Samstag, 10. August 2019

[Blogger empfehlen #1] Gabriela von buchperlenblog.com

Eine weitere Rubrik darf auf meinem Blog einziehen ... ich hoffe, ihr kommt noch hinterher! Die neue Kategorie ( wie ihr im Titel schon erspäht habt ) nennt sich

Blogger empfehlen

und soll wöchentlich jeden Samstag online gehen. Diese Idee entstand ganz nebenbei.

Ich wollte eine  Bloggerin anschreiben und fragen, welche Bücher sie mir denn empfehlen könnte; denn a) bin ich von Natur aus wahnsinnig neugierig und b) stöbere ich unfassbar gerne in Empfehlungen anderer Leseverrückter. Da ich dies aber bei so ziemlich jedem Buchblogger tun könnte und auch nicht ständig auf Twitter nach Empfehlungen fragen wollte, kam mir der Gedanke zu "Blogger empfehlen".

Gedacht, getan und nun darf ich euch als Erstes Gabriela von buchperlenblog.com und ihre Lieblingstitel vorstellen. 

Gabriela lese ich selbst noch gar nicht so lange und bewundere sie für ihre ungebrochene Kreativität und Motivation für die unterschiedlichsten Blogbeiträge. Bei ihr findet ihr zwar auch Rezensionen, aber auch eine bunte Vielfalt an Themen, Beiträgen und vielem mehr.

Auch die Titel, welche sie vorstellt, sind durchmischt und bieten mir immer eine große Bandbreite zum Stöbern. Wer also ihren Buchblog noch nicht kennt, sollte schleunigst mal bei ihr vorbeischauen!

Jetzt aber genug vorab gequatscht, hier kommen ihre Empfehlungstitel, ihr schönstes Buch im Regal, ihre größte Enttäuschung UND ein Wunschlistenkandidat. Augen auf und los!

1.) Hallo Gabriela, schön dass du mit dabei bist, ich freue mich. Nenne uns doch deine Top 3 Buchempfehlungen!

Nur 3? Okay, dann mal los! 1. Waffenschwestern von Mark Lawrence, weil es der Auftakt zu einem unglaublich coolen, neuen, andersartigen Fantasyepos ist, in dem außerdem fast nur Frauen agieren – und es keinerlei vertrackte Liebesgeschichte gibt!

2. Der Kinderdieb von Brom, weil diese Adaption von Peter Pan einfach fantastisch ist, und mit alten und neuen Motiven der Mythologie rund um Nimmerland spielt.

3. Die historische Krimireihe um die Inspektoren Frey und McGray von Oscar de Muriel, ein sehr erfrischendes Team, dass nur so strotzt vor Sarkasmus und übersinnlichen Vorfällen, ohne ins Mystische abzugleiten. Ich liebe diese Reihe und freue mich schon jetzt sehr auf den vierten Band!

2.) Welches Buch in deinem Regal hat die schönste Aufmachung? (Cover, Gestaltung, Innenleben…) 

Ich liebe es ja generell, wenn ein Buch schön gestaltet ist. Egal, ob das nun ein besonderes Cover ist, oder Illustrationen im Inneren hat, oder oder oder. Alles ist mir recht!

Dabei fallen mir immer wieder die Neuauflagen alter Klassiker aus dem Coppenrath Verlag auf. Peter Pan, Die Schöne und das Biest, Die kleine Meerjungfrau usw. gehören definitiv zu den schönsten Büchern in meinem Regal. Denn wenn man sie aufschlägt, gibt es jede Menge Dinge zum Entfalten, Drehen, zum Schieben und Entdecken – Wer wird da denn nicht schwach?

3.) Welche Geschichte war lesetechnisch deine größte Enttäuschung? 

Bei Enttäuschungen muss ich immer recht lang überlegen. Denn die Frage ist ja auch, warum war ich davon enttäuscht? Von der 08/15 Handlung? Oder dem schlampigen Lektorat? Oder weil meine Erwartungen einfach zu hoch waren? Glücklicherweise gibt es bei mir eher selten wirkliche Enttäuschungen, so dass die wenigen auch schnell vergessen werden können.

Eine der letzten größeren Enttäuschungen war jedenfalls das neue Werk von Hannibal-Schöpfer Thomas Harris „Cari Mora“. Ganz ehrlich, das war einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Von allem zu wenig und gleichzeitig zu viel, das muss man erst einmal schaffen.

4.) Und die letzte Frage: Welcher Titel steht ganz oben auf deiner Wunschliste?

Ha, auf meiner Wunschliste stehen mittlerweile so viele Titel, dass ich mich gar nicht so recht entscheiden kann, welcher da wirklich der dringendste Wunsch wäre! Aber gehe ich rein chronologisch vor, dann habe ich zuletzt „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger hinzugefügt. Warum? Weil diese Mischung aus Dystopie und Skurrilität genau das ist, was mich anspricht!

Ein großes Dankeschön an dich Gabriela ( buchperlenblog.com ), dass du mit dabei warst und mir so fix all deine Empfehlungen geschickt hast - es war mir eine Freude! 

Wenn auch DU mit bei meiner Aktion dabei sein möchtest, dann schreib mir doch einfach eine kurze Nachricht unten in die Kommentare. Ich freue mich auf euch, wir lesen uns nächste Woche wieder.

Mittwoch, 7. August 2019

[Buch-News #7] Eine buchige App für Graphic Novels aus dem Splitter Verlag

Seit Ende letzten Jahres bin ich mit dem Virus der Graphic Novels infiziert - nur bin ich etwas eigen, was die Illustrationen und die Schrift angeht. Ich mag es nicht wuselig, habe lieber einen klaren Zeichenstil und nicht zu viele Details .. davon bekomme ich ansonsten Kopfschmerzen oder kann mich nicht auf die Geschichte an sich konzentrieren. Was die Schrift angeht, kann ich nur gewisse Schriftarten und -größen lesen.

Bisher hatte ich mir am PC immer die Leseproben zu den Titeln rausgesucht und angesehen, die mich interessierten. Wegen unserer kleinen Tochter bin ich nun vom Laptop ans Handy gewechselt und hatte bis dahin noch keine geeignete Lösung gefunden, wie ich mir eben mal schnell die neuesten Graphic Novels ansehen kann.

Und dann kam Tobi von Lesestunden um die Ecke und präsentierte seine neue Splitter-App. 

Eine App, mit welcher man ganz einfach übers Handy alle Titel des Splitter Verlages entweder über eine Leseproben-Funktion direkt in der Anwendung öffnen und ansehen kann oder aber auch die Möglichkeit, auf die Verlagsseite zu wechseln und dort weiter zu recherchieren.

Ich finde die App super einfach konstruiert und völlig selbsterklärend. Man findet sich schnell zurecht, kann die verschiedenen Kategorien aufrufen und in seinem Lieblingsgenre stöbern oder die neuesten Verlagstitel direkt durchforsten.

Für mich die bequemste Lösung, auch vom Smartphone aus den Überblick zu haben und auch unterwegs die Zeit zu nutzen, völlig unkompliziert sich zu informieren. Was für mich die Sahne auf der Kirsche auf der Torte war, ist eben die Nutzung der Leseproben.

Oft sind es nur ein oder zwei Seiten, die angezeigt werden, aber aufgrund derer kann ich schon urteilen, ob die Graphic Novel für mich in Frage kommt oder eben nicht.

Achtung: Bei den noch erscheinenden Titeln kann es manchmal vorkommen, dass nur das Titelbild angezeigt wird, da noch keine Leseprobe hinterlegt ist. Für mich nicht weiter schlimm, aber im ersten Moment irritierend, weil ich dachte, ich nutze die App nicht richtig. Also Entwarnung, ganz normal!

Was ihr nur über die Verlagsseite abwickeln könnt, ist der Kauf eines Titels. Da die App von Tobi selbst programmiert wurde und keine verlagseigene Anwendung ist, ist diese Funktion nicht nutzbar. Aber allein die Möglichkeiten, die sich mit dieser App ergeben, empfinde ich mehr als nützlich und für mich stellt sie einen echten Mehrwert dar.

Von meiner Seite aus eine klare App-Empfehlung und der Splitter Verlag ist für mich regelmäßig eine wahre Fundgrube an interessanten Geschichten ... ich muss mich nur endlich rantrauen.

Habt ihr denn Empfehlungen im Graphic Novel Bereich für mich? Schreibt mir eure liebsten Titel unten in die Kommentare, ich freue mich!

Sonntag, 4. August 2019

[Rezension] Agathas Alibi - Andrew Wilson



*Werbung / Rezension*

Agathas Alibi von Andrew Wilson

Umfang: 384 Seiten | Genre: Kriminalroman

Verlag: Piper | Preis: 11,00 € 



Im Dezember 1926 verschwindet Agatha Christie spurlos. Eine groß angelegte Suchaktion beginnt, an der sich sogar Arthur Conan Doyle beteiligt. Doch Christie, deren jüngstes Buch „Alibi“ gerade zum Welterfolg lanciert, bleibt verschwunden. Erst elf Tage später wird sie in einem Hotel gefunden, in das sie sich unter dem Namen der Geliebten ihres Mannes einquartiert hat. Bis heute weiß niemand, was damals geschah. Was, wenn Christie an einen bösartigen Widersacher geraten ist? Was, wenn sie erpresst worden ist? Was, wenn die Königin der rätselhaften Morde selbst gezwungen worden ist, ein Verbrechen zu begehen?

Auf intelligente und unterhaltsame Weise erzählt Andrew Wilson in einer Mischung aus Fakten und Fiktion von einem rätselhaften Fall, in dem die größte Krimiautorin der Welt selbst zur Protagonistin wird.

Meine Meinung:

Agatha Christie, die Queen of Crime, ist mit 66 veröffentlichten Romanen, Kurzgeschichten + Bühnenstücken und einer weltweit verkauften Auflage von über zwei Milliarden Büchern, die erfolgreichste Kriminalschriftstellerin der WELT. Ufff ... als ich das für meine Rezension recherchiert habe, musste ich kurz mal eben schlucken.

Natürlich habe ich schon einige ihrer Werke gelesen und auch der Herzensmann ist großer Fan ihrer Geschichten - aber über sie selbst, über ihr Leben oder ihren Werdegang wusste ich bisher sehr wenig. Was ich allerdings wusste, deswegen die Faszination für diesen Kriminalroman, ist die Tatsache, dass Agatha Christie im Dezember 1926 spurlos verschwand und erst 11 Tage später wieder quicklebendig in einem Hotel in Harrogate auftauchte.

Eines der Mysterien, die mich faszinieren, nachdenklich machen und die Fantasie natürlich ankurbeln. Was ist damals passiert und warum schwieg sie ihr Leben lang darüber? Oder konnte sie sich wirklich nicht an diese Zeit erinnern, hat ihr eigener Kopf ihr ein Schnippchen geschlagen?

Aus diesem Grund war ich Feuer und Flamme, als ich "Agathas Alibi" das erste Mal in die Finger bekam. 

Andrew Wilson hat sich in seinem Roman ihrem Verschwinden angenommen und den Gedanken weitergedacht. Dabei entstanden ist ein Cosy-Crime Titel, der mir an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Spannung hätte geben dürfen und welcher mich oftmals gähnend zurück ließ.

Wir erleben die Geschichte aus dreierlei Sichtweisen: Als Hauptakteurin erleben wir natürlich ( wie sollte es auch anders sein ) Agatha Christie selbst, welche in einer unglücklichen Ehe mit ihrem Mann gefangen ist, der, mehr oder weniger vor ihren Augen, eine Affaire mit einer deutlich jüngeren Frau angefangen hat.

Die Stimmung im Hause Christie ist durch den Tod ihrer Mutter schon deutlich angegriffen und eine Scheidung zur damaligen Zeit natürlich ein kleiner Skandal, den Agatha am liebsten umgehen möchte.

Donnerstag, 1. August 2019

[News-on-the-Blogs #2] Seo für Blogger, 50 Jahre Mondlandung, Buchvorfreude und "Der große Pan"

Was sind die News-on-the-Blogs?

Kurz, prägnant und natürlich nichts neues, denn diese Beitragsart gibt es bei vielen anderen Bloggern auch - doch warum reihe ich mich nun dort auch noch ein?

Ich mochte diese Art von gesammelten Beitrag-Highlights anderer Buchblogs schon immer sehr gerne, denn trotz der Erinnerungen per Mail, wenn bei meinen Lieblingsbloggern neue Rezensionen oder ähnliches online geht, vergesse ich ab und zu dann später dort vorbeizuschauen. Und oft habe ich auch neue Blogs kennengelernt, die ich so vielleicht gar nicht wahrgenommen hätte.

Inspirationen, spannende Beiträge, Gedankenanstöße oder interessante Projekte - all das kann hier auf euch warten. Einerlei, auf jeden Fall wollte ich mir dieses Format auch für meinen Blog stibitzen und stelle euch heute vier Blog-News vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten.



Sabine von ant1heldin.de hat einen informativen Artikel geschrieben, in Form einer Checkliste, wie Blogger seokonforme Texte schreiben können. Seo ... was? Auch ich habe mich damit noch nicht so sehr befasst, aber im Endeffekt bedeutet das, wie man seinen Blog im Google Ranking höher ansetzen kann und was genau man an den Beiträgen verändern muss, damit man besser gefunden wird.

Sabine bindet hierbei kurze und knackige Textblöcke ein, die sie mit Bildern ergänzt und so wohl auch für mich als Laie eine gute Übersicht bietet, was für mich wichtig ist bei der Erstellung eines neuen Beitrages.

Ein komplexes Thema leicht erklärt und damit hat der Artikel für mich einen wahnsinnigen Mehrwert. *~HIER~* kommt ihr zu ihrem Beitrag!



50 Jahre Mondlandung - für mich immer wieder ein Thema, was mich für sich einnimmt und fasziniert. Leider habe ich bisher nur sehr wenige Bücher zu der Thematik gelesen, was sich aber dieses Jahr noch ändern wird!

Tina hat hierzu eine kleine Sammlung an Mondromanen vorgestellt und das Buch "Space Girls" näher beleuchtet und mir Lust auf mehr gemacht. *klick*

Generell lohnt sich ein Besuch auf Tinas Blog killmonotony.de immer, denn sie hat eine bunte Mischung aus Rezensionen, lesenswerten Beiträgen und Neuerscheinungsposts, die mich regelmäßig meine Wunschliste füttern lassen.

Montag, 29. Juli 2019

[Rezension] Das dreizehnte Dorf - Romain Sardou



*Rezension*

Das dreizehnte Dorf von Romain Sardou

Umfang: 416 Seiten | Genre: historischer Roman

Verlag: Heyne | Preis: 9,95 € 

*~Kauf mich~* 
( leider nur noch gebraucht zu bekommen )


Grausige Morde im Winter des Jahres 1284 rufen in der Diözese Draguan im Südosten Frankreichs ein lange vergessenes Dorf in Erinnerung. Während der junge Priester Henno Guiden den rätselhaften Ort erkundet, rührt ein Mönch in Paris an den Geheimnissen einer beispiellosen Verschwörung.

Meine Meinung:

Wie ihr vielleicht wisst oder auch schon gemerkt habt, lese ich selten historische Romane. Entweder sprechen mich die meisten ob ihrer Thematik kaum an oder ich habe einen großen Respekt vor einem dicken Wälzer voller historischer Begebenheiten, die mich meist eher erschlagen als faszinieren. Vor etlichen Jahren habe ich mit Begeisterung die Reihe von Rebecca Gable rund um die Waringhams gelesen und verlor mich im England des 14. Jahrhunderts.

Doch irgendwann fiel ich in ein großes Leseloch bei den historischen Romanen, aus dem ich bis heute ganz selten hervorkomme und mich dann doch mal an eine neue Geschichte herantraue.

Das "Dreizehnte Dorf" ist eine große Empfehlung des Herzensmannes gewesen und als dann auch noch eine Booktuberin, welcher ich sehr gerne folge, das Buch in die Kamera hielt, war es um mich geschehen: Ich musste es lesen. Nach den ersten 20 Seiten hätte ich es fast in die Ecke gepfeffert - denn ausländische Namen und Ortsbezeichnungen ( in diesem Falle französisch ) hätten mich fast um den Verstand gebracht. Ich komme dann sehr schwer in einen Lesefluss, stolperte öfter über die unbekannten Namen und das frustriert mich einfach ungemein.

Es geht um ein Dorf im Südwesten Frankreiches im Jahre 1284, welches abgeschnitten durch eine Moorlandschaft völlig in Vergessenheit geraten war. Doch nun tauchen flussabwärts grausam verstümmelte Leichen auf und die Diözese erinnert sich dunkel daran, dass dort am Ufer des Flusses ein dreizehntes Dorf einst weilte.

Ein junger Priester macht sich daraufhin auf, die Menschen dort zu erretten, denn sie sind schon seit Ewigkeiten nun ohne geistliche Führung und da mag solch ein Mord weniger verwundern. Allerdings findet er in diesem dreizehnten Dorf weitaus schlimmeres vor, als er sich jemals hätte vorstellen können ....

Freitag, 26. Juli 2019

[Buch-News #6] Das Fontane-Jahr und mein Lesevorhaben

2019 feiert Theodor Fontane ( nun gut, wenn er denn könnte ... ) seinen 200. Geburtstag. Überall in den Buchhandlungen schießen Neuausgaben, Biographien und Graphic Novels aus dem Boden. Brandenburg veranstaltet mit fontane.200 eine Kombination aus Veranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerten ein ganzes Programm, was seit März diesen Jahres noch bis zum 30. Dezember. 2019 laufen wird.

Also alles in allem ein Geburtstag, welcher würdig gefeiert wird ... oder? Hand aufs Herz, wer von uns hat jemals freiwillig eines seiner Werke in die Hand genommen und mit Begeisterung gelesen? Gerade bei Klassikern, habe ich das Gefühl, geht man eher mit der Erwartung eines schwer zu lesenden Werkes an die Sache heran und fühlt sich in die Schulzeit zurückversetzt, wenn man eine klassische Schullektüre nach der anderen Lesen und Interpretieren musste.

Und ich hätte mich wohl auch noch längere Zeit um diesen Autor herumgedrückt, wäre mir da nicht diese Graphic Novel aus dem Carlsen Verlag immer wieder im Internet begegnet. Erst hatte eine Booktuberin eine vielversprechende Besprechung davon online gestellt und danach fiel es mir auf Instagram und Twitter regelmäßig ins Auge.

Also habe ich mich dem Gruppenzwang gebeugt und es mir kurzerhand bei unserer Stammbuchhandlung hier in Arnsberg bestellt. Als ich es dann in den Händen hielt, war ich erst ein wenig enttäuscht: Das Format des Buches war sehr klein und die Zeichnungen auf den ersten Blick nicht wirklich mein Fall.

Doch der Eindruck verflüchtigte sich sehr schnell und ich war gefangen in der Geschichte. Auch wenn ich manche Zusammenhänge erst später, bei der Lektüre des Originaltextes, verstanden habe, war die Graphic Novel doch eine Möglichkeit, mich schnell und unkompliziert in Fontanes "Unterm Birnbaum" einzulesen.

Neugierig geworden habe ich mir danach den vollständigen Text von Fontane genommen und war überrascht, wie leicht ich doch durch die Seiten kam. 

Es gab die ein oder andere Stelle, an der mein Lesefluss etwas stockte, aber das war eher seltener. Und ich war überrascht, wie spannend ich die Geschichte empfand, wie wenig altbacken sie mir vorkam und wie wenig ich das Gefühl hatte, einen Klassiker zu lesen.

Dienstag, 23. Juli 2019

[Rezension] The Couple - Araminta Hall




*Werbung / Rezensionsexemplar*

The Couple von Araminta Hall

Umfang: 416 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Heyne | Preis: 9,99 € 



Mike und Verity sind das perfekte Paar. Und um seine Traumfrau glücklich zu machen, hat Mike nicht nur einen gut bezahlten Job angenommen, sondern auch ein wunderschönes Haus gekauft. Er würde alles für sie tun. Auch wenn das bedeutet, dass sie manchmal grausame Spiele spielen.

Doch plötzlich trennt Verity sich von ihm und verliebt sich in einen anderen Mann. Mike wird der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie antwortet nicht auf seine Anrufe und auch nicht auf seine Nachrichten. Aber dann wird ihm etwas klar: Ein neues Spiel hat begonnen und er muss Verity nun beweisen, wie weit er wirklich gehen kann …

Meine Meinung:

Thriller - hinter diesem Genre verbirgt sich eine ganze Bandbreite an unterschiedlichsten Geschichten. Ein buntes Durcheinander der verschiedensten Handlungen und Grundideen, überraschenden Wendungen und Settings, bei denen keines wie das andere ist ... na gut, das ist jetzt ein wenig übertrieben, aber ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Gerade in den letzten Jahren ist mir besonders aufgefallen, wie breit gefächert das Genre ist und wie die Grenzen zum Spannungsroman oder den Horrorgeschichten immer mehr verschwimmen. Dementsprechend gespannt war ich auf "The Couple".
Worauf basiert Wahrheit? Existiert sie nur in dem, was wir, oft ohne viel zu überlegen, in beiläufig ausgestoßenen Lautfolgen miteinander reden? Oder bedeutet sie nicht, wie ich es vermute, weit mehr als das? 
Nein, sie bildet ganz zweifellos das Fundament unseres gesamten Menschseins. Sie steckt tief in unseren Knochen, in unserem Wesenskern. Und sie verlangt danach, richtig ausgelegt zu werden, denn nur so kann sie ihr tatsächliches Potenzial erreichen.
Das war einer der Thriller, von dem ich mir sehr viel erwartet habe und aufgrund des Klappentextes hoffte, dahinter einen außergewöhnlichen Plot zu finden. Allerdings muss ich gleich vorweg sagen,
dass ich dieses Buch eher in die Richtung psychologischer Spannungsroman einordnen würde. Denn auch wenn der Plot rasant erzählt wurde und mir keine Minute langweilig war, so hielt sich die typische Thrillerhandlung eher im Hintergrund.

Gleich zu Anfang wird der Leser mit einer kleinen Erwähnung vorbereitet auf den Verlauf der Handlung. Denn Mike, welcher uns das ganze Buch hindurch seine Geschichte erzählt, sitzt im Gefängnis und soll all das, was geschehen ist, für seinen Anwalt schriftlich festhalten, den er allerdings für einen rechten Idioten hält.
Offenbar bringen sie einem hier drin widerwillig Respekt entgegen, wenn man jemanden umgebracht hat.
Sofort waren etliche Fragen in meinem Kopf und auch wenn ich diese Art von Teaser nicht so gerne zu Beginn einer Erzählung mag, da sie mir meist zuviel vorweg nimmt, aber hier war dieser Hinweis so klein und fein gestreut, dass ich der Autorin gut verzeihen konnte. Und ebenso schnell wie man in die Geschichte einsteigt, so rasant geht es weiter und ich kam kaum dazu, das Buch aus der Hand zu legen.


Sonntag, 21. Juli 2019

[Interview] Nicole Seifert - Übersetzerin

Ich darf euch heute Nicole Seifert vorstellen, welche ich für ein Interview gewinnen konnte. Nicole ist freiberufliche Übersetzerin, Bloggerin ( ihr Blog nachtundtagblog.de ) Herausgeberin und Familienmensch.

Quelle: Sabrina Adeline Nagel
Ich muss gestehen, dass ich mich bisher nie so intensiv mit dem Beruf des Übersetzer*in auseinander gesetzt habe. Seit ein paar Jahren habe ich es mir angewöhnt, die Namen der Übersetzer*innen zu googeln, wenn mir der Text besonders gut oder schlecht gefallen hat. Je nachdem merke ich mir die Titel vor auf meiner Wunschliste oder mache einen großen Bogen um weitere Bücher des Übersetzenden.

Und genau aus diesem Grund war ich neugierig, wie es wohl hinter den Kulissen abläuft. Da der Herzensmann Nicole über Twitter schon länger folgte und mir den gedanklichen Stubser in die richtige Richtung gab, schrieb ich sie an und durfte ihr meine Fragen schicken, die ihr nun zu lesen bekommt.

So, jetzt aber genug Vorgeplänkel ... wir starten mit dem Interview, habt viel Spaß!

- Nicole, du bist ein richtiges Multitalent. 

Im Vorfeld für das Interview habe ich mich auf deinem Blog Nacht und Tag gestöbert und gesehen bzw. gelesen, dass du dort einen eigenen Onlinelesekreis ins Leben gerufen hast, mit Begeisterung bloggst, als Herausgeberin und Übersetzerin arbeitest und "nebenbei" auch noch eine Familie hast. 

Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Nicole: Na ja, Multitalent – es liegt ja alles sehr nah beieinander, hat alles mit Literatur zu tun. Manchmal ist schon ein bisschen jonglieren nötig, aber das geht ja allen arbeitenden Eltern so. Was mir hilft:

Ich habe einen klar strukturierten Arbeitstag und liebe das Lesen und Schreiben und Übersetzen, bin also nicht besonders anfällig für Ablenkungen. 

Als Selbständige, deren Schreibtisch zu Hause in meinem Arbeitszimmer steht, kann ich mir meine
unterschiedlichen Projekte so einteilen, wie es Deadlines und Alltagstermine erlauben. Das Bloggen ist für mich sehr überwiegend Spaß, das läuft nebenbei – und wenn mal nicht genug Zeit dafür ist, poste ich eben weniger. Die Arbeit im Haushalt haben mein Mann und ich aufgeteilt, und mein Kind ist schon größer, da bin ich gar nicht mehr so gefragt

Quelle: Sabrina Adeline Nagel
- Heute soll es ja um deinen Beruf als Übersetzerin gehen, den ich mir als Leserin unwahrscheinlich interessant und spannend vorstelle. Magst du uns ein wenig mehr darüber erzählen und Einblick gewähren in deinen beruflichen Alltag?

Nicole: Äußerlich ist der Alltag einer Übersetzerin sehr ruhig und wenig aufregend, aber inhaltlich ist es in der Tat spannend, nicht zuletzt, weil man ständig dazulernt. Wenn man Romane übersetzt, muss man sich immer wieder in unterschiedlichste Dinge einlesen, um detaillierte Beschreibungen von Handwerken, Sportarten, oder Dingen wie Antiquitäten oder Schiffen mit den richtigen Begriffen übersetzen zu können.

Da stoßen normale Wörterbücher an ihre Grenzen, sogar das Internet hilft oft nicht weiter, wenn es konkret und hieb- und stichfest sein soll. Manchmal geht es nicht, ohne Expert*innen ausfindig zu machen. Ich habe an meinem Bildschirm zwei Manuskripte nebeneinanderstehen: das Original, und daneben das deutsche, das ich gerade schreibe. So hangele ich mich dann am Text entlang und schaffe mal drei Seiten am Tag, mal zehn, je nach Zeit und Schwierigkeit des Textes.

Oberstes Ziel ist es, am Ende einen deutschen Text abzugeben, dem man nicht anmerkt, dass er aus einer anderen Sprache übersetzt wurde, der dem Original aber in jeder Hinsicht entspricht, nicht nur inhaltlich. 

Damit sich ein Text am Ende so liest, ist vor allem eine große Sensibilität für die Stilebenen der Sprache nötig. Nach dem Übersetzen wird überarbeitet und gegengelesen, dann geht der Roman ins Lektorat, wo Satz für Satz verglichen wird. Anschließend besprechen die Lektorin und ich die Änderungen und die schwierigen Fälle. Dann geht der Roman ins Korrektorat, was auch noch mal sehr wichtig ist, nicht nur wegen der Einheitlichkeit der Schreibweisen und der Rechtschreibung, sondern auch, weil hier oft noch Übersehenes entdeckt wird.