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Freitag, 10. September 2021

[Rezension] Besuch aus ferner Zeit - Katherine Webb



Werbung / Rezensionsexemplar

Besuch aus ferner Zeit von Katherine Webb

Umfang: 576 Seiten | Genre: Familiengeschichte

Verlag: Diana | Preis: 20,00 €


Liv Molyneaux ist gerade in das alte Haus ihres Vaters in Bristol gezogen. Er ist verschwunden und Liv glaubt nicht an die Theorie der Polizei, dass er Selbstmord begangen hat. Sie hofft, zwischen Martins Sachen in der Wohnung und der Buchbinderwerkstatt einen Hinweis zu finden.

 Neben der Trauer um ihr totgeborenes Kind wird Liv nachts immer wieder von seltsamen Geräuschen und dem Weinen eines Babys geweckt. Ist das alles Einbildung, oder steckt mehr dahinter?

Meine Meinung:

"Besuch aus ferner Zeit" von Katherine Webb hätte mich so direkt gar nicht angesprochen, hätte ich nicht eine Besprechung von Juliane auf ihrem Blog iamjane.de gelesen. Aus diesem Grund durfte die Geschichte bei mir einziehen und entführte mich auf zwei Zeitebenen nach England zu den Christmas Steps, einer sehr alten historischen Straße im Herzen Bristols.

Gleich zu Anfang sei gesagt, dass sich hinter diesem beschaulich wirkenden Cover eine sehr düstere Handlung verbirgt, die definitiv Triggerwarnungen vorweg gebraucht hätte wie z.B. Kindstod, rassistische Ausdrücke, Mord und Suizid. 

Warum Verlage im Jahr 2021 immer noch meinen, dies nicht zu benötigen, ist mir ein Rätsel, denn diese zu integrieren tut a) niemanden weh, b) nimmt nicht viel Platz weg und c) lässt den Leser*in über die Motive nicht im Dunkeln, die im schlimmsten Fall retraumatisierend sein können.

Wir begegnen in der heutigen Zeit Liv, welche in den Laden ihres verschwundenen Vaters zurückkehrt, nach dem sie selbst einen traumatischen Schicksalsschlag verwinden musste und nun sich auf die Suche nach ihm begibt. 
Im zweiten Blickwinkel folgen wir Bethia ins Jahr 1830, welche ein Armenhaus leitet und dort eine neue Bewohnerin dort aufnimmt, die sie bald in gehörige Schwierigkeiten bringt, denn sie weiß um ein Geheimnis aus Bethias Vergangenheit, dass diese schon lange begraben wähnte.

Mittwoch, 11. August 2021

[Rezension] Die Welt ohne Fenster - Barbara Newhall Follett

 

Werbung / Rezensionsexemplar

Die Welt ohne Fenster von Barbara Newhall Follett

Umfang: 192 Seiten | Genre: Kinderbuch

Verlag: Diana | Preis: 18,00 €


Die junge Eepersip möchte nicht in einem Haus mit Türen, Fenstern und einem Dach leben. Ihr Herz verlangt nach dem Duft von Erde, nach dem Wind, der durch Baumkronen bläst, nach dem beständigen Summen und Brummen von Insekten. 

Sie läuft davon, um in der Wildnis zu leben – zuerst auf einer Waldwiese, dann am Meer, und schließlich in den Bergen. Ihre Eltern sind zutiefst betrübt. Sie folgen ihr, bringen sie zurück in die vermeintliche Sicherheit und sperren sie in der erdrückenden Stille des Hauses ein. Doch Eepersip lässt sich nicht aufhalten: Sie entkommt ein zweites Mal und folgt ihrem wilden Herzen nach draußen, ganz weit weg.

Meine Meinung:

"Die Welt ohne Fenster" wäre mir wohl nie begegnet, hätte ich sie nicht irgendwo auf Twitter mit einem kurzen Blick erhascht und mich auf die Sekunde danach verliebt - denn nicht nur der Schutzumschlag ist ein Fest für das Auge, nein, auch die Innengestaltung von der Illustratorin Jackie Morris fängt die Seele dieser Geschichte auf eine ganz besondere Art ein.

Und auch das hätte mich vielleicht nicht restlos überzeugt, wäre da nicht dieses mysteriöse Verschwinden der Autorin selbst, das meine Aufmerksamkeit fesselte und näher recherchieren ließ. Denn Barbara Newhall Follett verschwand 1939 spurlos, wurde nie wieder gesehen und bis heute rankt sich dieses Mysterium um ihre Person. Wer dazu näheres lesen möchte, dem verlinke ich *HIER* einen Artikel über diesen Fall - er ist sehr lesenswert. 

Kurzum, ich bin unfassbar froh, auf dieses Kleinod gestoßen zu sein und legte es zu meiner Schande kurz nach seiner Ankunft für eine viel zu lange Zeit unbeachtet in ein Bücherregal ... bis ich vor zwei Tagen eine Lust darauf verspürte und es mich in eine wundervolle Welt entführen durfte.

Freitag, 12. Juli 2019

[Rezension] Die Frauen von Salaga - Ayesha Harruna Attah




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Die Frauen von Salaga von Ayesha Harruna Attah

Umfang: 320 Seiten | Genre: historischer Roman

Verlag: Diana Verlag | Preis: 20,00 € 



Westafrika, Ende des 19. Jahrhunderts. Aminah, ein verträumtes junges Mädchen, wird brutal aus ihrem Zuhause gerissen und als Sklavin verkauft. Wurche ist eine privilegierte Frau, doch ihr Vater zwingt sie, eine ungewollte Ehe einzugehen. Als Aminah und Wurche sich auf dem Sklavenmarkt von Salaga begegnen, verbinden sich ihre Schicksale unwiderruflich miteinander.

Beide hadern mit den Grenzen, die ihnen Zeit und Gesellschaft auferlegen. Beide riskieren ihr Leben. Und beide verlieben sich in denselben Mann.

Meine Meinung:

Zu diesem Roman hätte ich von mir selbst aus wohl eher weniger gegriffen, doch in Zuge von #WirlesenFrauen und da der Herzensmann es auch unbedingt lesen wollte, habe ich mich vom wundervoll gestalteten Cover und der Geschichte überzeugen lassen - zum Glück!

Ayesha H. Attah erzählt in dieser Geschichte das Schicksal ihrer Ururgroßmutter, welche wir als Aminah kennen lernen dürfen. Gleichzeitig erleben wir einen zweiten Blickwinkel durch Wurche, eine rebellische Königstochter, die einen enormen Gegenpol zu Aminah darstellt und welche durch "Schriftzeugnisse von Frauen aus afrikanischen Königsfamilien wie Königin Aminah und Yaa Asantewaa in Ghana" inspiriert wurde. ( Zitat aus dem Interview des Diana Verlags mit der Autorin )

Da in der Vorstellung der Autorin im Buch nur kurz beschrieben wurde, dass dieser Roman von ihrer Familiengeschichte handelt, dies aber nicht näher erklärt wurde, wollte ich mehr über diesen Fakt wissen. Dabei bin ich auf ein Interview gestoßen, das der Diana Verlag mit Ayesha H. Attah selbst geführt hat, und dieses kleine Zitat, was die näheren Umstände beleuchtet, wollte ich euch nicht vorenthalten.
"Als ich unseren Familienstammbaum erforscht habe, hat mein Vater erwähnt, dass unsere Vorfahrin, die Mutter seiner Großmutter, nur „die Sklavin“ genannt wurde. Das hat mich neugierig gemacht. Ich wollte mehr wissen, aber er konnte mir nur sagen, dass sie vermutlich aus Mali, Niger oder Burkina Faso kam und sehr helle Haut gehabt haben soll. Ich habe versucht, mehr über sie herauszufinden.  
Meine Familie war diesbezüglich äußerst schweigsam. Letztlich habe ich mich beim Erzählen von Aminahs Geschichte eher auf meine Nachforschungen und das, was in unserer Familie ungesagt geblieben ist, gestützt."

Wie bereits oben erwähnt, verfolgen wir zwei Sichtweisen: Aminah, die in einem kleinen Dorf aufwächst und Wurche, eine privilegierte Königstochter. Zwei ganz unterschiedliche junge Frauen und doch eint sie eine Sache. Sie wollen beide aus ihrer Unterdrückung ausbrechen und sich nicht den Gegebenheiten ihres Landes unterwerfen. Aminah möchte, wie ihr Vater, das Schusterhandwerk erlernen und mit Karawanen in die umliegenden Städte ziehen. Wurche interessiert sich für die Politik ihres Vaters, würde viel lieber schießen und reiten lernen wie ihre Brüder und vor allem politisch etwas verändern im Land.

Recht schnell werden beiden allerdings immer größere Steine in den Weg gelegt und sie begreifen bald, dass Freiheit und Selbstbestimmtheit für Frauen in Westafrika, Ende des 19. Jahrhunderts, noch in weiter Ferne liegt. Was mir hier besonders gut gefallen hat war, dass der Fokus auch auf diesem Thema liegen blieb. Auf dem Klappentext wird zwar eine Liebesgeschichte angeteasert, doch diese bleibt sehr weit im Hintergrund und wird nur gegen Ende des Buches ein wenig mehr ausgeweitet.

Dienstag, 30. April 2019

[Rezension] Der Pakt - Michelle Richmond




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Der Pakt von Michelle Richmond

Umfang: 560 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Diana Verlag | Preis: 12,99 € 



Alice und Jake, ein frisch verheiratetes Ehepaar, jung, gutaussehend, erfolgreich. Zur Hochzeit erhalten sie eine Einladung, dem »Pakt« beizutreten, mit dem Ziel, ihre Ehe glücklich und lebendig zu gestalten. Die Grundregeln klingen vernünftig:

Anrufe des Partners immer annehmen. Häufig zusammen verreisen. Geschenke machen. Warum also nicht dabei sein? Doch schon bald ist klar, sie können dem Pakt nicht mehr entkommen, schlimmer noch, die Strafen für Vergehen sind drakonisch. Ein Treueschwur, der zu einem der schlimmsten Albträume wird.

Meine Meinung:

"Der Pakt" ist mit seinen 556 Seiten kein Fliegengewicht eines Thrillers und doch raste ich durch diese Geschichte, die mich auf ihre Art und Weise fesselte, faszinierte und gefangen hielt. Ein Gedankenspiel, welches mich selbst nicht mehr losließ und welches mir sehr oft einen gewaltigen Gänsehautschauer bescherte.

Was wäre, wenn es eine Organisation gäbe, die es sich zur Aufgabe macht, die Ehe zu schützen und das mit allen Mitteln? 

Was wäre, wenn es Richtlinien und Regeln gäbe, an die sich alle verheirateten Paare halten müssten und welche so ausufernd detailliert beschrieben sind, dass sich die Ausführung zu einem wahren Drahtseilakt gestaltet? Was wäre, wenn die minimalste Abweichung von diesen Vorschriften mit harten Strafen und Gefängnisaufenthalten geahndet werden würde?

Montag, 24. Dezember 2018

[Rezension] Die Tochter des Uhrmachers - Kate Morton



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Die Tochter des Uhrmachers von Kate Morton

Umfang: 608 Seiten | Genre: Unterhaltungsliteratur

Verlag: Diana | Preis: 22,00 € 




Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus am Ufer der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …

Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?

Meine Meinung: 

"Die Tochter des Uhrmachers" war meine erste Kate Morton und konnte mich direkt positiv überraschen, denn ich gestehe: Gewisse Autoren sind durch meinen Buchhändlerberuf vorbelastet in meinem Kopf und daher habe ich, auch wenn ich exemplarisch ein paar wenige aus diesem Genre gelesen habe, oft fast schon eine Abwehrhaltung gegen bestimmte Autoren und ihre Werke.

Nicht selten sind diese sich sehr ähnlich und schlagen alle eine bestimmte Erzählrichtung ein, die mich als Leser nach dem zehnten Mal erleben einfach nicht mehr vom Hocker hauen können.

Vor Jahren, als z.B Judith Lennox, Lucinda Riley oder Corina Bomann und viele andere anfingen, der Reihe nach Bücher über Familiengeschichten bzw. deren Geheimnisse zu veröffentlichen ( welche häufig auf zwei oder mehreren Zeitebenen spielten ), hatten wir in der Buchhandlung zwei komplette Tische nur mit diesen Geschichten gefüllt.

Der Großteil hatte als Cover eine junge Frau, welche mit dem Rücken zum Betrachter stand, ein elegantes Kleid trug und auf ein altes Herrenhaus oder Cottage mit einer alten, steinernen Treppe blickte, während sie über ihr Leben sinnierte.

Und auch so waren die meisten Romane inhaltlich gleich bzw. ähnelten sich stark, was mir das Lesen irgendwann verleidete.

Doch jetzt sprach mich die äußere Gestaltung, die Handlung an und so fragte ich ganz mutig dieses Buch beim Bloggerportal an, nachdem auch Juliane von I am Jane mich mal wieder auf Instagram und Twitter angefixt hatte. Die erste große Überraschung für mich war der Schreibstil bzw. die Übersetzung von dieser Geschichte.
Doch während er sie ansah und sie das Haus betrachtete, ließ etwas in der Art, wie das Laub des Ahorns in der Sonne leuchtete und die Frau mit einem zarten Schimmer überzog, sein Herz aufgehen, und plötzlich wollte er ihr nur noch sagen, dass es durch irgendeine merkwürdige Fügung gerade die Bedeutungslosigkeit des Lebens sei, die alles so wunderschön, außergewöhnlich und wunderbar mache.
Dass der Krieg trotz all seiner Grausamkeit - aufgrund seiner Grausamkeit - die Farben heller leuchten lasse. Dass ohne die Dunkelheit kein Stern zu sehen wäre.
Auch wenn ich ab und zu das Gefühl hatte, während des Lesens zu stolpern und nicht immer im Lesefluss war, haben mir die teilweise poetischen Sätze und Beschreibungen von Morton vielfach Anlass zum Markieren oder laut Vorlesen gegeben.

Da zwei Übersetzer hier am Werk waren, kann das natürlich meine Schwierigkeiten in manchen Kapiteln erklären. 

Aber das ist nur eine Vermutung  und doch für mich die plausibelste, denn ganz oft hatte ich den Eindruck zwei komplett unterschiedliche Schreibstile zu lesen, was mich jedes Mal kurz stutzen ließ und so ein kleiner Störfaktor innerhalb der Geschichte für mich war. Das nur als kleine Bemerkung am Rande.

Ansonsten war ich von Anfang an verzaubert, denn neben der eigentlichen Hauptprotagonistin Elodie, einer Archivarin aus dem London der Gegenwart, gewährt eine zweite, anscheinend junge Frau dem Leser Einblicke in ihr Leben in Birchwood Manor und nach und nach entschlüsselt man ihr großes Geheimnis.

Auch wenn dieser Blickwinkel auf die Geschehnisse später im Buch sehr spannend zu verfolgen war, irritierte er mich in den ersten ein, zwei Kapiteln doch sehr, denn es dauert seine Zeit, bis man eine Vermutung hat oder einen klaren Hinweis bekommt, wer denn hier seine Geschichte erzählt.
Es ist ein stilles Leben, hier in Birchwood. Viele Sommer sind vergangen seit dem unseren, un dich bin ein Gewohnheitsmensch geworden, für mich sieht ein Tag aus wie der andere. Es kommen nicht viele Besucher, und die, die sich hierher verirren, bleiben nicht lange. Ich bin keine gute Gastgeberin. Es ist nicht einfach, hier zu wohnen.
Insgesamt folgt man durch das Buch hinweg relativ vielen Menschen und ihren Lebensgeschichten, während Elodie ihren großen Auftritt mehr zu Anfang und zum Ende des Romans bekommt. Ich habe schon viele Rezensionen gelesen, in denen genau dieser Punkt bemängelt worden ist: Zu viele Charaktere.

Doch mir gefiel dieser Aspekt umso besser, denn man merkt beim Lesen, dass Kate Morton sich viele Gedanken um ihre Protagonisten gemacht hat, echte Persönlichkeiten ausgearbeitet hat und jeder einzelne von ihnen mir gleich präsent war.

Es sind viele Blickwinkel, aber alle folgten sie einem roten Faden und fanden zum Schluss zusammen, sodass ich nicht im Nachhinein das Gefühl hatte, auf einen von ihnen hätte verzichten zu können.

Die Zeitebene im Jahre 1862, welche sich um Edward Radcliff einen Maler und Lebemann dreht, wird stückchenweise offenbart und bleibt lange Zeit eher nebulös - was ist damals wirklich passiert und wer ist starb in diesem herrschaftlichen Anwesen?

Alles dreht sich zwar um diesen Kernpunkt, aber ohne direkt eine Antwort zu geben oder zu viel zu
verraten umschreibt die Autorin interessant und gekonnt Edwards Leben und seine Begegnung mit Lily Millington, welche seine Muse wird und ihm für seine Gemälde Modell steht und die Ereignisse, die daraufhin folgen.

Ich muss ganz klar sagen, dass man diese Art von Erzählweise mögen muss und sich am besten ein wenig in die Leseprobe einlesen sollte vor dem Kauf.

Für mich war sie perfekt, dröselte sich so die Geschichte mit Fortschreiten der Handlung immer weiter auf und hielt bis zum Ende einige Überraschungen noch bereit, was die Spannung nie abreißen ließ und auch ich miträtseln konnte beziehungsweise meine eigenen Vermutungen hatte, was in diesem verhängnisvollen Sommer passierte.
Zu den Klängen von Elgars Nimrod schlenderte Juliet über den Friedhof, betrachtete nachdenklich die Namen und Daten, die liebevollen Inschriften, die von Ewigkeit und Ruhe handelten. Wie bemerkenswert, dass der Mensch das Leben so hoch schätze, dass er dem kurzen Aufenhalt jedes Einzelnen auf der Erde ein Denkmal setzte, während er zugleich zu sinnlosem Morden fähig war.
... auf die Auflösung allerdings wäre ich nie gekommen, doch sie war schlüssig und in meinen Augen nicht völlig an den Haaren herbeigezogen.

Mein Fazit:

Ein fantastischer Schmöker mit vielen Charakteren, Blickwinkeln und Zeitsprüngen. Für mich die perfekte Mischung und für die kalten Tage eine Geschichte zum Einmukkeln. Geister, Künstler, tragische Liebesgeschichten: Von allem etwas mit dabei und wirkte doch nie zu überfrachtet.

Meine erste Morton und das wird auch nicht meine letzte gewesen sein - wer also Empfehlungen hat, welche Geschichte ebenfalls lesenswert ist, darf mir das gerne unten in den Kommentaren erzählen!

Wer sich hierzu eine zweite Meinung bilden möchte, kann auch HIER bei Juliane von I am Jane und ihrer Rezension vorbeischauen!

*~4 von 5 Sternen~*

Montag, 3. Dezember 2018

[Lese-Einblick #17] Hexensold und Die Tochter des Uhrmachers

Nora Bendzko hat mich in ihren Bann gezogen - gestern Abend schnappte ich mir ihr viertes Galgenmärchen "Hexensold" und wollte nur ein wenig hineinlesen ... doch kaum angefangen, war ich komplett in ihrer Welt verloren.
Die Gesichtslose taumelte, während er keuchend gegen den Baumstamm lehnte. Seine Perücke rutschte ihm vom Kopf und fiel in das Laub des Waldbodens. "Es ist sinnlos, sich zu wehren." Ihr leeres Gesicht begann zu schmelzen.
Dicke, zähe Tropfen wie von zerlaufendem Wachs lösten sich von ihrem Kopf. [...] Verstört starrte Elegio in ihr zerfließendes Gesicht. Er presste sich regelrecht an den Baum, als sie auf ihn zu wankte.
Selten lese ich Geschichten, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen und mir Bilder in den Kopf pflanzen, welche sich dort klar und deutlich verankern, bereit jederzeit wieder aus den Tiefen empor zu steigen und einem die Nacht zu versüßen.

Alptraumstoff - DAS ist Hexensold und seine Welt. 

Was die Autorin hier präsentiert ist grandios, ekelerregend und lässt den Leser oft sprachlos zurück. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven oder zart besaitete Gemüter. Für mich ist jetzt schon klar, dass DAS nicht die letzte Geschichte von Nora Bendzko für mich sein wird!

Elegio kämpft in einer grausamen Märchenadaption von Rapunzel um sein Überleben, muss sich gegen Hexen und andere finstere Mächte verteidigen und reist dabei durch eine pestverseuchte, düstere Welt. Ich bin gespannt, was mich auf den letzten Seiten noch so erwartet.
Ihm war schlecht, solche Furcht hatte er vor der Hexe. Doch er setzt sich die Perücke wieder auf den Kopf. Ein- und ausatmen. Versinken. Erwachen.
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Kate Morton hingegen ist eine beruhigende Zweitlektüre neben "Hexensold", aber dadurch nicht weniger spannend; nur eben auf ihre Art und Weise.

Eine ( zum Glück! ) entspannende und geisterhafte Familiengeschichte, welche mich positiv überrascht hat bisher und neben dem Fakt, dass das meine erste Morton ist, vor allem durch ihren Schreibstil verzaubern konnte.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es für mich bereits und dieser beschäftigt mich von Anfang an: 

An diesem Roman waren zwei Übersetzer zu Gange und genauso liest es sich für mich - durch gewisse Absätze, Kapitel fliege ich regelrecht, markiere mir sehr viele Sätze und bin mitten im Geschehen mit dabei.

Und dann gibt es Stellen, die mir sehr holprig erscheinen, welche mich im Lesefluss aufhalten und mir so ganz anders vorkommen als die zuvor gelesenen Seiten.
Menschen sind Kuratoren. Sie polieren ihre Lieblingserinnerungen, ordnen sie auf eine Weise, dass eine gefällige Geschichte daraus entsteht. 
Manche Ereignisse werden repariert und auf Hochglanz gebracht, um sie zur Schau zu stellen, andere als wertlos erachtet, im überquellenden unterirdischen Abstellraum des Gedächtnisses verstaut und dort vergessen - wenn man Glück hat.
Mal sehen wie sich das weiterhin bemerkbar macht, noch habe ich einen großen Teil von "Die Tochter des Uhrmachers" vor mir und bin sehr neugierig, wie Kate Morton ihre Figuren weiterentwickeln wird, wie die Handlung an sich voranschreitet und welche Geheimnisse ich noch aufdecken darf. Ich bin gespannt und werde auf Twitter weiterhin berichten!

Montag, 6. Juni 2016

[Empfehlung "TO GO"] Der Wahnsinn, den man Liebe nennt

Eine zarte, ergreifende und doch eindringliche Geschichte verpackt mit viel Herzschmerz, ohne kitschig oder überlanden zu wirken - das beschreibt "Der Wahnsinn, den man Liebe nennt" am besten.

Clara Römer packt den Leser gleich auf den ersten Seiten in eine warme, gemütliche Decke und erzählt ohne zuviel Worte Susas Geschichte.


Um was geht es? Susa Bergmann ist seit zehn Jahren glücklich mit ihrem Mann Wolf verheiratet. In seiner Abwesenheit; er ist auf Geschäftsreise; wird ein neuer Kühlschrank geliefert, allerdings mit einer falschen Adresse. Zurück von der Geschäftsreise hat ihr Mann dafür eine ganz simple Erklärung dafür ... und doch hat Susa ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache.

Als sie dann kurzerhand zu der Adresse fährt, stürzt ihr ganzes Leben wie ein Kartenhaus zusammen - denn Wolf hat sie die letzten fünf Jahre nach Strich und Faden belogen, betrogen und eine kleine Familie gegründet. Susas Welt zerbricht und Hals über Kopf flieht sie vor ihrer kaputten Ehe.


Wer eine schöne, herzergreifende Liebesgeschichte mit Happy End sucht ist hier definitiv am falschen Ort, denn hinter dieser Geschichte verbirgt sich soviel mehr und das genaue Gegenteil.

Das schöne an der Hauptprotagonistin Susa ist ihre Authentizität und ihre Unvollkommenheit. Sie ist nicht der perfekte Vorzeigecharakter, hat nicht gleich eine Lösung für ihr Problem parat oder es fällt ihr eine in den Schoß - nein, sie muss sich durch den Betrug ihres Mannes wieder neu finden und wächst schlussendlich über sich selbst hinaus ... aber bis dahin muss Susa einen harten, steinigen Weg gehen, welcher nicht immer mit richtigen Entscheidungen gepflastert ist.

Ein sehr schöner und leiser Roman, der den Leser nachdenklich stimmt und über das eigene Leben grübeln lässt. Eine dicke Empfehlung von mir - eine Empfehlung "TO GO"!

Montag, 18. Mai 2015

[Rezension] Die Widerspenstigkeit des Glücks - Gabrielle Zevin

Die Widerspenstigkeit des Glücks

Gabrielle Zevin

288 Seiten

Diana Verlag

12,99 €


Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: 

Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …

Meine Meinung:

Gerade eben habe ich wieder in diese wunderbare, tragischkomische Geschichte hineingelesen und sofort hatte sie mich wieder in ihren Fängen. Ein Buch, welches mich emotional so eindringlich erreicht hat, welches mir das Pipi in die Augen trieb und mein ganzes Gefühlsleben einmal durcheinander gewirbelt hat und dabei all diese Lesens - und Lebenswahrheiten ... 

es war einfach perfekt für mich und garantiert auch für euch! Lasst mich euch überzeugen dass ihr diesen Roman so dringend in eurem Leben braucht - also auf die Plätze, fertig, los.


Die Leute tischen dir fade Lügen über Politik, Gott und die Liebe auf. Alles, was du über einen Mensch wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch?


Um was geht es? Seit der Buchhändler A. J. Fikry seine Frau Nic bei einem Unfall verloren hat, ist er mit sich und der Welt im unreinen. Die Buchhandlung, die er führt, betreibt er nicht mehr mit dem gleichen Elan wie vor ihrem Tod. So kauft er fast nur Bücher ein, die ihm gefallen, Unterhaltungsliteratur hat dort nicht wirklich etwas zu suchen, geschweige denn Kinderbücher.

Als Amelia, Verlagsvertreterin, das erste mal mit ihm zusammentrifft, kommt es einem Rausschmiss fast gleich. Er hat nicht nur kein Buch gekauft, sondern sie auch noch vergrault.
Er ist und bleibt ein Einzelgänger.

Doch dann kommt alles anders als A. J. sich das jemals zu träumen gewagt hätte und plötzlich ist er "Besitzer" eines kleinen zweijährigen Mädchens namens Maya, welche ihm einfach so vor die Tür gelegt wurde mit der Bitte, er möge sich um sie kümmern. Er nimmt die Herausforderung an und bald ist nichts mehr so wie es sein sollte - zumindest laut A. J.´s Auffassung.


"Lieb dich", sagt Maya. 
"Ja, das sagt sie ständig", sagt A. J. "Ich habe sie davor gewarnt, Liebe zu verschenken, die der andere noch nicht verdient hat, aber ehrlich gesagt liegt es an dem Einfluss von diesem heimtückischen Elmo. Wissen Sie, der liebt wirklich jeden."


Es ist ein Roman über die Liebe zu Büchern, ein Hoch auf alle Buchhändler und die Macht der Liebe. A. J. ist ein kautziger Charakter, der den Leser anfangs mehr verschreckt als dass er einem sympathisch ist, doch je mehr man von ihm und seinem Leben erfährt und liest, desto mehr schließt man den alten Buchhändler in sein Herz. Er lebt von der Liebe zu seinen Büchern, möchte diesem ganzen "neumodischen Kram" nicht in seinem Leben ( und vor allem nicht in seinem Laden!! ) haben und zieht sich immer mehr von allem zurück - bis zu dem Tag an dem er Maya begegnet.

Eine wunderschöne Besonderheit dieses Buches sind die Kapitelanfänge. Dort beschreibt A. J. seine Lieblingsbücher, zeigt auf was er an ihnen am meisten schätzt und liebt und warum Maya genau diese Romane auch lesen sollte; denn für sie schreibt er diese Empfehlungen. 


Ganz kurz, ehe der Laden aufmacht, bezieht Maya in dem Gang mit den Bilderbüchern Stellung. Jedem Buch nähert sich Maya zunächst mit der Nase. Sie nimmt den Schutzumschlag ab, hält es sich ans Gesicht und legt sich die Buchdeckel an die Ohren. Bücher riechen typischerweise wie Daddys Seife, Gras, Meer, der Küchentisch, Käse oder wie eine Kombination aus allem.


Mit der Zeit lief mir ein Gänsehautschauer nach dem anderen den Rücken herunter, denn man spürt als Leser auf der einen Seite die Liebe zu seinem Beruf und Maya, auf der anderen Seite beschleicht einen eine komische Stimmung und eine düstere Vorahnung - doch was passiert müsst ihr schon selbst lesen.

Und auch Maya hatte ich von den ersten Sekunden an geliebt; dieses kleine freche Mädchen aufwachsen zu sehen, ihre Liebe zu Büchern stetig mitzuerleben, das hat mein Herz fast in zwei gebrochen. Sie zwingt schon in jungen Jahren den Erwachsenen ihre Lieblingsbücher auf, begeistert Kinder für die Geschichten darin und belebt A. J.´s Buchhandlung auf eine Art und Weise derer sich keiner Entziehen kann. 

Wie sich Maya und A. J. einander nähern ist wie ein zartes Band, welches nach und nach von beiden gewoben und vorsichtig festgehalten wird; denn beide haben ihre Eigenheiten und gerade das macht ihre Freundschaft zu etwas ganz Besonderem, zu etwas Einzigartigem und das hat mir oft die Tränen ( ob vor Lachen oder Rührung ) in die Augen getrieben.


Maya weiß, dass ihre Mutter sie bei Island Books zurückgelassen hat. Aber vielleicht passiert das allen Kinder in einem gewissen Alter. Manche Kinder werden in Schuhgeschäften zurückgelassen. Und manche in Spielwarengeschäften. Und manche in einem Sandwich-Shop. Und dein ganzes Leben wird davon bestimmt, in welchem Laden du landest.

Es ist eine Geschichte über die Liebe zum Lesen und doch gleichzeitig noch vieles mehr, denn A. J. bekommt viel Hilfe und Unterstützung von seinen Freunden, nimmt mehr und mehr am richtigen Leben teil und auch Amelia, die Verlagsvertreterin spielt in seinem Leben eine gewisse Rolle, die sie sich klammheimlich dort erschleicht. 

Manche mögen sagen "Die Widerspenstigkeit des Glücks" könne ja nur was für Buchhändler sein, manche Vorgänge würde nur diese verstehen. Ja vielleicht ist das an gewissen Stellen so, doch dieses Buch lebt von so unglaublich vielen witzigen, berührenden und glücklich-machenden Stellen, dass das doch wohl das kleinere "Übel" ist, oder?! ;-)

Mein Fazit:

Jeder der Bücher liebt, ihren Geruch, ihr Aussehen und die Geschichten die sie erzählen ... jeder einzelne von euch da draußen sollte diesen Roman lesen und hoffentlich auch lieben. Lasst euch bezaubern von der kleinen heimeligen Buchhandlung Island Books, kommt ins Gespräch mit A. J. und fragt Maya nach ihrer liebsten Empfehlung und dann ( aber erst dann! ) werdet ihr glücklich sein.

Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!!!


Worin unterscheidet sich ein Buch von einem anderen? Es gibt diese Unterschiede, befindet A. J. Wir müssen viele dieser Bände aufschlagen. Wir müssen glauben. Wir akzeptieren, manchmal enttäuscht zu werden, um uns hin und wieder beglücken zu lassen.

       Er greift ein Buch heraus und hält es seinem Freund hin. "Wie wäre es mit diesem?"

Samstag, 2. Mai 2015

[Rezension] Good Girl / Entführt - Kubica, Mary

Good Girl - Entführt

Mary Kubica

448 Seiten

Diana Verlag

9,99 € 

Die junge Lehrerin Mia Dennett verschwindet spurlos, nachdem sie abends mit einem fremden Mann eine Bar verlassen hat. Monate später wird sie aus einer einsamen Blockhütte in den Wäldern Minnesotas befreit. 

Mia ist völlig wesensverändert, zutiefst verstört und kann sich nur bruchstückhaft erinnern. Und warum nennt sie sich auf einmal Chloe? Als Detective Gabe Hoffman den Fall übernimmt, stößt er auf ungeahnte Abgründe in Mias Familie – und der wahre Albtraum beginnt.

Meine Meinung:

Good Girl ist ein tragisches Familiendrama, das sich rund um die entführte Mia Dennett entwickelt. Detective Gabe Hoffman erhascht einen Blick während den Ermittlungen hinter die aalglatte Fassade der anscheinenden perfekten Familie Dennett und bringt das Familienbild zum Wackeln. Wer hat Mia entführt und warum benimmt sie sich nach ihrer Befreiung so eigenartig? Fragen über Fragen und genau das hat den Roman so spannend gemacht - denn als Leser tappt man sehr lange im Dunkeln, rätselt mit und wird zum Ende ziemlich überrascht.

Um was geht es? Das ist schnell erzählt, denn spoilern möchte ich euch keinesfalls. Mia Dennett wird von einem fremden Mann entführt, monatelang tappt die Polizei im Dunkeln. Doch durch die grandiose Ermittlungsarbeit von Gabe Hoffman finden sie Mia in einer einsamen Blockhütte. 

Sie nennt sich Chloe und scheint ziemlich verstört, niemand kann sie aus ihrer Lethargie befreien und immer mehr erschreckende Details kommen ans Tageslicht. Was ist wirklich passiert und wird Mia jemals wieder die junge lebensbejahende Frau werden die sie es vor der Entführung war?

Wir erleben als Leser die ganze Geschichte aus der Sicht von Detective Gabe Hoffman, Mias Mutter Eve und Mias Entführer, einem jungen Mann namens Colin, was anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig war, aber der Geschichte dann doch ihren Reiz gegeben hat. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches stetig, zeigen ihr wahres Gesicht und langsam beschleicht einen das Gefühl, das doch nicht alles so ist wie es zu sein scheint.

Auch Mia wird nach und nach in ein schlechteres Licht gerückt, vor allem ihr Vater zeigt seine Ablehnung ihr gegenüber immer mehr und gibt dem Leser das Gefühl, die wahre Mia vielleicht doch nicht wirklich zu kennen. Sie wirkt arrogant, zickig und überheblich - doch auch sie verändert sich in den Monaten in der Blockhütte und wird doch noch ein Charakter, den der Leser ins Herz schließt.

Ihre Mutter taucht aus dem Schatten ihres Mannes hervor und kämpft ( vor und nach der Entführung ) um ihre Tochter, versucht zu ergründen was während den Monaten ihres Verschwindens mit ihr passiert ist. Gleichzeitig erfahren wir wie sie ihren Mann kennenlernte, ihn vergötterte und wie er sich nach und nach so ins negative verändern konnte.

Es ist kein Thriller, kein Kriminalroman, nein es ist eine Familientragödie, welche aus allen Perspektiven beleuchetet wird. Sie zeigt auf, wie eine Familie an einem solchen Schicksalsschlag kaputt gehen kann, wie sehr sich Menschen in Isolation verändern können und wie die einzelnen Personen mit dieser Extremsituation umgehen. 

Mein Fazit:

Ein dichter Roman über eine Entführung, eine zerrüttete Familie und ein Schreibstil, der dem ganzen die richtige Würze gibt. Erwartet keinen Thrill, keine Action, geht völlig unvoreingenommen an Good Girl heran und ihr werdet mit einem tollen Plot und einer interessanten Erzählweise belohnt. Wegen ein paar kleinen Längen vergebe ich

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 22. März 2015

[Rezension] Bald ruhest du auch

Bald ruhest du auch 

Wiebke Lorenz

448 Seiten

Diana Verlag

14,99 €

Nach dem Unfalltod ihres Mannes fühlt Lena sich wie in einem Albtraum. Aber sie weiß, dass sie leben muss – für ihr Kind, denn Lena ist im achten Monat schwanger. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr der wahre Horror erst noch bevorsteht. 

Vier Wochen nach der Geburt ist die kleine Emma plötzlich spurlos verschwunden. Entführt aus ihrer Wiege. Schon bald wird Lena klar: Sie soll büßen. Doch wofür? Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Meine Meinung:

Wiebke Lorenz ist eine Autorin, die es jedes Mal schafft mich zu fesseln, in die Geschichte hineinzusaugen und mich dort so lange zu halten, bis ich völlig fertig die letzte Seite erreicht habe. Ein Thriller der unter die Haut geht, bei dem man nicht weiß wer hier welche Spiele spielt und man so ziemlich jeden verdächtigt. Nichts für schwache Nerven! 

Um was geht es? Lena ist hochschwanger als ihr Mann bei einem schrecklichen Unfall zu Tode kommt. Bei der Beerdigung greift seine Tochter aus einer anderen Ehe Lena an und beschreit sie als Mörderin. Als Emma dann auf der Welt ist, dauert es nicht lange und ein Unglück jagt das nächste. 

Und bald weiß Lena nicht mehr wem sie trauen kann, wer hinter diesem ganzen Horror steckt und mitten in dieser Verzweiflung wird auch noch ihre kleine Emma entführt und der Wahnsinn durchbricht alles je dagewesene für sie.

Ich wollte nur einen kurzen Blick in die Geschichte hineinwerfen, habe angefangen zu lesen und war sofort gefesselt von den Charakteren, der Geschichte und dem mysteriösen Unfall. Wiebke Lorenz bastelt geschickt einen Spannungsbogen nach dem anderen, sodass man einfach immer mehr wissen möchte. 

Neben der Hauptstory erfährt der Leser in kleinen Häppchen die Kennenlerngeschichte von Lena und Daniel, begleitet die beiden durch Höhen und Tiefen. Genau diese kleinen Einblenden haben meinem Puls eine kleine Verschnaufpause verschafft ... nur um in kurz darauf wieder in die höhe zu treiben. Und im Nachhinein, wenn man das Ende erreicht hat, versteht man umso die ganze Tragik des Ganzen.

 Der Rest der Erzählung rast nur so dahin, man fiebert mit und ist auch ein klein bisschen schockiert was Lena alles für Aufgaben bewältigen muss. Zuviel will ich nicht verraten, denn das würde den Lesespaß eindeutig zuweit drücken, nur soviel sei gesagt: Auf den schlussendlichen Täter wäre ich nie ( nicht in 10.000 Jahren!! ) gekommen.

Mein Fazit:

Actionreicher, spannender Thriller mit 100% Weiterempfehlungsrate! Nebulöse Nebencharaktere ( die der Leser irgendwann alle verdächtigt ), starke und greifbare Hauptprotagonisten und eine Geschichte die ich so zwar schon des öfteren gelesen habe, allerdings nie in dieser Art und Weise. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Und eine Autorin, die ganz nah an ihren Lesern ist - weiter so :)