Wochenrückblick

Herzliches Hallo an euch Buchverrückten da draußen!

Langsam packt mich wieder die Bloglust und ich eröffne sie mit einem kleinen [Sonntags-was-auch-immer]. Und was ist besser als ein kleiner Wochenrückblick? Dann los!

1.) Siegfried Lenz ist gestorben

Siegfried Lenz ist am 07.10. verstorben; er war einer der bekanntesten deutschsprachigen Erzähler der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur gewesen. Die Nachricht erschütterte die Buchbranche - es gab einige sehr bewegende Nachrufe von vielen seiner Kollegen und Verlagsmenschen. 
 “Siegfried Lenz war für uns immer ein ganz besonderer Mensch und Schriftsteller”, sagt Erika Tipke. Und sein Tod “hat mich doch sehr betroffen gemacht”. Doch es bleiben “wunderbare Erinnerungen” und “seine einzigartigen Bücher”.
Seine wichtigsten Werke sind unter anderem "Heimatmuseum" und "Deutschstunde".


2.) Buchmesse Frankfurt in den Startlöchern

Die Frankfurter Buchmesse hat ihre Tore wieder geöffnet und präsentiert wie jedes Jahr die neuesten Bücher, viele spannende Lesungen und Diskussionen UND ist damit natürlich der (!!) Anlaufpunkt für jeden Buchverrückten. Finnland ist dieses Jahr das Gastland auf der Messe. Die Frankfurter Buchmesse ist mit inzwischen über 7 000 Ausstellern die weltweit größte Veranstaltung ihrer Art.

Und selbstverständlich wurde auch wieder der "Deutsche Buchpreis" vergeben - er ist mit 25.000 € dotiert. Vergeben wurde er an Lutz Seiler mit seinem Roman "Kruso".

»Der irrste, abgedrehteste und komplexeste Roman von allen Neuerscheinungen dieses Jahres ... ist zweifellos Lutz Seilers Kruso – und bei Weitem auch der kunstvollste.«
Sabine Vogel, Berliner Zeitung 06.09.2014

3.) Amazon kommt mit einer neuen E-Book-Flatrate

Amazon startet mit "Kindle Unlimited" eine E-Book-Flatrate die monatlich 9.99€ kostet und mit welcher man auf über 700.000 Ebooks zugreifen kann. Damit reiht Amazon sich in eine Reihe ein mit Skoobe oder Readfy; doch kann sich der Gigant damit behaupten?

Viele Bestseller-Titel sucht man noch vergeblich; die Indies überwiegen. Doch wenn sich das ändert ... was wird dann passieren? Eine neue Idee ist es auf jeden Fall nicht und auch das Rad ist nicht neu erfunden worden; es gibt viele skeptische Stimmen und Kritik an dem Modell; aber man kann nur abwarten und die Entwicklungen verfolgen.

4.) Tolino Vision 2 

Auf der Buchmesse ist auch bekannt geworden, dass ein neuer, optimierter Tolino Vision im November erscheinen soll - der Vision 2. Er ist wasserdicht und ermöglicht das Umblättern durch ein kurzes Antippen der Rückseite des Geräts.

Auch am Design wurde ein wenig gespielt - er sieht meiner Meinung nach eleganter aus und ist gefühlt noch ein wenig dünner und handlicher geworden.

Bestellt man ihn vor bis Anfang November zahlt man 129€, genauso viel wie der alte Tolino Vision gekostet hat. Danach wird der Preis auf 149€ angehoben - vorbestellen lohn sich also!


Und zum Schluss gibt es die 5.) Neuerscheinungen diese Woche

Viele tolle Bücher sind diese Woche erschienen; hier eine kleine feine Auswahl davon. Am meisten hatte ich mich ja auf "Endgame" gefreut, es bereits gelesen und bin ziemlich begeistert davon - hat mich ein wenig an Panem erinnert. Auf welche Neuerscheinung habt ihr euch am meisten gefreut?

Und damit verabschiede ich mich in meinen ersten und einzigen freien Tag diese Woche - habt einen lesereichen Sonntag!

Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.
                                                Ludwig Feuerbach


Sonntag, 25. Mai 2014

[Sonntags-was-auch-immer #8] Kritische Rezensionen - Ja oder Nein?!

Kritische Rezensionen - Ja oder Nein?!

In letzter Zeit stoße ich immer wieder in Blogbeiträgen, Kommentaren oder Facebook-Diskussionen auf eine Frage, die sich besonderes die Buchblogger stellen: 

Kann ich oder soll ich kritische Rezensionen schreiben? Und vor allem wie "ehrlich" kann man als Blogger angefragte Rezensionsexemplare bewerten? Ist man bei solchen nicht auf eine gewisse Art und Weise "gezwungen", eine positive Meinung zu vertreten? 

Auf diese Fragen will ich heute mal eingehen und meine Sicht der Dinge beschreiben - los geht´s!

1. Kann ich oder soll ich kritische Rezensionen schreiben?

Natürlich - warum nicht? Freies Land, freie Meinungsäußerung; auch in der Bloggerwelt! Es muss ja kein kompletter Verriss eines Buches oder Autors werden, denn wenn mir ein Buch rein gar nicht gefällt schreibe ich erst gar nichts darüber. 

Aber wenn die Geschichte mir doch irgendwas mitgeben konnte, mich irgendwas begeistern konnte, dann schreibe ich eine etwas kritischere Rezension. Das hilft dem Autor und den anderen Lesern - konstruktive Kritik eben. Warum also lügen oder etwas beschönigen, was nicht so ist? Ehrlichkeit währt am längsten bekanntlich und das ist auch mein Motto beim Schreiben von Rezensionen.

2. Wie ehrlich kann man als Blogger angefragte Rezensionsexemplare bewerten?

Naja warum sollte ich NICHT ehrlich sein? Man sollte als Leser schon nachdenken welche Rezensionsexemplare man anfragt und nicht alle wie ein Hamster horten - aber wenn dann doch ein Buch wider Erwarten einem nicht gefällt oder man sich eine andere Geschichte vorgestellt hat - warum dann nicht ehrlich sein? Wem helfen denn lauter positive Rezensionen ( die heutzutage auch einfach gekauft werden können ... ) und Lobeshymnen? Mir auf jeden Fall nicht, denn 1. ist es sehr unwahrscheinlich dass jedem Leser das Buch gleich gut gefällt und 2. will ich natürlich wissen, was an einer Geschichte gut und was ausbaufähig ist, bevor ich sie lese.

Mir ist es auch schon oft passiert, dass gerade negativ bewertete Bücher mir gefallen haben und ich eine komplett andere Meinung vertreten konnte damit. Also seid ehrlich zu euch selbst und schreibt eure richtige Meinung - ich denke nicht, dass es da draußen einen Autor gibt, der nicht konstruktiver Kritik offen gegenüber wäre.

Und damit ihr mal seht, was ich mit konstruktiver Kritik meine, hier zwei Beispiele von 1 Stern-Bewertungen auf Amazon:

"Nun es wäre besser die Autorin quiltet weiter und läßt das Schreiben. Groschenroman - Trivialliteratur" 

"Es sind ein paar gute Ideen im Buch, leider schriftstellerisch schlecht umgesetzt. Zu viele Details und Erklärungen über unwichtige Sachen. Manchmal ist weniger mehr. Außerdem eine ganze Reihe von Schreibfehlern im Buch."

Es geht so und so - schlechte Bewertungen sind zwar nicht immer schön für Autoren aber ehrlich und ein Ansporn es im nächsten Roman besser zu machen - also warum nicht?

Ich werde weiterhin meine [Kritrezensionen] schreiben und das bei jedem einzelnen Buch; damit ihr selbst entscheiden könnt ob ihr das Buch lesen wollt oder nicht - was meint ihr dazu? 

Dienstag, 20. Mai 2014

[Sonntags-was-auch-immer #7] Bestseller = Bestseller?

Bestseller = Bestseller?

Als Buchhändlerin hat man es nicht immer leicht; da kommen die Kunden zu einem mit dem Wunsch, unbedingt ein Buch aus der Bestsellerwand haben zu wollen - "da das ja die besten Bücher sind die es so gibt; ODER?!" ... NEIN, so ist das nicht! Es sind Bücher, die sich gut verkaufen ... aus Marketinggründen, weil der Autor bekannt ist oder das Genre gerade IN ist ... aber deshalb sind sie nicht automatisch gut.

Ich lese generell selten Geschichten die gehypt werden, die auf den ersten Plätzen der Listen sind oder die wir im großen Stil im Laden haben; und warum? Weil sich diese Bücher sowieso verkaufen, ganz ohne mein Zutun und ich lieber unbekanntere Bücher und Autoren lese. Und die Geschmäcker sind ja zum Glück auch verschieden - doch manchmal scheiden sich die Geister auch bei der Bestsellerliste.


Nehmen wir mal die neueste Jojo Moyes mit "Weit weg und ganz nah" - ich war begeistert von der Geschichte, musste oft laut und herzlich lachen und die eine oder andere Träne verdrücken ... während meine Kollegin sich durch das Buch quälen musste und es schlussendlich abgebrochen hat. Doch wer von euch wusste z.B. dass das eine etwas ältere Geschichte von Frau Moyes ist und durch ihr erstes, gut laufendes Buch in Deutschland "Ein ganzes halbes Jahr" nun im Rampenlicht steht und damit ihre älteren Werke neu aufgelegt werden? 

Auch das Buch wird es auf das Treppchen schaffen durch den Bekanntheitsgrad der Autorin - aber ich habe es nicht gelesen weil der Name bekannt ist; sondern weil mir ihre Art zu Schreiben gefällt; andere lesen die Bücher, weil sie eben "auf den ersten Plätzen" stehen.

Anderes Beispiel ist da der "Hundertjährige" von Jonas Jonasson; wochenlang auf Platz 1, aber kaum habe ich einmal hinein gelesen, ist mir schnell klar, dass ich es nicht weiterlesen werde oder möchte - einfach nix für mich. Aber durch den Hype haben ihn viele Leute gelesen und auch sein zweites Buch in den Bestsellerhimmel gehoben. Wie bereits gesagt - zum Glück verschiedene Geschmäcker ... und doch ist man als Buchhändlerin genervt wenn man immer wieder die gleichen Bücher auf der Liste sieht.

UND dann gibt es Bücher deren Platzierung ich auf der Liste so rein gar nicht nachvollziehen kann - z.B. "Schantall,tu ma die Oma winken" .... ähm ja. Und was will ich euch mit diesem zugegebenermaßen wirren Text sagen? 

Verlasst euch nicht auf die Bestsellerplatzierungen - sie können gut sein und euch viele schöne Lesestunden bescheren; aber sie sind deshalb nicht gleichzeitig die einzigsten lesbaren Bücher im Laden - und bisher habe ich leider noch kein Indiebuch auf den ersten Ränken gesehen; aber was nicht ist kann ja noch werden!

Sonntag, 11. Mai 2014

[Sonntags-was-auch-immer #6] Leidenschaft lesen

Leidenschaft lesen

Die Leidenschaft zu lesen ... woher kommt sie eigentlich oder wie macht sie sich bemerkbar? Damit meine ich nicht die generelle Lust am Lesen, sondern das Verschlingen von richtig guten, wunderbaren Geschichten; von Büchern, die einen nicht mehr loslassen und höchste Glücksgefühle in einem auslösen.

Wie ich darauf komme? Ich habe heute "The One" von Kiera Cass beendet und das ist solch eine Geschichte - ich habe mich hineinfallen lassen können in diese Welt, in der America und Maxon leben. Ich habe mit America mitgelitten, hätte sie am liebsten teilweise geschüttelt und ihr zugerufen, dass sie doch endlich mal zu Potte kommen solle. Ich habe mich gefreut, ja laut gelacht, wenn etwas besonders schönes seinen Lauf genommen hat; ich habe mit den Charakteren im Buch geredet und ihnen Ratschläge unterbreitet.

Ich habe an manchen Stellen nicht weiterlesen können, vor Angst dass gleich etwas passieren könnte, was ich nicht habe vorher sehen können. Ich habe Charaktere gehasst aus tiefstem Herzen und ihnen die Pest an den Hals gewünscht und Tränen verdrückt für geliebte Charaktere. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als an dieses Buch, diese Geschichte und sie geisterte ständig in meinem Kopf herum.

Die Protagonisten werden zu Vertrauten, zu Freunden und Bekannten. Irgendwann verschwimmt dann die Grenze zur Realität und man gerät in einen wahren Leserausch -die Umwelt wird ausgeblendet und nur noch der Verlauf der Geschichte zählt. Vergessen ist die Zeit und alles andere; man durchlebt selbst das Beschriebene und will nicht mehr aus dieser wunderbaren Welt heraustreten.

Das Buch wurde mit bunten Zetteln bei besonders schönen Stellen beklebt, zugeschlagen wenn etwas schreckliches passierte und es wurde gestreichelt, der Einband zigtausende Male angesehen; ich habe an den Seiten gerochen und in den Seiten geblättert. Und am Ende dieser Reise, am Ende des letzten Buches wurde mir fast mein Herz herausgerissen, weil ich mich von den Charakteren trennen musste. 

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich weiß, warum ich gerne lese beziehungsweise woher meine Leidenschaft für Bücher kommt ... sie steckt tief in meinem Leserherz und dort bleibt sie hoffentlich auch für immer; denn nichts kann einen mehr trösten als ein gutes Buch!

Sonntag, 6. April 2014

[Sonntags-was-auch-immer #5] Warum blogge ich eigentlich?

Warum blogge ich eigentlich?

Diese Frage werden sich wohl alle Blogger gestellt haben - warum blogge ich eigentlich? Doch ich stelle mir diese Frage im Moment aus aktuellem Anlass; denn meiner Meinung nach brodelt es in der Bloggerwelt gerade ziemlich.

Geht es mir um Klicks, geht es mir um außergewöhnliche Aktionen, um eine möglichst hohe Anzahl an Rezensionsexemplare oder sogar um das liebe Geld? Naja, wenn ich "Nein!" sagen würde müsste ich wohl lügen; denn wenn man einen Blog hat möchte man damit natürlich viele Leute erreichen, mit anderen Buchbloggern sich unterhalten und diskutieren und am besten in aller Munde sein.

Doch mir geht es um etwas ganz anderes als Hauptziel, als Hauptgrund warum ich angefangen habe zu bloggen: Ich möchte die Menschen glücklich machen - ich möchte, dass sie durch mich auf die genau für sie richtigen Bücher aufmerksam werden und sich unterhalten fühlen - also um aktive, glückliche Lebenszeit.

Ich möchte nicht auf einer Schiene mitschwimmen, wo es "üblich" ist jeden Monat einen Lesemonat zu veröffentlichen, wo immer Rezensionen hochgeladen werden zu jedem Buch, welches gelesen wurde, wo man sich gegenseitig Aktionen "wegstiehlt" und sich im großen Stil darüber aufregt und und und ... Ich will damit nicht sagen, dass es schlecht ist, aber eben nicht mein Fall. Nicht dass ich so manches aus der Bloggerwelt übernommen habe, aber ich mache es eben nicht immer genauso.

Ich will nur zu Büchern, die mir gefallen, mich beeindruckt oder total enttäuscht haben, Rezensionen hochladen, werde nicht jeden Monat eine Zusammenfassung meiner gelesenen Büchern haben, werde nicht dieses und jenes. Ich will ICH bleiben und meinen Blog so führen wie ich es für richtig halte. Will mein eigenes Ding machen und hoffen, dass es anderen gefällt.

Ich bin keiner der "großen" Blogger, kriege nicht Unmengen an Büchern ( will ich gar nicht! ) zugeschickt und verdiene mir damit auch nix - aber ich bin glücklich; ich kann über mein allerliebstes Thema schreiben und lasse mich nicht verbiegen. 

Deshalb blogge ich und aus keinem anderen Grund - und ich hoffe das ändert sich nie!


Dienstag, 18. März 2014

[Sonntags-was-auch-immer #4] Autoren und das liebe Geld

Autoren und das liebe Geld

Heute mal ein ein etwas "ernsteres" [Sonntags-was-auch-immer] - viel Spaß dabei!

Vor ein paar Tagen hatte ich auf Facebook eine nette, kleine Unterhaltung mit Katja Piel. Ausgangspunkt war die Erscheinung ihres neuesten E-Books "Kuss der Wölfin - Die Begegnung" - und ich fragte einfach, wieviel sie an einem E-Book mit dem Verkaufspreis 0,99 € verdiene - die Antwort kam schnell und brachte mich ins Grübeln: "0,39 €" .... 

E-Books sind ja seit ungefähr 2 Jahren vermehrt auf Amazon & Co zu treffen und werden auch bei den Lesern beliebter. Auch ich habe einen E-Book-Reader und lade mir in letzter Zeit immer mehr günstige E-Books runter - mal für 0,99€ oder auch mal 2,60€ - Hauptsache günstig oder?! Da kommt man schon in einen wahren Kaufrausch und klickt mal hier und da und SCHWUPS sind gefühlte 5 Millionen Bücher mehr auf dem Reader.

Doch was verdienen Autoren an der ganzen Sache? Katja meinte auch, sie halte den Preis so niedrig, damit das Buch im Verkaufsranking an höherer Stelle angezeigt werde. Macht für mich auch Sinn und so werden das die meisten selbstverlegenden Autoren auch machen - doch für welchen Preis? Ich investiere gerne mal ein paar Euro ( jaaaa auch mal 9,99€ oder 4,99€ ) in ein E-Book und wenn mir das Buch gefällt, tut mir das auch nicht weh!

Man muss sich das nur mal vorstellen: Ein Autor legt sein ganzes Herzblut in eine Geschichte, entwickelt sie stundenlang, entwirft Geschichtsstränge und verwirft sie wieder, leidet mit seinen Protagonisten mit, verdrückt das eine oder andere Tränchen während dem Schreiben und und und ... Ich will mir gar nicht vorstellen, wie lange so ein E-Book braucht, bis es entsteht und was sagen wir als Leser? "Naja, Hauptsache günstig!"

Und als Katja mir eben gesagt hat sie verdient nicht mal 0,40 € an einem E-Book - da hat mich das schon schockiert. Ich gebe gerne mehr Geld für gute Geschichten aus und möchte den Autor ja auch unterstützen in dem ich das Buch kaufe ... aber das so wenig daran verdient wird, das hätte ich nicht gedacht.

Also liebe Autoren: Solange ihr schöne, spannende, romantische, rasante, fantastische E-Books und Bücher schreibt und mich damit fesseln könnt, solange werde ich auch jeden ( naja fast jeden ^.^ ) Preis zahlen ohne Wenn und Aber - aber bitte verkauft euch nicht unter Wert! *AMEN*

Sonntag, 9. März 2014

[Sonntags-was-auch-immer #3] Ich freu mich, ich freu mich nicht ...

Ich freu mich, ich freu mich nicht ...

Ich komme nach der Arbeit mit einem dicken Grinsen im Gesicht nach Hause, packe meine neuesten Errungenschaften ( auch brandneue Leseexemplare genannt ) aus, zelebriere einen Freudentanz, mache es mir auf meinem Bett bequem und fange gespannt an zu Lesen. 

Sofort merke ich dass die Geschichte ein wenig seltsam anfängt, aber EGAL, ich habe mich jetzt so lange auf dieses Buch gefreut, da muss es gut sein. *50 Seiten später* Okaaayyyy, das ist jetzt nicht so dolle ... aber EGAL, schließlich verspricht der Klappentext noch so einiges mehr!! *20 Seiten später* Ihhh ... äh ... ja ... hm, das war schon ... "speziell" ... *10 Seiten später* Also echt! Ne, das ist jetzt nichts für mich  - aber ich hab mich doch so gefreut auf das Buch ... *skeptischer Blick auf das Buch* Na wenigstens noch das Ende lesen! *Ende gelesen* WAASSS?!?!? *Buch empört wegschmeiß*


Natürlich würde ich nie im Leben Bücher wegschmeißen, aber manchmal ... doch, da würde ich gerne. Ihr kennt das sicher: Ihr freut euch wochenlang, ach was sage ich, MONATElang auf ein bestimmtes Buch, ihr kauft es euch, lest es ... und seit enttäuscht. Als Leser kann man sich aber auch nicht wirklich eingestehen im Nachhinein, dass die Geschichte richtig schlecht war, man redet es sich eher schön: "Ach, naja, mein Buch war es nicht, aber dieser eine Satz, der hat es rausgerissen!" 

Da werden teilweise Leserherzen gebrochen und das nur, weil eine Reihe nicht das erhoffte Ende bringt, weil der Lieblingsautor "Mist gebaut hat" oder weil man sich eben so lange darauf gefreut hat und dann bitterlich enttäuscht wird. 

Mir ging es eben so erst diese Woche mit dem neuen Brooks "Bunker Diarys" - ich habe mich wie irre gefreut und es gelesen - aber zum Schluss wusste ich nicht, ob ich einfach zu viel von dem Buch erwartet habe oder es mir durch die ganze Vorfreude selbst kaputt gemacht habe.

Doch es gibt einen Lichtblick am Horizont: Es gibt ja auch Geschichten, von denen man als Leser ganz plump gesagt, nix erwartet und die einen dann überrumpeln, fesseln und sprachlos zurücklassen. Und JA: Der Job eines Autors ist bestimmt nicht leicht, der eines Lesers aber umso schwerer! 

Also ran an die Bücher und ich drücke euch die Daumen, dass ihr euch mehr freut als ärgert.

Dienstag, 4. März 2014

[Sonntags-was-auch-immer #2] Problem Jobsuche

Hallihallo ihr Buchsüchtigen!! 

Kleine Anmerkung vorweg: 

Es tut mir so leid, dass ihr jetzt länger nichts mehr von mir gehört habt, aber mein Laptop hatte sich einen Megavirus eingefangen und dementsprechend musste ich warten, bis dieser vernichtet wurde; denn ich hatte richtig Angst, dass sich da jetzt jemand in meine Systeme hineinhackt. ABER der beste Freund auf der Welt hat das Problem zerstört (!!!) und jetzt kann ich wieder beruhigt an meinem Laptop arbeiten. Und nun zu dem eigentlichen Thema:

Problem Jobsuche

Das schöne Thema "Jobsuche" - im Moment kann ich da ein schönes Liedchen davon singen! Ich werde ja im Juli mit meiner Ausbildung zur Buchhändlerin fertig und werde danach zu meinem Liebsten ins Frankenland ( ja, es ist noch Bayern ... gerade so! ) ziehen. Also ab ins Internet und sich kundig gemacht über die verschiedenen Stellenangebote.

Hm, nur wo suchen? Es gibt so manchen wohlklingenden Namen wie Monster, Kimeta, Jobsintown, Jobpilot und und und. "Okay", dachte ich mir ,"da waren die Betreiber ja mal echt kreativ - kicher!" aber egal - will ja nur Stellenangebote finden. Also mit voller Motivation meine Kriterien zur Stellensuche eingegeben und ... ungläubig den Bildschirm angestarrt.


"Es konnten leider keine Suchergebnisse gefunden werden." "Für die gewünschten Kriterien konnten keine Ergebnisse ermittelt werden." und so weiter und so fort.

Jaaaaa, es war mir ja klar, dass das mit diesem Beruf nicht ganz so einfach werden würde, aber dass ich noch nicht mal so richtig in Frankfurt fündig geworden bin, hat mir schon einen echten Knick gegeben. Ich würde mich ja so gerne bewerben - aber leider besitze ich keine Hochschulreife, habe noch keine mehrjährige Verlagserfahrung oder generelle Berufserfahrung ( dafür müsste ich ja erst mal arbeiten *grummel* ) und überhaupt werden nur überqualifizierte Übermenschen gesucht.

Und das manche Seiten so "übersichtlich" und "selbsterklärend" aufgebaut sind und das WorldWideWeb ALLES mögliche einem raussucht, auch das was man nicht gesucht hat, macht das ganze auch nicht einfacher. 

Ich würde auch gerne in den Verlagsalltag oder einer Online-Redaktion reinschnuppern, aber da verlässt mich mein Glück im Umkreis von Würzburg bis Frankfurt dann auch wieder. Habe ich dann eine Stelle "Buchhändler Vollzeit" gefunden, ist es entweder eine Fachbuchstelle oder eben die bereits genannten Übermenschen, welche dort gesucht werden. Es ist zum Haare - oder zum Bücher raufen ... ähm ja ...

Also immer wieder die Stellensuche aktualisieren und hoffen, dass einem die "Wunschstelle" ins Gesicht springt ... und bis dahin: Warten!

Sonntag, 23. Februar 2014

[Sonntags-was-auch-immer #1] Erotik-Literatur

Hallo ihr lieben Buchabhängigen da draußen!

Ich möchte eine kleine, feine Sparte einrichten, die es so zwar schon bei einigen anderen Bloggern gibt ( ich denke mal, keiner hat auf diese Idee ein Patent angemeldet - wenn doch, bitte bei mir melden! ) und die ich gerne aufgreifen möchte. Ich werde euch jeden Sonntag oder eben erst am Montag immer mit einem Thema beglücken und darüber schreiben. Ob das dann bei manchen Themen die Gemüte erhitzt oder nicht - mir wurscht! Also fangen wir heute an mit dem ersten Thema und das wäre:

Erotik Literatur

Ja ja, die lieben erotischen Romane á la "Shades of Grey" ( welcher ja der große Auslöser war ) oder "Crossfire", "80 Days" und und und. Auf einmal war eine ganze Abteilung, die vorher immer liebevoll "die Nackenbeisser" genannt wurde, eine totale In-Abteilung und musste ausgeweitet werden. "Ach, das klingt schon wieder ab!" wurde noch lächelnd prophezeit und noch einigermaßen als "Trend" abgetan. Wer konnte da schon ahnen, welche Ausmaße das ganze mal annehmen würde?

Plötzlich musste man Empfehlungen aussprechen, wurde leise flüsternd und mit hochrotem Kopf angesprochen und nach der Erotik-Abteilung gefragt oder bekam ungefragt Ausreden an der Kasse erzählt, für wen man das Buch ja uunnbeedinngt besorgen müsse - man selbst lese ja sowas nicht. Auch ich habe daraufhin ein erotisches Buch gelesen, um den Kunden wenigstens eine Alternative zu "Shades of Grey" geben zu können.

Anfangs dachte ich mir noch "Ach, eine nette Liebesgeschichte über ein junges, unbeholfenes Mädchen, was neu in der Stadt ist und sich in den gutaussehenden, reichen, devoten Mann verliebt; das ist ja gar nicht so schlimm!" Doch in der Mitte der Geschichte wurde der Protagonistin so einiges in den A**** geschoben, wo auch mir die Spucke wegblieb. Also wieder zugeklappt - gibt es eben keine Empfehlung von mir!

Aber seien wir mal ehrlich: Es ging doch auch ohne vorher oder? Es ist wie mit allen Ideen: Einer fängt an und tritt eine ganze Lawine los. Und wir Buchhändler müssen dann sehen, wie wir das alles verkaufen. Man will ja auch eine gute Beratungsqualität schaffen, Kundenbindungen aufbauen und die Bücher an den Mann bzw. Frau bringen. Doch bei solchen Fluten von gewissen "In-Themen" kann kaum jemand mithalten.

Und dann heißen sie auch noch alle gleich! Geheimes Verlagen, Versuchung, Begehren, Gefährlich, Entfesselt, Gefesselt .... Dann kommt da wieder ein neuer Band raus, ein vierter soll angeblich dort erscheinen, man müsse doch wissen, was wo drinnen steht ... Da soll man noch mitkommen! 

Aber es gibt doch viele Leser dort draußen, die es gerne lesen und so soll es auch sein. Ich will niemanden seinen Lesegeschmack ausreden oder schlecht machen - doch wer im Buchhandel arbeitet, weiß wovon ich rede. Leicht hat man da es nicht. Ein Kollege wollte letztens auch mal in ein solches Buch hineinlesen und hat eine beliebige Seite aufgeschlagen, kurz gelesen und dann zugeschlagen mit dem Kommentar: "Also neee, wenn das die Alice Schwarzer in die Finger bekommen würde, ne ne ne!" 

Doch so ist es eben im Buchhandel: Ein Thema geht, das nächste kommt. Man wird mit Novitäten zugemüllt regelrecht, soll über jede Reihe am besten Bescheid wissen und sich in das Thema hineinlesen. Ich als brave Buchhändlerin schnappe mir also die 5 beliebtesten Dystopien z.B. und lese, lese, lese. 

Ich vergesse dabei zu essen, mich zu duschen, weiß nicht mehr, wann Tag und wann Nacht ist, bin für niemanden mehr erreichbar und Freunde habe ich eh schon lange keine mehr. Irgendwann nach 48 Stunden schaue ich auf, ein neuer Morgen graut und ich denke mir: "Wie lange dieses Thema wohl noch bleibt? Und was danach kommen wird? Viel Auswahl gibt es ja nicht mehr, alles schon mal dagewesen." Und mit Grauen erwarte ich das nächste In-Thema, rücke meine Brille zurecht und denke mir auf dem Weg zur Arbeit: "Schlimmer gehts nimmer ... oder doch?"