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Montag, 21. September 2015

[Rezension] Stigmata / Nichts bleibt verborgen - Beatrix Gurian

Stigmata - Nichts bleibt verborgen

Beatrix Gurian

384 Seiten

Arena Verlag

16,99 €

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter zu suchen. 

Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet. Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle …

Meine Meinung:

Dieser Thriller lag jetzt knapp ein Jahr auf meinem Stapel ungelesener Bücher und geriet durch die Flut an monatlichen Neuerscheinungen immer weiter in Vergessenheit ... bis zu diesem Samstag. Warum? Ich durfte am 19.09 dem Blogger-Workshop von Arena besuchen und habe dort die sympatische Beatrix Gurian kennen lernen dürfen. 

Sie hat uns einiges über die Entstehung ihrer Bücher berichtet ( Beitrag zum gesamten Tag folgt noch ) und eben auch die Hintergrundgeschichte von Stigmata verraten. UND so kam es, dass ich mir ihr Buch sofort krallte als ich nach Hause kam und an einem Abend durchgelesen habe - ich konnte nicht anders! 

Um was geht es? Emma hat ihre Mutter bei einem mysteriösen Autounfall verloren, ihre Leiche wurde allerdings noch nicht gefunden. Kurz darauf erhält sie ein Paket, in dem ein altes Fotoalbum mit einem einzigen Bild steckt und einer Aufforderung eines Unbekannten, die Mörder ihrer Mutter zu suchen.

Dazu muss sich Emma bei einem Jugendcamp anmelden, dass in einem alten Schloss in den Bergen stattfindet. Dort angekommen muss Emma allerdings feststellen, dass ihr jemand Steine in den Weg legt und sie von der Aufklärung des Mordes abhalten will - bis sich die mysteriösen Zwischenfälle häufen und es plötzlich um Leben und Tod geht.

Der Leser erlebt die Geschichte aus zwei verschiedenen Sichtweisen: 

- Einmal; und das auch den Großteil des Buches hindurch; begleiten wir Emma auf der Suche nach der Wahrheit rund um ihre verschwundene ( oder doch gestorbene? ) Mutter. 

- Auf der anderen Seite reisen wir zurück in die Vergangenheit und schauen Agnes, Emmas Mutter, über die Schulter in jungen Jahren und bekommen so nach und nach mit, wie sie aufwachsen und was sie erleiden musste.

Beatrix Gurians Schreibstil hat mir am Anfang ein wenig den Einstieg erschwert. Nicht weil er mir nicht gefallen hätte, sondern weil er so anders war, als ich es von einem Jugendbuch erwartet hätte. Sie hat die Trauer von Emma so dicht in die Geschichte eingewebt, dass es mir selbst so vorkam, als wäre meine Mutter gestorben. 

Es sind die kleinen Dinge, die Beatrix ausschmückt und die die Atmosphäre im Buch aufrecht erhalten. Auch später im Buch, wenn Emma im Schloss herumirrt, hatte ich eine stetige Gänsehaut auf meinen Armen, so sehr war ich in der Geschichte gefangen und konnte den Roman kaum aus der Hand legen.

Die Bilder, welche Beatrixs Mann selbst geschossen hat, haben ihr übriges dazugetan. Mal sieht man eine kaputte Puppe auf dem Rand eines Brunnen liegen, mal ein Kruzifix, welches von einem alten Bettgestell baumelt. Alle Bilder kommen auch selbst im Buch vor, was mir sehr gut gefallen hat, denn so haben sie auch einen "Sinn" gehabt und waren nicht nur für den Gruselfaktor eingefügt.

Die Tagebucheinträge von Agnes waren dann die krönende Ergänzung des Ganzen, denn dort erfahren wir als Leser nicht nur mehr von ihrer Kindheit, sondern auch viel davon, was religiöser Fanatismus alles anrichten kann bzw. konnte. So viel sei verraten: Das Jagdschloss hat eine viel düstere Vergangenheit, als man es sich jemals vorgestellt hätte!

Und auch Emma war ein Charakter, den ich so schnell nicht vergessen werde. Ist sie anfangs noch von ihrer Trauer und gleichzeitig auch Wut auf die Welt bestimmt, so taut sie immer mehr auf und kämpft schlussendlich, um die Wahrheit zu erfahren. Die anderen Teilnehmer des Jugendcamps bleiben dem Leser stets ein wenig im Unklaren, denn man merkt schnell das alle etwas zu verbergen scheinen ... nur was?

So verdächtigt man reihum jeden, etwas mit dem Verschwinden von Emmas Mutter zu tun zu haben und wird am Ende dann doch sehr überrascht, was den Ausgang der Geschichte angeht. Ich für meinen Teil konnte mir zwar einiges zusammenspinnen, war aber dann doch ein wenig überfordert mit der Auflösung. 

SPOILER! Vielleicht lag es am schnellen Durchlesen des Buches oder an meiner Unkonzentriertheit, denn gegen Ende hin habe ich die ganzen Namen aus den Tagebucheinträgen von Anges durcheinander gebracht und musste dann nochmals nachlesen, wer jetzt wie mit den Ereignissen was zu tun hatte - ging es euch auch so? SPOILER!

Mein Fazit:

- Zwei Sichtweisen: Emmas Suche nach der Wahrheit um ihre Mutter und Tagebucheinträge von Agnes, ihrer Mutter, aus ihrer Kindheit

- Wunderbar atmosphärischer Schreibstil - LEST ES!

- Religiöser Fanatismus, ein Jugendcamp und Teilnehmer, die man alle reihum verdächtigt

Ein grandioser Jugendthriller ab 14/15 Jahren, der einem Gänsehaut-Schauer über den Rücken jagen lässt und eine Atmosphäre, die zum Greifen dicht ist. Lest es, liebt es ... was anderes ist hier kaum möglich! Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 7. Juni 2015

[Kurzrezensionen #7] 30 Tage und ein ganzes Leben / Schlusstakt

30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream

Kurzbeschreibung:

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. 

Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater finden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

416 Seiten, 12,99 € aus dem Btb Verlag


Meine Meinung:
Eine komplett andere Thematik, ein interessant klingender Klappentext und eine Protagonistin, die mich zur Weißglut brachte. Clementine hat sich einen Plan zurecht gelegt: Sie will sich nach 30 Tagen umbringen, will ihr Leben mit den Depressionen und den vielen Medikamenten nicht mehr ertragen und plant ihren Tod mit großer Sorgfalt. 

Clementine war mir von Anfang an unsympathisch, ich konnte ihre Handlungen und Verzweiflungstaten einfach nicht verstehen, nicht den Sinn dahinter sehen und es wurde die ganze Geschichte hindurch nicht besser. Der Schreibstil der Autorin hat mich als einzigstes begeistern können, durch den leichten und angenehmen Stil bin ich am Buch geblieben und habe es auch beendet - doch mit einem bitteren Nachgeschmack.

An vielen Stellen dachte ich mir "Häh, da fehlt mir doch ein Stückchen Geschichte!"; das ist mir nicht nur einmal passiert und ich habe mich den ganzen Roman hindurch gewundert, was ich denn da wohl überlesen habe. Doch in Vorbereitung zu dieser Rezension habe ich gelesen dass es nicht nur mir so ging, sondern vielen anderen Lesern ebenso ....

ABER es gab nicht nur negative Seiten an diesem Roman, sondern auch positive: Ich musste bei manchen Szenen schon sehr lachen, musste über gewisse Aktionen lachen und hatte so auf den ersten 100 Seiten meinen Spaß mit Clementine und ihrem Kater Chuckles, doch diese Lachanfälle waren bald vorbei, leider!

Auch richtet die Autorin den Fokus oft auf die kleinen Dinge im Leben, die doch eigentlich so wertvoll sind und das Leben lebenswert macht, wie z.B. einen guten Wein trinken, schlemmen ohne schlechtes Gewissen und alles auf einmal und Gespräche mit guten Freunden ... Das hat mir besonders gut gefallen, denn so hat man selbst ein wenig nachgedacht, wann man denn bewusst zum letzten Mal etwas aus tiefstem Herzen genossen hat.

Und auch der Schluss hat mich ein wenig im Regen stehen lassen, die letzten 50 Seiten bin ich dann doch nochmal durch die Seiten geflogen, habe auf das Ende hingefiebert und dann .... dann war der Roman plötzlich zu Ende. WO war hier der Abschluss?! Den gab es wohl nicht und dass hat mir das Buch schlussendlich komplett zerstört.

Mein Fazit: 

Leider war schon die unsympathische Protagonistin Clementine ein Todesstoß für diese Geschichte. Gepaart mit den teilweise seltsamen Aktionen, ihren Umgang mit ihren Freunden und den fehlenden Informationen innerhalb der Geschichte kann ich diesen Roman leider so gar nicht empfehlen. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Schlusstakt - Arno Strobel


Kurzbeschreibung:

Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein …

Dieser Jugendthriller vereint die Settings von DSDS und Dschungelcamp: Spiegel-Bestsellerautor Arno Strobel bietet eine Mischung aus hintergründigem Nervenkitzel und spannendem Detektivspiel, das die Gegensätze zwischen paradiesischem Schein und der mörderischen Natur des Menschen offenbart.

 224 Seiten, 9,95 € aus dem Loewe Verlag

Meine Meinung:

Arno Strobel ist einer meiner absoluten Lieblings-Thrillerautoren! Sein Schreibstil, seine Settings und Ideen - all das vereint er in jedem Buch zu einer wahren Lese-Explosion und ich kann meist nichts mehr tun bis die letzte Seite umgeblättert ist. Doch bei seinem zweiten Jugendbuch hat es mich eiskalt erwischt, es ist ein Strobel der mir so gar nicht gefallen hat. Warum?

Naja, lahme und unscheinbare Charaktere, Szenen die zwar alles aufzeigt was im Hintergrund einer Castingshow so abläuft, aber auf die Spannung habe ich lange gewartet und sie wurde mir auch nicht aufgezeigt. Man hätte so viel mehr aus dem Roman herausholen können, hätte die Auflösung des Ganzen zum Schluss peppiger und nervenaufreibender gestalten können und was macht man? 

Den Leser ( bzw. mich ) am langen Arm verhungern lassen! Mal ganz abgesehen davon, dass eine wichtige Wendung schon auf dem Klappentext verraten und somit etwas Entscheidendes bereits vorweggenommen wird, fehlte mir in der Geschichte einfach die Spannung. Das Ende mutet eher schnell hingeschrieben an, Motiv und Täter werden in einem Atemzug genannt und wirklich interessieren tut es auch niemanden. 

Mein Fazit:

Schade schade schade, aber ich vergesse diesen Fauxpas ganz schnell und widme mich lieber wieder seinen Erwachsenenthriller. Als Fearstreet-Ersatz für die Altersgruppe 11-13 Jahren kann ich dieses Buch von Arno Strobel schon empfehlen, für passionierte Thriller-Leser leider gar nicht. Ich vergebe

1 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Mittwoch, 27. August 2014

[Kritrezension] Die Unbarmherzigen

Die Unbarmherzigen

Danielle Vega

272 Seiten

Bloomoon Verlag

12,99€

Sofia ist neu in der Schule und dankbar, dass sich die nette Riley ihrer annimmt. Riley und ihre Freundinnen Grace und Alexis haben alles, was man sich wünscht. Sie sind beliebt, gut aussehend und kommen aus den besten Familien der Stadt. Und sie fühlen sich berufen – berufen dazu, ihre rebellische Mitschülerin Brooklyn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Denn hinter der herablassenden Art des unangepassten Mädchens verbirgt sich etwas abgrundtief Böses, davon sind Riley und ihre Clique überzeugt. Riley will Brooklyns Seele retten und Sofia soll ihr dabei helfen. Was wie ein harmloser Streich beginnt, entwickelt sich zu einem Albtraum, aus dem es für Sofia schon bald kein Entrinnen mehr gibt …

Meine Meinung:

"Mal ein etwas anderes Cover ... hm und dieser komische Stern erinnert mich an etwas ... egal ich lese es einfach mal!" Tjaja, da sollte man wohl genauer in seinen Gehirnwindungen kramen, bevor man das Buch sich schnappt und mitnimmt! Naja das Wissen um was es sich bei dem "Stern" ( Pentagramm ) handelt, kam schneller als mir lieb war und ich lesen konnte; doch alles der Reihe nach.

Um was geht es? Es geht um Sofia. Sie kommt neu an eine Schule und freundet sich sehr schnell mit der gutaussehenden und beliebten Riley an; gleichzeitig lernt sie Brooklyn kennen, die etwas schräge Außenseiterin, welche angeblich Katzen das Fell abzieht und überhaupt auch vom Teufel besessen ist; meint zumindest Riley. 

Nach einer Party beichtet Sofia ihr, dass sie Brooklyn beobachtet hat, wie diese mit Rileys Freund knutschte - doch was dann geschieht und was Sofia alles tun muss; das hätte sie sich wohl nicht in ihren kühnsten Träumen ausmalen können. Denn Riley und ihre Freundinnen wollen Brooklyn den Teufel austreiben; wollen sie exorzieren ...

Die große Schrift und der recht angenehme Schreibstil der Autorin konnten mich anfänglich ziemlich begeistern und mich im Buch versinken lassen. Auch das Setting der Geschichte und die Grundidee waren doch irgendwie interessant; aber je mehr Seiten verflogen und je mehr sich die Stimmung sich verdüsterte, desto öfter kroch mir doch ein Schauer des Entsetzens über den Rücken.

Denn was dort alles beschrieben wurde ist garantiert nichts für schwache Nerven. Fingernägel werden entfernt, Salz in offene Wunden gestreut und überhaupt wird da eine Jugendliche nach Strich und Faden gequält und gefoltert. Und das alles um ihr das Böse zu entfernen, den Teufel aus ihr zu treiben und sie für das kleine Techtelmechtel zu bestrafen.

Meine Kritik:

Der Verlag hat für "Die Unbarmherzigen" eine Altersempfehlung von 14 Jahren festgesetzt. Ich würde von mir aus keinem Jugendlichen unter 16 Jahren dieses Buch in die Hand drücken, denn selbst mich gruselte und ekelte es gewaltig dabei - aber warum?! Für mich war es der feine, aber kleine Unterschied, dass ich mir sehr gut vorstellen konnte dass solche Riten wirklich irgendwo praktiziert werden; dass Leute dort draußen wirklich an Teufelsaustreibungen sich beteiligen und daran glauben und mir diese Geschichte deshalb so real, so makaber vorkam.

Andererseits muss ich sagen dass der Schluss mich dann wieder rum etwas sprachlos zurückließ; so nach dem Motto "Da haben wir dich aber ganz schön ins Bockshorn gejagt!". Ja, das hat die Autorin, aber solch ein Ende ... also nein, damit konnte ich gar nichts anfangen und war eher verärgert darüber. 

Und da waren noch die Charaktere, die mich maßlos enttäuschten. Die ganze Zeit über konnte ich keinen der Personen wirklich greifen - sie mir einfach nicht vorstellen. Sie waren für mich zu undurchsichtig, zu grau und unfassbar. Riley blieb bei den vier Mädels doch am meisten in meinem Gedächtnis hängen; und das auch nur, weil sie besonders perfide vorgegangen ist und richtig Spaß am Quälen von Brooklyn an den Tag legte.

Mein Fazit:

Blutig, grausam und ein Ende was mich rein gar nicht überzeugen konnte; entweder der falsche Zeitpunkt für das Buch oder die falsche Thematik - letzteres wird es eher sein und wird mich niemals mit sich reißen können. Was soll man dazu noch mehr schreiben? Ich weiß es nicht und lasse es deshalb lieber sein. Ich vergebe

1 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten!