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Mittwoch, 4. September 2019

[Rezension] Himmeldonnerglöckchen von Jasmin Zipperling



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Himmeldonnerglöckchen von Jasmin Zipperling

Umfang: 76 Seiten | Genre: Kinderbuch

Verlag: Books on Demand | Preis: 16,99 € 




Als angehende Osterhäsin soll Hopsi stillsitzen, die Löffel spitzen und aufpassen. Aber Hopsi schmatzt, wenn sie aufgeregt ist und schlägt viel lieber Purzelbäume.

Aus Versehen landet sie mit dem frechen Wichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt. Das ist ein zauberhafter Ort, an dem man den Christbaumschmuck in der Luft fangen muss, Nüsse auf einer Wippe hackt und wo man jede Menge Spaß haben kann.

Schnell fragt sich Hopsi: Himmeldonnerglöckchen! Was spricht dagegen, keine Oster- sondern eine Weihnachtshäsin zu sein?

Meine Meinung:

Eine weihnachtliche Geschichte mit einem Osterhasen Ende August lesen ... geht das? Ja, das geht und zwar ganz ausgezeichnet - denn diese zuckersüße Vorlesegeschichte für Kinder ab 4 Jahren brennt sich ab der ersten Seite in das Leserherz, sodass es völlig egal ist, welche Jahreszeit gerade herrscht.

Als ich auf Twitter mitbekam, dass "Himmeldonnerglöckchen" in den letzten entsteherischen Zügen lag und den Klappentext zum ersten Mal laß, war ich Feuer und Flamme. Ich freute mich riesig auf das Erscheinen von Jasmin Zipperlings Kinderbuch und bekam es prompt vor Erscheinen in einem superniedlichen Paket zugeschickt, was mein Bloggerherz höher schlagen ließ.

Nebst einer wundervollen Tasse, selbstgemachten Zimtsternen (es waren einfach zu wenige *mampf*) und einem handgeschriebenen Brief vom Weihnachtsmann, durfte ich auch ihr Kinderbuch endlich in den Händen halten - und war sofort angetan von den niedlichen Illustrationen und dem schönen Bilderbuchformat.

"Himmeldonnerglöckchen" ist eine zauberhafte Geschichte rund um die Stärkung von kindlichem Selbstvertrauen, über Freundschaften und die schönste Zeit im Jahr: Weihnachten.

Es geht um Hopsi, eine kleine Häsin, die eigentlich dabei ist, eine Osterhäsin zu werden. Ihre große Schwester Hoppeline ist soeben Ober-Osterhäsin geworden und hat nun die Aufgabe, alle anderen Hasen und Häsinnen bis zum nächsten Osterfest in die große Aufgabe des Ostereier-Versteckens einzuweihen und zu trainieren.
Da öffnete sich eine Luke in der Decke. Ein gezwirbelter Lautsprecher erschien und spielte eine feierliche Trompetenmelodie. Die Wichtel verstummten und blickten nach oben. "Liebe Weihnachtshelfer!", kam es aus dem Lautsprecher. "Es ist wieder ein Tag weniger bis Weihnachten!" Lauter Jubel ertönte. Die Engel klatschten begeistert in die Hände, die Wichtel warfen ihre Mützen in die Luft.
Was mir beim Lesen direkt auf den ersten Seiten das Herz schwer gemacht hat, war die Tatsache, wie Hopsi von den anderen Hasenjungs schikaniert und gemobbt wird. Sie möchte einfach nur dazugehören, möchte ihre Aufgabe richtig machen und hat die Angewohnheit, zu Schmatzen wenn sie aufgeregt ist. Doch das ist mit einer der Gründe, warum Lutz und seine Freunde sie veralbern und schlecht machen, was Hopsi sich sehr zu Herzen nimmt.

Hier wird ein sensibles Thema aufgegriffen und gut umgesetzt, auch wenn ich hier beim Vorlesen, wie auch beim Selbstlesen von älteren Kindern, immer das Gespräch und die Erklärung mit dem Kind suchen würde, um darüber altersgerecht zu reden - also quasi begleitendes Lesen. Und wann sollte eine bessere Möglichkeit kommen über Mobbing oder Ausgrenzung zu sprechen, als in dieser Geschichte?
"Willst du auch mal ein Rad schlagen oder einen Purzelbaum machen?" fragte Michi. Hopsi schüttelte den Kopf. "Danke, aber lieber nicht. Die anderen Hasen finden das peinlich." Michi lachte. "Warum interessiert dich die Meinung von anderen?"  
Auf Hopsis Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. Es stimmte: Sie musste gerade keine Eier verstecken, also konnte sie doch ein bisschen toben und laut sein. Ganz heimlich natürlich.
Mit Fortschreiten der Handlung wandelt sich Hopsi vom unsicheren Häschen zu einer Häsin mit einer gewissen Portion Selbstvertrauen und dem Wissen, wie sie sich gegen die anderen Hasen zur Wehr setzen kann.

Besonders gelungen fand ich eben genau diesen Wandel - Hopsi wird in der Weihnachtswerkstatt ermutigt Dinge auszuprobieren, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und sich so zu akzeptieren ( mit allen Macken ), wie sie eben ist. Dabei helfen ihr ihre neu gewonnene Freunde Wichtel Michi und Angelina, welche in der Weihnachtsbäckerei arbeitet. Dort findet Hopsi ihre wahre Berufung und kann nebenbei auch  noch den gemeinen Plätzchendieb stellen, der dort sein Unwesen treibt.
An seiner Stelle erschien ein Männchen mit roten Locken, das prompt über einen Zweig auf dem Waldboden stolperte. Seine grüne Zipfelmütze rutschte ihm dabei vom Kopf. Das Männlein grapschte nach seiner Mütze und setzte sie sich wieder auf. Dabei bimmelte ein Glöckchen, das am Zipfel hing.  [...] 
"Ich heiße Hopsi". Sie deutete mit der Pfote auf ihre Brust. "Und wer bist du?" "Himmeldonnerglöckchen, das siehst du doch. Ich bin Michi und ich bin ein Weihnachtswichtel."
Ich mochte die ganze Atmosphäre in der Weihnachtswerkstatt unglaublich gerne - auch wenn wir erst Anfang September haben, habe ich den kleinen aber feinen Duft von Plätzchen und Tannenzweigen gerochen und mich hineinfallen lassen in diese heimelige Stimmung. Hopsi hilft bei allen möglichen Tätigkeiten dort aus, wie z.B. in der Glasbläserei oder beim Tannenbaum schmücken und so bekommen nicht nur Kinder Lust auf das Weihnachtsfest und auf das Ganze Drumherum.

Während Wichtel Michi einen weihnachtlichen Fluch nach dem anderen von sich gab und mich damit permanent zum Schmunzeln brachte, schlichen sich auch die Illustrationen von Esther Wagner in mein Herz, die das Buch mit dem nötigen weihnachtlichen Flair einhüllten. Und die ganzen Erklärungen, welche es für kindliche Leser einfach macht, manche Begrifflichkeiten besser zu verstehen, kann ich ebenso nur loben - da wurde definitiv mitgedacht!

Mein Fazit:

Zickiger Zuckerguss, was für eine wundervolle und ans Herz gehende Geschichte für Groß und Klein, Alt und Jung. Als Einstimmung fürs Weihnachtsfest oder für alle, die das ganze Jahr über in weihnachtlicher Stimmung sind, ist dies genau das richtige Buch zum Vor- oder Selbstlesen. Aber Achtung:

Während des Lesens kann sich ein akutes Plätzchenverlangen einstellen, also lieber Spekulatius oder andere Weihnachtsknabbereien auf Vorrat haben, damit dieses sofort gestillt werden kann! Optional findet sich hinten im Buch ein Rezept für Zimtsterne, welches ganz verzweifelte Plätzchenopfer direkt nachbacken können.

Alles in allem ist "Himmeldonnerglöckchen" ein ziemlich gelungenes Gesamtwerk, welches mich komplett von sich überzeugen konnte und ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich es meiner kleinen Tochter vorlesen kann!

*~5 von 5 Sterne~*

P. S.: Nächstes Jahr erscheint ein zweiter Band, in welchem Hopsis Abenteuer weitergeht ... ich kann es kaum abwarten!

Montag, 25. Februar 2019

[Rezension] Ira / Zorn des Taaffeits - Alexandra Schmidt




*Werbung / Rezensionsexemplar*

Ira - Zorn des Taaffeits von Alexandra Schmidt

Umfang: 232 Seiten | Genre: Kriminalroman

Verlag: Books on Demand | Preis: 8,99 € 



Als die Fotografin Edda Betony überraschend von ihrer Tante in das Haus ihrer Kindheit gerufen wird, will sie es zunächst kaum glauben. Doch neben einem Brief hat die Familie ein blutdurchtränktes Tuch mit einer Haarlocke von Tewes erhalten, die jeden Zweifel ausräumen.

Während Eddas Onkel über die Bedingungen der Entführer schweigt, beginnen Edda und ihr älterer Cousin Gunnar, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei durchlaufen sie Stationen ihrer gemeinsamen Kindheit und kommen bald einem fast dreißig Jahre alten Verbrechen auf die Spur.
Schließlich muss Edda erkennen, dass Tewes' Entführung maßgeblich mit dem frühen Tod ihrer Eltern verbunden ist. Wird sie die Wahrheit ans Licht bringen und Tewes retten können?

Meine Meinung:

"Ira - Zorn des Taaffeits" war ein Krimi, welcher mich mit seinem Klappentext lockte, mit einer interessanten Grundidee die Handlung bestritt (welche dem Leser aber auch erst zu Ende enthüllt wird) und in einem kleinen Desaster für mich endete - aber alles schön der Reihe nach. 

Bereits vor Weihnachten schrieb Alexandra Schmidt mich per E-Mail an und stellte mir ihre Krimi-Reihe rund um die Betony Familie vor. Nachdem mich die Leseprobe sehr neugierig gemacht hatte, zog kurzentschlossen ihr Buch bei mir ein und wartete seitdem geduldig in meinem Bücherregal darauf, endlich von mir in die Hand genommen und gelesen zu werden.

Nach der Geburt von unserer Tochter und den ersten aufregenden Wochen pendelte sich langsam eine gewisse Routine bei uns ein und ich bekam wieder Lust, mich in einen spannenden Krimi entführen zu lassen - gesagt, getan: Ich griff zu "Ira" und tauchte in die Geschichte ein.

Wir als Leser begleiten Edda, welche mit Schrecken von ihrer Tante und Ziehmutter erfahren muss, das ihr Cousin Tewes entführt worden ist. Eilig macht sie sich auf den Weg in ihr Elternhaus, um auf eigene Faust zu ermitteln, denn ihr Onkel schweigt sich über die Bedingungen der Entführer aus und möchte auf keinen Fall die Polizei einschalten.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

[Rezension] Gefesselt Der Anfang - Elenor Avelle



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Gefesselt - Der Anfang von Elenor Avelle

Umfang: 388 Seiten | Genre: Dystopie

Verlag: Books on Demand | Preis: 12,99 € 



Der Ausbruch der Seuche, die die Menschheit vernichtet, ist noch Jahre entfernt, doch schon jetzt werden Entscheidungen getroffen, die in die Katastrophe führen ...

Rebecca und ihre Zwillingsschwester sind unzertrennlich - bis Gabriella ein Jobangebot von der Firma Genetics erhält und kurz darauf spurlos verschwindet. Aus sämtlichen Erinnerungen getilgt, glaubt nur noch Rebecca an ihre Existenz. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen, nicht ahnend, in welche Gefahr sie sich begibt.

Die Spuren führen sie von Berlin nach London, der Heimatstadt von Gill. Er möchte eigentlich Musik studieren, doch das kommt für seinen dominanten Vater nicht in Frage. Um seinem Einfluss zu entkommen, verpflichtet Gill sich der britischen Armee und wird dort viel tiefer in die Machenschaften von Genetics verstrickt, als ihm bewusst ist.
Rebecca und Gill setzen Dinge in Gang, die sie nicht kontrollieren können - und der Ausbruch rückt unaufhaltsam näher.

Gefesselt - Der Anfang ist der erste Teil eines unabhängigen Prequel Spin-Offs von Infiziert - Geheime Sehnsucht.

Meine Meinung:

Ich muss gleich am Anfang meiner Rezension eine Sache gestehen: Ich persönlich lese lieber die Dystopien, welche während der gesamten Handlung auf eine Katastrophe hinsteuern und dann zum Schluss den Ausbruch, die Zombieapokalypse oder den großen Knall schildern.

Wenn mich eine Geschichte schon von Anfang an in ein Szenario manövriert, welches bereites während dem Unglück spielt, macht mich das manchmal schier wahnsinnig - denn ich bin jemand, der alles genau wissen möchte und das am liebsten sofort. Wie ist es dazu gekommen? Wie sah die Welt vorher aus? Was für Persönlichkeiten waren unsere Charaktere vor dem Ausbruch und wie verändern sie sich innerhalb dieser neuen Gesellschaft?

All diese Fragen, und noch viele mehr, schwirren mir dann oftmals durch den Kopf und werden mal mehr, mal weniger beantwortet. 

Aus diesem Grund greife ich eher zu den Geschichten, die mir das von selbst erzählen und mir so den benötigten Background liefern, um die Grundkonstellation überhaupt zu verstehen.

Sonntag, 25. November 2018

[Rezension] Caspars Schatten - Michael Leuchtenberger



*Werbung - Rezensionsexemplar*

Caspars Schatten von Michael Leuchtenberger

Umfang: 292 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Books on Demand | Preis: 9,99€

*~Kauf mich~* 


David und Miriam werden von ihrem exzentrischen Jugendfreund Caspar zu einer Feier eingeladen. Für die Geschwister beginnt mit dem eigentlich erfreulichen Anlass ein Albtraum.

Caspar ist überzeugt, einen Bund mit unsichtbaren Mächten geschlossen zu haben. Zu spät erkennen David und Miriam, wozu ihr alter Freund wirklich fähig ist...

Meine Meinung:

„Caspars Schatten“ wäre mir von allein wohl gar nicht über den Weg gelaufen, hätte mich der Autor nicht auf Twitter angeschrieben und mir sein Debüt auf liebenswerte Art und Weise schmackhaft gemacht. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an dich Michael und an das BoD-Team, welches mir diesen Thriller zur Verfügung gestellt hat - ich habe mich sehr darüber gefreut.

Gleich zu Beginn, auf den ersten Seiten, umfängt den Leser eine mysteriöse, drohende Stimmung. 

Sie ist nicht wirklich greifbar, umhüllt aber die ganze Handlung und bleibt fortwährend bestehen, während das Unheil sich immer mehr verdichtet und ich atemlos durch die Seiten hetzte.

Dazu muss ich sagen, dass das Böse hierbei immer nebulös bleibt, keine reale Gestalt zugeordnet bekommt, was den Spannungsbogen in meinen Augen immer weiter in die Höhe trieb und einen gewissen Reiz ausübte, denn so wanderten meine eigenen Gedanken umher und erschufen ganz eigene Monster und Unheimlichkeiten.

Im Verlauf des Romans hatte ich oft ein ziemlich ungutes Gefühl, eine Gänsehaut im Nacken und mit Recht die Vermutung, dass das hier kein normaler Geburtstagsbesuch für unsere Hauptprotagonisten David und Miriam werden wird. Die Atmosphäre wird von Seite zu Seite dichter, der Autor schafft es, den Leser langsam aber sicher in wildere Fahrtwasser zu lenken.

Ehe man es sich versieht, steckt man mitten drinnen in einer ganz außergewöhnlichen Geschichte.

Casper  ist ein wahnsinnig interessanter Charakter und gerade deswegen hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Hintergrundwissen zu ihm und seiner Gabe gewünscht, denn er kann von Kindsbeinen an mit unsichtbaren Naturwesen kommunizieren, worum sich auch schlussendlich die ganze Handlung dreht – das kann ich verraten, ohne euch natürlich zu spoilern, keine Angst!

Ganz ohne Informationen zu den übernatürlichen Geschehnissen lässt uns der Autor nicht, häppchenweise bekommt man mit, was Casper und seine Gefolgschaft für Ziele verfolgen und mit welchen Mitteln sie diese durchsetzen möchten.
Nachdem er eine Weile gedöst hatte, merkte er plötzlich, dass etwas seinen Arm streifte. Kein Grashalm im Wind, kein Insekt. Etwas größeres, das sich kühl anfühlte. Eine Hand? Irgendetwas war neben ihm, über ihm und verdeckte die Sonne. […] 
Dann hörte er eine Stimme, leise, aber doch deutlich. „Caspar“, sagte sie. Der Junge wagte  nicht zu sprechen und blieb erstarrt liegen. Dann sagte die Stimme „Wir freuen uns, wenn du hier bist."
David und Miriam müssen das leider am eigenen Leibe erfahren und erleben dabei ganz unterschiedliche Versionen von Casper und seiner Überredungskunst.Während Miriam sich komplett von seinem Charme einwickeln lässt und somit gefundenes Fressen für die dunklen Mächte und Casper darstellt, versucht David sich und seine Schwester zu retten und riskiert dabei sein eigenes Leben.