Donnerstag, 2. Juli 2015

[Rezension] Am Anfang war die Schuld

Am Anfang war die Schuld

Jane Shemilt

448 Seiten

Blanvalet Verlag

14,99 €

Jenny Malcom ist sich sicher, alles im Griff zu haben. Ihren Job als Ärztin, ihre Rolle als Mutter von drei Teenagern und ihre Ehe. Alles läuft perfekt. Bis zu dem Abend, an dem ihre fünfzehnjährige Tochter nicht nach Hause kommt. Bange Stunden des Hoffens folgen, bis klar wird: Naomi ist spurlos verschwunden. 

Und plötzlich bricht Jennys perfekt organisiertes Leben zusammen. Während die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren laufen, steht die Familie Malcom vor den Trümmern ihres Lebens. Und Jenny beginnt zu ahnen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kannte, wie sie immer gedacht hat …

Meine Meinung:

Der Klappentext dieses Thriller hatte sofort meine Aufmerksamkeit erregt und eine Frage kam in mir hoch "Kennen wir immer den Menschen mit dem wir zusammenleben SO perfekt? Oder gibt es etwas, was er uns verheimlicht?" Ich war gefesselt und wollte endlich wissen was mit Jennys Tochter Naomi passiert ist. Doch konnte diese Geschichte mich überzeugen? Gleich mehr dazu.

Um was geht es? Jenny Malcom ist eine richtige Vorzeigemutter, sie jongliert mit ihrem anstrengenden Beruf als Ärztin, ist nebenbei Mutter von drei Kindern und schafft es, ihre Ehe am Laufen zu halten ... zumindest glaubt sie das. Eines Abends kommt ihre Tochter Naomi nicht mehr nach Hause und die nervenaufreibende Suche nach ihr beginnt.

Jenny gibt die Hoffnung nicht auf, ermittelt teilweise auf eigene Faust und muss dabei lernen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kannte wie sie dachte und ihre perfekte Welt bekommt die ersten Risse. Wird sie Naomi jemals wieder in die Arme schließen können?

Der Schreibstil war spannend und gut zu lesen - anfänglich flog ich nur so durch das Buch und konnte es kaum beiseite legen. Der Leser erlebt die Geschichte aus Jennys Sicht; abwechselnd aus der Gegenwart erzählt, in der sie Naomi wie verzweifelt sucht und einmal aus Sicht der Zeit kurz vor ihrem Verschwinden.

Und nach und nach erfährt man immer mehr über das scheinbar glückliche und gut funktionierende Familienleben der Malcoms .... Jenny zerbricht an der Suche nach ihrer Tochter, ihr Mann verheimlicht ihr etwas und auch ihre beiden Söhne schweigen - was wissen sie und wo ist Naomi?

Die Charaktere waren mir alles andere als sympathisch, jeder kreiste nur um sich selbst und wenn etwas nicht klappte, wurde dem anderen der schwarze Peter zugeschoben. Jenny zerbricht am ungewissen Schicksal ihrer Tochter und was machen ihre Söhne? Sie erzählen ihr brühwarm von der neuen Freundin ihres Mannes und streuen damit reichlich Salz in die Wunden - hallo?!

Auch die Handlung kam nicht so richtig in die Puschen. Es wird viel um den heißen Brei herum erzählt, die eigentliche Suche verschwindet unter Nebensächlichkeiten und Alltagstrara, nur um dann auf einmal wieder voll aufzublühen und dem Leser einen Fakt nach dem anderen ins Gesicht zu schlagen.

Dadurch wurde das Lesevergnügen teilweise sogar langweilig, den roten Faden verlor man allerdings nie ... denn soviel passierte im Endeffekt dann ja auch nicht. Leider ist mir sehr wenig von der eigentlichen Geschichte im Gedächtnis geblieben und das heißt ja einiges; von einem soliden Thriller erwarte ich viel viel mehr und auch das Ende war für mich nicht optimal.

Mein Fazit:

Ein zäher Thriller mit einer grandiosen Grundidee und einer langwierigen Ausführung. Für Einsteiger in das Genre auf jeden Fall einen Blick wert, für hartgesottene Fans des richtigen Hardcore-Thriller eher eine Enttäuschung bzw. nichts bahnbrechend neues. Ich vergebe

1 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

1 Kommentar:

  1. Hallo! Irgendwie hatte ich mir bei diesem Schmöker auch mehr Spannung erhofft - in die Richtung Psychothriller. Aber letztendlich war es eher ein spannendes Familiendrama. Mir hat der Roman eigentlich ganz gut gefallen, allerdings fand ich das Ende schrecklich. Ich wäre zwar nicht auf so was gekommen, aber darauf gehofft habe ich auch nicht gerade. Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen, denn ein richtig gutes Ende bekommen wenige hin. Liebe Grüße, Corinna

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