Dienstag, 25. Juni 2019

[Rezension] Das Verschwinden der Stephanie Mailer - Joel Dicker



*Rezension*

Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joel Dicker

Umfang: 672 Seiten | Genre: Roman

Verlag: Piper | Preis: 25,00 € 



 Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin.

Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ... - Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet.

Meine Meinung:

Joel Dickers Debüt "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" war eines meiner Jahreshighlights 2013. Ich lag damals krank zuhause in meinem Bett, hatte mir das Buch erst vor kurzem aus der Bücherei ausgeliehen und innerhalb eines Tages verschlang ich die knapp 700 Seiten wie im Rausch. Und das war es auch: Ein Leserausch.

Die Art, wie Dicker seine Charaktere zeichnete, zog mich in seinen Bann - er schaffte es spielend leicht, mir all seine Protagonisten mit all ihren Eigenheiten näher zu bringen und sie nicht nur beim Lesen in meinem Kopf, sondern auch gleichzeitig in meinem Herzen zu verankern. Die Geschichte rund um Harry Quebert führte mich oft in die Irre, ließ mich allerhand Verdächtigungen anstellen und erwischte mich eiskalt mit seinem raffinierten Ende, welches ich so nie erwartet hätte.

Alles in allem war ich schwer begeistert, war wahnsinnig enttäuscht, kein weiteres Buch von ihm lesen zu können und fieberte neuem Lesestoff entgegen.

Auch sein zweiter Roman "Die Geschichte der Baltimores" konnte mich von sich überzeugen und war in kürzester Zeit durchgelesen. Was ich besonders an ihm und seiner Art, Handlungen aufzubauen mochte, war wohl seine vielschichtigen und verschiedenen Erzählstränge. Joel Dicker hat zwar die Kunst perfektioniert, innerhalb seiner wechselnden Perspektiven oft ein wenig zu weit auszuschweifen und viel um seinen eigentlichen Plot herum zu schreiben, doch es wurde mir dabei nie langweilig.

Nein, ich genoss es, seine Charaktere so intensiv zu erleben, in ihre Köpfe einzutauchen und ihren Werdegang innerhalb der Geschichte verfolgen zu dürfen. Sie waren für mich wie eine kleine Familie, ich fieberte mit jedem einzelnen mit und klappte auch seinen zweiten Roman mit einem wehmütigen Seufzer zu.

Er war zu einem meiner Lieblingsautoren aufgestiegen und mit jeder Vorschau, die ins Land zog, suchte ich verzweifelt nach seinem Namen. Ihr wisst ja wie das ist, Leserherzen brauchen stets neuen Stoff. Und die von Fangirls gleich doppelt und dreifach.

Und dann entdeckte ich Anfang des Jahres den französischen Titel zu Stephanie Mailer. 

Ich freute mich unendlich, fragte auf Twitter gleich bei seinem Verlag Piper nach, wann denn mit der deutschen Übersetzung zu rechnen sei und musste mich noch ein wenig gedulden, bis dann endlich der deutsche Erscheinungstermin gesetzt war: April 2019. Mein Geburtsmonat. Perfekt!

Direkt am Erscheinungstag stürmte ich unsere kleine Stammbuchhandlung hier in Arnsberg, schnappte mir sein neuestes Buch und hätte ich mich damit zuhause am liebsten direkt eingemukkelt. Doch ich musste mich noch ein wenig gedulden, auf der einen Seite wollte ich dieses Mal nicht den gleichen Fehler machen und zu schnell durch die Geschichte rasen, auf der anderen Seite hielt mich unsere Tochter einfach zu sehr auf Trapp.

Montag, 3. Juni 2019

[Rezension] Demon Rookie - Nici Hope


*Rezension*

Demon Rookie von Nici Hope

Umfang: 168 Seiten | Genre: Horror/Splatter

Verlag: tredition | Preis: 9,99 € 



Sie begegnen sich im Flur, sie begegnen einander im Traum,    sie begegnen Satan. Privatermittler Matteo Martin und Gothicgirl Luna Schmidt sind eigentlich nur Nachbarn, aber zwischen den beiden scheint es eine besondere Verbindung zu geben.

Während Matteo bei einer Ermittlung zum Spielball wahnsinniger Okkultisten wird, spielt Luna unwissend mit ihren magischen Fähigkeiten und geht zu weit. Moderner Satanismus, ein ordentlicher Schuss Urban-Fantasy sowie jede Menge Blut und Sex. Abgedreht und doch bloß ein Auftakt.

Meine Meinung:

Ein ziemlich abgefahrener Trip durch die Hölle - so könnte man kurz und knackig "Demon Rookie" zusammen fassen. Eine explosive Mischung aus verrückten Charakteren, einer dämonischen Handlung und viel Sex, Gewalt und Blut.

Auf 168 Seiten dreht sich alles um unsere zwei Hauptcharaktere, die nicht unterschiedlicher sein könnten. 

Einmal einen Privatermittler namens Matteo Martin, welcher für Geld so ziemlich alles tun würde und genau diese Geldgier wird ihm im Laufe des Buches zum Verhängnis. Und dann ist da noch Luna, welche sich selbst als Gothic-Girl bezeichnet, einen Hang zum Okkultismus hat und die Angewohnheit besitzt, stets Tarotkarten bei sich zu tragen, um jederzeit eine Karte für ihr Gegenüber zu zücken.

Meiner Meinung nach könnte eine Triggerwarnung am Anfang der Geschichte hilfreich sein, denn hier warten explizite Gewaltszenen, Blut, Sex, Magie, Satanismus und vieles mehr auf den Leser - für zartbesaitete Gemüter ist diese Geschichte also mit Vorsicht zu genießen. Mit einer solchen Warnung kann dementsprechend jeder Leser für sich individuell entscheiden, ob er sich auf dieses extravagante Leseerlebnis einlassen möchte oder eher davon Abstand nimmt.

Nici Hope hat es mit ihrem Debüt auf jeden Fall geschafft mich auf der einen Seite neugierig zu machen, allerdings auf der anderen Seite auch gut an meine Grenzen gebracht. 

Ich habe schon einiges aus dem Hause Festa und deren Extrem-Reihe gelesen und doch haben sich auch hier meine Nackenhaare an gewissen Stellen aufgestellt und mich ziemlich schaudern lassen ... ob vor Ekel, Grusel oder beidem war mir manchmal selbst nicht ganz klar.

Der Schreibstil ist umgangssprachlich, flapsig und einfach gehalten, was gut zu den beiden Charakteren passt, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte nun mal erzählt wird. Ähnlich einem bizarren Traum wankt man von Kapitel zu Kapitel durch eine immer surrealer wirkende Welt, welche mit wahnwitzigen Charakteren, skurrilen Szenarien und viel Blut gefüllt ist.

Mit eines der Themen, welches aufgegriffen wird, ist Satanismus bzw. Okkultismus. Hier hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich selbst sehr gut in diesem Bereich auskennt und dementsprechend in ihren Roman eingebaut hat. Ab und zu hätte ich mir ein wenig mehr Erklärung oder Hintergrundwissen dazu gewünscht, was aber garantiert dazu geführt hätte, dass der rasante Erzählstil sich verflüchtigt hätte und gleichzeitig wäre man damit zu sehr von der eigentlichen Handlung abgewichen.

Also: Alles richtig gemacht und vielleicht können wir ja auch bald einen kleinen Ratgeber zu diesen Themen uns erhoffen - sozusagen als kleines Fanbuch zu ihrer Planet Satan Reihe dazu. Interessant fände ich es auf jeden Fall!

"Demon Rookie" und mich verbindet eine gewisse Hassliebe.

Auf der einen Seite kam ich beim Lesen schon recht oft an meine Grenzen, konnte weder mit Matteo noch Luna mich richtig anfreunden von ihrer Art und war sehr skeptisch, ob die Handlung an sich mich auf längere Zeit mitreißen kann. Meine Schwierigkeiten mit den Charakteren rührt garantiert auch von der Kürze des Romanes her, da die ganze Handlung sehr eng beschrieben wurde und somit eine richtige Verbindung zu den genannten Personen ein wenig fehlte.

Auf der anderen Seite bin ich in kürzester Zeit durch dieses Debüt geflogen, habe mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert, wollte unbedingt wissen wie sich die Geschichte weiter entwickelt und kam viel zu schnell auf der letzten Seite an, wo sich sofort die Frage in mir regte, wann wohl Band 2 erscheinen mag.

Mein Fazit:

Das Debüt von Nici Hope ist so ganz anders, als alle anderen Horror-Bücher, die ich in dem Genre bisher gelesen habe. Schwache Mägen oder Gemüter sollten die Geschichte mit Vorsicht genießen oder vorab in die Leseprobe hineinlesen.

Trotz meiner Uneinigkeit mit mir selbst und meiner Gesamtmeinung über den Horror/Splatterroman muss ich sagen, dass es ein kurzweiliges Lesevergnügen war, mit einer extra Portion Gewalt, Blut und Sex und vielen abgedrehten Momenten.

*~4 von 5 Sterne~*

Dienstag, 30. April 2019

[Rezension] Der Pakt - Michelle Richmond




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Der Pakt von Michelle Richmond

Umfang: 560 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Diana Verlag | Preis: 12,99 € 



Alice und Jake, ein frisch verheiratetes Ehepaar, jung, gutaussehend, erfolgreich. Zur Hochzeit erhalten sie eine Einladung, dem »Pakt« beizutreten, mit dem Ziel, ihre Ehe glücklich und lebendig zu gestalten. Die Grundregeln klingen vernünftig:

Anrufe des Partners immer annehmen. Häufig zusammen verreisen. Geschenke machen. Warum also nicht dabei sein? Doch schon bald ist klar, sie können dem Pakt nicht mehr entkommen, schlimmer noch, die Strafen für Vergehen sind drakonisch. Ein Treueschwur, der zu einem der schlimmsten Albträume wird.

Meine Meinung:

"Der Pakt" ist mit seinen 556 Seiten kein Fliegengewicht eines Thrillers und doch raste ich durch diese Geschichte, die mich auf ihre Art und Weise fesselte, faszinierte und gefangen hielt. Ein Gedankenspiel, welches mich selbst nicht mehr losließ und welches mir sehr oft einen gewaltigen Gänsehautschauer bescherte.

Was wäre, wenn es eine Organisation gäbe, die es sich zur Aufgabe macht, die Ehe zu schützen und das mit allen Mitteln? 

Was wäre, wenn es Richtlinien und Regeln gäbe, an die sich alle verheirateten Paare halten müssten und welche so ausufernd detailliert beschrieben sind, dass sich die Ausführung zu einem wahren Drahtseilakt gestaltet? Was wäre, wenn die minimalste Abweichung von diesen Vorschriften mit harten Strafen und Gefängnisaufenthalten geahndet werden würde?

Freitag, 19. April 2019

[Challenge] Wir lesen Frauen - eine Lesechallenge

Wir lesen Frauen - was verbirgt sich hinter diesem Motto, dieser Lesechallenge? Eva-Maria Obermann, mit ihrem Blog Schreibtrieb, hat diese wundervolle Idee ins Leben gerufen und ich schließe mich mit Freuden dieser Aufgabe an. Eigentlich ist es ganz einfach:

Innerhalb von 12 Monaten sollen 12 Bücher von 12 oder mehr AutorINNEN gelesen werden.

Doch ist es wirklich so einfach? Wenn ich durch unsere Bibliothek gehe und den Blick schweifen lasse, fällt mir als erstes die Vielfalt unserer Sammlung auf. Alle möglichen Themen, Genre sind vertreten, mal mehr, mal weniger intensiv.

Suche ich allerdings gezielt nach Autorinnen, ist das Ganze schon ein wenig schwieriger. 

Nicht das wir keine Bücher von Frauen besitzen würden, allerdings tummeln sich schon eine Menge mehr männlicher Autoren in unseren Regalen als weibliche Autorinnen. Warum ist das so?

Genau diese Frage möchte ich mit dieser Challenge in Angriff nehmen und dabei nicht nur Bücher von meinem SUB lesen - denn gleichzeitig möchte ich auch wissen: Übersehe ich in gewissen Genre wie Sci-Fi oder Thrillern einfach die weiblichen Schriftstellerinnen rigoros oder blicke ich zu wenig über meinen eigenen Tellerrand hinweg?

Mittwoch, 17. April 2019

[Rezension] Das Leben, das wir begraben - Allen Eskens




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Das Leben, das wir begraben von Allen Eskens

Umfang: 416 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Festa Verlag | Preis: 19,99 € 




Der Student Joe Talbert muss fürs College mit einem völlig Fremden ein Interview führen. Dafür sucht er in einem Pflegeheim nach der passenden Person und trifft auf den krebskranken, im Sterben liegenden Carl Iverson.

Doch Iverson ist kein harmloser alter Mann. Er ist ein verurteilter Mörder. Vor 30 Jahren soll er ein Mädchen missbraucht, umgebracht und in seinem Schuppen verbrannt haben. Nach einigen Gesprächen erkennt Joe, dass etwas an dem grausamen Mordfall nicht stimmt. Es gibt zu viele Widersprüche. Joe überkommt eine regelrechte Besessenheit, die Wahrheit herauszufinden … Doch das könnte seinen eigenen Tod bedeuten!

Meine Meinung:

Ich lese bereits seit Jahren Bücher aus dem Festa Verlag - waren es vor zwei Jahren noch die Extrem-Bände, die mich in ihren Bann zogen, sind es mittlerweile weniger die blutigen Geschichten, die mich faszinieren, sondern die Romane mit dem gewissen Etwas an Grusel, Unheimlichkeit und Grausamkeit.

Dementsprechend war ich unglaublich neugierig auf "Das Leben, das wir begraben", denn das hörte sich im ersten Moment für mich so gar nicht nach Festa an ... und wer das übliche Verlagsprogramm kennt, wird wissen von was ich spreche.

Leider lag es erst eine Weile auf meinem SUB, bis ich dazu griff. Ein großer Fehler wie sich rasch herausfinden sollte, denn kaum hatte ich einige Seiten gelesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Die Geschichte sog mich regelrecht in sich ein und ließ mich nicht mehr los. Seite um Seite zog an mir vorbei, während ich überlegte, wem ich in diesem Buch trauen kann und wem nicht, wer die Wahrheit erzählt oder wer sich als gekonnter Lügenbaron entpuppt.

"Sie wissen gar nichts über mich", sagte ich. "Sie wissen nicht, wo ich herkomme oder womit ich mich herumschlagen muss. Sie haben keine Ahnung, welche Scheiße ich durchmassen musste, bevor ich hierher gekommen bin. Ob Sie mir ihre Geschichte erzählen, ist Ihre Sache. Das liegt ganz bei Ihnen. Aber wagen Sie es nicht, ein Urteil über mich zu fällen." 
Iverson warf einen Blick auf meine weiß hervortretenden Fingerknöchel, dann sah er mir in die Augen. [...] "Das ist gut", sagte er. "Was ist gut?" "Dass du verstehst, wie falsch es ist, jemanden zu verurteilen, bevor man seine Geschichte kennt."

Ein kurzer Abriss, um was es eigentlich geht: Joe Talbert, ein junger Student, soll für ein Projekt einen alten Menschen interviewen und dessen Lebensgeschichte aufschreiben. Da er keine lebenden Verwandten mehr hat, entschließt er sich in einem Pflegeheim nachzufragen. Dort trifft er auf Carl Iverson, 60 Jahre alt, schwer krebskrank und ein verurteilter Mörder und beschließt aus Zeitnot, ihn für sein Projekt zu interviewen.

Samstag, 13. April 2019

[Rezension] Die letzte Königin / Das schlafende Feuer - Emily R. King




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Die letzte Königin von Emily R. King

Umfang: 383 Seiten | Genre: Romantasy

Verlag: LYX | Preis: 15,00 € 




Sie kämpft für ihre Liebe und das Schicksal ihres Volkes!

Die achtzehnjährige Kalinda ist behütet bei der Heiligen Schwesternschaft aufgewachsen. Doch ein Besuch des Tyrannen Rajah Tarek reißt sie abrupt aus ihrem friedlichen Leben heraus. Sie soll die hundertste Ehefrau des Herrschers werden – ein Platz, den sie gegen die anderen Ehefrauen und Kurtisanen Tareks im Zweikampf verteidigen muss. Ihr einziger Trost in der feindseligen Welt des Hofes ist ihr junger Leibwächter Deven Naik. Ihn zu lieben ist ihr verboten, doch Kalinda begreift schon bald, dass sie niemals die Frau des grausamen Tarek sein kann. Ihre einzige Chance liegt in der verborgenen Macht, die tief in ihr schlummert …

Meine Meinung:

In den letzten Jahren ist es für mich immer schwieriger geworden, lesenswerte Romantasy Titel zu finden, aus denen nicht der Kitsch tropft oder in welchen die komplette Handlung, aufgrund der Liebesbeziehung, auf Nimmerwiedersehen im Hintergrund verschwindet. Und doch probiere ich ab und zu gerne neue Bücher in diese Richtung aus, in der Hoffnung irgendwann wieder eine Geschichte zu finden, die mich begeistern und mitreißen kann.

"Die letzte Königin" hat das endlich wieder geschafft und ist dabei doch fast mehr Fantasy als Romantasy, denn die Handlung zeichnet sich nicht hauptsächlich durch romantische Szenen aus, sondern viel mehr durch einen spannungsreichen und magischen Plot.

Wir erleben ein junges Mädchen namens Kalinda, welche in einem Schwesternorden in den Berge aufwächst und seit ihrer Kindheit von einem mysteriösen Fieber heimgesucht wird. Zusammen mit ihrer besten Freundin Jaya trainiert sie für ihren großen Tag, denn dann können alle jungen Frauen eines gewissen Alters sich im Nahkampf gegeneinander behaupten und endgültig in den Orden aufgenommen werden.

Doch es kommt alles anders als geplant, denn Rajah Tarek, der grausame Herrscher des Landes, betritt Kalindas heile Welt und reißt sie aus ihrer gewohnten Umgebung. Sie soll seine hundertste Ehefrau werden ... allerdings ist dies mit einem Kampf auf Leben und Tod verbunden.
Sterbliche Männer und Frauen wurden nach dem Ebenbild der Götter geschaffen – Himmel in ihrer Lunge, Erde unter ihren Füßen, Feuer in ihrer Seele und Wasser in ihrem Blut.
Grob zusammengefasst ist das der Einstieg in die Geschichte und dieser konnte, meiner Meinung nach, nicht besser sein. Emily R. King hat eine fantastische Welt im Stile von 1001 Nacht entstehen lassen, welche ihre ganz eigenen Mythen und Mysterien beinhaltet und lässt sie nach und nach vor dem Auge des Lesers Gestalt annehmen.

Dienstag, 2. April 2019

[Rezension] Habitat - Peter Cawdron



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Habitat von Peter Cawdron

Umfang: 352 Seiten | Genre: Science-Fiction

Verlag: Heyne | Preis: 12,99 € 



Die Menschheit hat ihren Fuß auf den Mars gesetzt. Die neue Habitatsiedlung „Endeavor“ wird als Triumph des menschlichen Forscherdrangs gefeiert. Einhundertzwanzig Wissenschaftler, Techniker und Astronauten arbeiten hier.

Sie sind auf alle Eventualitäten vorbereitet – nur nicht darauf, dass plötzlich die Funksignale von der Erde verstummen. Gefangen auf dem Mars, können die Kolonisten über die Katastrophe, die auf ihrem Heimatplaneten passiert sein mag, nur rätseln. Und hoffen, dass sie hier überleben …

Meine Meinung:

Wie viele andere habe ich vor einigen Jahren "Der Marsianer" von Andy Weir gelesen und war sofort begeistert von dem Setting auf dem Mars, dem schwarzen Humor und der Leichtigkeit, mit welcher der Autor mich von seiner Geschichte überzeugen konnte, trotz des vielen Technik-Krams und dem Sci-Fi-Genre, welches ich bis zu dem Zeitpunkt ein wenig gemieden hatte.

Danach allerdings schwächte meine Begeisterung rasch ab, denn ich konnte kaum Bücher finden, die mich ansprachen. Die Klappentexte versprachen Weltraumkriege, interstellare Schlachten, Planeteneroberungen oder waren so ausschweifend kompliziert, das sich meine Nackenhaare aufstellten. Ich wollte leicht verständliche Science-Fiction, vielleicht ein wenig Robotik oder eine KI, die ihr Unwesen treibt, aber diese Geschichten versteckten sich vor mir und so griff ich sehr selten zu Büchern aus diesem Genre.
Der Mars ist von irdischen Angelegenheiten unberührt, er war es schon seit Jahrmilliarden. Als ich auf die uralte Landschaft hinausblicke, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass das Leben auf der Erde durch nukleare Detonationen rund um den Globus erschüttert wurde. Hier ist alles so ruhig.
Als ich in den Verlagsvorschauen nun "Habitat" sah, war meine Neugierde sofort geweckt. Das Cover  mit dem Astronauten und der Marslandschaft stach mir gleich ins Auge, der Klappentext versprach eine spannende Handlung und aus diesen Gründen wagte ich mich an das Buch, entschlossen einen würdigen Nachfolger für den Marsianer zu finden.

Der Einstieg in die Geschichte beginnt wortwörtlich mit einem großen Knall - auf der Erde ist ein Atomkrieg ausgebrochen, alle Nationen scheinen sich wahllos zu bombardieren und auch innerhalb der Marskolonie bricht das Misstrauen aus. Es ist keine Kommunikation nach außen möglich, die Gruppen schotten sich voneinander ab und die große Frage schwebt im Raum: Wer hat wen angegriffen und warum?

Diesen Zwiespalt, die Unwissenheit und die Isolation auf dem Mars; all das zusammen ergibt eine explosive Atmosphäre, die Peter Cawdron gekonnt auszureizen versteht. 

Die Beschreibungen über die atomare Zerstörung, die Verzweiflung und Trauer der Kolonisten trieben mich mit einem Gefühl der Beklemmung durch die Seiten.

Samstag, 16. März 2019

[Rezension] Mein Jahr mit dir - Julia Whelan



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Mein Jahr mit dir von Julia Whelan

Umfang: 480 Seiten | Genre: Liebesroman

Verlag: Penguin | Preis:13,00 € 



Du kannst dein Leben planen, aber nicht deine große Liebe ...

Es soll das Jahr ihres Lebens werden. Mit einem Stipendium erfüllt sich Ella endlich ihren lang ersehnten Traum von einem Auslandsjahr in Oxford. Doch gleich am ersten Tag stößt sie dort mit dem arroganten Jamie Davenport zusammen, der zu allem Übel auch noch ihren Literaturkurs leitet.

Als Ella und Jamie eines Abends gemeinsam in einem Pub landen, kommen sie sich viel näher als geplant. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, spürt Ella, dass sie sich in ihn verlieben wird. Sie ahnt nichts von Jamies tragischem Geheimnis und davon, dass diese Liebe sie vor die größte Entscheidung ihres Lebens stellen wird ...

Meine Meinung:

Hinter dem etwas kitschig anmutenden Cover von "Mein Jahr mit dir" verbirgt sich ein Roman, welcher mich nicht mehr hätte überraschen können. Wer hier eine seichte Romanze mit Universitäts-Setting erwartet, wird schnell enttäuscht werden, denn Julia Whelan präsentiert uns eine Geschichte über das Leben und die Liebe, welche sich einem in das Herz einbrennt und nicht so schnell loslässt.

Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, was mich so sehr fasziniert hat an diesem Roman - Julian Whelan hat eine ganz eigene und besondere Art, diese Geschichte zu erzählen und eine Atmosphäre zu erschaffen, die mich während des Lesens immer tiefer in ihren Bann gezogen hat.

Oxford und seine Kneipen, das College und seine Studenten, Ella und ihre Liebe zur Literatur ... all das ergab eine so wundervolle und zauberhafte Stimmung, die sich wie eine warme Decke um mich legte.
Ich wünschte, ich könnte sagen, dass Oxford nach Pergament und Zimt oder irgendetwas Poetischem riecht, aber im Augenblick riecht es einfach nur nach Stadt. [...] Es ist ein ganz gewöhnlicher Tag in Oxford, aber für mich ist er magisch.
Und die Literatur kommt in dieser Geschichte keineswegs zu kurz: Jedes Kapitel wird mit einem Gedicht eröffnet und diese verändern sich von der Stimmung auch passend zum Verlauf des Romans, was mir einerseits ziemlich gut gefiel und andererseits mir schon einen Kloß in den Hals setzte, bevor ich überhaupt in das Kapitel eingetaucht war.