Freitag, 19. Juni 2015

[Rezension] Blätterrauschen

Blätterrauschen

Holly-Jane Rahlens

320 Seiten

Rowohlt Verlag

14,99 € 

Als es eines stürmischen Herbstnachmittags an die Hintertür zum Leseclub der Buchhandlung Blätterrauschen klopft, ahnen Oliver, Iris und Rosa nicht, dass sie bereits mitten in einem großen Abenteuer stecken. Denn der Junge vor der Tür kommt aus der Zukunft. 

Und es dauert eine Weile, bis er versteht, dass er sich nicht in einem virtuellen Spiel befindet, sondern gegen seinen Willen in die Vergangenheit gereist ist –– ins 21. Jahrhundert! Oliver, Rosa und Iris geraten gemeinsam mit Colin in eine gefährliche Zeitschleife. Und müssen feststellen, dass sie alle Figuren eines Komplotts sind, in dem es um nicht weniger geht als um ihr Leben –– und um unser aller Zukunft!

Meine Meinung:

Warum habe ich diese Geschichte nicht früher entdeckt, nicht früher gelesen und mich nicht früher darin wohl gefühlt? Ich weiß es nicht! Vielleicht liegt es an dem etwas unscheinbareren Cover, welches zwar perfekt den Roman wiedergibt, aber mich selbst nicht zum Lesen verleitet hätte.

Der Klappentext verrät viel von der Geschichte, wer sich also komplett in das Buch einfinden möchte, sollte ihn nicht (!!!)  kurz vorm Lesen nochmal ansehen - wer es dennoch tut kann sich trotzdem noch auf ein spannendes Abenteuer mit Oliver und seinen Freunden freuen.


"Geschichten erzählen ist wichtig. Lesen hilft uns, herauszufinden, wer wir sind. Wir kommunizieren durch Lesen! Geschichten wecken Hoffnung ins uns, wieder und immer wieder. Ohne sie könnten wir nicht leben."

Gleich zu Beginn sei auch gesagt, dass dieses Buch mehr was für die jüngeren Leser gedacht war, aber getrost auch von erfahrenen Lesern gerne in die Hand genommen werden kann. An manchen Stellen werden schwierigere Wörter wie "Phantomschmerz" kinderleicht erklärt, aber ohne den belehrenden Ton; sie fließen mit in die Geschichte ein und können auch für Erwachsene von unschätzbarem Wert sein. Aber lest selbst.

Um was geht es? Oliver will eigentlich so gar nicht an dem Leseclub der Buchhandlung Blätterrauschen teilnehmen und doch findet er sich an einem stürmischen Herbsttag dort mit zwei Mädchen wieder: Rosa und Iris. Und kaum dass die drei es glauben können passiert ein spannendes Ereignis nach dem anderen.

Ein Junge aus der Zukunft steht vor der Tür der Buchhandlung und glaubt sich in einem Online-Spiel wieder, Männer mit schwarzen Masken machen Jagd auf die Freunde und dann, ehe sie es richtig begreifen können, finden sie sich plötzlich in der Zukunft wieder ... Werden Oliver, Iris und Rosa dieses Abenteuer meistern können?


"Wenn ein Buch mal ein bisschen kompliziert ist, stellst du es immer gleich wieder ins Regal. Warte es doch mal ab! Manche Bücher nehmen erst langsam Fahrt auf, aber dann werden sie richtig aufregend. 

Manche Bücher geben dir versteckte Hinweise nicht nur über das, was passiert, sondern auch, warum es passiert. Gib den Büchern eine Chance, ihren Zauber zu entfalten."

Schon auf den ersten Seiten war ich bezaubert von der Atmosphäre der Geschichte. Auch wenn der Schreibstil während des gesamten Buches ab und zu ein wenig holprig war, ein wenig zu einfach und lapidar; mich hat nichts davon abhalten können mit Oliver in der kleinen aber feinen Buchhandlung während eines Unwetters fest zu sitzen und mit Iris und Rosa dort auf den Beginn des Leseclubs zu warten.

Es ist eben ein Buch für die jüngeren Leser, die Geschichte lebt viel von der wörtlichen Rede und ist manchmal einfach gestrickt; aber nichts davon hat mich ernsthaft beim Lesen gestört, nein es hat mich an gewissen Stellen geradezu fasziniert und begeistert; also nicht verzagen, sondern ein Lesen wagen!


"Wieso weißt du das alles?" "Weil ich lese", antwortete Iris. Sie blickte auf das Manga, das aufgeschlagen vor Oliver lag. Und dann auf Rosas Liebesromane. "Richtige Bücher."

Doch dann verwandelt sich die Geschichte rasant in einen Action-Roman, ein Ereignis jagt das nächste und ehe man es sich als Leser versieht wird ein Junge namens Colin Mittelpunkt der ganzen Erzählung. Er denkt nämlich, er sei in einer Computer-Simulation, dies wäre gar nicht die reale Welt und er müsse nur zu einem geheimen Punkt gehen, um wieder in seine Welt zu gelangen. 

Dass dies sich dann als ein wahnsinniger Irrtum entpuppt wird den vieren klar, als Männer mit schwarzen Masken in die Buchhandlung stürmen und alles kurz und klein schlagen ... auf der Suche nach Colins. Die Freunde fliehen und sehen sich auf einmal in der fernen Zukunft wieder, genauer gesagt im Jahre 2273, einer hochtechnologischen Welt, in der so manches anders ist als wie wir es heute kennen.


"Phantomschmerz" sagte er, als wollte er das Wort ausprobieren. Sie nickte. "Das ist so ein Gefühl, als wäre sie noch da." 
"Verstehe. Mit Menschen ist das genauso. Sie sind ein Teil von dir. Und dann sind sie plötzlich weg. Aber irgendwie sind sie immer noch da und tun dir weh."

Mein Fazit:

Ein herrlicher Roman für Groß und Klein, ein Zeitreise-Science-Fiction-Roman mit vielen liebevollen Charakteren, Gesprächen und Ereignissen, die einem noch lange nach dem Lesen im Kopf herumgeistern. 

Und die Buchliebhaber unter euch werden ebenfalls ihren Spaß daran haben, denn auch diese haben einen großen Stellenwert in der Geschichte bekommen. Ich vergebe

3 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte


"Ich fürchte, ich glaube gar nicht mehr daran, dass Geschichten überhaupt ein Ende haben. 

Das hier ist vielleicht das Ende einer Geschichte, aber es ist auch der Anfang einer anderen oder sogar die Mitte von noch einer dritten. Geschichten gehen immer weiter. Wie die Zeit selbst." 

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