*Werbung / Rezensionsexemplar*
Unser Leben in den Wäldern von Marie Darrieussecq
Umfang: 110 Seiten | Genre: Roman
Verlag: Secession | Preis: 18,00 €
Unser Leben in den Wäldern führt uns in eine gar nicht so ferne Zukunft, wo wir es vermutlich ganz normal finden werden, dank implantierter Technik ständig »online« zu sein, smart vernetzt mit Wohnung, Verkehrsmitteln, Arbeit und den staatlichen Autoritäten. Was aber geschieht mit uns, wenn wir in einer Gesellschaft leben, in welcher der technische Fortschritt und Turbo-Kapitalismus auf die Spitze getrieben sind? In der Klone uns als lebende Ersatzteillager für Organe
dienen? In der Roboter den Großteil der Arbeit übernehmen? In der die Unterscheidungslinie zwischen KI-Affen und Menschen zu verschwinden droht?
Ein fulminanter Text, verzweifelt, wütend, geprägt von schwarzem Humor – aus einer Zukunft, die sich erschreckend logisch aus unserer Gegenwart speist.
Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich über Marlene von ichlesefrauen.de aufmerksam geworden und bin unglaublich froh darüber, denn was sich hier hinter den Buchdeckeln verbirgt, ist ein wahres Kleinod im Bereich Dystopie. Vorweg möchte ich gleich sagen, dass falls ihr euch komplett unwissend in die Geschichte werfen möchtet, dann verzichtet darauf den Klappentext zu lesen, denn dieser nimmt der Handlung doch einiges an Spannung raus und verrät sehr viel über den Verlauf.
Wir erleben alles aus Sicht von Viviane, welche in einem Rebellenversteck im Wald ausharrt und in einem Notizbuch ihre Gedanken festhält, in der Hoffnung, der Nachwelt einen kleinen Einblick in die Geschehnisse zu geben und ihnen damit einen Teil der Wahrheit zu offenbaren. So viel mehr kann ich über den Plot gar nicht schreiben, ohne euch zu viel zu verraten und DAS möchte ich auf gar keinen Fall!Ich stelle mir vor, das der letzte Wald verschwunden sein wird, wenn der erste Menschenroboter fertiggestellt ist. Berührung der Ziellinie. Fünfzig Jahre. Das werde ich nicht erleben. Ich bin vorher kaputt. Ein Glück, dass ich keine Kinder habe.Der Roman lebt davon, dass man als Leser Stück für Stück in Vivianes Gedanken eintaucht, ihr altes Leben mit ihr ergründet und die Welt in welcher sie lebt, ein bisschen besser kennen lernt. Eine Welt, in der Roboter, ständiges Online-Sein und totalitäre Überwachung zur Tagesordnung gehören, rebellische Mitbürger wie von Zauberhand verschwinden und Klone für jeden, die es sich leisten können bereit liegen, um neue Organe zur Verfügung zu stellen.
