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Sonntag, 31. Mai 2020

[Rezension] Gestohlene Erinnerung - Blake Crouch



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Gestohlene Erinnerung von Blake Crouch

Umfang: 432 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Goldmann | Preis: 15,00 € 



Der New Yorker Detective Barry Sutton steht vor einem Rätsel: Ein geheimnisvolles Phänomen quält die Menschen mit falschen Erinnerungen und treibt sie damit in den Tod. Auch die Hirnforscherin Helena Smith weiß schon lange um die Macht der Erinnerung.

Um diese zu bewahren, entwickelte sie eine Technologie, die uns unsere kostbarsten Momente noch einmal erleben lässt: den ersten Kuss, die Geburt eines Kindes. Doch nun bedroht ihre Erfindung das Schicksal der Menschheit. Im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner versuchen Helena und Barry, eine Katastrophe zu verhindern – aber auch auf die Wirklichkeit ist bald kein Verlass mehr …

Meine Meinung:

Mit „Gestohlener Erinnerung“ hat Blake Crouch erneut einen wissenschaftlichen Science-Fiction-Thriller geschrieben, der unter die Haut geht, die Gedanken rotieren lässt und mich sprachlos zurückließ. Vor einigen Jahren las ich bereits seinen Roman „Dark Matter“ und war auch da schon restlos begeistert.

Dichte Atmosphäre, ein spannender Erzählstrang (der in meinen Erinnerungen nie langatmig war) angenehm gewürzt mit  wissenschaftlichen Fakten, geschickt mit der Handlung verwoben. Das alles macht die wohl einmalige Mischung aus, die Crouch auszeichnet. Doch wo anfangen und wo enden bei der Beschreibung für sein neues Buch?

Es ist eine höchst komplexe Erzählung, die sich mit fortschreitender Handlung vor dem Leser entblättert. 

Man wird von ihr an der Hand genommen und (zum Glück!) setzt sie keinerlei fundiertes Vorwissen für die vorherrschenden Thematiken wie z.B. Hirnforschung oder Zeitreisen voraus. Blake Crouch lässt zwar tief und zum Teil auch sehr detailliert in diese Materie blicken, allerdings verliert man nicht den roten Faden der Geschichte, wenn man gedanklich nicht mitkommt oder die Ausführungen nicht komplett versteht.

Donnerstag, 29. November 2018

[Rezension] Das rote Adressbuch - Sofia Lundberg



*Werbung*

Das rote Adressbuch von Sofia Lundberg

Umfang: 348 Seiten | Genre: Roman

Verlag: Goldmann | Preis: 20,00€ 


Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten.

Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.

Meine Meinung:

„Das rote Adressbuch“ ist ein Buch über das Leben, welches sich mir ganz tief ins Herz eingebrannt hat. Auf eine wundervolle Weise nimmt Sofia Lundberg den Leser sanft an die Hand und schildert ihm Doris Geschichte, ihr Leben und schließlich auch ihren Abschied.

Während einer langen Autofahrt fing ich mit dem Hörbuch an, hatte eigentlich keine großen Erwartungen an die Handlung und wollte mich ein wenig ablenken lassen,  denn es lag noch eine ziemlich lange Strecke vor mir.

Es packte mich sofort, jagte mir eine Gänsehaut über den Körper und ich wollte nur eins: Anhalten und mir all die schönen und ergreifenden Sätze aufschreiben.

Wir begleiten Doris, eine ältere Dame aus Schweden, anhand ihres roten Adressbuches auf der einen Seite, mit durch die wichtigsten Stationen ihres sehr turbulenten Lebens und erfahren, wie sie zu der Person geworden ist, die sie heute ist.

Gemeinsam mit ihr reisen wir durch Schweden, Paris, England und die USA. In kleinen Ausschnitten lernt der Leser die wichtigsten Menschen in ihrem Leben kennen, jeder auf eine andere Art prägend für sie und vor allem ein Gefühl mit all seinen Facetten ist ganz intensiv vertreten:  Die Liebe.
„Fördere deine Talente, statt dir einzureden, dass du nichts kannst. Fang wieder an zu schreiben. Beschäftige dich mit deinem Inneren. Am Ende ist es das, was zählt. Du wirst nie mehr sein als dein Inneres.“
Dieses Debüt ist keinesfall ein Liebesroman, das ganz bestimmt nicht. Doch ganz zart und fast wie nebenbei schleicht sich das Thema oft mit ein, ohne jemals übermächtig zu werden.

Erst zu Ende hin schleicht sich ganz sanft eine kleine Wendung ein, die den Fokus mehr auf Doris und ihre Art zu lieben verstärkt lenkt – aber auch das ohne große Dramatik oder Fanfaren.
Was Sofia Lindberg hier schafft ist großes Kino; ein einfühlsamer Schreibstil trifft hier auf eine herzerweichende Geschichte rund ums Leben, Gelebt haben und das Sterben.

Mittwoch, 21. November 2018

[Lese-Einblick #16] Rachesommer und Das rote Adressbuch

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein großer Fan von Andreas Gruber und seiner Marten S. Sneijder / Sabine Nemez Reihe. Ein wirklich erfrischendes, skurriles Ermittlerduo mit dem gewissen Etwas – und deswegen konnte ich es mir nicht nehmen, eine seiner älteren Reihen anzulesen.

„Rachesommer“  kam vor einiger Zeit in neuem Coverdesign daher und das auch ziemlich schick wie ich finde. Aus diesem Grund rückte diese Geschichte bzw. dieser Reihe wieder ein wenig mehr in mein Gedächtnis und so durfte es bei einem Büchereibesuch direkt mit.

Momentan bin ich gut über die Hälfte des Buches hinweg und ein wenig enttäuscht. Ich mag Andreas Gruber und seinen Schreibstil wahnsinnig gerne – ich war immer sofort im Geschehen mit dabei und konnte zwischen den zwei Perspektiven der Hauptpersonen Walter Pulaski und Evelyn Meyers leicht hin und her wechseln.

Doch was mir fehlt, ist die durchgehende Spannung der Handlung. Mal ist sie mit den Händen regelrecht zu fassen, ich kann das Buch kaum aus der Hand legen und plötzlich kippt die ganze Stimmung, während ich danach fast schon unaufmerksam durch die Seiten blättere.

Schade, denn wie oben erwähnt mag ich seine andere Reihe ungemein gerne und habe vielleicht auch deswegen eine zu große Erwartungshaltung. Eventuell liegt es auch daran, dass das eine seiner älteren Geschichten ist und ich mit dem „neueren“ Gruber eben kompatibler bin … ich kann es beim besten Willen nicht besser beschreiben und bin nun gespannt wie die Ermittlungen weiter voranschreiten, denn eines ist sicher: Aufgeben ist keine Option!

Mittwoch, 23. August 2017

[Rezension] Babydoll - Hollie Overton



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Babydoll von Hollie Overton

Umfang: 352 Seiten | Genre: Spannungsroman

Verlag: Goldmann | Preis: 10,00 € 



Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. 

Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt ...

Meine Meinung:

Als ich "Babydoll" in die Hand genommen habe wollte ich damit eigentlich nur meine Thriller-Laune befriedigen -große Erwartungen hatte ich an die Geschichte kaum. Doch dann die Überraschung:

Die Handlung hatte mich von den ersten Seiten komplett gefesselt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und las, so schnell ich konnte.

Was mir besonders gut gefiel war die Grundidee, denn hier begleiten wir Lily, welche mit ihrer Tochter nach acht langen Jahren vor ihrem Entführer fliehen konnte und nun wieder in ihr altes Leben eintaucht, welches natürlich sehr viel anders ist als vor ihrer Entführung.
Qualvolle Monate vergingen, während die ganze Stadt kollektiv den Atem anhielt und auf einen Schlussstrich wartete, auf Antworten. Doch es gab keine Spuren, keine Anhaltspunkte.  
Egal, wie gern sie Lily hatten, sie mussten weiterleben. Es dauerte nicht lange, bis Lily nur noch eine Erinnerung war, ein auf eine Gedenktafel am Schulbüro geprägtes Gesicht.

Und hier spielt die Autorin eine Trumpfkarte aus, die mich durch die Geschichte gescheucht hat: Als Leser erfahren wir aus mehreren Sichtweisen, wie die unterschiedlichsten Personen mit dieser Situation umgehen und was sie dabei fühlen und denken.

Montag, 25. April 2016

[Rezension] Ihr tötet mich nicht - Shannon Kirk

Ihr tötet mich nicht

Shannon Kirk

351 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Sie ist 16 Jahre alt und im 7. Monat schwanger, als sie auf dem Heimweg von der Highschool überwältigt und in einen Lieferwagen gezerrt wird. Doch die Entführer machen Fehler – Fehler, die ihr vermeintlich hilfloses Opfer kühl kalkulierend registriert. Und der größte Fehler war, sich dieses Opfer auszusuchen. 

Denn das Mädchen in ihrer Gewalt verfügt über einen messerscharfen Verstand und die einzigartige Fähigkeit, seine Emotionen vollständig zu kontrollieren. Sie weiß, dass es den Kidnappern um ihr Baby geht, und sie selbst nach der Geburt wertlos für sie ist. Also fasst sie einen Plan: Ihr werdet mich nicht töten, ihr werdet mein Kind nicht bekommen – und ich werde mich rächen ...

Meine Meinung:

Wie lange hatte ich auf diesen Thriller gewartet - letzten Herbst bin ich durch Zufall auf einen Facebook-Post einer Bloggerin gestoßen, die dieses Buch vorgestellt hatte und damit meine Neugier entfachte. 

1.) Konnte mich das Cover sofort in seinen Bann ziehen, gerade die Farben und der Nebel hatten eine unheimlich mystische Stimmung in mir erzeugt und 2.) hatte mich der Klappentext sofort - ich wollte diese Geschichte lieben. 

Ob sie mich überzeugen konnte oder nicht, könnt ihr gleich in meiner Rezension nachlesen.


Um was geht es? Lisa, ein junges, hochschwangeres Mädchen wird auf ihrem Weg zur Highschool ( da ist ein kleiner Klappentextfehler passiert! ) in einen Lieferwagen gezerrt und kurzerhand entführt - doch wen sich die Entführer da geschnappt haben, das hätten sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausdenken können. Sie sinnt auf Rache und schmiedet in ihrer Gefangenheit finstere Pläne, welche bald Gestalt annehmen ....


Einen solch atmosphärischen, spannungsgeladenen und interessanten Thriller verirrt sich selten in meine Hände; sobald ich weiterlesen konnte, vibrierte ich jedes Mal vor Aufregung und Adrenalin - wie würde die Geschichte weitergehen, wie sich der Verlauf der Handlung ändern und die ganze Sache ausgehen?

Zu diesem Zustand der absoluten Leseinfiziertheit führten auch die zwei Handlungsstränge bzw. Erzählstimmen. Den Hauptteil der Handlung nehmen Lisas Gedanken während ihrer Zeit der Entführung ein. Sie schildert haargenau jedes wichtige Detail, erzählt von ihren Eltern und ihrer besonderen Begabung und wie es zu der frühen Schwangerschaft kommen konnte. 

Nebenbei dürfen wir Special Agent Roger Lui über die Schulter blicken und somit an den Ermittlungen rund um die verschwundenen Mädchen teilnehmen, denn Lisa ist nicht die einzige entführte und hochschwangere junge Frau. 

Beide Sichtweisen werden aus der Ich-Perspektive geschildert und bringen den Leser dazu, an den Seiten zu kleben und vor Spannung kaum mehr atmen zu können. Lisa beschreibt ihre Sicht der Dinge distanziert und kühl, dennoch kann man sich sehr gut darauf einlassen und es passt perfekt zu ihrem Charakter.

Und damit wären wir beim nächsten Überraschungseffekt dieses Thrillers, denn sie ist kein typisches, hilfloses Opfer - nein, Lisa weiß sich zu wehren und das wird dem Leser auch ziemlich schnell klar. Was ihr dabei hilft ist die Tatsache, dass sie ihre Gefühle wie einen Schalter einfach umlegen kann und somit keine Angst oder Hilflosigkeit verspürt.

Dieser Aspekt hatte mir sehr sehr gut gefallen und mir immer wieder einen Gänsehautschauer verpasst, denn durch ihre Gefühlslosigkeit ( die schon seit ihrer Kindheit besteht ) bekommt Lisa zwei Persönlichkeiten, die im Laufe der Handlung stets wechseln.

Aber auch Agent Roger Lui ist ein starker und einprägsamer Protagonist, von dem ich gar nicht zu viel verraten möchte, nur sei gesagt: Auch seinen Teil der Handlung verfolgt man als Leser gespannt und aufgeregt.

Auch wenn der Plot mit zunehmender Spannung doch ein wenig vorhersehbar wurde, konnte mich "Ihr tötet mich" mit seiner Atmosphäre und seinem düsteren, unheilvollen Sog begeistern und durch seine Seiten scheuchen. Grandios!

Mein Fazit:

Ein Psychothriller der Extra-Klasse - nehmt euch eine Tasse Tee, kuschelt euch auf eure Couch und genießt das Debüt von Shannon Kirk. Ein flotter Plot und einzigartige Protagonisten warten zwischen diesen bezaubernden Buchseiten und wollen entdeckt werden. Gänsehaut garantiert. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Freitag, 1. April 2016

[Rezension] Vor ihren Augen - Mary Louise Kelly

Vor ihren Augen

Mary Louise Kelly

411 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Das Leben meint es gut mit Caroline Cashion. Die 34-jährige Dozentin für französische Literatur ist hübsch, intelligent und beliebt. Doch dann wird bei einer Routineuntersuchung in ihrem Nacken eine Kugel entdeckt. Caroline ist fassungslos. Als sie ihre Eltern darauf anspricht, eröffnen diese ihr die ungeheuerliche Wahrheit: Caroline ist adoptiert. 

Ihre leiblichen Eltern wurden ermordet, Caroline selbst überlebte die Tat schwer verletzt. Den Mörder hat man nie gefasst – und die Kugel nie aus Carolines Körper entfernt. Nun ist sie das wichtigste Indiz, um den Täter zu überführen. Womit Caroline in tödlicher Gefahr schwebt ...

Meine Meinung:

Wie ihr in den letzten Monaten bzw. seit Anfang des Jahres mitbekommen habt, lese ich zurzeit sehr wenige Thriller. Warum ist das so? Es könnte daran liegen, dass sich die Kurzbeschreibungen der gängigen Verlage jedes Mal gleich lesen lassen und mich nicht zwingend vom Hocker hauen. Ich bin quasi gesättigt und lese zurzeit nur noch auf Empfehlungen Thriller oder greife zu Neuerscheinungen von mir bekannten Autoren.

Und auch bei "Vor ihren Augen" dachte ich zuerst, es wäre wieder einer dieser 08/15 Thriller, die es gerade wie Sand am Meer zu geben scheint - oder ich lese einfach nur die falschen Bücher. Jedenfalls wäre es eine Schande gewesen, hätte ich diesen kleinen Rohdiamanten übersehen, denn was Mary Louise Kelly hier vorgelegt hat, konnte mich seit langem endlich wieder restlos begeistern.



Um was geht es? Caroline Cashion ist Dozentin für französische Literatur, lebt von einem Tag in den nächsten und hat ein recht sorgenfreies, ungebundenes Leben. Als sie eines Tages wegen einer Routineuntersuchung einen Ganzkörperscan erhält, finden die Ärzte etwas seltsames in ihrem Nacken: Eine Kugel.

Caroline kann sich keinen Reim auf diesen Fund machen und konfrontiert ihre Eltern damit. Diese sehen sich gezwungen, ihr ein lang gehütetes Geheimnis zu verraten: Sie wurde als Kind adoptiert, ihre Eltern ermordet und der Mörder nie gefasst. Dies stellt Carolines Leben gehörig auf den Kopf und bald muss sie um ihr eigenes Leben fürchten ....


Ich weiß, ich weiß, aufmerksame Leser meiner Rezensionen werden gleich wieder stöhnen und sagen "Fang jetzt bloß nicht wieder vom Anfang an!". ABER für mich persönlich sind die ersten 20 Seiten eines Buches sehr wichtig, denn diese entscheiden ob ich einer Geschichte eine Chance gebe oder nicht. Aus diesem Grund schreibe ich bei jeder Rezension etwas über den Anfang und meinen Eindruck darüber, denn wenn diese Seiten mich nicht packen und überzeugen ... dann lese ich erst gar nicht weiter.

ALSO, gleich die ersten Seiten konnte mich packen und überzeugen, denn die Autorin hat einen sehr flüssigen und ansprechenden Schreibstil und auch Caroline war mich von Anfang an sympathisch.

Wie sich herausstellt, war ich mein ganzes Leben lang gerannt, ich hatte es bloß nie gemerkt. Lassen Sie mich erzählen, wie es sich anfühlt. Lassen Sie mich Ihnen etwas über Angst erzählen.

Mary Louise Kelly fackelt nicht lange und lässt schon auf den ersten 50 Seiten einen riesigen Spannungsbogen entstehen, welcher durch viele Enthüllungen und Entdeckungen stetig wächst - hallo, die Seiten flogen mir nur so um die Ohren und ich wurde von einer Szene in die nächste katapultiert!

Aufgeteilt ist "Vor ihren Augen" in sieben Teile, welche jeweils von der Stadt handeln, in welcher sich unsere Protagonistin eben aufhält. Langweile kommt bei diesem Thriller ganz ganz selten vor; natürlich schleichen sich bei knapp 400 Seiten auch kleine Passagen ein, die auch hätten ausgelassen werden können; aber alles in allem habe ich ständig mitgefiebert, mitgeraten und lag doch zum Schluss ( GANZ zum Schluss! ) falsch mit meiner Vermutung.

Du glaubst die Menschen zu kennen, bei denen du aufgewachsen bist, die dir das ganze Leben zur Seite standen. Doch wie sich herausstellt, kanntest du ihre Gedanken nicht.
Jeder Mensch hat Geheimnisse - nicht  nur Dinge, die er dir nicht verrät, sondern er hütet auch Geheimnisse über dich. Und alle hoffen, dass du sie nie erfährst.

Ihr merkt, ich schreibe ein wenig um den heißen Brei herum, aber ich möchte euch einfach nicht zu viel von dieser actionreichen Handlung vorwegnehmen, was der eigentliche Klappentext des Buches meiner Meinung nach schon tut - er verrät zu viel. Aber gut, ändern kann man das ja auch nicht, doch wer spoilerfrei durch die Geschichte möchte, lässt die Augen davon!

Was ich allerdings noch verraten kann, ist die unglaubliche Charakterentwicklung von Caroline. Ist sie anfänglich ein wenig naiv und unscheinbar, entwickelt sie sich im Laufe der Geschichte zu einer toughen und fast schon kriminellen Frau, welche man nicht mehr so leicht beeinflussen kann und die weiß, was sie kann und will.

Eine klitzekleine Anmerkung noch zum Schluss des Buches: Nicht jedem wird dieser Schluss gefallen, doch gerade weil er so war, wie er war, konnte er mich restlos überzeugen! ICH hätte mir kein besseres Ende wünschen können und hoffe, dass es euch genauso gehen wird.

Mein Fazit:

Wer nach einem spannenden und gut durchdachten Thriller sucht, wird hier bei "Vor ihren Augen" definitiv fündig werden. Eine actionreiche Handlung und viele unerwartete Plottwists haben mir viele schöne Lesestunden beschert und hoffe, dass dies nicht das letzte Buch der Autorin in diesem Genre gewesen ist. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Montag, 7. September 2015

[Rezension] Careless / Ewig verbunden - S. C. Stephens

Careless - Ewig verbunden

S. C. Stephens

736 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Kellans Rock-Band ist über Nacht berühmt geworden, und er selbst ist auf einmal ein begehrter Superstar. Und so ist Kieras Beziehung plötzlich eine Geschichte der Öffentlichkeit, die Presse verbreitet Lügen, und an jeder Ecke warten kreischende Mädchen auf Kellan. 

Werden die Freundschaften, die geknüpft wurden, das überstehen? Wird die Band, die inzwischen zu einer kleinen Familie geworden ist, zusammenhalten? Und hat Kieras und Kellans leidenschaftliche Liebe inmitten des explosiven Ruhms noch eine Chance?

Meine Meinung:

Das ist der abschließende Band rund um Kellan und Kiera - den Rockstar und das Mauerblümchen, die beiden, die wie die Faust aufs Auge passen könnten und es sich dennoch so unendlich schwer machen. 

Die Reihe hat sich auf jeden Fall kontinuierlich weiterentwickelt, hatte ihre Höhen und Tiefen, ihre lustigen und weniger humorvollen Szenen und doch ist sie mir so gar nicht im Gedächtnis hängen geblieben.

Um was geht es? Kellan und Kiera haben sich symbolisch das "Ja-Wort" gegeben und wollen den Rest ihres Lebens miteinander verbringen. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn die Band hat so langsam den Durchbruch erreicht und geht auf Tour quer durch das ganze Land. 

Kiera fackelt nicht lange, ihr Studium hat sie hinter sich gebracht und kurzerhand tourt sie mit den Jungs in einem Bandbus von einem Auftritt zum nächsten. Plötzlich reißt sich die Öffentlichkeit um die Band, die Presse verbreitet Lügen und in all dem Chaos will Kiera den Jungs nicht im Weg stehen und begeht einen folgenschweren Fehler: 

Sie schweigt. Was das alles mit sich zieht und ob die Liebe der beiden diesen schweren Weg überwinden kann, das müsst ihr selbst lesen.

Hach ja, wie jedes Mal fällt es mir schwer meine eigene Meinung zu dieser Reihe in Worte zu fassen. Denn das Buch hatte schließlich 736 Seiten und viele viele dramatische und spannende Momente ... und doch kann ich mich kaum an sie erinnern. Doch für euch kratze ich das wenige in meinem Kopf zusammen und versuche, das Beste daraus zu machen.

Kellan und Kiera sitzen gemeinsam im Tourbus. Kellan und Kiera haben Sex im Tourbus. Kellan und Kiera sitzen gemeinsam im Loft der Band. Kellan und Kiera haben Sex im Bett. Griffin kommt in den Raum, verkündet dass sich ein Star für die Band interessiert und alles geht den Bach runter. Kellan und Kiera streiten sich. Die Öffentlichkeit bejubelt Kellan. Kiera beschimpft Kellan. Kellan macht nie etwas schlimmes und bekommt trotzdem den ganzen Ärger ab. Kellan und Kiera haben wieder Sex.

Tja, so richtig aufschlussreich ist es nicht, ich weiß. Der Schreisbstil der Autorin war wie immer locker leicht und doch war die Geschichte gespickt von Wiederholungen, Ausschmückungen und Szenen, auf die ich auch hätte verzichten können. So hätte man auch 350 Seiten beschreiben können und ein weniger rosa-rotes Ende zaubern, doch so war es nun mal nicht.

Ein Lichtblick waren die Kabbeleien zwischen Anna und Griffin, die in meinen Augen zwar genauso wenig wie Kellan und Kiera zusammenpassten ( zumindest auf den ersten Blick ), und dennoch so herrlich erfrischend waren, dass ich oftmals laut auflachen musste. 

Warum ich trotzdem die Reihe beendet habe? 

Auch wenn ich viel auszusetzen habe und mich die beiden regelmäßig auf die Palme brachten, aus irgendeinem Grund habe ich meine Lesezeit doch genossen ( mal mehr, mal weniger ), auch wenn sie oft langatmig und langweilig erschien. Doch so richtig glücklich machen konnte mich S. C. Stephens dann doch nicht.

Mein Fazit:

- Abschließender Teil der Reihe und dennoch mit seinen 736 Seiten fast zu langatmig, um wirklich fesselnd zu sein

- Kellan und Kiera habe ihre alltäglichen Probleme und den alltäglichen Sex - egal wo und wann

- Viele Wiederholungen und Szenen, die man gerne hätte weglassen können

- Anna und Griffin waren DER Lichtblick durch den ganzen Roman hinweg

- Richtig glücklich gemacht hat mich S. C. Stephens dann doch nicht

Eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen, guten und schlechten Momenten und Protagonisten, die ich manchmal einfach gerne erwürgt hätte. 

Keine Empfehlung von mir und dennoch werde ich in den 4. Band, der sich mit der ganzen Geschichte aus Kellans Sicht beschäftigt, hineinlesen - weil ich einfach unverbesserlich bin und die Hoffnung nie aufgebe. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Mittwoch, 29. Juli 2015

[Rezension] Effortless / Einfach verliebt - S.C.Stephens

Effortless - Einfach verliebt

S. C. Stephens 

672 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Kieras und Kellans Beziehung begann mit Schmerz und Verrat. Doch nun steht eines fest: Kellan ist Kieras große Liebe. Um nicht wieder die gleichen Fehler zu begehen, konzentriert sie sich nun lieber auf die Uni und auf sich selbst. 

Sie lebt mit ihrer Schwester in einem winzigen, aber gemütlichen Apartment. Mit Kellan versucht sie diesmal, alles richtig zu machen – in ganz kleinen Schritten. Das geht so lange gut, bis Kellan Seattle für eine Tournee verlässt, und die Vergangenheit Kiera wieder einholt ...

Meine Meinung:

ACHTUNG: Dies ist ein zweiter Teil einer Trilogie - wer den ersten Teil Thoughtless noch nicht kennt, sollte diese Besprechung nicht lesen!

Irgendwie hat es mir diese New-Adult-Reihe ja angetan, doch gleichzeitig hege ich wüste Gefühle gegen sie - denn während diesem zweiten Teil der Trilogie ist so einiges passiert, was mir nicht immer ganz so gut gefallen hat. 

Die Charaktere hatten so ihre Eigenheiten, die Handlung hätte auch ein wenig schneller in Fahrt kommen können; und doch habe ich mitgefiebert mit Kellan und Keira. 
Eine kleine Hass-Liebe entwickelte sich während dem Lesen ... wie es dazu kam, könnt ihr gleich in der folgenden Rezension nachlesen.

Um was geht es? Kiera und Kellan sind nun seit fast einem Jahr zusammen und könnten nicht glücklicher sein. Ihre Beziehung meistert die kleinen und großen Hürden des Alltags, Keira ist bei ihrer Schwester im kleinen, aber feinen Apartment zufrieden und ihr Uni-Abschluss nähert sich mit großen Schritten.

Doch dann bietet sich für Kellans Band, die D-Bags, eine unfassbare Möglichkeit: Sie können als Vorband auf einer Tournee quer durch die USA mittouren und somit das erste Mal ernsthaft im Musik-Business Fuß fassen. Keira fällt dieser Abschied nicht leicht und als dann auch noch Denny unangemeldet wieder bei ihr auftaucht ist das Liebeschaos perfekt ...

Wo soll ich anfangen?! In diesem Band stehen natürlich Kellan und Keira mit ihrer Beziehung im Mittelpunkt des ganzen Geschehens, anfangs erlebt der Leser ganz alltägliche Situationen mit den beiden zusammen. 
Und gleich da spürt man, dass Keira sich so kein bisschen charakterlich weiterentwickelt hat - denn ihre Eifersucht sprüht geradezu aus ihren Augen und vergiftet jeden in ihrer näheren Umgebung.

Kellan dagegen ist der Fels in der Brandung, auch wenn er ab und zu seine Ausraster hat; welche in meinen Augen jedoch meist gerechtfertigt sind! Als sich dann für die Jungs DIE Möglichkeit bietet, ihre Band zu promoten und weitläufig bekannt zu werden, überlegt Kellan erstmal ob er diese lange Trennung Keira überhaupt zumuten kann .... ähm ja. 

Keira leidet während der gesamten Tour unter extremen Angstzuständen, Kellan könnte sie betrügen ( so wie jeder anständige Rockstar das anscheinend tut ) und beteuert aber gleichzeitig, dass ihr das alles gar nichts ausmacht und sie Kellan von ganzem Herzen ( NICHT ) vertraut. Dieses ganze Hin und Her hat es für mich zwar unterhaltsam gemacht, gleichzeitig aber auch wahnsinnig genervt.

Spätestens da war die Hass-Liebe geboren. Während Kellan also unterwegs ist, dürfen wir als Leser Keira bei ihrem Uni-Alltag begleiten, erfahren viel über Telefonsex und lernen ihre Schwester und ihre Eltern näher kennen. Alles in allem hat Effortless weniger Drama, weniger Biss als Thoughtless und das hat mir doch ein wenig gefehlt; aber ich hoffe einfach, dass der dritte Band dies nochmal toppen wird.

Als dann auch noch Denny wieder in der Stadt auftaucht, erzählt Keira natürlich NICHTS ihrem Freund, trifft sich vor aller Augen mit ihrem Ex und trichtert allen ein, Kellan ja nix zu erzählen - dass da ihr die meisten mit Unverständnis entgegenkommen hat mich nicht gewundert. 

Dass diese Situation dann natürlich auch noch in einem dramatischen Glitzer-Finale geendet hat, in dem mal wieder so ziemlich alles passiert war klar und für meinen Geschmack ein wenig ZU übertrieben. Und trotzdem freue ich mich auf den letzten Teil der Reihe, werde ihn lesen und mich wieder köstlich darüber aufregen - warum? 

Naja, so ein bisschen gefällt mir das ganze ja auch und man kann während dem Lesen wunderbar den Kopf abschalten. Leichte Kost für zwischendurch und Lacher bzw. Aufreger sind ebenfalls garantiert - eine herrliche Erfrischung zwischen den ganzen anderen Geschichten.

Mein Fazit:

Lest diesen Band wirklich nur dann, wenn ihr unbedingt wissen wollt, wie es mit Keira und Kellan weitergeht - denn sonst könnte es passieren, dass ihr das Buch vor lauter Verzweiflung aus dem Fenster schmeißt. 

Kurzweilige Unterhaltung für den heißen Sommer mit prickelnden Szenen; mehr gib es über diesen Roman dann auch nicht mehr zu sagen. Ich vergebe 

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Mittwoch, 20. Mai 2015

[Rezension] Wolf - Mo Hayder

Wolf

Mo Hayder

448 Seiten

Goldmann Verlag

14,99 €

Ein einsames Haus am Waldrand. Es war ihr
Zufluchtsort. Jetzt ist es die Hölle.

„Es hört sich an, als würden sie gerade meine Tochter oder meine Frau bedrohen. Ich weiß nicht, was passiert. Jetzt ist es still.“ Vor vierzehn Jahren wurde ein junges Liebespaar brutal ermordet. Der Hauptverdächtige gestand das Verbrechen und wurde verurteilt. Aber die Erinnerung an die Morde ist noch nicht verblasst. 

Als Oliver Anchor-Ferrers mit seiner Familie in das einsam gelegene Ferienhaus in der Nähe des damaligen Tatorts zurückkehrt, macht er eine schockierende Entdeckung: Ist der Täter von einst etwa wieder auf freiem Fuß? Noch kann er nicht ahnen, dass das schon bald nicht mehr seine größte Sorge sein wird. Der Albtraum kehrt mit voller Macht zurück, nur diesmal ist er die Hauptfigur ...

Meine Meinung:

Wow ein Psychothriller der Extraklasse - als Leser meint man die ganze Zeit die Fäden in der Hand zu halten, genau zu wissen wer welche Rolle innehat und wie sich die Geschichte wohl entwickeln wird ... und dann kommt ganz leise, unbemerkt Mo Hayder um die Ecke geschlichen und entreißt einem die Kontrolle. Der Leser trudelt, der Leser hudelt und findet sich ziemlich schnell in seinen eigenen Vermutungen verstrickt auf dem Boden liegen und muss mit Schrecken ansehen wie alles in Wirklichkeit aussieht. Spannung pur!

Um was geht es? Jack Caffery nimmt sich eines entlaufenen Hundes an der mit einer mysteriösen Botschaft mitten im Wald gefunden wurde. Eigentlich will er den Hund nur seinen rechtmäßigen Besitzern zurückbringen, doch dann wird er in einen längst aufgeklärten Mord hineingezogen und kann sich seiner eigenen Neugier nicht entziehen. 

Auf der anderen Seite steht Oliver Anchor-Ferres, der mit seiner Familie nach einer Herz-OP in ein einsam gelegtes Ferienhaus sich zurückziehen will. Doch dann machen sie eine erschreckende Entdeckung und müssen bald feststellen das die Vergangenheit sie schneller und brutaler eingeholt hat als ihnen lieb ist.

Das war mein erster Mo Hayder und die Autorin hat es mir sowas von angetan! Wir erleben zwei Erzählstränge, die anfangs scheinbar so gar nicht zusammen passen. 

Einmal begleiten wir Jack Caffery bei dem verzweifelten Versuch, das Verschwinden seines Bruders vor etlichen Jahren zu erklären. Dabei trifft er auf einen ebenso verzweifelten Mann, der seit Jahren umherwandert und ein ähnliches Schicksal teilt. 

Von ihm bekommt er den Beagle Bear in die Arme gedrückt und mit einem Ultimatum versehen: Wenn er die Familie findet zu der dieser Hund gehört, wird er ihm das Verschwinden seines Bruders begreiflicher machen.

Und dann ist da noch der pensionierte Oliver, der mit seiner Familie zusammen vor 15 Jahren einen grausamen Mord verdauen musste .... doch das Grauen ist noch nicht vorbei und so holt die Vergangenheit sie sehr schnell ein. Wie dann die beiden Stränge zusammen führen und sich auf spektakuläre Art und Weise treffen war für mich ein Highlight und bis zum Schluss hatte ich feuchte Hände, denn erst auf den letzten 5 Seiten wird einem klar wie das Ganze ausgehen wird.

Ich muss gestehen, dass ich von Anfang an auf dem Holzweg war, was meine ganzen Verdächtigungen anging, doch da ging es mir genauso wie dem Ermittler Jack - wir beide haben gewisse Dinge nicht in Zusammenhang gebracht, haben uns auf falsche Fährten gestürzt und schlussendlich die Quittung davon getragen. Zuviel will ich auch gar nicht verraten, denn das würde die ganze Spannung des Thrillers nehmen, nur soviel sei gesagt: 

Nichts ist wie es zu sein scheint und auch ihr werdet bei dieser Lektüre nie zu dem Schluss kommen, der es dann wird.

Ein atemberaubendes Setting, hinterhältige Charaktere und eine Story die ihresgleichen sucht. Mo Hayder spielt verstecken mit dem Leser und schafft es, einem die Gänsehaut über den Rücken zu jagen. Psychothriller auf höchstem Niveau, ein Ermittler der vom Leben gezeichnet ist und aus diesem Grund so ziemlich alle Regeln über Bord schmeißt und ein grausamer Mörder, der mehr in der Hinterhand hat als man meinen würde.

Mein Fazit:

Allein das erste Kapitel wird euch einen Schauer über den Rücken jagen, euch tief in die Geschichte hineinsaugen und ihr werdet in diesen Irrgängen hilflos umherirren - ganz nach meinem Geschmack! Wer einen schnellen, harten und gnadenlosen Thriller sucht der einem den Atem nimmt; hier ist er, also schnappt ihn euch und seid begeistert. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Sonntag, 10. Mai 2015

[Rezension] Thoughtless - Erstmals verführt

Thoughtless - Erstmals verführt

S. C. Stephens

640 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Seit zwei Jahren ist die schüchterne Kiera in einer glücklichen Beziehung mit Denny. So überlegt sie nicht lange, als er ein Jobangebot in Seattle bekommt, und zieht mit ihm in die neue Stadt, um ihr Studium dort zu beenden. Bei Dennys Freund aus Kindertagen, Kellan Kyle, mieten sie ein Zimmer. Er ist der lokale Rockstar, Herzensbrecher und sieht verboten gut aus. 

Als Dennys Job ihn länger aus Seattle wegführt, kommt die einsame Kiera, die sich inzwischen in der Stammkneipe von Kellans Band etwas dazuverdient, ihrem neuen Mitbewohner näher. Was freundschaftlich beginnt, entwickelt sich bald zu etwas Intensiverem, Verbotenem – zu einem Spiel mit dem Feuer ...

Meine Meinung:

Nach dem ganzen After Passion Hype wollte auch ich mal wieder ein Buch in die Richtung gehend lesen und habe mir klammheimlich Thoughtless geschnappt und innerhalb von 3 Tagen inhaliert. Gleich vorab: Natürlich kommen auch in diesem New Adult Roman explizite erotische Szenen vor, aber wie die meisten wissen dreht sich nicht die ganze Geschichte um diese Szenen, sondern um die wunderbar erzählte Liebesgeschichte bzw. das Liebesdreieck - nur so am Rande ;-)

Um was geht es? Kiera und Denny sind seit 2 Jahren in einer glücklichen Beziehung. Nun muss Denny aufgrund eines Jobangebotes nach Seattle ziehen und Kiera fackelt nicht lange, bemüht sich um ein Stipendium an der hiesigen Uni und die beiden starten in ein neues Leben für sie. 

Sie mieten bei einem alten Freund von Denny ein Zimmer und schon bei der ersten Begegnung springt der Funke zwischen Kiera und Kellan über. Und nachdem Denny´s Job ihn für länger aus Seattle wegführt muss Kiera sich eingestehen dass sie nicht nur freundschaftliche Gefühle für den leicht geheimnisvollen Sänger Kellan entwickelt hat und nach und nach kommen sich die beiden gefährlich näher ...

Die ersten 50-60 Seiten haben sich ein wenig gezogen, ich hatte Schwierigkeiten in den etwas holprigen Schreibstil hineinzukommen, doch mit der Zeit scheint die Autorin aufgetaut zu sein und spätestens ab Seite 100 hatte die Geschichte mich fest in ihren Fängen. S.C. Stephens schafft eine prickelnde und emotionale Stimmung, verschafft jedem Charakter das gewisse Etwas und bringt den Leser so dazu durch den Roman zu schweben. 

Prinzipiell war ich skeptisch was die ganze Thematik anging: Ein Rockstar verliebt sich in die Freundin seines besten Freundes, die beiden fangen eine leidenschaftliche Affäre an ... und das ganze auch noch über 600 Seiten?! Ich weiß nicht wie, aber es hat geklappt und mich in seinen Bann gezogen. Es war eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle Kiera dabei zu beobachten, wie sie und Kellan sich langsam aber unaufhörlich aufeinander zu bewegen, wie sie sich näher kommen und anfangs selbst nicht wissen worauf sie zusteuern. 

Und damit kommen wir schon zu meinem einzigen Kritikpunkt: Kellan und Denny konnte ich jederzeit nachvollziehen ( zumindest die meiste Zeit ), habe sie und ihre Entscheidungen verstanden und mich ihnen damit nah gefühlt. Ganz anders war Kiera; sie war diejenige die mich oft zur Weißglut gebracht hat, die nicht wusste was sie will und damit alles nur noch schlimmer machte. 

ABER gleichzeitig ist sie eben noch ein wenig naiv, weiß nicht so richtig was sie mit ihrem Leben anfangen soll und wie sie ihre Gefühle deuten soll ... und genau nach diesem Gedankengang hat sich bei mir eine innere Ruhe eingefunden, ich habe sie mit anderen Augen betrachtet und Kiera so genommen wie sie eben war mit ihren Fehlern und ihren etwas verwirrten Handlungen - niemand ist perfekt und vorallem nicht wenn es um die Liebe geht oder?

Ich meine auch irgendwo im Vorfeld gelesen zu haben das die Geschichte sich nicht von einem düsteren Geheimnis überschatten lässt wie es in den meisten New Adult Liebesromanen der Fall ist. Doch im Laufe des Buches wurde ich eines besseren belehrt und genau das hat der Geschichte auch nochmal das gewisse Etwas verliehen, denn Kellan der einsame Rockstar, der den Frauen reihenweise das Herz bricht, hat ein dunkles Geheimnis was ihn zu dem gemacht hat der er jetzt ist. 

Und auch Denny habe ich fest in mein Herz geschlossen, er ist ein herzensguter Mensch und merkt erst ziemlich spät was zwischen seinem besten Freund und seiner Freundin, seinem Herz, läuft. Alles in allem habe ich die Dreiecksgeschichte fingernägelknappernd durchlebt, ein wenig zum Schluss mir gedacht "Nun macht doch endlich, langsam zieht es sich ein wenig" und die ein oder andere Träne verdrückt. 

Mein Fazit:

Eine Geschichte die es in der Form im Moment überall gibt und in ihrer Art und Weise doch so völlig anders ist. Lasst euch einfach darauf ein, schaut ob ihr damit klar kommt und es euren Geschmack trifft. 

Ein Buch was viel Material zum Diskutieren mit sich bringt, mit Charakteren die einem gefallen oder eben nicht und die eine Geschichte ins Rollen bringen die nicht jedem gefallen wird. Mich konnte sie überzeugen, mitreißen und emotional erreichen - ich vergebe

4 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Das Rosenholzzimmer

Das Rosenholzzimmer

Anna Romer

576 Seiten

Goldmann Verlag

19,99 €

Als die Fotografin Audrey Kepler das verlassene Thornwood House im ländlichen Queensland erbt, ergreift sie sofort die Chance, ihrem hektischen Leben in Melbourne zu entkommen und einen Neustart zu wagen. In einem entlegenen Zimmer des alten, aber noch immer prächtigen Hauses entdeckt sie die verblasste Fotografie eines gutaussehenden Mannes. 

Wie sie bald herausfindet, handelt es sich um Samuel Riordan, den vormaligen Besitzer von Thornwood House, und Audreys Interesse ist geweckt. Schließlich erfährt sie, dass Samuel beschuldigt wurde, kurz nach dem Krieg eine junge Frau ermordet zu haben, was Audrey nicht glauben will. Doch als sie immer tiefer in Samuels Geschichte eintaucht, hat Audrey die böse Ahnung, dass der Mörder von damals noch lebt. Und dann droht sich ihr Verdacht auf gefährliche Weise zu bestätigen ...

Meine Meinung:

Endlich mal ein Cover das perfekt ( und zwar sowas von! ) auf die Geschichte abgestimmt ist; welches genau den Inhalt wiedergibt und gleichzeitig mit seinen düsteren Farben die Atmosphäre des Buches einfängt. Anna Romer erschafft eine komplexe und bewegende Familien- / Kriminalgeschichte im australischen Nirgendwo, wo jeder jeden kennt. 

Neben der ganzen wunderschönen Aufmachung gibt es auch mehrere Zeichnungen im Innenteil des Buches von der Autorin persönlich, welche Thornwood House und seine Umgebung darstellt - für Leser, die Kartensüchtig sind und sich gerne ansehen wo die Handlung denn gerade genau spielt ein absolutes Highlight!

Um was geht es? Audrey Kepler erbt ein altes, verlassenes und ziemlich heruntergekommenes Farmhause von ihrem verstorbenen Ex-Freund Tony, welcher sich das Leben unerwartet genommen hat. Zusammen mit ihrer Tochter Bronwyn entflieht sie ihrem hektischen und ungeordneten Leben in Melbourne und zieht in Thornwood House ein. 

Ziemlich schnell stößt Audrey auf ein altes Familiengeheimnis, auf alte Feindschaften und Intrigen. Je tiefer sie gräbt und je mehr sie erfährt, desto seltsamer verhalten sich alle neu gewonnenen Freunde in ihrer Umgebung ... was ist damals passiert, war Samuel wirklich ein Mörder und wer versucht ihr zu schaden?

Als Leser nimmt Anna Romer uns mit auf die Spurensuche eines nie ganz geklärten Mordes durch mehrere Generationen hindurch. Auch ihre starkte Naturverbundenheit hat man im ganzen Buch gespürt, die ganzen Beschreibungen waren einfach so bildhaft und eindringlich, dass ich geglaubt habe wirklich im australischen Busch zu sein und neben Audrey die alten Pfade erkunde. 

Mich konnte diese alte Familiengeschichte sehr schnell in seinen Bann ziehen, ich habe mitgerätselt wie es wohl damals gewesen sein könnte und was wohl wirklich hinter den ganzen Anschuldigungen stecken mag. 

Zuviel von der Geschichte an sich will ich gar nicht erzählen, da ich sonst 1.) mich tot schreiben könnte, denn der ganze Roman ist unglaublich komplex und 2.) ich euch nicht so viel verraten möchte, euch nicht unbewusst einen Spoiler reinhauen möchte, denn ihr sollt ja noch was vom Buch und seinen ganzen Geheimnissen haben. 

Kleiner Kritikpunkt: So auf den letzten 200 Seiten gab es auch ab und zu Szenen, die entweder für meinen Geschmack komplett überflüssig waren und dadurch den ganzen Roman ein wenig wie einen Kaugummi erscheinen ließen oder die Vergangenheit so durchstrukturiert und vielschichtig war, dass ich teilweise nicht mehr wusste wer wie jetzt mit wem und warum überhaupt. 

Doch trotzdem konnten mich die Charaktere überzeugen, ich habe Bronwyn so fest in mein Herz verschlossen, dass sie für mich so echt wirkte wie meine eigene kleine Schwester. Gekonnt wurden andere Personen anfangs so strukturiert, dass sie einen den letzten Nerv geraubt haben oder man sie gleich verdächtigt hat. Und sowas liebe ich ja! 

Wenn nicht nur die Hauptcharaktere mich catchen und nachhallen, sondern auch die Nebencharaktere ihre Aufmerksamkeit fordern und das dann auch noch zurecht.

Mein Fazit:

Wenn ich euch jetzt neugierig gemacht haben sollte ... dann ist meine Mission erledigt! Wenn möglich wartet mit dem Lesen bis Herbst oder lest es an einem lauen Sommerabend - beide Stimmungen passen perfekt zum Buch. Schnappt euch die Leseprobe, schmöckert hinein und lasst euch auf diese Reise ein. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte