Mittwoch, 4. Februar 2015

[Kurzrezensionen #3] Kindeswohl / Die Frau auf der Treppe

Kindeswohl - Ian McEwan


Kurzbeschreibung:

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen geht.

Ein 17-jähriger Junge, der an Leukämie leidet, benötigt dringend eine Bluttransfusion. Aber seine Familie - Zeugen Jehovas - lehnt das aus religiösen Gründen ab. Genauso wie er selbst. Doch ohne Transfusion wird er qualvoll sterben. Fiona bleiben für ihr Urteil weniger als 24 Stunden. Kann sie jetzt, inmitten ihres emotionalen Tumults, ihre kühle Professionalität bewahren?

224 Seiten, 21,90€ aus dem Diogenes Verlag

Meine Meinung:

Ich bin so oder so McEwan verfallen, habe fast jedes seiner Bücher verschlungen und freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind wenn ein neuer Roman erscheint. Bisher bin ich noch nie enttäuscht worden und auch "Kindeswohl" konnte mich begeistern. Sein Schreibstil hat seine Ecken und Kanten, machen ihn aus diesem Grund zu etwas besonderen und lässt einen lange nach dem Lesen auch nicht in Ruhe.

Ich fand es unheimlich spannend einer Richterin ( und ihren Gewissenskonflikten ) quasi über die Schulter blicken zu können, eine Gerichtsverhandlung mitverfolgen können und habe über viel über die verschiedenen Fälle nachgedacht.

Wie hätte ich gehandelt? Der Autor schafft es wie kein anderer den Leser direkt anzusprechen, setzt sich in seinen Gedanken fest und kommt dort so schnell nicht mehr heraus. 

Mein Fazit:

Ein ruhiges Buch mit starken Charakteren, Gewissensfragen und dem schmalen Grad zwischen Leben und Tod - wer darf darüber entscheiden und kann das gut gehen? Absolute Lese-Empfehlung für Liebhaber von Mitdenkbüchern, Fans von McEwan und allen anderen! Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.


Die Frau auf der Treppe - Bernhard Schlink

Kurzbeschreibung:

Das berühmte Bild einer Frau, lange verschollen, taucht plötzlich wieder auf. Überraschend für die Kunstwelt, aber auch für die drei Männer, die diese Frau einst liebten - und sich von ihr betrogen fühlen. In einer Bucht an der australischen Küste kommt es zu einem Wiedersehen: 

Die Männer wollen wiederhaben, was ihnen vermeintlich zusteht. Nur einer ergreift die Chance, der Frau neu zu begegnen, auch wenn ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt.

256 Seiten, 21,90€ aus dem Diogenes Verlag

Meine Meinung:

Jaaaa, direkt nach "Kindeswohl" habe ich nach diesem Buch gegriffen und habe mir eine ähnliche Thematik gewünscht - ein Anwalt, ein Streit um ein Bild ... Doch es kam dann anders als ich dachte. Ich habe einen Anwalt bekommen, welcher sich wie ein pubertierender Teenager benimmt, seinen Beruf für eine Frau aufgeben würde und überhaupt völlig unüberlegt an Situationen herangeht. Mit keinem der Charaktere konnte ich Sympathien aufbauen, eher haben sie mich verzweifeln lassen oder gar nicht berührt.

Auch konnte mich Schlinks Schreibstil so gar nicht begeistern, die erste Hälfte des Romans hat sich wie Kaugummi gezogen , konnte mich irgendwann gar nicht mehr begeistern und nur durch die Empfehlung einer Kollegin habe ich es schlussendlich fertig gelesen.

Die Grundhandlung ist noch in meinem Gedächtnis vorhanden, alles andere habe ich vergessen bzw. verdrängt. Was aber mich nicht losließ ist die Frage warum Bernhard Schlink seinen Protagonisten so willenlos und pubertär gezeichnet hat. 

Mein Fazit:

Entweder bin ich noch zu jung um die wahre Essenz der Geschichte zu begreifen oder das Buch hat mich in einer falschen Stimmung erwischt - höchstwahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. 

Ob ich demnächst nochmal zu einem Schlink greife wird sich zeigen; sein neuester Roman konnte mich eben nicht erreichen. Ich vergebe 1 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

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