Montag, 30. März 2015

[Rezension] Devils River - Thomas Thiemeyer

Devils River

Thomas Thiemeyer

512 Seiten

Droemer Knaur Verlag

16,99 €

Kanada 1878. River, eine junge Frau vom Stamm der Ojibwe, muss miterleben, wie ihr Dorf von etwas heimgesucht wird, das kein Mensch sein kann. Die Hütten von einer gewaltigen Kraft zerstört, Männer und Frauen grausam ermordet, scheint eine uralte Legende zum Leben erwacht zu sein. River schwört Rache – und verbündet sich mit einem gesuchten Mörder. 

England 2015. Durch den Tod ihrer Großmutter aufgerüttelt, begibt sich die Studentin Eve auf die Spur eines Familiengeheimnisses, das in der kanadischen Wildnis wurzelt ... 

Meine Meinung:

Gleich zu Anfang muss ich sagen dass dies kein typischer Thriller ist, wie man ihn erwarten würde unter dieser Bezeichnung. Warum? Es ist viel mehr als das, ich würde es eher als Mystery-Western-Thriller ansehen, denn die meiste Zeit spielt die Hauptgeschichte im Jahre 1878. Aber es sollte auch wiederum nicht mit den typischen Westernromanen wie z.B. Winnetou verglichen werden ... denn Devils River ist so viel mehr und komplett anders; eben eine ganz spezielle Mischung.

Worum geht es? 

2015. Eves Großmutter und wichtigste Bezugsperson ist verstorben. Als das Erbe verlesen wird traut Eve ihren Ohren kaum - sie erbt das große, gemütliche Haus ihrer Großmutter und damit einen wahren Schatz an Erinnerungen, denn ihre Oma ist viel in der Welt gereist und viele interessante Dinge dadurch erstanden.

Gleichzeitig bekommt sie vom Notar zwei Schlüssel überreicht. Einer dieser Schlüssel führt sie zu einer Truhe auf dem Dachboden und was sie dort findet verändert ihr komplettes Leben.

1878. River ist eine junge Heilerin, welche als kleines Kind vom Stamm der Ojibwe aufgenommen wurde und dort aufgezogen wurde. Eines Tages macht sie sich auf den Weg um neue Kräuter zu sammeln, doch als sie in ihr Dorf zurückkehrt trifft sie auf zerstörte und leere Hütten ... Was ist dort nur passiert?

Devils River spielt in zwei zeitlichen Ebenen und beinhaltet quasi eine Geschichte in einer Geschichte, denn im Jahr 2015 liest Eve das Tagebuch ihrer Großmutter und ebendiese Handlung lesen wir die meiste Zeit mit, denn er zweite Handlungsstrang verschlägt uns ins Jahre 1878 zu River und Nathan, einem gesuchten Massenmörder. 

Der Hauptfokus lag auf diesem Jahr, die Gegenwart wurde immer nur kurz dargestellt und dadurch war Eve für mich ein wenig zu blass, nicht unbedingt mein Lieblingscharakter. Allerdings kann ich mir auch gut vorstellen, dass es einen zweiten Teil geben könnte oder zumindest Eves Geschichte ein wenig ausgebauter in einem neuen Roman zu finden sein wird - dagegen hätte ich zumindest nichts.

Anfangs tat ich mir schwer mit diesem extremen Zeitsprung, der ungewöhnlichen Kulisse und den ganzen Protagonisten, doch spätestens ab Seite 100 ist man als Leser mitten im Geschehen und kann nicht mehr aufhören zu lesen. 

River war für mich einer der Charaktere, den ich sofort ins Herz geschlossen habe, auch wenn die ganze Indianerkultur; also ihre Bräuche, ihre Ansichtsweisen und ihr Glauben an die verschiedenen Götter; mich erst irritiert und genervt hat. Doch mit der Zeit und mit fortschreitender Handlung taucht man immer tiefer in die ganzen Zusammenhänge ein und versteht sie dann auch besser.

Die eigentliche Thrillerhandlung hat sich auf Nathan Blake bezogen, der als Massenmörder sein Unwesen treibt und blonde Frauen in weißen Nachthemden umbringt, ja regelrecht aufschlitzt und sie anschließend aufbahrt. Als er die Frau eines Bürgermeisters umbringt schwört dieser Rache und beginnt mit der Hetzjagd auf ihn. 

Mit der Zeit lernt man Nathan besser kennen, seine Motive werden nach und nach erklärt. Und als er dann auch noch auf River trifft und diese beiden Stränge ineinander laufen ... spätestens da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Im Nachhinein muss ich sagen dass ich das Buch ebenso gelesen hätte, wenn es "NUR" die Geschichte von River und Nathan Blake erzählt hätte oder Eve eben ein wenig mehr im Fokus gewesen wäre. Nichtsdestotrotz habe ich mich in den Schreibstil von Thomas Thiemeyer verliebt, konnte richtiggehend in der Geschichte schwelgen und habe mir gleich ein interessantes Buch zum Thema Indianer aus dieser Zeit bestellt - danke für solch tolle und spannende Lesestunden!

Mein Fazit:

Ein außergewöhnliches Setting für einen Thriller mit durchschlagendem Erfolg; zumindest bei mir. Eine Geschichte wie sie man selten findet mit einzigartigen und unverwechselbaren Charakteren, bei denen man sich wünscht das Buch würde nie zu Ende gehen. 

Danke an den Knaur Verlag zur Bereitstellung dieses Lese-Exemplares und an Thomas Thiemeyer für grandiose Lesestunden! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

Sonntag, 29. März 2015

[Kurzrezensionen #5] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin / Atlantia

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin - Lilly Lindner

Kurzbeschreibung:

Lilly Lindner ist ein Phänomen. Sie ist ein außergewöhnliches Schreibtalent.
Nun hat sie ihr erstes Jugendbuch geschrieben und trifft mit ihrer glasklaren und poetischen Sprache jeden Leser direkt ins Herz.

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen?

Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

400 Seiten, 9,99€ aus dem Fischer Verlag

Meine Meinung:

Ich bin in Lilly Lindners Schreibstil verliebt, bin ihm verfallen. Wenn ihr Geschichten von ihr lest müsst ihr euch bewusst sein, dass die Thematiken meist nicht so ganz einfach sind, tiefer gehen und einem eine lang anhaltende Gänsehaut bescheren. Auch bei ihrem aktuellen Jugendbuch war das so - das Thema Magersucht wird eindringlich und auf eine völlig andere Art aufgegriffen.

Das Buch dreht sich um April und Phoebe; zwei Schwestern die sich gegenseitig Briefe schreiben. Phoebe ist die jüngere von beiden und schreibt an April den ersten Teil der Geschichte hindurch Briefe in die Klinik, in welcher April wegen ihrer Magersucht liegt. Doch sie bekommt nie eine Antwort - was sie aber nicht davon abhält weiterhin ihrer Schwester zu schreiben.

Und was sie schreibt treibt einem als Leser teilweise die Tränen in die Augen. In ihrer kindlichen Naivität bekommt das Thema eine ganz andere Note, gleichzeitig ist Phoebe ziemlich weit für ihr Alter und hat Gedankengänge, welche einem die Socken ausziehen.


Ich glaube, es gibt bei Erwachsenen immer wieder Momente, in denen die sich fragen, warum sie all die Dinge tun, die sie tun. 

Und dann überlegen sie ganz heftig, was sie stattdessen machen könnten. Sie kriegen Migräne. Sie nehmen Tabletten. Und am Ende machen sie dann doch das Gleiche, was sie auch schon vor dem Nachdenken getan haben.


Im zweiten Teil bekommen wir dann Aprils Briefe zu Lesen, können die ganze Tragödie aus der anderen Sichtweise betrachten und miterleben. Gänsehautmomente in einer Tour, die verzweifelten Eltern und die Frage nach dem Warum. All das finden wir in Lilly Lindners Roman und ich habe mir so unglaublich viele Zitate aufgeschrieben, wie es selten der Fall ist.

Mein Fazit:

Ein Jugendbuch das unter die Haut geht, ein Schreibstil der euch verzaubern wird und ein kleines tapferes Mädchen das viel zu früh mit der grausigen Realität klar kommen muss.

Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Atlantia - Ally Condie

Kurzbeschreibung:

Zwillinge.
Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt.
Doch das Schicksal trennte sie.

Bay, du fehlst mir so sehr, flüsterte sie in die Muschel. Aus dem Inneren tönte ein rauschender Gesang und erinnerte an eine Zeit, als Wasser und Land noch zusammengehörten. Wo auch immer an der Landoberfläche ihre Schwester nun war, sie musste sie finden – auch wenn es niemandem erlaubt war, die Stadt unter der Glaskugel zu verlassen.


In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.

416 Seiten, 16,99€ aus dem Fischerjugendbuch Verlag

Meine Meinung:

Ally Condie hat mit diesem Jugendbuch eine neue Dystopie-Idee in den großen Pott geworfen und mich auch irgendwie damit unterhalten ... aber eben auch nicht komplett überzeugt. Warum? Für mich war die Geschichte zu lasch und unaufregend, sie konnte mich nicht gefangen nehmen und hat sich nicht im Kopf verankert und festgesetzt.

Welche Welt wird uns Lesern hier präsentiert? Rio und Bay leben in Atlantia, einer eigenen Stadt unter dem Wasser. Die Menschen mussten dorthin flüchten da die Luft oben auf der Erde so stark verschmutzt wurde, dass die Regierung beschlossen hat wenigstens einen Teil der Menschen zu retten und diese Unterwasserstadt aufgebaut hat.

Doch die Jugendlichen dürfen ab einem gewissen Alter selbst bestimmen ob sie nach Oben gehen wollen und ihre Gesundheit für das Allgemeinwohl opfern möchten oder lieber in Atlantia bleiben wollen. Ein Schicksalsschlag trennt die Schwestern an diesem Tag und Bay macht sich auf den Weg nach Oben. Rio will herausfinden warum und kommt hinter ein riesiges Geheimnis ...

Der Roman war ganz nett, der Schreibstil flüssig und ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen fertig gelesen, aber es war für mich zu lasch. Die verschiedenen Ideen welche hier einfließen sind zwar ganz nett und auch teilweise neu, aber eher für diejenigen geeignet, welche in die Thematik Dystopie neu einsteigen möchten oder eine locker leichte Geschichte für zwischendurch suchen.

Mein Fazit:

Leichte Geschichte mit wenig eindrucksvollen Charakteren. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, es konnte mich eben nicht mitreißen und beeindrucken; so einfach ist das. Ich vergebe

1 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

Freitag, 27. März 2015

[Rezension] Bird Box - Schließe deine Augen

Bird Box - Schließe deine Augen

Josh Malerman

320 Seiten

Penhaligon Verlag

19,99 € 

Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. 

Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …

Meine Meinung:

Stellt euch vor, ihr lebt in einer Welt, in der jeder Blick nach draußen tödlich sein kann. In der ihr vor nichts sicher seid und gleichzeitig nicht wisst, wovor ihr euch fürchtet. Was würdet ihr tun, wenn eure Vorräte zu Ende gehen und eure einzigste Möglichkeit darin besteht über den Fluss zu einem Ort zu fliehen, den euch jemand vor einigen Jahren als Zufluchtsmöglichkeit genannt hat? Würdet ihr euer Leben und das eurer Kinder aufs Spiel setzen? ....

Um was geht es? Malorie ist hochschwanger als immer mehr Menschen dem Wahnsinn verfallen und durch eigene Hand sterben. Niemand weiß warum, was genau diese Anfälle auslöst und die Menschen verschanzen sich in ihren Häusern. Doch nicht alle glauben daran und müssen diesen Unglauben mit ihrem Leben bezahlen.

Sie flüchtet nach einem schrecklichen Ereignis in ein "sicheres" Haus zu anderen Überlebenden, lernt dort mit dieser neuen Situation umzugehen und ein Leben außerhalb des Hauses ohne Augenlicht zu meistern - doch nach und nach schleicht sich auch hier das Unglück ein ...

Der Schreibstil von Malerman ist eindringlich, lässt den Leser mit einem unbehaglichen Gefühl in die Geschichte eintauchen und den Horror wie einen Sirup zäh über die Charaktere gleiten. Die Geschichte von Malorie wird aus zwei Perspektiven dargestellt:

Auf der einen Seite begleiten wir sie, Junge und Mädchen ( so nennt sie ihre Kinder ) bei einem gewagten Fluchtversuch auf dem Fluss, auf der anderen Seite erleben wir hautnah wie der Wahnsinn in die Welt kam und was er mit den Menschen angestellt hat.

Die Hauptprotagonistin wird von vielen anderen Lesern als kühl und unnahbar bezeichnet, wenn man sich so die Rezensionen durchliest. Für mich war aber genau diese Unnahbarkeit sehr authentisch. Warum fragt ihr euch?

Malorie züchtigt ihre Kinder von Geburt an, überlegt längere Zeit sie zu blenden und ihnen so alles leichter zu machen. Ihre Erziehungsmethoden stoßen daher schon auf Entsetzen meinerseits, dennoch kann ich ihr Handeln aufgrund der besonderen schwierigen Lage durchaus rechtfertigen.

Denn schlussendlich trainiert sie die beiden auf die Flucht, schult ihr Gehör und will so später ihr aller Leben retten. Und das sowas nicht spurlos an ihr vorbei gehen kann und einen Menschen von Grund auf stark verändert, ist für mich völlig klar.

Dass das Ende dann offen gelassen wird, das es in manchen Augen kein richtiger Thriller ist ( ja, es fließt kein Blut und es wird niemand direkt ermordet ... aber braucht das der handelsübliche Thriller denn immer? ) und die ganze Atmosphäre so düster gestaltet ist ... das sind zwar kleine Kritikpunkte, aber sie können nicht über meine Begeisterung hinwegtäuschen.

Lasst euch auf "Bird Box" ein, schaut wie euch die Geschichte in ihren Bann zieht und wie ihr mit Malorie zurecht kommt, denn jeder hat ja einen anderen Lesegeschmack und warum sollte nicht genau EUCH dieses Buch gefallen können?! Testet es einfach aus!

Mein Fazit:

Ein dichtes, atmosphärisches Buch mit der gewissen Prise Horror - Malerman nimmt den Leser mit auf eine Reise in das tiefste Grauen, spielt mit seinen Charakteren ein makaberes Spiel und hält die Spannung bis zum Schluss. Was mich ganz fuchsig gemacht hat war die Tatsache, das man bis zum Ende nicht wusste, WAS diesen Wahnsinn auslöste. Daher vergebe ich

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Unter Toten

Unter Toten

D. J. Molles

496 Seiten 

Heyne Verlag

8,99 €

Captain Lee Harden ist in einem Bunker tief unter der Erde stationiert. Seine Aufgabe: Im Katastrophenfall für Ordnung und Sicherheit sorgen und gegebenenfalls eine neue Regierung installieren. Als der Kontakt zu seinem Vorgesetzten abreißt, tritt der Ernstfall ein. Er muss dreißig Tage unter der Erde ausharren, bevor er seinen Anweisungen zufolge den Bunker verlassen darf. Was ihn oben erwartet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: Zombiehorden haben alles vernichtet. Doch Harden gibt nicht auf.

Meine Meinung:

Erst nach Beenden des Romanes ist mir aufgefallen, das dies nun meine erste Zombie-Apokalypse-Begegnung war - und sie war auch noch richtig gut! Aber als erstes muss ich noch ein Kommentar zur Covergestaltung loswerden: Wie super sieht dass denn aus?! Sie passt perfekt zum Inhalt des Buches, zeigt Captain Lee Harden im verzweifelten Kampf ums Überleben ... einfach grandios. 

Um was geht es? In Amerika hat eine Seuche die Menschheit dahingerafft, alle die sich damit infizieren werden zu Zombies welche nicht mehr zurechnungsfähig sind und wild drauf losmorden. Jeder der gebissen wurde hat 72 Stunden Überlebenszeit, bis sich der Virus im Körper festgesetzt hat und die Kontrolle über die Person übernimmt. Chaos, Brandschatzen und eine Welt in der niemand mehr sicher ist tut sich auf und verschlingt jeden, der sich nicht verteidigen kann.

In diese Welt taucht nun Captain Lee Harden nach 30 Tage in seinem Bunker auf. Er gehört zu einer Elitegruppe von Soldaten, die die Regierung zusammenstellte um nach solche einer Katastrophe die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren. Harden macht sich auf den Weg und was sich ihm da alles in den Weg stellt ist weit weg von jeglichem Gut und Böse ...

Das ganze Szenario, welches hier aufgebaut wurde von D.J. Moll hat mir oft einen Gänsehaut-Schauer über den Körper laufen lassen. Wir erleben als Leser das ganze aus der Sicht von Captain Lee Harden, welcher ausgebildeter Soldat ist und dementsprechend mit der Lage besser umgehen können sollte ... oder?

Gemeinsam mit seinem Hund Tango trifft er nach 30 Tagen Bunkerzeit ( in der er mit sich und dem Geschehen draußen gehadert hat ) die Entscheidung an die Oberfläche zu gehen und seine Mission,Überlebende zu finden und mit ihnen eine Zivilisation zu gründen, zu beginnen. Doch draußen erwarten ihn grausame Zustände und er muss schnell einsehen dass alles nicht ganz so einfach sein wird, wie er sich das so vorgestellt hat.

Lee als Charakter hat mir ziemlich gut gefallen - auf der einen Seite ist er ein typischer Soldat, zeigt eine gewisse Emotionslosigkeit und ist auf sein eigenes Überleben getrimmt. Auf der anderen Seite ist er mit der neuen Menschheit die ihm da präsentiert wird überfordert, muss mit Schrecken verfolgen was sich ihm da bietet und dadurch unterlaufen ihm einige Leichtsinnsfehler. 

Gerade das hat für mich eine runde Erzählung gegeben - denn niemand würde Angesichts einer solchen Katastrophe alles richtig machen. Der Roman endet dann mit einem Bonuskapitel was mich erst ziemlich genervt hat. Aber kaum hatte ich es gelesen war ich sehr besänftigt, denn dort wird dem Leser ein Pärchen präsentiert welches mit der gerade begonnenen Zombieseuche zu kämpfen hat. Eine Sichtweise welche sehr interessant war und zum Nachdenken angeregt hat.

Mein Fazit:

Ein solider Roman mit starken Charakteren die um ihr Leben kämpfen, um in dieser Zombiewelt überleben zu können. Ich bin gespannt wie es in dem zweiten Teil weitergehen wird, denn anlesen werde ich ihn auf jeden Fall. Kleine dezente Parallelen zu "Walking Dead" sind mir zwar aufgefallen, aber bei solch einem Szenario wird es das immer geben. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 22. März 2015

[Rezension] Bald ruhest du auch

Bald ruhest du auch 

Wiebke Lorenz

448 Seiten

Diana Verlag

14,99 €

Nach dem Unfalltod ihres Mannes fühlt Lena sich wie in einem Albtraum. Aber sie weiß, dass sie leben muss – für ihr Kind, denn Lena ist im achten Monat schwanger. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr der wahre Horror erst noch bevorsteht. 

Vier Wochen nach der Geburt ist die kleine Emma plötzlich spurlos verschwunden. Entführt aus ihrer Wiege. Schon bald wird Lena klar: Sie soll büßen. Doch wofür? Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Meine Meinung:

Wiebke Lorenz ist eine Autorin, die es jedes Mal schafft mich zu fesseln, in die Geschichte hineinzusaugen und mich dort so lange zu halten, bis ich völlig fertig die letzte Seite erreicht habe. Ein Thriller der unter die Haut geht, bei dem man nicht weiß wer hier welche Spiele spielt und man so ziemlich jeden verdächtigt. Nichts für schwache Nerven! 

Um was geht es? Lena ist hochschwanger als ihr Mann bei einem schrecklichen Unfall zu Tode kommt. Bei der Beerdigung greift seine Tochter aus einer anderen Ehe Lena an und beschreit sie als Mörderin. Als Emma dann auf der Welt ist, dauert es nicht lange und ein Unglück jagt das nächste. 

Und bald weiß Lena nicht mehr wem sie trauen kann, wer hinter diesem ganzen Horror steckt und mitten in dieser Verzweiflung wird auch noch ihre kleine Emma entführt und der Wahnsinn durchbricht alles je dagewesene für sie.

Ich wollte nur einen kurzen Blick in die Geschichte hineinwerfen, habe angefangen zu lesen und war sofort gefesselt von den Charakteren, der Geschichte und dem mysteriösen Unfall. Wiebke Lorenz bastelt geschickt einen Spannungsbogen nach dem anderen, sodass man einfach immer mehr wissen möchte. 

Neben der Hauptstory erfährt der Leser in kleinen Häppchen die Kennenlerngeschichte von Lena und Daniel, begleitet die beiden durch Höhen und Tiefen. Genau diese kleinen Einblenden haben meinem Puls eine kleine Verschnaufpause verschafft ... nur um in kurz darauf wieder in die höhe zu treiben. Und im Nachhinein, wenn man das Ende erreicht hat, versteht man umso die ganze Tragik des Ganzen.

 Der Rest der Erzählung rast nur so dahin, man fiebert mit und ist auch ein klein bisschen schockiert was Lena alles für Aufgaben bewältigen muss. Zuviel will ich nicht verraten, denn das würde den Lesespaß eindeutig zuweit drücken, nur soviel sei gesagt: Auf den schlussendlichen Täter wäre ich nie ( nicht in 10.000 Jahren!! ) gekommen.

Mein Fazit:

Actionreicher, spannender Thriller mit 100% Weiterempfehlungsrate! Nebulöse Nebencharaktere ( die der Leser irgendwann alle verdächtigt ), starke und greifbare Hauptprotagonisten und eine Geschichte die ich so zwar schon des öfteren gelesen habe, allerdings nie in dieser Art und Weise. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Und eine Autorin, die ganz nah an ihren Lesern ist - weiter so :)

Freitag, 20. März 2015

[Rezension] In der Finsternis

In der Finsternis

Sandrone Dazieri

560 Seiten

Piper Verlag

19,99 €

Dante Torre besitzt eine ganz besondere Gabe. Er kann Menschen lesen. Aber er hat teuer dafür bezahlt. Elf Jahre war er eingesperrt in ein Betonverlies und darauf angewiesen, auch die kleinste Bewegung seines Entführers zu deuten. Jetzt kennt er ihn besser als jede andere. Und er weiß, dass er nicht tot ist – denn wieder ist ein kleiner Junge verschwunden ... 

Als Jahre nach seiner Befreiung ein kleiner Junge verschwindet, weiß Dante Torre, dass der Mann, den er Vater nennen musste, dahintersteckt. Doch der Vater gilt längst als tot. Nur Colomba Caselli glaubt Dante. Sie ist jung, gerade vom Dienst suspendiert und hat nichts zu verlieren bei dieser Ermittlung fern von allen Regeln. Dantes Spürsinn bringt die traumatisierte Frau auf eine Fährte: Jahrelang sind unzählige Kinder entführt worden – mit dem Ziel, ihre Erinnerung auszulöschen. Jetzt wird Colomba Caselli endgültig von ihrer Vergangenheit eingeholt ...

Meine Meinung:

Durch die liebe Nina von Hauptsachebunt bin ich auf dieses Buch gestoßen worden. Selbst hätte ich dieser Geschichte nie eine Chance gegeben, weil sie bei mir einfach durch den Radar gerutscht ist. Und dann wäre mir ein Meisterwerk entgangen, aber immer der Reihe nach, 

Um was geht es? Dante Torre wurde als kleiner Junge elf Jahre in einem Betonverlies eingesperrt, musste sich dem Willen des Vaters unterwerfen und wurde furchtbar psychisch zugerichtet. Im gelang die Flucht und seitdem ist er auf der Hut vor dem Vater und seinen eigenen Dämonen. 

Colomba Caselli ist eine junge Polizistin, die aufgrund eines dramatisch verlaufenden Einsatzes vom Dienst beurlaubt wurde - doch sie wird zu einem brutalen Mord hinzugezogen, bei dem ein Junge verschwunden ist.

Zusammen nehmen sie sich ( eher illegaler Weise ) dem Fall an und treten Lawinen los, die sie so schnell nicht mehr aufhalten können. Und über der ganzen Szenerie schwebt der Geist des Vaters - lebt er noch? Dante ist davon überzeugt und verstrickt sich immer mehr in seine eigene Vergangenheit ... bis er eine schreckliche Entdeckung macht.

Anfangs ( ja irgendwie tue ich mir bei den meisten Büchern zurzeit Anfangs schwer :D ) konnte die Geschichte rund um Dante und Colomba Caselli mich so gar nicht überzeugen. Der Schreibstil ist zwar sehr flüssig, spannend und gespickt voller Action, doch die ganzen italienischen Begriffe und Umschreibungen der Polizei usw. haben mich so genervt, dass ich es fast schon abbrechen wollte.

Doch zum Glück habe ich es nicht getan, denn dann wäre mir ein Krimi der Extraklasse entgangen. Es ist ein Mafia-Stück gepaart mit einem Thriller, durchdrungen mit einzigartigen Charakteren und einem Sog, dem man sich schwer entziehen kann. 

Dante Torre ist ein muskelbepackter Angsthase, der Menschen an ihren Emotionen und Gefühlen lesen kann, gleichzeitig bestimmen Ängste sein Leben. Ziemlich oft musste ich über seine Extraheiten schmunzeln, oft gab es Anlass für schräge Gespräche zwischen ihm und Colomba - doch ich habe ihn in mein Herz geschlossen und mit ihm mitgefiebert und oftmals auch mitgelitten. Man weiß als Leser nie was als nächstes kommt, ob er nur spinnt oder der Vater tatsächlich noch dort draußen sein Unwesen treibt.

Colomba Caselli ist eine ebenso interessante Persönlichkeit. Für sie ist der Polizeidienst alles, sie wirft sich quasi in jede gefährliche Situation mit Freude hinein und doch hat sie eine weiche, weibliche Seite, die der Autor gewusst in Szene gesetzt hat. 

Zusammen haben die beiden ein Ermittler-Pärchen der Sonderklasse ergeben. Verstrickungen, illegale Machenschaften, Verfolgungsjagd und Überfälle. Ermittlungen im Untergrund, Flucht vor der eigenen Polizeiwache und Verdächtigungen über alle Maßen. Wer hat Recht und wer lügt? Es war eine einzige Explosion an Geschichten und Verschwörungen. 

An gewissen Stellen merkt man auch, dass Sandrone Dazieri ein Drehbuchautor ist. Ich habe quasi die Autos explodieren gehört, war Seite an Seite dabei bei den Ermittlungen und wenn es jemals verfilmt werden sollte - dann bin ich die Erste, die ins Kino stürmt. 

Mein Fazit:

Ich könnte noch stundenlang über dieses Buch schreiben, euch bedrängen es zu lesen und euch auf ein Abenteuer einzulassen, wie es selten zu finden ist. Die 560 Seiten sind dicht gespickt mit so vielen Einzelheiten und Besonderheiten, dass ihr es einfach selbst erleben müsst. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten und eine Top-Empfehlung!


Donnerstag, 19. März 2015

[Blogtour] Rocky Mountain Star

Hallo meine allerliebsten Leser da draußen vor den Bildschirmen!

Heute am zweiten Tag der Blogtour heiße ich euch bei mir auf dem Blog herzlich willkommen. Bei mir erfahrt ihr mehr über die weiblichen Hauptprotagonistinnen der Serie. Ich stelle sie euch vor, ihr erfahrt von ihren Träumen, Sehnsüchten und ihren Zukunftsplänen.

Vorsicht! Wer diese Reihe noch nicht gelesen hat, wird eventuell kleine Spoiler in diesen Texten finden. Ich versuche natürlich nicht zuviel zu verraten, aber komplett ohne wird es nicht gehen. Und es lohnt sich wirklich, in diese Geschichte einzutauchen. Hier ist nochmals meine Rezension des 1. Bandes für euch verlinkt - guckt doch vorbei, ich würde mich freuen!



Vorstellung:

Tyler ist eine begnadete Tänzerin, auf den Brettern der Welt fühlt sie sich zuhause und lässt sich selten in Independence blicken. Mit ihrem frechen Mundwerk handelt sie sich so einige Probleme ein und als sie nach einem One-Night-Stand die Flucht ergreift hofft sie, den gutaussehenden, sympathischen Mann nie mehr zu sehen ... 

Doch wie das Schicksal es will, treibt eine Verletzung sie zurück in ihr Heimatdorf und ehe Tyler es sich versieht steht sie Pat, ihrem One-Night-Stand, gegenüber. 

Hatte ich eine Angst als ich während dem Training stürzte und mir diese komplizierte Verletzung am Bein zugezogen habe. Meine Karriere flog vor meinem inneren Auge an mir vorbei, ich wusste weder ein noch aus und meine Verzweiflung trieb mich in die Arme meiner Familie. Paula holte mich vom Flughafen ab und sah mir gleich an, das irgendetwas nicht mit mir stimmte.

Doch ich wollte nur meine Ruhe haben, wollte den Kopf freibekommen und sehen wie sich die Verletzung verbessern könnte. Eine OP kam für mich nicht in Frage .. und mitten in diese ganzen Überlegungen traf ich auf Jaz´s Bekannten Pat. Am liebsten wäre ich im Boden versunken; ich kannte ihn nur zu gut. Letzten Sommer hatte ich eine heiße Nacht mit ihm verbracht und mich dann klammheimlich davongeschlichen.

Dann komme ich nach Hause, setzte mich schön mit Jaz und Paula zu Miss Minnie in das Restaurant und wer schleicht sich von hinten an? Genau: Pat! Ich dachte ich sehe nicht richtig!! Natürlich habe ich sofort die Flucht nach vorne angetreten, doch um das ganze noch auf die Spitze zu treiben gehe ich nichtsahnend den nächsten Tag in das alte Tanzstudio und wer hat sich da quasi häuslich eingerichtet? Ja ... PAT!

Und wäre das nicht alles schon viel gewesen werde ich nun auch noch verfolgt, irgendjemand stalkt mich. Wie gruselig! Alle wollen mir helfen, allen voran Jaz und Paula. Ich will ihnen nicht sagen wie schlimm es um mein  Bein steht - allein der Gedanke, dass meine Karriere als Tänzerin vorbei sein könnte ist schon zuviel für mich.Was soll ich nur tun? Und warum weicht Pat nicht mehr von meiner Seite?!

Wie meine Zukunft aussieht weiß ich noch nicht und ehrlich gesagt habe ich auch ein wenig Angst es herauszufinden. Nun muss ich ins Krankenhaus und mir eine fachliche Auskunft einholen ... drückt mir die Daumen!

Mein Eindruck von Tyler: Tyler hat mich als Protagonistin beeindruckt, mich inspiriert und aufgezeigt wie schwer es sein kann die Liebe an sich heranzulassen. Denn auf der einen Seite ist sie eine taffe Tänzerin die weiß was sie will, unermüdlich für ihre Karriere arbeitet und sich nichts sagen lässt.

Auf der anderen Seite möchte sie Pat so gar nicht an sich heranlassen um nicht verletzt zu werden, hadert oft mit sich und ihren Gefühlen. Das hat sie so menschlich tatsächlich gemacht, fassbar und sympathisch - denn wer kennt diese Angst nicht? Von einem geliebten Menschen verletzt und verlassen zu werden; doch ab und zu wollte ich sie schütteln und sagen: "Lass ihn doch ran - was hast du schon zu verlieren?"


Vorstellung: 

Jasmine,  besser bekannt unter ihrem Spitznamen Jaz, kam bzw. floh Hals über Kopf nach Independence zu ihrer Großmutter Nana. Dort zog sie in ihr leerstehendes Haus zusammen mit ihrem Hund Rambo ein und startete dort einen Neuanfang.


Als ich in Independence ankam hätte ich nie gedacht, dass sich mein Leben um 180 Grad drehen würde. Nicht nur dass ich vor meinem dubiosen Ex-Freund Paul fliehen musste, nein auch Jake der Sheriff brachte meine Gefühle ordentlich durcheinander. Und dann war da auch noch Nanas Wunsch nach einem Yogazentrum, das ich aufbauen sollte in ihrem alten Haus. 

Ob ich mich überfordert gefühlt habe? Na und wie! Jeder zerrte an mir, alle wollten etwas anderes und ich stand alleine da und wusste weder ein, noch aus. Natürlich meinten es alle gut mit mir, doch niemand fragte mich was ich eigentlich wollte. Und dann war da noch diese Sache mit Paul ...

Doch schlussendlich habe ich mich durchsetzen können. Ich habe ein altes Tanzstudio renoviert, habe dort Yogastunden eingeführt und die Bewohner von Independence mit meiner Leidenschaft anstecken können - und nicht nur sie! Auch ein gewisser jemand konnte sich in mein Herz stehlen, hat sich klammheimlich an meiner harten Schale vorbeigeschlichen und sich dort fest verankert.

Ohne meine Freunde, die tatkräftige Unterstützung jedes einzelnen Menschen in dem kleinen Dorf und meines geliebten Hundes Rambo wäre ich wohl irgendwann verzweifelt zurück nach Seattle geflohen und was mich da erwartet hätte ... nicht auszudenken! 

Wie meine Zukunft hier aussehen wird? Ich weiß es nicht. Natürlich habe ich Wünsche, Vorstellungen und Ideen in meinem Kopf, doch erstmal will ich nach diesen ganzen Ereignissen meine Ruhe haben. Und dann werden wir sehen wie es mit mir, Jake und meiner Yogaleidenschaft weitergehen wird.

Mein Eindruck von Jaz: Mit Jaz hatte ich zu Anfangs so meine Probleme, ich bin mit ihr einfach nicht warm geworden. Doch nach einiger Zeit habe ich gemerkt dass sie eine Persönlichkeit besitzt die für den ein oder anderen bei den ersten Treffen leicht herrisch wirken kann obwohl das mehr oder weniger eine Abwehrhandlung ist.

Im Laufe des Buches viel dann diese Stahlhülle und man hat die wahre Jaz kennengelernt, welche mir auf jeden Fall viel viel besser gefallen hat. Ich wünsche mir mehr von ihr und Jake zu lesen, will dass die beiden glücklich werden und dass sie ihre Leidenschaft weiterhin ausüben kann.


Vorstellung:

Paula lebt in Independence auf einer großen Farm zusammen mit zwei Hunden, einigen Pferden und einer kleinen Streunerin namens Leslie. Wo das Mädchen herkommt ist nicht herauszufinden, doch Paula hat sie bei sich aufgenommen und versucht, sich mit ihr näher anzufreunden. Sie hat einen riesig großen Sturkopf und lässt sich ungern in ihre Angelegenheiten reinreden. 


Bevor Jaz in unser kleines Dorf kam, war es hier beschaulich, ruhig und .. ja ein wenig langweilig. Doch dann überschlugen sich die Geschehnisse, ich wurde unfreiwillig "Mutter" von Leslie, einem jungen Mädchen welches sich klammheimlich bei mir auf der Farm eingenistet hatte. 

Wie ich mit dieser neuen Verantwortung umgehe? Ich tue mich sehr schwer damit. Diese neue Mutterrolle ist gar nicht so einfach, doch langsam habe ich den Dreh raus und kriege immer mehr von der echten, losgelösten und quirligen Leslie zu sehen - ganz anders als am Anfang, als sie vor jedem Menschen die Flucht ergriff und niemanden über den Weg traute. 

Und mit Jake und Tyler als Geschwister hat man auch immer einiges zu tun. Die Farm verschlingt viel Freizeit, doch das mache ich gerne. Ich liebe meine Tiere und würde für nichts auf der Welt dies alles aufgeben. Doch da ist auch noch der neue, komische, arrogante Tierarzt dem ich nicht über den Weg traue. In Independence ist eben immer was los.

Wie meine Zukunft aussieht? Naja, ich werde mit Haut und Haaren um Leslie känpfen ( auch wenn ich das nie zugeben würde! ) und ansonsten wird wohl alles seinen gewohnten Lauf nehmen; oder?!

Mein Eindruck von Paula: Bisher hatte Paula ja mehr oder weniger eine kleine Nebenrolle in den beiden Bänden, aber trotzdem sympathisiere ich mit ihr unheimlich. Allein die erste Szene vom 1. Teil, in der sie Jaz mit einer Schrotflinte in Schach hält und damit ihre Familie schützen will - genial!

Sie ist auch eine Persönlichkeit die ihre wahren Gefühle lieber unter Verschluss hält um diese taffe Erscheinung aufrecht zu erhalten, doch Leslie durchbricht nach und nach diese Fassade und die Paula, die man darunter erahnen kann gefällt mir sehr. Ich hoffe dass sich auch eines der nächsten Bücher sich mal um sie dreht - bitte bitte bitte :D

Mein Gesamtfazit:

Ich mag diese Reihe unheimlich gerne. Die Charaktere sind in mein Herz eingezogen, Independence ist vor meinem inneren Auge zu Leben erwacht und ich kann förmlich die Rocky Mountains vor mir sehen. Jeder hat seine Probleme, seine Päckchen zu tragen und doch halten alle zusammen. Gerade von diesen Emotionen leben die Geschichten, man kann sich als Leser dort hineinfühlen und taucht ein in die verschiedenen Lebensgeschichten.

Für jeden der gerne Liebesgeschichten mit sympathischen Charakteren mag ist das genau das richtige! Leichte emotionale Geschichten mit Thriller-Elementen für zwischendurch und bestimmt eine tolle Lektüre für die Sommermonate. Lest es, liebt es - ich bin gespannt ob ihr auch in den Bann von Independence gezogen werdet so wie ich.


Und hier noch die Reihenfolge der anderen teilnehmenden Blogs - schaut vorbei und gewinnt mit etwas Glück; ich drück euch die Daumen!


Dienstag, 17. März 2015

[Rezension] Revival

Revival

Stephen King

512 Seiten

Heyne Verlag

22,99 €

Revival erzählt die Geschichte des Jungen Jamie und des Predigers Charles Jacobs, deren Wege sich von den Sechzigern bis heute auf unglückselige Weise immer wieder kreuzen. 

Sie steuert auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zu, wie es selbst Stephen King bislang nicht zu Papier gebracht hat, und ist gleichzeitig Abrechnung mit dem Religionsfanatismus in unserem hoch technisierten Zeitalter und Verbeugung vor den Größen des klassischen Horrors.

Meine Meinung:

Gerade eben habe ich das Buch zu Ende gelesen und ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Einerseits ist es wieder ein klassischer King; eine komplexe, dichte Geschichte mit Charakteren, die mit ihrem Leben zu kämpfen haben. Andererseits hatte ich das Gefühl, zwischen den Zeilen meinen liebsten King ( den Horror King ) durchblitzen zu sehen; ich konnte ihn allerdings nie fassen und gruseln konnte mich die Geschichte auch nicht wirklich.

Um was geht es? Grob umrissen geht es um Jamie, den wir als Leser das erste Mal im Kindesalter zu sehen bekommen und ihn sein ganzes Leben lang begleiten. Dort trifft er am Boden sitzend und mit seinen Soldaten spielend auf den Prediger Charles Jacobes, welcher ihn und seine Freunde über Jahre hinweg in einer kirchlichen Jugendgruppe an die Lehren Jesus und gleichzeitig die Macht der Elektrizität heranführt.

Nach einem schrecklichen Unfall verlässt Jacobs die Gemeinde, nicht ohne vorher eine Wunderheilung ( in Jamies Augen ) an seinem Bruder durchzuführen, welcher nicht mehr sprechen kann. Jahre später begegnet Jamie, nun vom Leben gebeutelt und im Drogensumpf steckengeblieben, erneut Charles Jacobes. Dieser hält sich mit fantastischen Tricks auf einem Jahrmarkt über Wasser und bald muss er mitansehen was aus seinem einstigen Idol geworden ist: Ein Prediger, der immer fanatischer in seinem Tun wird. 

Als dann auch noch Wunderheilungen erneut beginnen, kann Jamie nur hilflos mitansehen wie das ganze aus dem Ruder läuft - kann er den einstigen Pfarrer aufhalten oder steckt er schon längst zutief in dessen Maschinerie fest?

Das sind die Grundzüge der Geschichte ohne zuviel zu verraten. Mich hat der ganze Roman schon gefangen gehalten, King versteht es wie kein anderer seine Leser an seinen Plot zu fesseln und sie im Lesen weiter voran zu treiben; doch irgendwann war für mich die Spannung, der Grusel raus bzw. nicht in der Form aufgetreten, in der ich ihn mir gewünscht hätte.

King sagt selbst über Revival in einem Interview: 


Es ist zu Furcht einflößend. Ich will über dieses Buch gar nicht mehr nachdenken. Es ist ein fieses, düsteres Werk. Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann.

Vielleicht hat er damit seine eigenen Dämonen bekämpft, vielleicht hatte dieser Roman für ihn selbst eine viel wichtigere Rolle als wir als Leser erahnen können ... aber nichtsdestotrotz hat er mich enttäuscht. Es war kein schleichender Horror, auch wenn einige Szenen schon unter die Haut gingen, aber in meinen Augen brach er nie so heraus wie in seinen anderen Romanen.

Vielleicht wird Stephen King auf seine alten Tage etwas gesättigter vom Horror, vielleicht dreht sich sein Verständnis über Horror um 180 Grad oder ich bin abgestumpft, aber für mich war Revival nur eine Geschichte .. nicht mehr. Und das über einen King sagen zu müssen tut mir fast schon weh.

Mein Fazit:

Ich kann keine Empfehlung für diesen King aussprechen. 

Eingefleischte Fans sollten ihn dennoch lesen und sich selbst eine Meinung darüber bilden - ich hatte mir etwas anderes erwartet und das nicht bekommen, sondern "nur" eine Lebensgeschichte eines Mannes, der mit sich und den Drogen, der Musik und seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten
mit viel Augenzudrücken