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Samstag, 17. Oktober 2015

[Kurzrezensionen #9] Julia für immer / Das Lied der Dunkelheit

Julia für immer - Stacey Jay

Kurzbeschreibung:

Was ist wirklich geschehen, damals in Verona, im Schicksalsjahr 1304? Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Als Söldner der Apokalypse verhindert er seit 700 Jahren, dass Liebende zueinanderfinden. 

Doch auch Julia ist in Wahrheit unsterblich geworden – und streitet auf der Seite der Botschafter des Lichts für die wahre Liebe. Als erbitterte Feinde kämpfen sie in verschiedenen Körpern für ihre jeweilige Mission. Jahrhunderte später „erwacht“ Julia im Körper des Mädchens Ariel. Auf der Suche nach deren Seelenverwandtem trifft sie zu ihrem großen Entsetzen zum ersten Mal auf Romeo selbst. Dies könnte ihr letzter Kampf werden. Es sei denn, die Liebe holt die beiden wieder ein, wenn auch anders als jemals vorstellbar ...

352 Seiten, 17,99 € als HC aus dem Egmont INK Verlag 

Meine Meinung:

Ganz ohne Erwartungen bin ich an diese Geschichte herangegangen, sie hat mich kalt erwischt, überrollt und damit ein wenig eingeschüchtert. Erwartet hatte ich eine klein wenig kitschige, aber doch romantische Geschichte ( jaja, Vorbereitung ist alles :D ), bekommen habe ich ein Fantasy-Spektakel der etwas anderen Art - zumindest habe ich das so empfunden.

Julia und Romeo wandeln immer noch auf dieser Welt, allerdings ein klein wenig anders, als wie man es sich vorstellen mag. Romeo hat seine geliebte Julia für ein unsterbliches Leben geopfert und Julia bekam ebenfalls die Chance auf ein ewiges Leben. Seitdem müssen beide gegeneinander antreten und wahre Liebende zusammenbringen ( = Julia ) oder sie gegeneinander ausspielen ( = Romeo ). Dabei geht es um Leben und Tod, um Sieg oder Niederlage.

Und jetzt, nach zig Jahren erbittertem Duell, treten sich die beiden von Angesicht zu Angesicht wieder gegenüber und müssen ihren letzen Kampf bestreiten. Dicht auf ihren Fersen sind Zombie-Julia und Zombie-Romeo, die sich beide ihrer alten Seelen wieder bemächtigen wollen. Können die beiden das unmögliche schaffen und wieder zusammenfinden in der Liebe?

Das ist so GROB die Umschreibung für dieses ganze Spektakel, in das ich hineingeschlittert bin. Die Grundsatz-Idee hat mir auch gut gefallen, nur bei der Ausführung und dem Schreibstil ist das ganze zusammengebrochen, denn es konnte mich zwar in seinen Bann ziehen, aber nicht wirklich überzeugen. Es war zu abstrakt, zu unreal für mich ( JA, es ist Fantasy, aber ein wenig muss es mich ja auch überzeugen ) und auch wie sich beide Charaktere verhalten haben hat mich doch ein wenig abgeschreckt.

Julia hat mich oft an eine quengelnde, pubertierende Jugendliche erinnert, die selbst nicht weiß was sie will; bzw. wen; und Romeo war der schlimmste Badboy, den ich mir hätte vorstellen können, aber gleichzeitig auch voller Angst um sein ewiges Leben - ach ich weiß auch nicht, es war einfach nicht mein Buch.

Mein Fazit:

Für diejenigen unter euch, die gerne einen Blick in eine ganz leicht angehauchte Fantasygeschichte werfen möchten werden hier garantiert ihre Freude daran haben. Lest euch allerdings aufmerksam durch, um was es genau geht, denn sonst könnte euch die Geschichte überrollen und begraben - ich hab lange gebraucht, um mich wieder hervor zu graben und war dementsprechend überfordert mit der ganzen Geschichte.

Ich vergebe 2 ( von 5 möglichen ) Bücherpunkte!


Das Lied der Dunkelheit - Peter V. Brett

Kurzbeschreibung:

… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen.

Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben. Es erzählt die Geschichte des größten Kampfes der Menschheit – der Kampf gegen die Furcht und die Dämonen der Nacht.


800 Seiten, 15 € aus dem Heyne Verlag

Meine Meinung:

Mit "Das Lied der Dunkelheit" hat damals ( so vor 7 Jahren ) meine Begeisterung für Fantasy-Geschichten begonnen, hat circa ein Jahr gewütet und danach wieder nachgelassen. Warum kann ich gar nicht sagen, aber irgendwann hat meine Thriller-Phase angefangen und die Fantasy-Romane sind immer weiter in Vergessenheit geraten. 

BIS JETZT, denn vor einigen Wochen kam der letzte Band dieser Reihe in den Buchhandel und die Nachfragen "Haben sie die Reihe gelesen? Wie war sie denn?" haben sich gehäuft. Gut, ich also mir den ersten Band über Skoobe wieder geholt, angefangen zu lesen und schon nach kurzer Eingewöhnungszeit habe ich die Geschichte inhaliert, bin mit Arlen Dämonen bekämpfen gegangen oder mit Leesha Kräuter sammeln gewesen. 

Peter V. Brett baut seinen Roman auf drei verschiedene Blickwinkel auf, was mir sehr gut gefallen und mich stets am Lesen gehalten hat, denn er versteht es fiese Cliffhanger einzubauen und dann den Leser bestmöglichst und lange mit der Fortsetzung hinzuhalten und zu foltern. 

So fliegt man dann durch die Seiten, denn man möchte ja wissen wie es weitergeht und gleichzeitig verliebt man sich in die anderen Handlungsstränge, möchte erfahren wie diese weitergehen und ehe man es sich versieht, hat man 800 Seiten locker aus der Hüfte weg gelesen.

Der Leser verfolgt die Charaktere über viele Jahre hinweg, man sieht sie aufwachsen und an ihren Aufgaben scheitern, erlebt die Verzweiflung der ganzen Menschheit, die sich kaum bis gar nicht gegen die Dämonen wehren können und lernt, das Angst immer etwas ist, was man überwinden kann - auf die eine oder andere Art und Weise. 

Der Autor schmückt nichts zu sehr aus, er kommt stets auf den Punkt seiner Erzählung und präsentiert dabei die einzelnen Protagonisten so detailliert, lebendig und echt, dass keiner im Hintergrund versumpft, sondern jeder seine Geschichte bekommt und damit im Kopf des Lesers präsent bleibt.

Mein Fazit:

Vielversprechender und süchtigmachender Auftakt zu einer "fantasytischen" ( Wortspiel - höhöhö :D ) Reihe, die ich garantiert weiter verfolgen werde. Auch beim zweiten Lesen hat Peter V. Brett mich überzeugen und fesseln können - wenn ein Autor DAS schafft, gebührt im mein ganzer Respekt! Ich vergebe

5 ( von 5 dämonisch-möglichen ) Buchpunkte!

Mittwoch, 17. Juni 2015

[Kurzrezensionen #8] Nachtsang / Kiss me Cowboy

Nachtsang - Julia Mayer


Kurzbeschreibung:

Anmerkung der Autorin:

ACHTUNG - Nachtsang ist eine Zusatz-Kurzgeschichte zu REHRUF und beinhaltet etwaige Spoiler. Wenn du REHRUF noch nicht kennst, rate ich dir, das Buch VOR Nachtsang zu lesen. 

Die Rehdoppel aus Wasserwacht sind gerade erst wieder zur Ruhe gekommen, als ein neues Abenteuer vor der Tür steht. Eines Tages tauchen zwei Eulendoppel bei ihnen auf und wollen die Herde optimieren. Zudem entwickelt Inga langsam romantische Gefühle für eines der anderen Rehdoppel. Werden ihre Gefühle erwidert? Oder wird ihr Leben nochmals auf den Kopf gestellt?

40 Seiten, 0,99 € aus dem Amazon Media Verlag

Meine Meinung:

Nachtsang ist eine kleine Kurzgeschichte, die nach den Ereignissen von Rehruf sich zugetragen haben. Schon diese Geschichte hatte mich verzaubert und durch den locker leichten Schreibstil der Autorin es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Als ich dann erfuhr, dass es eine Kurzgeschichte gibt, wollte ich diese unbedingt lesen und habe es auch nicht bereut.

Normalerweise bin ich kein Fan von solch richtig kurzen Geschichten, denn dieses Ebook umfasst nur 40 Seiten. Aber WAS für 40 Seiten! Sie sind gespickt mit Dramatik, Tragik und eine schier verzweifelten Inga, welche vor einer riesigen Entscheidung bzw. Trennung steht. Ich habe sie geliebt und verschlungen!

Mehr will ich gar nicht verraten über den Inhalt, nur noch so viel: Eine kleine zarte Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, mit welcher ich so ja gar nicht gerechnet hätte. Empfehlen würde ich, diese Kurzgeschichte wirklich gleich nach Rehruf zu lesen, wer dies aber nicht tut, sondern einige Zeit verstreichen lässt wird aber genauso wieder in die Geschichte, zu den Charakteren zurückfinden.

Mein Fazit:

Ich liebe die Welt rund um die Rehdoppel, bin fasziniert vom Schreibstil von Julia Mayer, die es jedes Mal schafft, mich in eine fantastische Welt hineinzuziehen und mich dort solange zu behalten, bis ich völlig darin aufgehe. Und das zu schaffen ... das ist ein richtig schweres Ding! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte


Kiss me Cowboy - Lita Harris


Kurzbeschreibung:

Unerbittlich rückt der Abgabetermin ihrer neuesten Cowboy-Romance näher und Carrie Harpers Nerven liegen blank. Im Kopf der jungen Bestseller-Autorin herrscht seit Monaten gähnende Leere und dann zieht obendrein noch Knall auf Fall ihr Freund aus. Da beschließt ihr Verleger, sie auf „die Ranch“ zu schicken, damit sie zur Ruhe kommt und konzentriert arbeiten kann. Dumm nur, dass sich das vermeintliche Wellness-Resort als eine Ansammlung von Weiden, Ställen und Hütten im tiefsten Texas entpuppt.

Doch dann ist da noch Yancy Mitchell. Der attraktive Cowboy mit handfestem Südstaatencharme ist Vormann auf der Bluebonnet-Ranch. Er wirbelt Carries Gefühlswelt tüchtig durcheinander und bringt sie dazu, ihr bisheriges Leben gründlich zu überdenken.

160 Seiten, 3,99 € aus dem Spicy Stories Verlag

Meine Meinung:

Lasst euch gleich vorab gesagt sein: Jaaa, das Cover finde ich auch ein wenig .... zu viel Kitsch, ABER die Geschichte ist ganz anders *kicher* - glaubt mir!! 

Für unseren Kurztrip ( der eher zum Kurzurlaub wurde! ) ins Tropical Island Berlin habe ich meinen Ebook-Reader mitgenommen, um genug Auswahl zum Lesen dabei zu haben. Und während ich bei tropischen Temperaturen am Sandstrand lag, habe ich mich perfekt in "Kiss me Cowboy" hineinfallen lassen können und es richtig gehend genossen, in die texanische Wildnis eintauchen zu können.

Wir begleiten die Autorin Carrie Harpers auf die Bluebonnet-Ranch im tiefsten Texas, auf welcher sie ihren neuesten Cowboy-Romance-Roman fertigstellen soll. Doch gleich bei der Ankunft wird sie vom attraktiven, aber etwas ruppigen Yancy Mitchell vergrault und wünscht sich bald nichts sehnlicher, als endlich wieder nach New York zurückzukehren. Doch es kommt alles anders, als sie es sich jemals gedacht hätte.

Carrie Hapers war mir zu Anfang ziemlich unsympathisch, sie ist eine verwöhnte und unberechenbare Großstadtgöre, die ihren Willen immer durchsetzten wollte und eher auf die Ranchmitarbeiter hinabgesehen hatte, als für ihre Bemühungen, ihr ihren Aufenthalt angenehm zu machen, dankbar zu sein. 

Doch nach und nach taut sie auf, will mehr über das Leben im tiefsten Texas wissen und hinter die raue Fassade von Yancy blicken. Dass das ein schwierigeres Unterfangen ist, merkt Carrie ziemlich schnell und nicht nur dieses Ereignis wirft sie aus der Bahn. 

Die Beschreibungen der texanischen Wildnis konnte mich völlig einnehmen, ich habe quasi den Staub auf meiner Zunge gespürt und den heißen Wüstenwind in meinem Gesicht wahrgenommen. Das war für mich ein großes Plus, denn gerade der locker-flockig leichte Schreibstil der Autorin hat mich an manchen Stellen am Lesen gehalten. 

Kleine Kritik: Gewisse Szenen haben mich dann doch noch recht fuchsig gemacht, denn ihr Charakter ist alles andere als leicht und da hätte ich mir oft weniger Dramatik, weniger Theatralik gewünscht. 

Mein Fazit:

Mir hat diese Geschichte ein paar entspannte und humorvolle, aber auch prickelnde und liebevolle Lesestunden geschenkt, auch wenn das Sprichwort "Manchmal ist weniger mehr" oftmals mir lieber gewesen wäre. Ich vergebe

3 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Sonntag, 7. Juni 2015

[Kurzrezensionen #7] 30 Tage und ein ganzes Leben / Schlusstakt

30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream

Kurzbeschreibung:

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. 

Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater finden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

416 Seiten, 12,99 € aus dem Btb Verlag


Meine Meinung:
Eine komplett andere Thematik, ein interessant klingender Klappentext und eine Protagonistin, die mich zur Weißglut brachte. Clementine hat sich einen Plan zurecht gelegt: Sie will sich nach 30 Tagen umbringen, will ihr Leben mit den Depressionen und den vielen Medikamenten nicht mehr ertragen und plant ihren Tod mit großer Sorgfalt. 

Clementine war mir von Anfang an unsympathisch, ich konnte ihre Handlungen und Verzweiflungstaten einfach nicht verstehen, nicht den Sinn dahinter sehen und es wurde die ganze Geschichte hindurch nicht besser. Der Schreibstil der Autorin hat mich als einzigstes begeistern können, durch den leichten und angenehmen Stil bin ich am Buch geblieben und habe es auch beendet - doch mit einem bitteren Nachgeschmack.

An vielen Stellen dachte ich mir "Häh, da fehlt mir doch ein Stückchen Geschichte!"; das ist mir nicht nur einmal passiert und ich habe mich den ganzen Roman hindurch gewundert, was ich denn da wohl überlesen habe. Doch in Vorbereitung zu dieser Rezension habe ich gelesen dass es nicht nur mir so ging, sondern vielen anderen Lesern ebenso ....

ABER es gab nicht nur negative Seiten an diesem Roman, sondern auch positive: Ich musste bei manchen Szenen schon sehr lachen, musste über gewisse Aktionen lachen und hatte so auf den ersten 100 Seiten meinen Spaß mit Clementine und ihrem Kater Chuckles, doch diese Lachanfälle waren bald vorbei, leider!

Auch richtet die Autorin den Fokus oft auf die kleinen Dinge im Leben, die doch eigentlich so wertvoll sind und das Leben lebenswert macht, wie z.B. einen guten Wein trinken, schlemmen ohne schlechtes Gewissen und alles auf einmal und Gespräche mit guten Freunden ... Das hat mir besonders gut gefallen, denn so hat man selbst ein wenig nachgedacht, wann man denn bewusst zum letzten Mal etwas aus tiefstem Herzen genossen hat.

Und auch der Schluss hat mich ein wenig im Regen stehen lassen, die letzten 50 Seiten bin ich dann doch nochmal durch die Seiten geflogen, habe auf das Ende hingefiebert und dann .... dann war der Roman plötzlich zu Ende. WO war hier der Abschluss?! Den gab es wohl nicht und dass hat mir das Buch schlussendlich komplett zerstört.

Mein Fazit: 

Leider war schon die unsympathische Protagonistin Clementine ein Todesstoß für diese Geschichte. Gepaart mit den teilweise seltsamen Aktionen, ihren Umgang mit ihren Freunden und den fehlenden Informationen innerhalb der Geschichte kann ich diesen Roman leider so gar nicht empfehlen. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Schlusstakt - Arno Strobel


Kurzbeschreibung:

Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein …

Dieser Jugendthriller vereint die Settings von DSDS und Dschungelcamp: Spiegel-Bestsellerautor Arno Strobel bietet eine Mischung aus hintergründigem Nervenkitzel und spannendem Detektivspiel, das die Gegensätze zwischen paradiesischem Schein und der mörderischen Natur des Menschen offenbart.

 224 Seiten, 9,95 € aus dem Loewe Verlag

Meine Meinung:

Arno Strobel ist einer meiner absoluten Lieblings-Thrillerautoren! Sein Schreibstil, seine Settings und Ideen - all das vereint er in jedem Buch zu einer wahren Lese-Explosion und ich kann meist nichts mehr tun bis die letzte Seite umgeblättert ist. Doch bei seinem zweiten Jugendbuch hat es mich eiskalt erwischt, es ist ein Strobel der mir so gar nicht gefallen hat. Warum?

Naja, lahme und unscheinbare Charaktere, Szenen die zwar alles aufzeigt was im Hintergrund einer Castingshow so abläuft, aber auf die Spannung habe ich lange gewartet und sie wurde mir auch nicht aufgezeigt. Man hätte so viel mehr aus dem Roman herausholen können, hätte die Auflösung des Ganzen zum Schluss peppiger und nervenaufreibender gestalten können und was macht man? 

Den Leser ( bzw. mich ) am langen Arm verhungern lassen! Mal ganz abgesehen davon, dass eine wichtige Wendung schon auf dem Klappentext verraten und somit etwas Entscheidendes bereits vorweggenommen wird, fehlte mir in der Geschichte einfach die Spannung. Das Ende mutet eher schnell hingeschrieben an, Motiv und Täter werden in einem Atemzug genannt und wirklich interessieren tut es auch niemanden. 

Mein Fazit:

Schade schade schade, aber ich vergesse diesen Fauxpas ganz schnell und widme mich lieber wieder seinen Erwachsenenthriller. Als Fearstreet-Ersatz für die Altersgruppe 11-13 Jahren kann ich dieses Buch von Arno Strobel schon empfehlen, für passionierte Thriller-Leser leider gar nicht. Ich vergebe

1 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Sonntag, 19. April 2015

[Kurzrezensionen #6] Stimmen / Together Forever

Stimmen - Ursula Poznanski

Kurzbeschreibung:

Er hatte die Zeichen gesehen. Er sah sie seit Jahren schon, und hatte immer wieder versucht, die Menschen zu warnen, doch nie wollte jemand ihm glauben.
Sie hatten ein Opfer dargebracht. Auf keinen Fall durften sie ihn hören. Sie wissen, wer du bist.
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören:

Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen...

448 Seiten, 14,95 € aus dem Wunderlich Verlag

Meine Meinung:

Ursula Poznanski ist neben Sebastian Fitzek und Arno Strobel eine der deutschen Thrillerautoren, deren Bücher ich mir blind kaufe und jedes Mal ( wirklich jedes Mal!! ) auf meine Kosten komme.

Obwohl ich ja finde, dass diese Reihe rund um die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary eher ein thrilliger Krimi in meinen Augen ist, als ein actiongeladener Psychothriller .. aber da wären wir wieder bei der altbekannten Diskussion und das passt hier so gar nicht rein.

Um was geht es? Beatrice Kaspary wird zu einem Todesfall in die Salzburg-Nord-Psychiatrie gerufen. Ein Arzt wurde dort ermordet - doch was waren die Beweggründe dafür? Und was haben die Patienten dort wirklich gesehen und was liegt eher ihren traumatisierten Seelen zugrunde?

Gleich zu Anfang ist man als Leser wieder komplett in der Geschichte gefangen, man begleitet die Ermittler bei der Spurensuche und stellt bald fest dass diese Psychiatrie viel mehr in ihren Grundmauern versteckt, als man denken mag. Auch die verschiedenen psychischen Erkankungen werden geschickt in den Roman mit eingewoben und dadurch gewinnt die Geschichte das gewisse Etwas.

Ursula Poznanski schafft es rigoros die Spannung aufrechtzuerhalten, liefert immer genau die richtige Fülle an Informationen zu dem Fall und legt auch einige verwirrende Spuren, die den Leser gewaltig täuschen können und dadurch so ziemlich jeden verdächtigen. Ich liebe ihren flüssigen Schreibstil, ich rase jedes Mal durch ihre Romane hindurch!

Mein Fazit:

Für die Leser unter euch besonders geeignet, die nicht unbedingt diesen Thrill suchen, sondern gut konstruierte spannende Ermittlungen verfolgen wollen. Lest Ursula Poznanski, liebt sie und verehrt sie .. erst dann werde ich euch nicht mehr damit nerven ;D. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte


Together Forever, Total Verliebt - Monica Murphy

Kurzbeschreibung:

Andrew Callahan, Drew genannt, sieht gut aus, wird von den Mädels umschwärmt, wird aber nie mit einem gesehen. Er zieht sich eher zurück als dass er im Mittelpunkt steht. Das Einzige, was für ihn von Wert ist, ist Football. Dort kann er sich auspowern, dort kann er vergessen, denn ihn verbrennt es innerlich.
Nun steht Thanksgiving an und sein Vater samt Stiefmutter verreisen dieses Jahr nicht, sondern wollen zu Hause feiern.

Zu seinem Schutz fragt er Fable, ob sie für eine Woche mit ihm kommen und sich als seine Freundin ausgeben würde.
Fable, die erst ablehnt, kann bei dem Preis, den er ihr bietet, einfach nicht ablehnen, zu nötig braucht sie das Geld.
Beiden ist nicht klar, auf was sie sich dabei einlassen ...

273 Seiten, 8,99 € aus dem Heyne Verlag

Meine Meinung:

Ein kurzweiliges, nettes Lesevergnügen für die hoffentlich heißen Sommermonate. Monica Murphy hat es in diesem doch recht kurzen Roman geschafft mich zu überzeugen und weitere Bücher von ihr lesen zu wollen. Aber Achtung: Dadurch dass die Schriftgröße ( zumindest gefühlt! ) größer ist als bei anderen Romanen fliegt man durch die Seiten und ist schneller fertig mit dem Lesen; positiv oder negativ? Entscheidet ihr!

Um was geht es? Drew ist ein viel umschwärmter Footballspieler, welcher lieber nicht im Mittelpunkt steht was Frauen bzw. Beziehungen angeht. Doch dieses Jahr kommt er nicht um den alljährlichen Besuch bei seinem Vater und seiner Stiefmutter herum und will nicht schon wieder alleine dort auftauchen. 

Er fragt Fable aus einer Laune heraus, ob sie gegen Geld nicht für eine Woche seine Freundin spielen möchte und sie lässt sich darauf ein ... ohne zu ahnen, was sie damit anrichtet.

Hachja ich weiß nicht. Auf der einen Seite hatte ich Spaß beim Lesen, bin innerhalb von einem Tag durch die Geschichte gewandelt und habe das Buch mit einem guten Gefühl zur Seite gelegt ... dennoch war es für mich nett, aber eben nicht mehr. Die Geschichte ist in zwei Erzählperspektiven aufgeteilt: 

Wir erleben die Geschehnisse durch die Augen von Drew und Fable jeweils, dadurch kam eine gewisse Dynamik ins Rollen und hat mich so sicher durch das Buch geleitet. Düstere Geheimnisse, zwei Protagonisten die eigentlich nur geliebt werden wollen und sich dabei selbst im Weg stehen.

In manchen Szenen konnte ich auch nur den Kopf über Drew bzw. Fable schütteln ( denn welcher der beiden schlimmer ist, kann ich dann auch nicht genau sagen! ). Sie machen es sich beide so unglaublich schwer, bauen sich riesige Steingebilde in den Weg und sind dann traurig darüber wenn sich der andere weggestoßen fühlt ... ach ne?!

Mein Fazit:

Kann man lesen, muss man aber nicht. Wer eine Lektüre für einen Schwimmbadbesuch im Sommer sucht oder sich damit am See gemütlich in die Sonne legen möchte ist damit vollauf bedient - wer hier aber nach tiefgründigen Unterhaltungen oder Storylines Ausschau hält wird nicht fündig werden. Ich vergebe unentschlossene

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Sonntag, 5. April 2015

[Kurzrezensionen #6] Geflutet / 1001 Angst

Geflutet - M.C. Conradt


Kurzbeschreibung:

Geflutet - Gewaltige Explosionen erschüttern die Antarktis. Riesige Eisflächen lösen sich. Die Welt ist in Aufruhr. Landstriche verschwinden, Menschen verlieren ihre Heimat. Die Journalistin Mia Harding versucht den Hintergründen dieser Katastrophe auf die Spur zu kommen. Was Mia Harding und Michael Crack mit Hilfe der autonomen Hackergruppe Destiny entdecken, lässt sie erstarren, besser sie hätten sich niemals damit beschäftigt.

Es beginnt die Jagd auf Leben und Tod. „Geflutet“ – Der Kampf um Ressourcen und Macht ist ein hochaktueller, actionreicher Thriller, in dem aktuelle weltpolitische Entwicklungen frappierend und gnadenlos aufgedeckt werden.

340 Seiten, 2,99 € als Ebook aus dem Canim Verlag


Meine Meinung:

Es hat lange gedauert bis mich dieser Thriller gepackt hatte, was keinesfalls an der Thematik lag oder an den Charakteren. Nein es lag an dem ganzen Vorgeplänkel, an den vielen Details rund um die wirtschaftliche und politische Weltlage. Das machte ungefähr 50% des Ebooks aus, zwischendurch war ich kurz davor das Buch abzubrechen, doch irgendwie interessierte mich die restliche Geschichte dann so sehr dass ich weitergelesen habe.

Um was geht es? Durch gewaltige Explosionen in der Antarktis lösen sich riesige Eisplatten und fluten viele Küsten - dutzende Menschen sterben und das ist nur der Anfang von vielen Katastropen weltweit. Doch sie bleiben nicht unbeobachtet und so setzt sich die Journalistin Mia Harding das Ziel, diese mysteriösen Vorfälle aufzudecken. Bald kommt sie mit einer Hackergruppe namens Destiny in Kontakt und ab da ist sie auf der Flucht ... denn jemand trachtet ihr nach dem Leben.

Wären nicht die ganzen Details zu Anfang gewesen, wäre die eigentliche Geschichte schneller in die Puschen gekommen, ja dann wäre es in meinen Augen ein temporeicher spannender Thriller geworden, doch so war es eher ein schleichender Thriller mit vielen vielen Elementen, die die Geschichte eher verlangsamten und langatmig machten.

Spätestens ab der Flucht wird der Roman dramatisch, temporeich, man fiebert als Leser mit und ist gespannt ob und wie das Ganze aufgelöst wird. Zwischendurch wird es auch mal blutig und schockierend, doch das kam für mich viel zu spät - die Spannung war quasi erzwungen, als ob der Autor sich selbst gedacht hätte "Achja, eigentlich sollte es ja ein Thriller werden ... mal schauen wie wir das anstellen."

Mein Fazit:

Ein Thriller der eher politisch als temporeich daherkommt. Es geht eher in die Richtung von Schätzings Thriller, wer die also mag kann sich Geflutet auch mal näher anschauen. Für mich keine unbedingte Empfehlung. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


1001 Angst - Lily Konrad


Kurzbeschreibung:

Bislang hat die junge Lina ein ganz normales Leben geführt. Doch nun wird sie in einem dunklen Kellerraum gefangen gehalten, gequält, erniedrigt und auf bestialische Weise misshandelt. Wie ist Lina in diesen Keller geraten?

Wer ist Sosso? Und was kann ihr neuer Freund Jimmy für Lina tun? Ein spannender Thriller der Autorin Lily Konrad, die Einfühlungsvermögen sowohl für das Opfer als auch in die Täterrolle beweist.

141 Seiten, 3,95 € als Ebook aus dem Titus Verlag




Meine Meinung:

1001 Angst war eine mega Überraschung - nichts erwartet und total geflasht nach dem Lesen. Lily Konrad schafft es die Emotionen der Charaktere auf einzigartige Weise einzufangen, hält die Spannung auf jeder einzelnen Seite und bringt ein fulminantes Finale zu Blatt. 

Ein Buch welches mir im Nachhinein noch sehr im Magen lag, über das ich viel nachgedacht habe und mal wieder meine Meinung über Kurzromane überacht habe.

Um was geht es? Lina führt ein normales, glückliches Leben ... bis zu dem Zeitpunkt als sie entführt und grausam in einem Keller gefangen gehalten wird. Dort wird sie misshandelt, gequält und nach und nach schwindet ihre Hoffnung jemals wieder das Tageslicht zu sehen.

Josef ist ein gebrandmarktes Kind, wächst im Heim auf und schürt immer mehr sein Hass gegenüber Frauen. Bis das Tier eines Tages aus ihm heraus bricht und Blut fordert ...

Wir erleben als Leser den Thriller einmal aus der Sicht von Josef, tauchen tief in seine Psyche ein und bemerken ziemlich schnell seine sadistischen Neigungen, seine Spaß am Foltern und müssen mit ansehen wie er bereits in jungen Jahren mit harmlosen Spielchen Mädchen quält.

Auf der anderen Seite erleben wir Lina, begleiten sie durch ihr Leben und ihre grausame Zeit im Keller. Wie schnell kann ein Mensch zerbrechen? Wie schnell kann man die Hoffnung aufgeben und Qualen erleiden, ohne verrückt zu werden?

Mein Fazit:

Die Angst und Gewalt tropft quasi aus den wenigen Seiten, die dieser Roman hat, regelrecht heraus. Ein makaberes Spiel mit der Psyche und auf jeden Fall nichts für schwache Nerven! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

Sonntag, 29. März 2015

[Kurzrezensionen #5] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin / Atlantia

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin - Lilly Lindner

Kurzbeschreibung:

Lilly Lindner ist ein Phänomen. Sie ist ein außergewöhnliches Schreibtalent.
Nun hat sie ihr erstes Jugendbuch geschrieben und trifft mit ihrer glasklaren und poetischen Sprache jeden Leser direkt ins Herz.

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen?

Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.

400 Seiten, 9,99€ aus dem Fischer Verlag

Meine Meinung:

Ich bin in Lilly Lindners Schreibstil verliebt, bin ihm verfallen. Wenn ihr Geschichten von ihr lest müsst ihr euch bewusst sein, dass die Thematiken meist nicht so ganz einfach sind, tiefer gehen und einem eine lang anhaltende Gänsehaut bescheren. Auch bei ihrem aktuellen Jugendbuch war das so - das Thema Magersucht wird eindringlich und auf eine völlig andere Art aufgegriffen.

Das Buch dreht sich um April und Phoebe; zwei Schwestern die sich gegenseitig Briefe schreiben. Phoebe ist die jüngere von beiden und schreibt an April den ersten Teil der Geschichte hindurch Briefe in die Klinik, in welcher April wegen ihrer Magersucht liegt. Doch sie bekommt nie eine Antwort - was sie aber nicht davon abhält weiterhin ihrer Schwester zu schreiben.

Und was sie schreibt treibt einem als Leser teilweise die Tränen in die Augen. In ihrer kindlichen Naivität bekommt das Thema eine ganz andere Note, gleichzeitig ist Phoebe ziemlich weit für ihr Alter und hat Gedankengänge, welche einem die Socken ausziehen.


Ich glaube, es gibt bei Erwachsenen immer wieder Momente, in denen die sich fragen, warum sie all die Dinge tun, die sie tun. 

Und dann überlegen sie ganz heftig, was sie stattdessen machen könnten. Sie kriegen Migräne. Sie nehmen Tabletten. Und am Ende machen sie dann doch das Gleiche, was sie auch schon vor dem Nachdenken getan haben.


Im zweiten Teil bekommen wir dann Aprils Briefe zu Lesen, können die ganze Tragödie aus der anderen Sichtweise betrachten und miterleben. Gänsehautmomente in einer Tour, die verzweifelten Eltern und die Frage nach dem Warum. All das finden wir in Lilly Lindners Roman und ich habe mir so unglaublich viele Zitate aufgeschrieben, wie es selten der Fall ist.

Mein Fazit:

Ein Jugendbuch das unter die Haut geht, ein Schreibstil der euch verzaubern wird und ein kleines tapferes Mädchen das viel zu früh mit der grausigen Realität klar kommen muss.

Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Atlantia - Ally Condie

Kurzbeschreibung:

Zwillinge.
Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt.
Doch das Schicksal trennte sie.

Bay, du fehlst mir so sehr, flüsterte sie in die Muschel. Aus dem Inneren tönte ein rauschender Gesang und erinnerte an eine Zeit, als Wasser und Land noch zusammengehörten. Wo auch immer an der Landoberfläche ihre Schwester nun war, sie musste sie finden – auch wenn es niemandem erlaubt war, die Stadt unter der Glaskugel zu verlassen.


In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.

416 Seiten, 16,99€ aus dem Fischerjugendbuch Verlag

Meine Meinung:

Ally Condie hat mit diesem Jugendbuch eine neue Dystopie-Idee in den großen Pott geworfen und mich auch irgendwie damit unterhalten ... aber eben auch nicht komplett überzeugt. Warum? Für mich war die Geschichte zu lasch und unaufregend, sie konnte mich nicht gefangen nehmen und hat sich nicht im Kopf verankert und festgesetzt.

Welche Welt wird uns Lesern hier präsentiert? Rio und Bay leben in Atlantia, einer eigenen Stadt unter dem Wasser. Die Menschen mussten dorthin flüchten da die Luft oben auf der Erde so stark verschmutzt wurde, dass die Regierung beschlossen hat wenigstens einen Teil der Menschen zu retten und diese Unterwasserstadt aufgebaut hat.

Doch die Jugendlichen dürfen ab einem gewissen Alter selbst bestimmen ob sie nach Oben gehen wollen und ihre Gesundheit für das Allgemeinwohl opfern möchten oder lieber in Atlantia bleiben wollen. Ein Schicksalsschlag trennt die Schwestern an diesem Tag und Bay macht sich auf den Weg nach Oben. Rio will herausfinden warum und kommt hinter ein riesiges Geheimnis ...

Der Roman war ganz nett, der Schreibstil flüssig und ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen fertig gelesen, aber es war für mich zu lasch. Die verschiedenen Ideen welche hier einfließen sind zwar ganz nett und auch teilweise neu, aber eher für diejenigen geeignet, welche in die Thematik Dystopie neu einsteigen möchten oder eine locker leichte Geschichte für zwischendurch suchen.

Mein Fazit:

Leichte Geschichte mit wenig eindrucksvollen Charakteren. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen, es konnte mich eben nicht mitreißen und beeindrucken; so einfach ist das. Ich vergebe

1 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten

Montag, 9. März 2015

[Kurzrezensionen #4] Wir wollten nichts, wir wollten alles / Dublin Street

Wir wollten nichts, wir wollten alles  - Sanne Munk Jensen&Glenn Ringtved

Kurzbeschreibung:

Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden.

Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.
Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren.

336 Seiten, 16,99€ aus dem Oetinger Verlag

Meine Meinung:

Ich hatte mir soviel erhofft von dieser Geschichte, wollte mich komplett auf das Thema einlassen und sehen wie die Autoren die Thematik "Selbstmord" aufgreifen würden. Doch es fiel mir unsagbar schwer in den Schreibstil hineinzukommen. Die Kapitel waren verschiedenen Personen zugeteilt und wurden so oft und schnell gewechselt, dass ich mehr irritiert war als das es mir Spaß gemacht hat.

Es war in meinen Augen zuviel gewollt und zuwenig ausgeführt - die tote Louise beobachtet ihre Familie und Freunde die ganze Geschichte hindurch, sieht wie ihre Eltern an ihrem Tod zerbrechen.

Gleichzeitig versucht ihr Vater unermüdlich das Geheimnis um ihren angeblichen Selbstmord aufzudecken, denn er glaubt nicht daran, dass Louise aus eigenen Stücken sterben wollte. Und das war noch lang nicht alles.

Mit der Zeit merkt der Leser wie sehr Louise von Liam abhängig war, wie sehr er sie an sich gebunden hat und diese Verletzlichkeit ausnutzte, wie er mit seinen eigenen Ängsten kämpft und zum Schluss nur noch den einen Ausweg sieht: Von einer Brücke zu springen ... mit Louise. 

Mein Fazit:

Nicht nur Selbstmord wird hier aufgegriffen sondern auch die Abhängigkeit der Liebe einer anderen Person, die Trauer von den Hinterbliebenen und die unsagbare Wut der Eltern die nichts tun konnten. Für mich zu viele Punkte in einer Geschichte, die dadurch eher schwammig und unübersichtlich wurde anstatt aufrüttelnd zu sein. Ich vergebe 2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.



Dublin Street - Samantha Young

Kurzbeschreibung:

Jocelyn Butler ist jung, sexy und allein. Seit sie ihre gesamte Familie bei einem Unfall verloren hat, vertraut sie niemandem mehr.

Braden Carmichael weiß, was er will und wie er es bekommt. Doch diesmal hat der attraktive Schotte ein Problem: Die kratzbürstige Jocelyn treibt ihn mit ihren Geheimnissen in den Wahnsinn.

Zusammen sind sie wie Streichholz und Benzinkanister. Hochexplosiv.

Bis zu dem Tag, als Braden mehr will als eine Affäre und Jocelyn sich entscheiden muss, ob sie jemals wieder ihr Herz verschenken kann.

433 Seiten, 9,99€ aus dem Ullstein Verlag


Meine Meinung:

Dublin Street war mein erstes Buch von Samantha Young; ich hatte zuvor ein Video von BuchlingJanine mir angesehen und dort hatte sie so begeistert von dieser Reihe geschwärmt, dass ich einfach nicht anders konnte und den Roman anfangen musste zu lesen. Und was habe ich bekommen? Ein Lesespaß mit rasanten, teils erotischen und romantischen Szenen, einen Sog welcher mich in das Geschehen hineingezogen hat und nicht mehr losließ.

Jocelyn hat ihre Eltern früh bei einem Autounfall verloren und will nun in ihr Heimatland Schottland zurückkehren. Dort trifft sie Braden Carmichael und lässt sich auf ein Spiel mit dem Feuer ein. Wird sie ihr Herz veschenken oder wählt sie die Einsamkeit?

Ich habe mich in Samantha Youngs Schreibstil sofort verliebt. Sie beschreibt die Charaktere mit Ecken und Kanten, schafft eine spannungsreiche Stimmung und jongliert mit Gefühlen wie keine zuvor. Jocelyn wollte ich ab und zu schütteln, anflehen sich doch nicht ständig selbst zu verletzen und die Liebe doch endlich in ihr Leben zu lassen - denn Dublin Street ist nicht der typische New-Adult-Roman wie man ihn kennt mit lustigen Szenen, sondern einer düsteren Stimmung bei der jeder einzelne Charakter sein Päckchen zu tragen hat.

Mein Fazit:

Ein Buch voller Liebe, Enttäuschung, Erotik und wie aus dem richtigen Leben erzählt. Ich freue mich auf die weiteren Teile der Reihe, allerdings ist jeder Roman in sich abgeschlossen; so könnt ihr bunt durcheinander lesen und müsst nicht auf die Fortsetzung warten - was will man mehr? Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Mittwoch, 4. Februar 2015

[Kurzrezensionen #3] Kindeswohl / Die Frau auf der Treppe

Kindeswohl - Ian McEwan


Kurzbeschreibung:

Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen geht.

Ein 17-jähriger Junge, der an Leukämie leidet, benötigt dringend eine Bluttransfusion. Aber seine Familie - Zeugen Jehovas - lehnt das aus religiösen Gründen ab. Genauso wie er selbst. Doch ohne Transfusion wird er qualvoll sterben. Fiona bleiben für ihr Urteil weniger als 24 Stunden. Kann sie jetzt, inmitten ihres emotionalen Tumults, ihre kühle Professionalität bewahren?

224 Seiten, 21,90€ aus dem Diogenes Verlag

Meine Meinung:

Ich bin so oder so McEwan verfallen, habe fast jedes seiner Bücher verschlungen und freue mich jedes Mal wie ein kleines Kind wenn ein neuer Roman erscheint. Bisher bin ich noch nie enttäuscht worden und auch "Kindeswohl" konnte mich begeistern. Sein Schreibstil hat seine Ecken und Kanten, machen ihn aus diesem Grund zu etwas besonderen und lässt einen lange nach dem Lesen auch nicht in Ruhe.

Ich fand es unheimlich spannend einer Richterin ( und ihren Gewissenskonflikten ) quasi über die Schulter blicken zu können, eine Gerichtsverhandlung mitverfolgen können und habe über viel über die verschiedenen Fälle nachgedacht.

Wie hätte ich gehandelt? Der Autor schafft es wie kein anderer den Leser direkt anzusprechen, setzt sich in seinen Gedanken fest und kommt dort so schnell nicht mehr heraus. 

Mein Fazit:

Ein ruhiges Buch mit starken Charakteren, Gewissensfragen und dem schmalen Grad zwischen Leben und Tod - wer darf darüber entscheiden und kann das gut gehen? Absolute Lese-Empfehlung für Liebhaber von Mitdenkbüchern, Fans von McEwan und allen anderen! Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.


Die Frau auf der Treppe - Bernhard Schlink

Kurzbeschreibung:

Das berühmte Bild einer Frau, lange verschollen, taucht plötzlich wieder auf. Überraschend für die Kunstwelt, aber auch für die drei Männer, die diese Frau einst liebten - und sich von ihr betrogen fühlen. In einer Bucht an der australischen Küste kommt es zu einem Wiedersehen: 

Die Männer wollen wiederhaben, was ihnen vermeintlich zusteht. Nur einer ergreift die Chance, der Frau neu zu begegnen, auch wenn ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt.

256 Seiten, 21,90€ aus dem Diogenes Verlag

Meine Meinung:

Jaaaa, direkt nach "Kindeswohl" habe ich nach diesem Buch gegriffen und habe mir eine ähnliche Thematik gewünscht - ein Anwalt, ein Streit um ein Bild ... Doch es kam dann anders als ich dachte. Ich habe einen Anwalt bekommen, welcher sich wie ein pubertierender Teenager benimmt, seinen Beruf für eine Frau aufgeben würde und überhaupt völlig unüberlegt an Situationen herangeht. Mit keinem der Charaktere konnte ich Sympathien aufbauen, eher haben sie mich verzweifeln lassen oder gar nicht berührt.

Auch konnte mich Schlinks Schreibstil so gar nicht begeistern, die erste Hälfte des Romans hat sich wie Kaugummi gezogen , konnte mich irgendwann gar nicht mehr begeistern und nur durch die Empfehlung einer Kollegin habe ich es schlussendlich fertig gelesen.

Die Grundhandlung ist noch in meinem Gedächtnis vorhanden, alles andere habe ich vergessen bzw. verdrängt. Was aber mich nicht losließ ist die Frage warum Bernhard Schlink seinen Protagonisten so willenlos und pubertär gezeichnet hat. 

Mein Fazit:

Entweder bin ich noch zu jung um die wahre Essenz der Geschichte zu begreifen oder das Buch hat mich in einer falschen Stimmung erwischt - höchstwahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. 

Ob ich demnächst nochmal zu einem Schlink greife wird sich zeigen; sein neuester Roman konnte mich eben nicht erreichen. Ich vergebe 1 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Dienstag, 13. Januar 2015

[Kurzrezensionen #2] Phobia / Die Toten am Lyngbysee

Phobia  - Wulf Dorn

Kurzbeschreibung:

Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. 

Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.

400 Seiten, 9,99€ aus dem Heyne Verlag

Meine Meinung:

Mal wieder bin ich mit falschen Erwartungen an einen Thriller rangegangen und somit ein wenig enttäuscht worden. Erwartet habe ich, dass Sarah mit diesem falschen Mann zusammenwohnen würde, dass ihr keiner glauben will das er nicht der echte Stephen ist und sie so nach und nach verrückt werden würde - zumindest bin ich davon nach dem Lesen des Klappentextes ausgegangen.


Das ist der Unterschied zwischen der Angst eines Kindes und der eines Erwachsenen. Kinder fürchten sich vor irrationalen Dingen, vor unheimlich fliegenden Männern und Monstern im Kleiderschrank, und dann schlafen sie wieder ein, weil sie ihren Eltern glauben, dass sie sie vor dem Bösen der Welt beschützt werden.


Kinder wissen noch nicht viel von den wahren Schreckensgestalten, die jenseits der dunklen Fensterscheibe auf sie lauern. Vor den Ängsten, die weitaus komplexer sind als jeder schwarze Mann und jedes noch so grässliche Monster.


Denn sie haben kein Gesicht, keine Gestalt, sosehr man auch versucht, sie beim Namen zu nennen.

Was ich bekommen habe war eher ein mittel-rasanter Krimi mit vielen verworrenen Überraschungen. Mittendrin hat es sich dann ab und zu auch wie Kaugummi gezogen; da ich trotz allem wissen wollte was denn nun hinter der ganzen Sache steckt, habe ich tapfer durchgehalten und es zu Ende gelesen. 

Vieles war in meinen Augen auch zu überspitzt, unglaubwürdig und zusammengeschustert, damit die Geschichte weiterhin Sinn macht.

Mein Fazit:

Ein Buch, von dem mir hinterher nicht wirklich was im Gedächtnis geblieben ist, Mark Behrendt´s Charakter hat mich mehr interessiert als alles andere UND empfehlen? Wohl eher Fehlanzeige!

Schade, denn ich mochte bisher zwei Geschichten von Wulf Dorn sehr gerne und schiebe meine schlechte Wertung auf den missverstandenen Klappentext. Ich vergebe 2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.


Die Toten am Lyngbysee - Julie Hastrup

Kurzbeschreibung:

Eine stark geschminkte Frau sitzt reglos auf einer Bank am Lyngbysee. Sie wurde ermordet, doch was das Motiv betrifft, tappt Rebekka Holm von der Mordkommission Kopenhagen lange im Dunkeln. War es Selbstmord? Eine Beziehungstat? 

Als kurz darauf eine zweite Tote auf derselben Bank entdeckt wird, muss sich die dänische Kommissarin darauf einstellen, dass es sich doch um einen Serienmörder handeln könnte, der gerade erst angefangen hat zu töten.

432 Seiten, 9,99 aus dem Piper Verlag

Meine Meinung:

Anfänglich ärgerte ich mich, denn nach ungefähr 30 Seiten fing ich an zu begreifen dass dies nicht ein Standalone ist, sondern ein Buch aus einer Thriller-Reihe, welche sich rund um die Ermittlerin Rebekka Holm dreht. Also aufgepasst, dies ist der 4. Teil! Auf Twitter hatte ich den Verlag darauf aufmerksam gemacht und es wurde wie immer freundlich aufgenommen - ihr seid halt die Besten :D

Die Geschichte hatte mich von Anfang an in ihren Fängen. Durch die verschiedenen Erzählstränge erlebt man einmal die Vergangenheit des Mörders mit, sieht Rebekka Holm bei der Arbeit und den Ermittlungen über die Schulter und begleitet Fat Finn durch seine Feeding-Sessions. UND als Leser sieht man die ermordeten Frauen in ihr Verderben rennen. 

Das hat die Spannung ins Unerträgliche steigern lassen und mich fast wahnsinnig gemacht. Die Ermittlerin war mir unheimlich sympathisch, nur hätte ich sie gerne von Anfang an begleitet, denn so weiß ich nun wie Band 3 ausging und was sie seitdem mit sich umhertragen muss. 

Und der Fall an sich ( vor allem WARUM die Morde so verübt wurden ) war genauso genial wie ausgeklügelt. Bis zu Schluss wusste ich nicht wer der Mörder denn nun sein könnte ... als es dann aufgelöst wurde war ich sehr erstaunt. aber es machte Sinn. Toll!

Mein Fazit:

Gelungener Thriller mit klassischen Ermittlungen und einer sehr starken Rebekka Holm. Macht Spaß, macht Lust, macht ... Lesen?! Egal, lest es ( los los looossss! ) und sagt mir wie ihr es fandet. Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Sonntag, 21. Dezember 2014

[Kurzrezensionen #1] Hotline, Das kleine Große Glück

Hallo meine Lieben!

Das Weihnachtsgeschäft hat mich fest in seinen Händen, die Arbeitstage sind schnell vorbei und ziemlich anstrengend. Aus diesem Grund kamen auch in letzter Zeit keine Beiträge, da ich weder die Zeit noch die Muse hatte für euch was zu schreiben. 

Insgesamt rauscht gerade alles an mir vorbei; ich würde mein Leben gerne etwas entschleunigen aber weiß nicht wie; gute Bücher fallen mir auch seltener in die Hände und die Leselust hält sich in Grenzen. Deshalb werden mehr Kurzrezensionen kommen und ich werde mir was einfallen lassen - doch wenn die Bücher nicht gut sind was tun?

Wir werden sehen und jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit meinen zwei Kurzrezensionen.

Hotline - Jutta Maria Herrmann

Kurzbeschreibung:

Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben?

Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. Dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang ...

336 Seiten; 9,99€ aus dem Droemer Knaur Taschenbuch

Meine Meinung:

Ich bin durch die Seiten nur so geflogen was wohl an dem tollen Schreibstil der Autorin und den kurzen knackigen Kapiteln. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer der Hauptcharaktere beschrieben die allesamt bei der Hotline arbeiten. So hatte ich viel Abwechslung beim Lesen, konnte mitfiebern ... und wurde zum Ende hin ein wenig enttäuscht. Einen Psychothriller würde ich es nicht nennen - eher einen leichten, seichten und netten Thriller. Das Ende kam mir zu schnell, war zu sehr inszeniert und mich nicht überzeugen.

Mein Fazit:

Kein unbedingtes Must-Read; wer einen schnell zu lesenden Thriller haben möchte ohne hohen Anspruch wird seine Freude an "Hotline" haben. Ich vergebe 2 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.


Das kleine große Glück - Lucy Dillon

Kurzbeschreibung:

Nach ein paar schwierigen Jahren, die sie am liebsten vergessen würde, fängt die dreiunddreißigjährige Gina Bellamy noch einmal ganz von vorne an. Dabei stellt sie fest, dass all die Habseligkeiten, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, gar nicht mehr so recht zu ihr passen. 

Gina fasst einen Entschluss: Sie behält nur die 100 Dinge, die ihr am wichtigsten sind. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Doch während sie ihr Leben aufräumt, muss sich Gina nicht nur ihrer Vergangenheit stellen – sie erlebt auch eine Zeit voller Überraschungen, Freundschaft und Liebe und erkennt, was wirklich wichtig ist.

544 Seiten; 8,99€ aus dem Goldmann Verlag

Meine Meinung:

Ein unglaubliches Wohlfühlbuch welches mich mit seiner ganzen Art und Weise, seinen Charakteren und seinem ganzen Setting gefangen nehmen konnte, mich verzauberte und so durch seine 500 Seiten schweben ließ. Lucy Dillon hat einen butterweichenzarten Schreibstil, zeichnet Charaktere mit einer Leichtigkeit und einem Einfühlungsvermögen dass man als Leser glaubt wahre Freunde gefunden zu haben.

Mein Fazit:

Lest. Dieses. Buch. Gerade jetzt in die Vor- und Nachweihnachtszeit passt dieser Roman wie die Faust aufs Auge - kuschelt euch mit einer warmen Decke und einer Tasse Tee auf die Couch und genießt es. Ich vergebe 5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Montag, 28. Juli 2014

[Kurzrezension] Die Magie des Augenblicks und Aufgeschluckt

Die Magie des Augenblicks

Alesia Fridman

111 Seiten

Kindle E-Book

0,99€ als E-Book

Was, wenn du ein Leben in geordneten Bahnen führst und damit zufrieden, wenn auch nicht glücklich bist? Was, wenn du Urlaub machst, nur um dir eine Auszeit vom Alltag zu nehmen und dich zu erholen? Was, wenn du einem Mann begegnest, der dich im Innersten berührt, deine Sinnlichkeit weckt und mit dem du der Magie des Augenblicks erliegst? 
An der bizarren Felsküste, die der Atlantik in millionenfachen Wellenschlägen an der Südküste Portugals geschaffen hat, erlebt die Ärztin Marlene dieses Abenteuer ihres Lebens. Sie tritt über eine Schwelle, die ihr die Möglichkeit eröffnet, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. 

Meine Meinung:

Worum geht es? Die Ärztin Marlene verbringt ihren Urlaub in Portugal und trifft dort auf den Kellner Pedro, der ihr die wunderbare Landschaft näher bringt und sich langsam aber sicher in sie verliebt. Kann diese Liebe bestehen?

Mich hat dieses Buch nach Portugal geführt und mir die Schönheit dieses Landes aufgezeigt. Auch Marlene war mir sympathisch, auch wenn sie anfänglich dem Leser sehr starrsinnig vorkommt. Der Werdegang der Geschichte, das Ende ... all das hat mich lächeln lassen und auch schlussendlich kurzzeitig berührt. 
Die erotischen Elemente kommen hierbei nicht zu kurz; die Liebesgeschichte zwischen Marlene und dem Kellner schön beschrieben; doch es hat mir während dem Fehlen das gewisse Etwas gefehlt.

Doch die ewigen Ausführungen der verschiedenen Weine, der Schreibstil und das Gesamtpaket haben mich zum Schluss enttäuscht und ohne richtige Eindrücke zurückgelassen. Deswegen kann ich es auch nicht richtig beurteilen, deshalb bekommt ihr hier nur eine [Kurzrezension]! 

Fazit:

Eine kurzweilige Geschichte mit tollen Landschaftsbeschreibungen und einer netten Liebesgeschichte - allerdings fehlt das gewisse Etwas; ein wenig mehr Tiefgang und Handlung hätten das vielleicht noch retten können. Ich vergebe

2  (von 5 möglichen) Buchpunkten!

                                                                                                                                                                 

Aufgeschluckt

Thorsten Dörp

163 Seiten

neobooks Self-Publishing

2,49€ als E-Book

Einer Theorie zufolge, benötigt es einen Schmetterling, um eine verheerende Flutwelle auszulösen. Jonas reicht ein stinknormaler Schluckauf, um sein Leben grundlegend aus der Bahn zu katapultieren!
Als dann noch sein alter Schulfreund Dörk Dehmel mit seinem knolligen Hund Ouzo auftaucht, um sich bei ihm in der kleinen 2-Zimmer Mietswohnung einzunisten, wird es ihm klar wie Scotch-Klebeband: Hätte er seinen Job nicht verloren, wäre das alles gar nicht passiert! Er wäre ja nicht zu Hause gewesen …

Meine Meinung:

Der Autor hatte mich auf Facebook angeschrieben und gefragt ob ich Interesse an seinem Buch habe. Gefragt, getan - ich hatte mir die Leseprobe der Geschichte geholt und musste dort schon herzlich lachen. Also habe ich das komplette Buch von Thorsten Dörp bekommen und konnte es nun zu Ende lesen.

Worum geht es? Jonas hat es nicht leicht im Leben: Erst hat er Schluckauf welcher ihn zum Arzt zwingt, dann hat er auch noch die Burschen der GEZ am Hals und dann taucht auch noch Dörk Dehmel auf, ein ehemaliger Klassenkamerad, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Ich hatte viel Spaß mit Jonas und seinen Fettnäpfchen, doch nach einiger Zeit war mir das ein wenig zu viel Humor und zu wenig Handlung. Ein wenig zuviel des Guten, die Handlung lief dann auch nur noch nebenbei mit und irgendwann konnte ich leider nicht  mehr alle 5 Minuten lachen. 

Mein Fazit:

Guter Start, aber so ab der Hälfte der Geschichte war es doch zuviel des Guten und ich konnte mich nicht mehr richtig amüsieren. Für Fans von Tommy Jaud könnte es nichtsdestotrotz ein nettes Buch für zwischendurch sein. Ich vergebe

2 (von 5 möglichen) Buchpunkten!

Donnerstag, 6. März 2014

[Kurzrezension] Lebenshungrig und Kontrolliert außer Kontrolle

Lebenshungrig

Laura Pape

238 Seiten

Schwarzkopf & Schwarzkopf

9,95 €

Mit 17 Jahren beschließt Laura Pape, ein bisschen abzunehmen, weil sie sich in ihrem Körper nicht wohlfühlt. Doch was als harmlose Diät beginnt, gerät bald außer Kontrolle. Laura rutscht in kürzester Zeit in die Magersucht, hungert sich ins starke Untergewicht.
Es ist ihre Mutter, die schließlich die Notbremse zieht und Laura in eine Klinik bringt. Nach einem halben Jahr wird sie wieder entlassen, doch der Kampf gegen die heimtückische Krankheit ist noch lange nicht vorbei.

Meine Meinung:

Ich möchte diese zwei Bücher euch vorstellen, ohne Wertung und Fazit, denn ich finde dass das "Thema" Magersucht sehr feinfühlig ist, was ich nicht bewerten möchte und auch nicht kann. Wie bin ich zu diesem Buch und auf diese Thematik gekommen? Ich habe "Lebenshungrig" beim Aufräumen in unserer Buchhandlung das erste Mal in der Hand gehalten und nur mal kurz reingelesen - und war schockiert, gefesselt und wollte wissen, was Laura Pape widerfahren ist.

Als ich das Buch beendet hatte wollte ich mehr über das Thema wissen. Also gestöbert und vom gleichen Verlag "Kontrolliert außer Kontrolle" gefunden und ebenso gelesen. Beide Geschichten haben mich sehr berührt und ein wenig mehr für das Thema sensibilisiert - und nachdenklich gestimmt. Doch was genau hat mich nachdenklich gemacht?

Im Fall von Laura Pape hat die Magersucht mit einer Wette zwischen ihr und ihrer Freundin begonnen, welche für Laura dann immer mehr zur Sucht und zum Zwang wurde. 

Ich esse tagsüber immer weniger und werde mit der Zeit ziemlich erfinderisch , was die Wahl meiner Lebensmittel betrifft. An einem Tag teile ich mir ein einziges Glas Baby-Grießbrei (136 Kalorien) so ein, dass es für Frühstück und Abendbrot reicht, zu Mittag esse ich zwei Teller Möhrensuppe (108 Kalorien). [...] Die Tage verbringe ich damit, mich mit meiner letzten Kraft zu bewegen, um noch mehr Kalorien zu verbrennen.

Auch Lauras Freunde und ihre Familie kommen in ihrem Buch zum Sprechen und runden das ganze Krankheitsbild von Laura ab. Ich als Leser war schockiert - aber auf eine andere Art und Weise konnte ich Laura auch verstehen - und habe mitgefühlt, mitgelitten. Ein sehr bewegendes Buch über Magersucht!



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Kontrolliert außer Kontrolle

Hanna-Charlotte Blumroth von Lehm

343 Seiten

Schwarzkopf & Schwarzkopf

9,95 €

Mit 16 Jahren erkrankt Hanna-Charlotte Blumroth vom Lehn an Magersucht. Ihre Gedanken kreisen fortan nur noch darum, wie sie Essen vermeiden und ihre Gewichtsabnahme beschleunigen kann. Sie zieht sich immer mehr in sich zurück und ihre Familie und Freunde reagieren hilflos und voller Sorge auf Hannas körperliche und seelische Veränderungen. Als ihr Untergewicht lebensbedrohlich wird, wird sie von ihrer Mutter in eine Klinik gebracht der erste von vier stationären Aufenthalten und der Beginn eines langen Leidensweges. Die Tagebuchaufzeichnungen von Hanna-Charlotte Blumroth vom Lehn sind die schmerzhafte Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit und ihr Versuch, sie zu verstehen. In ihnen zeigen sich immer wieder die zwei Seiten ihrer Persönlichkeit, die kranke Seite, die sie zum zerstörerischen Hungern antreibt, und die gesunde Seite, die immer wieder an ihren Lebenswillen appelliert.

Meine Meinung:

Hannas Geschichte fängt eher im Verborgenen an - sie selbst kann nicht sagen, was genau der Auslöser für ihre Magersucht war. Aber während einem Urlaub mit ihrer Familie fängt sie das erste Mal an sich zu übergeben und so beginnt ihr langer Leidensweg.

In diesem Buch merkt man als Leser sehr stark Hannas Verzweiflung, ihre Hilflosigkeit und ihren Widerwillen, in eine Klinik zu gehen, bzw. überhaupt jemals wieder gesund zu werden. Eine ganz andere Grundstimmung schwingt in "Kontrolliert außer Kontrolle" mit - als Leser war ich sehr befangen und teilweise Hannas Reaktionen nicht verstanden. 

Aber Hanna kämpft und tritt sogar mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, was meinen größten Respekt verdient. Ein schockierender Bericht über ein Mädchen, dass die Kontrolle über ihr Leben verliert.

Man ist sieben Tage die Woche, von morgens bis abends, 24 Stunden, 1.440 Minuten, 86.440 Sekunden am Tag kontrolliert. Kontrolliert darin, nichts zu essen, nichts zu trinken, Sport zu machen. Doch wenn einem bewusst wird, dass das nicht normal ist, merkt man plötzlich: Eigentlich ist alles "Außer Kontrolle"!