Mittwoch, 23. August 2017

[Rezension] Babydoll - Hollie Overton



*Werbung*

Babydoll von Hollie Overton

Umfang: 352 Seiten | Genre: Spannungsroman

Verlag: Goldmann | Preis: 10,00 € 



Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. 

Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt ...

Meine Meinung:

Als ich "Babydoll" in die Hand genommen habe wollte ich damit eigentlich nur meine Thriller-Laune befriedigen -große Erwartungen hatte ich an die Geschichte kaum. Doch dann die Überraschung:

Die Handlung hatte mich von den ersten Seiten komplett gefesselt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und las, so schnell ich konnte.

Was mir besonders gut gefiel war die Grundidee, denn hier begleiten wir Lily, welche mit ihrer Tochter nach acht langen Jahren vor ihrem Entführer fliehen konnte und nun wieder in ihr altes Leben eintaucht, welches natürlich sehr viel anders ist als vor ihrer Entführung.
Qualvolle Monate vergingen, während die ganze Stadt kollektiv den Atem anhielt und auf einen Schlussstrich wartete, auf Antworten. Doch es gab keine Spuren, keine Anhaltspunkte.  
Egal, wie gern sie Lily hatten, sie mussten weiterleben. Es dauerte nicht lange, bis Lily nur noch eine Erinnerung war, ein auf eine Gedenktafel am Schulbüro geprägtes Gesicht.

Und hier spielt die Autorin eine Trumpfkarte aus, die mich durch die Geschichte gescheucht hat: Als Leser erfahren wir aus mehreren Sichtweisen, wie die unterschiedlichsten Personen mit dieser Situation umgehen und was sie dabei fühlen und denken.

Dienstag, 15. August 2017

[Lese-Einblick #14] Babydoll

Wer kennt sie nicht, die typischen Entführungsthriller? Meist dreht sich die Handlung um das Auffinden der verschwundenen Person oder deren Flucht aus der Gefangenschaft, ein wenig Nachgeplänkel und dann ist die Geschichte oft auch schon zu Ende.

"Babydoll" fängt da an, wo diese Bücher enden. 

Denn hier begleiten wir Lily und ihre Tochter Sky, welchen die Flucht aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit ihres Entführers gelingt. Der Leser verfolgt aus verschiedenen Sichtweisen das ganze "Danach" - wie Lily nach acht Jahren wieder nach Hause kommt, ihre Familie zerrüttet vorfindet und natürlich was sich in den Jahren in Lilys Abwesenheit ereignet hat.

Hollie Overton hat hier eine sehr beklemmende Atmosphäre erschaffen, die mich beim Lesen mehrmals hat schlucken lassen. Gut gefällt mir bisher, dass die Autorin es sich auch erlaubt, unsympathische Charaktere in die Geschichte einfließen zu lassen und nicht nur eine heile Welt präsentiert.

Da gibt es Wunden und Streitthemen, da ist Verunsicherung und Wut vorhanden.

Es herrscht eine gewisse Hilflosigkeit, welche die Autorin sehr feinfühlig und gezielt in die Handlung eingestreut hat. Aber auch die Sichtweise des Entführers, der von Anfang an bekannt ist, und seine Motivation hinter Lilys Entführung und seine Gedankengänge, all dies zu verfolgen und Einsicht zu nehmen ist gewissermaßen wie ein Autounfall: 

Sonntag, 23. Juli 2017

[Rezension] Crossroads - Jürgen Albers




*Werbung*

Crossroads von Jürgen Albers

Umfang: 616 Seiten | Genre: historischer Kriminalroman

Verlag: CreateSpace Independent Publishing | Preis: 15,99 € 




Juni 1940: Der Frühsommer erstrahlt über der britischen Kanalinsel Guernsey. Für den erfahrenen Londoner Inspektor Charles Norcott scheinen die beschaulichen Inseln im Ärmelkanal keine Herausforderung bereit zu halten. Doch das freundliche Sonnenlicht ist trügerisch und beleuchtet die Leiche einer jungen Frau. Kaum haben die Ermittlungen begonnen, als sich bereits neues Unglück zusammenbraut. Die deutsche Wehrmacht hat Frankreich überrannt und besetzt nun auch die britischen Kanalinseln in einem Handstreich. 

Nach einem zweiten Mord überschlagen sich die Ereignisse. Auf einer kleinen Insel, abgeschnitten und besetzt vom Feind, muss Norcott erkennen, dass er es mit mehr als einem Gegner zu tun hat. Grenzen verwischen sich und die Welt scheint voller Masken. Auch im hellen Sonnenschein bleibt die entscheidende Frage: Hinter welcher Maske steckt ein Freund, hinter welcher der Gegner?

Meine Meinung:

Mit seinen 616 Seiten ist "Crossroads" ein Schwergewicht von einem Krimi! Doch die Handlung braucht diese Fülle auch, denn neben den klassischen Ermittlungen rund um den Mörder hat Jürgen Albers ebenfalls viel Kriegsgeschehen in seinem Roman verarbeitet, was für mich a) unglaublich interessant zu lesen war und b) mir einige historische Fakten und Hintergrundinformationen rund um die Besetzung der britischen Kanalinseln lieferte, ohne dabei zu geschichtlich zu werden.

Die deutschen Truppen fallen auf Guernsey ein und bringen das Inselleben gehörig durcheinander. 

Schon zuvor erlebt der Leser schleichend den Beginn des Krieges: Nach und nach wird die Nahrung rationiert, viele Leute fliehen von Guernsey bzw. werden evakuiert, die ersten deutschen Flieger kreisen über der Insel und verbreiten Angst und Schrecken.
Sie hatten sich per Handschlag verabschiedet. Es war Montag, der 27. März 1939 gewesen. Vier Tage später, am 1. April, hatte Charles Norcott seinen neuen Posten auf den britischen Kanalinseln angetreten. Das alles war nun fünfzehn Monate her und über den scheinbar so ruhigen Inseln hatte sich ein Sturm zusammengebraut.
Wie, um ihn aus seinen Gedanken zu wecken, schrammte der Bootsbug an die Kaimauer. Er war auf Guernsey angekommen.
Gerade diese Thematik hat der Geschichte das gewisse Etwas verliehen, aber eben auch seine Länge bestimmt. Natürlich waren mal ein paar längere Passagen dabei, die mich und mein Gedächtnis sehr gefordert haben.

Zu Ende hin wurde die Handlung rasant, viele Handlungsstränge fanden zueinander, es waren sehr viele unterschiedliche Charaktere beteiligt, sodass ich ein wenig den Überblick verlor, aber das war nur ein minimaler Störfaktor und konnte die Spannung keineswegs abfallen lassen.

Sonntag, 16. April 2017

[Rezension] Ellbogen - Fatma Aydemir



*Werbung*

Ellbogen von Fatma Aydemir

Umfang: 272 Seiten | Genre: Roman

Verlag: Hanser | Preis: 20,00 € 



Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. 

Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.

Meine Meinung:

"Ellbogen" hat mich mit einem seltsamen Gefühl der inneren Zerrissenheit zurückgelassen. Wie ein schaler Geschmack klebt mir die Geschichte am Gaumen fest, will mich nicht so recht loslassen und doch will ich ihn am liebsten herunterspülen und vergessen - ein reines Gefühlswirrwarr.

Die Autorin schafft es mit einer recht rotzig-frechen Sprache ihrer Protagonistin Hazal eine Stimme zu geben, welche auch jetzt noch in mir nachhallt. 

Hazal lebt in Berlin mit ihren Eltern, welche damals aus der Türkei einwanderten. Beide Elternteile fühlen sich auch nach etlichen Jahren noch fremd in Deutschland und kompensieren dies auf unterschiedliche Art und Weise.

Sie ist mit ihren 17 Jahren völlig verunsichert, steht zwischen den Stühlen und muss den Spagat zwischen der elterlichen Kultur/Religion schaffen und ihren eigenen Vorstellungen vom Leben an sich. An vielen Stellen hat mich der Mut verlassen an Hazal zu glauben, denn sie trägt eine unglaubliche Wut in sich, welche sich während der Geschichte klar und deutlich zeigt.
[...] ich verstehe, dass die Welt scheißungerecht ist und dass sie anders besser wäre, aber anders wird sie nie werden. Doch das liegt nicht an mir.
Und dass ich das weiß, wird mir vielleicht nicht helfen so im praktischen Leben. Aber es hilft meinem Herz.
Und gerade diese Wut hat mich so traurig gestimmt. Es ist eine hilflose Wut, eine Wut auf die Gesellschaft an sich und wie diese Hazal als Deutsch-Türkin sieht, wahrnimmt und behandelt. Dabei nimmt oft auch ihre eigene Wahrnehmung von gewissen Situationen Höhenflüge an, was sie schlussendlich in ein riesengroßes Dilemma hineinkatapultiert.

Samstag, 25. Februar 2017

[Redestoff #17] BestSeller, Lese"beichte", Neues Jahr, neues Glück?

Ein großes HALLO an euch da draußen, hier bin ich wieder!

Lang lang ist es her, seitdem wir uns das letzte Mal gelesen haben. Meine Motivation zu bloggen war gleich null und zum Schreiben zwingen wollte ich mich erst recht nicht. Dabei kann ja nichts gutes dabei herauskommen.

Aber nicht nur mir ging es in den letzten Monaten gefühlt so, viele meiner Lieblingsblogger hatte/ hat diese Unlust erwischt - und wisst ihr wie ich das finde? Überhaupt nicht schlimm! Wenn ich einen Blog führe, möchte ich dies mit einer gewissen Leidenschaft tun und wenn diese eben nun mal nicht da ist oder sich auf unbekannte Zeit verzogen hat, dann macht doch eine Pause.

Doch genug dazu - in den letzten Monaten habe ich so viele faszinierende Geschichten gelesen, habe wundervolle Lesestunden verbringen können und mich durch Neuerscheinungen gewühlt, aber auch ältere Bücher von meinem SuB befreit und das alles möchte ich wieder mit euch teilen - seid ihr mit dabei?

1.) BestSeller oder auch Mein Lieblings-Frust-Thema!

Als Buchhändlerin erlebe ich so einiges und ein Thema, welches oft in Kundengesprächen mit aufkommt sind die BestSeller. Jedes Mal, wenn mich ein Kunde anspricht und nach einer Empfehlung fragt, hüpft mein Leserherz. Ich empfehle aus vollem Herzen, gehe auf die Wünsche/Lesevorlieben ein und versuche, dem möglichst gerecht zu werden mit den Büchern, die ich auswähle, 

Und nicht selten kommt dann dieser eine Satz, bei dem mein Lächeln regelmäßig kurz einfriert: "Aber da steht ja gar nicht Spiegel-Bestseller drauf?" Dabei schwingt meistens ein "Dann kann das Buch ja nicht SO gut sein wie Sie sagen" mit oder es wird auf die ein oder andere Weise dazu gesagt.

Montag, 12. Dezember 2016

[Buch-News #5] "Paris, Clara und Ich" von Adriana Popescu - Weihnachtskurzgeschichte!


Dieses Jahr war ein besonders gutes Jahr für wundervolle Geschichten - und eine meiner liebsten davon war "Paris, Du und Ich" von Adriana Popescu.

Alle, welche jetzt panisch nach einer verpassten Rezension von mir suchen: Bisher habe ich es ( Schande auf mein Haupt!! ) noch nicht geschafft, eine Besprechung dazu zu schreiben .... das wird sich aber spätestens nach dem nochmaligen Lesen ereignen, denn es sollte jeder von euch wissen wie megamäßig TOLL ich es gefunden habe!!!

Und jetzt erscheint auch noch eine kleine Winter-/Weihnachtskurzgeschichte namens "Paris, Clara & ich" rund um die Hauptprotagonisten Emma, Vincent und Jean-Luce, welcher ein unglaublich sympathischer älterer Herr ist, bei dem Vincent in einer kleinen Wohnung in Paris untergekommen ist und den ich ebenso sehr geliebt habe.

Deswegen freue ich mich umso mehr, ihn und die Liebesgeschichte mit seiner Frau näher kennen zu lernen, aber wehe es werden keine geheimen Doctor Who Sachen mehr vorkommen Frau Popescu, dann gibt es gewaltig Ärger ... oder so! #hmpf

Hach Leute, was soll ich DAZU noch sagen? Ich freue mich sooooo sehr auf ein Wiedersehen mit Vincent und Emma - wie sehr hatte ich die beiden ins Herz geschlossen, wie sehr sind die Tränen auf den letzten Seiten geflossen und wie sehr habe ich ihnen nachgetrauert, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte .... 

Angst ist wichtig. Hab Angst vor dem offenen Meer. Vor dunklen Gassen. Vor großen Hunden. Aber niemals – ich betone – niemals vor der Liebe. Die Liebe mag wehtun, aber sie ist wie eine Rose. Du bekommst sie nicht ohne Dornen.

Und meine Reaktionen zu dieser unfassbaren GEILEN ( huch, da geht es jetzt aber mit mir durch! ) Neuheit waren ungefähr so:


Deshalb meine Empfehlung an euch: Ihr kennt "Paris, Du und Ich" noch nicht? Tja, dass solltet ihr wohl schleunigstens ändern, denn das könntet ihr sonst mehr als nur bereuen ... euch entgeht hier eine so wundervolle Geschichte rund um die erste Liebe, den ersten Liebeskummer, das Wunder einer Freundschaft und kleinen, gut versteckten Doctor Who Insidern.

Und ganz nebenbei werdet ihr durch Paris geführt, verliebt euch in Vincent und werdet bald feststellen wie himmelschreiend gut Adriana Popescu schreiben kann - also, worauf wartet ihr noch? Lest es, liebt es und empfehlt es weiter, denn das hat es mehr als nur verdient!!

Man darf vor vielen Dingen im Leben Angst haben, das habe ich gelernt. Jedoch niemals von der Liebe, sich selbst und den eigenen Träumen. 
Denn es sind eben diese Träume, die uns vorantreiben, wegen denen wir mit einem Lächeln morgens aufwachen und selbst den schlimmsten Tag überstehen. Wenn niemand über deine Träume lacht, dann sind sie wahrscheinlich nicht groß genug.

Samstag, 10. Dezember 2016

[Rezension] Haus der Geister - John Boyne



*Werbung*

Haus der Geister von John Boyne

Umfang: 329 Seiten | Genre: Roman

Verlag: Piper | Preis: 9,99 € 



England 1867 Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. 

Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will.

Meine Meinung:

John Boyne habe ich vor Jahren unglaublich gerne gelesen; die Bücher, welche unsere Bibliothek anbot habe ich mit Begeisterung verschlungen und so ist es nicht verwunderlich, dass mich auf einmal wieder die Leselust packte - kurz in den eigenen Bücherhaufen gewühlt, schon fiel mir "Haus der Geister" in die Hände. 

Eine Gruselgeschichte? Okay, okay, eine Geistergeschichte ... darauf hatte ich eigentlich eher weniger Lust und doch konnte ich dem leisen Flüstern der Seiten nicht widerstehen und habe den Roman innerhalb kürzester Zeit verschlungen.


Boyne schafft es, den Leser sofort in eine düstere Stimmung zu bringen, welche sich während der Geschichte immer mehr verdichtet. 

Die Handlung rund um Eliza Caine, welche nach dem Tod ihres Vaters eine Stelle als Gouvernante in einem alten Herrenhaus annimmt und dort zwei Kinder hüten soll, deren Eltern aus unerklärlichen Gründen verschwunden bleiben, lässt einem mehr als einmal die Haare im Nacken zu Berge stehen.
Mit einem Mal war ich überzeugt, dass ich von den Seelen derjenigen umgeben war, die ihr irdisches Dasein hinter sich gelassen, aber noch keinen Eingang in den Himmel gefunden hatten....
Auch wenn das Grauen nie wirklich hervortritt, so war es stets hinter einem und trieb mich an weiterzulesen, denn natürlich wollte ich erfahren, was hinter dem ganzen Geheimnis rund um das spukende Herrenhaus steckt.

Und doch wird man nie allein gelassen, denn nach und nach wird der Schleier der Unklarheit, was oder wer für den Spuk verantwortlich ist, gelüftet.

Für mich ergab sich dadurch nie das Gefühl einer Frustration, das mich manchmal beschleicht, wenn ein Autor zu lange um den heißen Brei herum schreibt, um doch nie ganz zum Ende zu gelangen.

Mein Fazit:

Ein klassischer Boyne für mich: Eine packende Handlung, fesselnde Atmosphäre, das kleine Quäntchen Grusel und Charaktere, welche über sich hinauswachsen - ein schriftstellerisches Feuerwerk, welchem ich gerade jetzt in der düsteren Jahreszeit viele Leser wünsche!

*~5 von 5 Sterne~*

Mittwoch, 7. Dezember 2016

[Rezension] Reihenvorstellung Maarten S. Sneijder + Sabine Nemez - Andreas Gruber

Todesfrist ( Band 1 ) 

Andreas Gruber

416 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. 

Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen ...


Todesurteil ( Band 2 )

Andreas Gruber

544 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €


In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. 

Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat … 


Todesmärchen ( Band 3 )

Andreas Gruber

544 Seiten

Goldmann Verlag 

9,99 €

In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. 

Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gittern gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel ...

Meine Meinung:

Andreas Gruber war mir schon immer ein Begriff, doch so wie es nun mal als Buchhändlerin ist, kennt man zwar den Namen, hat aber einigen Fällen noch nie zu einem Buch des Autors gegriffen. Warum? 

Die liebe Lesezeit ist daran schuld! Mal ist sie da, mal rinnt sie einem wie Sand durch die Finger - und genau aus diesem Grund schlummerten die ersten beiden Bände gefühlte Jahre bei mir im Bücherregal.

Als nun der dritte Teil "Todesmärchen" in den Laden flatterte, konnte ich meine Neugierde nicht mehr zähmen und griff zum ersten Band rund um den Ermittler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez .... tja, und was soll ich dazu sagen? 


Marteen S. Sneijder ist mit einer der sympathischsten und authentischsten Ermittler, welcher mir jemals in einer Geschichte begegnet ist. Mit seiner schrulligen, skurrilen Art und Weise hat er sich schnell in mein Leserherz geschlichen und mich dennoch oft überrascht - denn Andreas Gruber versteht es wie kein zweiter unerwartete Wendungen in seinen Romanen einzubauen.

Und zusammen mit Sabine Nemez, welche man im ersten Band "Todesfrist" kennen lernt, ergänzen sich die beiden zu einem unglaublich tollen Ermittlerteam, bei dem der Leser sich oft fragt, wer hier eigentlich die Hosen anhat. 

Das war für mich schon die halbe Miete, denn wenn mir die Hauptprotagonisten gefallen und sie gemeinsam harmonieren, ich aber nie genug von ihnen kriegen kann, dann suchte ich eine Reihe gerne im Schnelltempo durch.

Die einzelnen Fälle sind mir direkt unter die Haut gegangen und haben mich in so manchen Träumen noch nachträglich verfolgt. Mehr will ich dazu gar nicht erzählen, das müsst ihr schon selbst lesen #Anfixmodus

Ich würde sagen, Andreas Gruber ist der österreichische Chris Carter unter den Psychothriller-Autoren, zumindest für mich! Gänsehaut pur, auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und wenn man einmal angefangen hat zu lesen, tja - dann versucht mal damit aufzuhören, es wird euch kaum gelingen!

Mein Fazit:

Andreas Gruber hat mit seiner Todes-Reihe mein Thrillerherz im Nu erobert, hat mich mit fiesen, hinterhältigen und verdammt guten falschen Fährten aufs Glatteis geführt und mich dadurch noch mehr begeistert als ohnehin schon. Eine dicke Empfehlung für alle, welche für die kalte Jahreszeit noch Thriller mit Schmökerpotenzial suchen! 

Für durchlesene Nächte übernehme ich keinerlei Haftung. Bitte bitte schaut euch die Reihe auf jeden Fall genauer an, lest in eine Leseprobe hinein und verliebt euch genauso wie ich in den unglaublich sympathischen Maarten Sneijder ... Verzeihung, Maarten S. (!!! ) Sneijder. Ich vergebe für die gesamte Reihe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Und wer meint, schon alle Bücher über Maarten S. Sneijder zu kennen, den muss ich spätestens jetzt enttäuschen ( und anfixen! ) denn nächstes Jahr im Juli erscheint der 4. Teil dieser Reihe. #FangirlmodusAN