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Sonntag, 29. Mai 2016

[Rezension] These Broken Stars ( Lilac und Traver ) - Amie Kaufman, Meagan Spooner

These Broken Stars - Lilac und Traver

Amie Kaufman Meagan Spooner

480 Seiten

Carlsen Verlag

19,99 € 

Es ist nur eine flüchtige Begegnung, doch dieser Moment auf dem größten und luxuriösesten Raumschiff, das die Menschheit je gesehen hat, wird ihr Leben für immer verändern. Lilac ist das reichste Mädchen des Universums, Tarver ein gefeierter Kriegsheld aus einfachen Verhältnissen. 

Nichts könnte die Kluft zwischen ihnen überbrücken – außer dem Schiffbruch der angeblich so sicheren Icarus. Als das Unfassbare geschieht, müssen Lilac und Tarver auf einem fremden Planeten ums Überleben ringen. Zu zweit gegen die Unendlichkeit des Alls...

Meine Meinung:

Wie hatte ich mich auf die Übersetzung von "These Broken Stars" gefreut - gefühlte Jahre habe ich mir immer wieder die englische Ausgabe angesehen, habe 10.000 Mal in die Leseprobe hineingelesen und mein Englisch doch für zu schlecht dafür befunden. Und dann kam die große Freude: Es wird übersetzt!

Also das Lese-Exemplar auf Arbeit geschnappt, ab nach Hause und im Urlaub in aller Ruhe reingelesen ... und dann kam die große Enttäuschung. Wieso, weshalb warum, gleich in der nachfolgenden Rezension.


Um was geht es? Traver ist ein angesehener Kriegsheld, welcher sich auf der Icarus, einem riesigen und unbezwingbaren Raumschiff, seine Zeit vertreiben muss. Lilac ist ein reiches, verzogenes Mädchen, welches unter der harten Schale doch ein weiches Herz zu haben scheint.

Als die beide auf der Icarus zusammentreffen, scheint es nur eine kurze und recht unerfreuliche Begegnung zu bleiben. Doch das Raumschiff stürzt ab und die beiden können sich kurzerhand in eine Rettungskapsel flüchten. Traver und Lilac landen auf einem unbekannten Planeten und müssen dort um ihr Überleben kämpfen ....


Schon der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer. Die Handlung wird aus der Sicht von Traver und Lilac erzählt, die Kapitel waren zum Teil sehr kurz und knackig - kaum hatte ich mich an einen Charakter gewöhnt, wechselte die Sichtweise wieder. Was ja nicht schlecht sein muss, aber hier hat es mich ständig aus dem Lesefluss gerissen und dadurch irgendwann wahnsinnig gemacht.

Zwischen den einzelnen Abschnitten gab es auch jedes Mal kleine Ausschnitte eines Verhörs, was die Spannung wahrscheinlich steigern sollte, welche mich aber eher frustriert und verwirrt haben. Denn so wurden mir häppchenweise Hinweise gegeben, die zum Teil aber so gar nicht zur vorhergehenden Handlung passten, sondern zu dem nachfolgenden Teil der Geschichte - oder erst zum Ende des Buches Sinn machten. 

Traver und Lilac waren mir auch nie wirklich sympathisch. Traver hatte es anfangs leichter bei mir, war er doch nur bemüht einer jungen Frau Avancen zu machen und ihr zu imponieren. Doch später hat mich seine ruppige, bestimmte und leicht arrogante Art sehr abgeschreckt und damit bei mir ins Aus katapultiert.

Lilac hatte genau die umgekehrte Entwicklung. Erst fand ich und ihre Art unausstehlich, aber mit der Handlung ( und vor allem zum Schluss! ) entwickelte sie sich immer weiter, bekam ihre Ecken und Kanten und wurde schlussendlich mein Lieblingscharaker ... auch wenn ich mir diesen Fortschritt schon früher gewünscht hätte.

Was mich dagegen sehr in seinen Bann ziehen konnte, ( und garantiert auch der Grund dafür war, warum ich das Buch nicht mitten drin abgebrochen habe ) war die Welt, welche sich hier vor mir aufgetan hat. Die Icarus, der unbekannte Planet, all dies hat mich fasziniert und in die Weiten des Weltalls entführt. Ich wollte seine Geheimnisse ergründen, wollte wissen wie die Menschen sich weiter entwickelt haben und was dort für Zukunftsvisionen mit eingeflossen sind.

Doch ein wenig enttäuscht wurde ich dann schon, denn hier wurden manche Dinge nur angerissen oder kurz erklärt, aber das Potenzial wurde nie völlig ausgeschöpft. Ich hätte gerne noch so viel mehr von dieser Welt gesehen und erzählt bekommen, aber die Geschichte konzentrierte sich doch dann so sehr auf die beiden Hauptcharaktere und deren Entwicklung.

Was ich mir gewünscht hätte? Mehr Hintergrundwissen über diese Zukunft und ihre Eigenarten. Weniger kindisches Verhalten der Protagonisten. Meinetwegen auch mehr Drama und nicht so viel Gesülze, Gezicke und Rumgejammere. Natürlich ist mir bewusst, dass ich hier ein Jugendbuch vor mir liegen habe, aber ein wenig mehr Salz in der Suppe hätte dem doch nicht geschadet, oder?

Mein Fazit:

Ob es daran liegt, dass hier zwei Autorinnen am Werk waren und deswegen die Geschichte ein wenig überfrachtet schien oder an der deutschen Übersetzung - mich konnte "These Broken Stars" nur bedingt überzeugen. Den zweiten Teil werde ich aus diesem Grund leider nicht lesen. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Die rote Königin - Victoria Aveyard

Die rote Königin

Victoria Aveyard

512 Seiten

Carlsen Verlag

19,99 €

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! 

Fesselnd, vielschichtig und voller Leidenschaft: Viktoria Aveyard entwirft eine faszinierende Welt mit einer starken Heldin, die folgenschwere Entscheidungen treffen muss. Es geht um Freundschaft, Liebe und Verrat, um Politik, Intrigen und Rebellion, um Gut und Böse – und jede Schattierung dazwischen.

Meine Meinung:

Gleich vorweg muss ich mich mal ein wenig über den Klappentext beschweren, denn dieser enthält einen fetten Spoiler was die Geschichte rund um Mare enthält. Ich habe ihn euch oben bei der Kurzbeschreibung rausgelöscht, denn meiner Meinung nach nimmt er viel vom Lesespaß weg und spoilert unnötig - zum Glück hatte ich ihn nicht vorher gelesen! Also aufpassen und lieber mal auf den Klappentext verzichten.

So und nun zur eigentlichen Geschichte: Durch den ganzen Hype rund um die englische Ausgabe und die ganzen lobenden Stimmen wurde ich richtig HEIß auf dieses Buch und habe es geradewegs an mich gerissen als es auf Deutsch erschienen ist. Habe ich es bereut oder reihe ich mich ein in die Lobeshymnen? Lest selbst!

Um was geht es? Mare lebt in einer Welt, die strikt nach Silbernen und Roten getrennt ist. Die Silbernen verfügen allesamt über besondere Fähigkeiten und haben die Roten, Menschen ganz ohne besondere Talente, zu Untertanen gemacht. Ihren Namen leiten sich von der Farbe ihres Blutes ab. Mare ist eine Rote und wird in wenigen Monaten eingezogen und an die Front des seit Jahrzehnten andauernden Krieges geschickt, so wie es allen Roten ohne feste Arbeit ab achtzehn Jahren ergeht. 

Doch dann passieren gleich mehrere unglaubliche Dinge und Mare muss einsehen, dass sie keine gewöhnliche Rote ist ...

Ja, die Grundidee ist nichts neues. Ich kann die Ähnlichkeit zu "Selection" oder "Throne of Glas" nicht leugnen, ABER je länger man in Mares Welt verweilt, desto mehr wird man verzaubert von dieser und lässt die Vergleiche sehr schnell fallen und liegen, denn selbst wenn es so ist; diese Geschichte ist zu gut, um sie nicht zu lesen! 

Ich war fasziniert von den Fähigkeiten der Silbernen, war geblendet von dem vielen Luxus und dem Prunk, in welchem sie leben und habe gleichzeitig einen unbändigen Hass in mir gespürt, denn was die Roten für diesen Lebensstil erleiden müssen, das hat mich angewidert. 

Mare hat mir ihre Welt näher gebracht, hat mir ihren Schmerz offen gezeigt über den Verlust ihrer Brüder, welche viel zu früh in den Krieg ziehen mussten und wie unnütz sie sich fühlt, denn im Gegensatz zu ihrer Schwester, welche für die Silbernen Seide verarbeitet und bestickt, hat sie keine Arbeit und kann somit ihrer Familie nichts bringen, außer ihrem Diebesgut.

Diese Welt ist so detailliert beschrieben und durchgedacht, dass ich mich noch gute 500 Seiten mehr dort hätte aufhalten können. Es gibt Intrigen, Aufstände, eine Garde die die Silbernen angreift und die Regierung stürzen will, es gibt eine furchtlose Heldin und viele liebevoll gestaltete Charaktere, es gibt Liebe und Drama, Tragik und Schmerz und ganz nebenbei eine etwas andere Liebesgeschichte.

Mit ihrem bildhaftem Schreibstil, der düsteren und bedrohlichen Stimmung und unerwarteten Wendungen schafft Victoria Aveyard einen unglaublich tollen Auftakt, der den Leser in ihre Geschichte hineinsaugt und dort mitfiebern, mitleiden und mitkämpfen lässt. 

Kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, dass ich ab und zu das Gefühl hatte etwas verpasst zu haben, dafür waren an anderen Stellen der Plot so ausschweifend und detailliert, dass es mich fast schon gelangweilt hatte. Ein wenig mehr Pepp da und dafür weniger ist mehr in anderen Szenen hätten dem Buch garantiert besser getan, aber das sind nur minimale Ausreißer gewesen, die ich gut verschmerzen konnte.

Auch wenn Mare eine Kämpfernatur ist, war sie zu Anfang eine wenig naive Persönlichkeit, die sich schnell für eine Seite begeistern konnte und dies dann doch im Nachhinein ziemlich bereut hat. Sie hat sich manipulieren lassen und als Leser saß ich oft vor dem Buch und habe gerufen "Nein du doofe Nuss, siehst du nicht das Offensichtliche?!" Aber auch das war kein fetter Minuspunkt, sondern nur ein kleiner Kratzer im sonst perfekten Gewand der Geschichte.

Mein Fazit:

Lesen. Genießen. Mitfiebern. Mitleiden. Überraschen lassen. Und auf den zweiten Band freuen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Sonntag, 24. August 2014

[Top-Empfehlung] Zerbrochener Mond



Zerbrochener Mond

Sally Gardner

276 Seiten

Carlsen Verlag

16,90€


Was wäre, wenn der Zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre?
Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte?
Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern?
Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen?


* Warum ist "Zerbrochener Mond" etwas besonderes?

Die Geschichte lebt vielleicht anfänglich nicht durch große Worte oder Taten, sie hat anfänglich keinen starken, heroischen Helden der der Welt furchtlos entgegen tritt und seine Meinung vertritt, komme was wolle. Nein, die Geschichte beginnt sehr leise, sehr unscheinbar. Stendish ist ein kleiner, ruhiger Junge welcher in einer Welt aufwächst, die aus Überwachung und "reinen" Personen besteht ...und er gehört nicht dazu, denn er hat zwei verschieden farbige Augen.

Aber Stendish ist auf seine Art und Weise sehr besonders; er erzählt die Geschichte aus seiner Sicht, benutzt seine Wörter und bringt uns Lesern so das grausame Regime; das Mutterland; dort näher. Dort überlebt man nur, wenn man still und leise vor sich hinlebt oder sich dem Ganzen fügt; seine Nachbarn verrät, viele Kinder zeugt und überhaupt ein "reiner" Bürger ist.

Eine weitere, wichtige und besondere Person im Buch ist Gramps, Stendish´s Großvater. Er will sich dem ganzen Regime nicht fügen, will nicht verhungern und sich und Stendish ein normales Leben ermöglichen; so normal wie es eben geht. 


Denn Gramps war der einzige Mensch, der mir ein Gefühl von Schwerkraft gab


Und dann ist da noch Hector und seine Familie, die die ganze Tragödie erst zum Rollen bringen, nachdem sie dort eingezogen sind; denn ohne Hector und den roten Fußball wäre alles ganz anders verlaufen. Die beiden freunden sich an, bauen ein Raumschiff mit dem sie; früher als das Mutterland; nach Juniper fliegen wollen, denn der Mond ist für sie nicht interessant.


Am ersten Tag befahl er Hector, sich die Haare nach Vorschrift zu schneiden. Machte Hector aber nicht. Hector spielte nämlich in einer ganz eigenen Liga. Er hatte meergrüne Augen, die vor Gleichgültigkeit ganz trübe werden konnten. Und gegen Hector hatte er auch was, allein schon, weil der tief in Mr Gunnells verschimmeltes Herz gucken konnte


Stendish erzählt seine Geschichte auf eine sehr poetische, unbeholfene Art und Weise, die mir tief ins Herz gegangen ist und dort immer noch nachhallt. Dadurch bekommt alles eine ganz besondere, ja glitzernde Atmosphäre die den Leser umhüllt und sich in einem festsetzt - man will diese Welt; Stendish´s Welt; nicht mehr verlassen und diesen kleinen Jungen beschützen, komme was wolle.


Wenn man die Mauer mit einem Wort beschreiben sollte, dann wäre das unüberwindlich. Ich kann vielleicht nicht gut schreiben, aber ich habe einen großen Wortschatz. Ich sammle Wörter - sie sind Süßigkeiten auf der Zunge des Klangs


Auch die Aufmachung des ganzen Buches begeisterten mich und haben der ganzen Stimmung noch eins oben draufgesetzt. Man merkte richtig, dass sich der Verlag wahnsinnige Mühe mit der Gestaltung gegeben hat - und das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.



*Worum geht es in dem Buch?

Ich habe euch ja bereits verraten, dass Stendish in einer Welt der ständigen Überwachung, der reinen Leute lebt; der Ledermantelmänner und Blattläuse. Es ist ein Gedankenexperiment der Autorin; was wäre wenn der zweite Weltkrieg anders verlaufen wäre? Gleichzeitig kreiert sie ein Szenario, über das sich schon viele den Kopf zerbrochen haben; gab es die Mondlandung wirklich, oder war alles nur gestellt? 

Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn es gibt mehr Andeutungen in dieser Geschichte als Fakten; aber gerade das verleitet den Leser zu eigenen Gedanken und Thesen; raffiniert gemacht und unheimlich gut!

*Für wen ist "Zerbrochener Mond" geeignet?

Für Jugendliche ab 14-15 Jahren, für Erwachsene bis 99 Jahre, für Träumer und Vielleser, für Realisten und Wenigleser, Optimisten und Pessimisten; lest bitte alle dieses Buch! Begleitet Stendish durch seine Welt, zittert vor den Ledermännern und habt Angst vor den Blattläusen. Denn diese Geschichte ist es wert gelesen und weiter erzählt zu werden!

*Top Empfehlung

"Zerbrochener Mond" ist ein Buch, welches mich eiskalt erwischt hat; denn nie hätte ich  hinter diesen Buchdeckeln solch eine Geschichte erwartet. Sie hat mich mitgenommen auf eine Reise, mir gezeigt was hätte sein können und mir einen Helden präsentiert, der mir eine Gänsehaut verursachte. Lest dieses Buch ... denn ich habe schon lange keins mehr gelesen, was mich so berührt hat. 


Hector hatte die Augen geschlossen und ich dachte schon, er wäre eingeschlafen, als er plötzlich anfing zu lachen. "Du bist einmalig Standish. Einmalig."


Dienstag, 29. Juli 2014

[Podcastrezension] Death von Melvin Burgess

Hallo ihr Buchverrückten da vor den Bildschirmen!

Ich habe es wieder getan - ich habe einen neuen Podcast für euch aufgenommen und präsentiere ihn euch hier und heute:


Nun weiß ich nur nicht ob euch das so langt oder ob ihr trotzdem eine schriftliche Rezension haben wollt - oder mögt ihr vielleicht sogar keine Podcasts?

Schreibt mir das einfach in die Kommentare!

Und bis dahin - fröhliches Hören