Samstag, 25. Februar 2017

[Redestoff #17] BestSeller, Lese"beichte", Neues Jahr, neues Glück?

Ein großes HALLO an euch da draußen, hier bin ich wieder!

Lang lang ist es her, seitdem wir uns das letzte Mal gelesen haben. Meine Motivation zu bloggen war gleich null und zum Schreiben zwingen wollte ich mich erst recht nicht. Dabei kann ja nichts gutes dabei herauskommen.

Aber nicht nur mir ging es in den letzten Monaten gefühlt so, viele meiner Lieblingsblogger hatte/ hat diese Unlust erwischt - und wisst ihr wie ich das finde? Überhaupt nicht schlimm! Wenn ich einen Blog führe, möchte ich dies mit einer gewissen Leidenschaft tun und wenn diese eben nun mal nicht da ist oder sich auf unbekannte Zeit verzogen hat, dann macht doch eine Pause.

Doch genug dazu - in den letzten Monaten habe ich so viele faszinierende Geschichten gelesen, habe wundervolle Lesestunden verbringen können und mich durch Neuerscheinungen gewühlt, aber auch ältere Bücher von meinem SuB befreit und das alles möchte ich wieder mit euch teilen - seid ihr mit dabei?

1.) BestSeller oder auch Mein Lieblings-Frust-Thema!

Als Buchhändlerin erlebe ich so einiges und ein Thema, welches oft in Kundengesprächen mit aufkommt sind die BestSeller. Jedes Mal, wenn mich ein Kunde anspricht und nach einer Empfehlung fragt, hüpft mein Leserherz. Ich empfehle aus vollem Herzen, gehe auf die Wünsche/Lesevorlieben ein und versuche, dem möglichst gerecht zu werden mit den Büchern, die ich auswähle, 

Und nicht selten kommt dann dieser eine Satz, bei dem mein Lächeln regelmäßig kurz einfriert: "Aber da steht ja gar nicht Spiegel-Bestseller drauf?" Dabei schwingt meistens ein "Dann kann das Buch ja nicht SO gut sein wie Sie sagen" mit oder es wird auf die ein oder andere Weise dazu gesagt. 

Ja natürlich kann das Buch nicht gut sein wenn es nicht auf der Bestsellerliste steht, tut mir leid, ich habe ja auch eigentlich keine Ahnung, was ich ihnen hier empfehle. Die meisten meiner Abende bzw. meine Freizeit gebe ich ja auch nicht gerne zum Lesen her, damit ich sie auf die bestmöglichste Art und Weise beraten kann. 
Vertrauen Sie ruhig auf die gebündelte Kaufkraft der Konsumenten oder den Marketingstrategien der Verlage, denn die machen ja schließlich das Ranking dieser Listen aus. Ich lese nur zu meinem eigenen Vergnügen und empfehle Ihnen deswegen nur den größten Schund, damit Sie mir meine Lieblingsbücher nicht wegschnappen!  "


Genau DAS möchte ich manchmal darauf antworten. Nicht weil ich einen Hass auf meine Kunden habe oder diese Antwort für dämlich befinde ... nein, ich weiß dass es die meisten Leser oder Geschenkekäufer einfach nicht besser wissen oder sich von diesem Irrglauben leiten lassen, aber manchmal frustet mich dass dann doch ungemein.

DAS musste jetzt mal raus, ich hoffe ihr verzeiht mir! Aber im Stillen hoffe ich, eines Tages all meine Kunden bekehren zu können, ihnen so viele gute Empfehlungen mitgegeben zu haben und damit so viel Begeisterung für diese Geschichten auszulösen, damit sie mir irgendwann auch die "Nicht-Spiegel-BestSeller" aus der Hand reißen mögen - AMEN! #lifetimegoals

2.) Lese"beichte"

Jetzt möchte ich kurz ein Thema anschneiden, das schon lange in meinem Kopf herumschwirrt. Nicht nur auf Arbeit fällt es mir schwer, selbstbewusst "Ja, ich lese das!" zu sagen, weil ich genau die Blicke der Kollegen vor mir sehe bzw. mir ihre Gedanken dazu ausmalen kann und auch hier habe ich euch einige gelesene Bücher unterschlagen ... warum? 

Tja, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, weiß ich es selbst nicht so genau. Letztens habe ich erst einen wundervollen Blogartikel über "Lesen und Lesen lassen" verfolgt, welcher mir eine gehörige Portion Motivation und Selbstvertrauen mitgegeben hat. 

Vorab sei noch zu sagen, dass ich die letzte bin, welche andere Leser nach ihrem Lesegeschmack be- oder noch schlimmer, verurteilt. Lest das, was euch glücklich macht und Spaß bereitet, und wenn ihr dazu noch eine begeisterte Rezension schreibt, dann lese ich diese auch sehr gerne. Und wenn mir dann das Thema nicht in mein Leseschema passt, dann so what!  

Es gibt nichts schlimmeres, als für sein Hobby oder die Auswahl seiner Bücher belächelt zu werden oder von anderen Lesern dafür niedergemacht zu werden. Jeder hat seinen eigenen Geschmck und das ist gut so - und jetzt komme ich zum springenden Punkt ( hach, was habe ich diese Kategorie "Redestoff" vermisst ;D )

Ich lese leidenschaftlich gerne Geschichten aus dem Festa Verlag, vor allem aus der Kategorie Extrem. Für mich ist das Lesen von diesen Horrorbüchern wie eine kalte Dusche; ich greife dann dazu, wenn mich ein Lesetief trifft oder ich etwas GANZ anderes brauche, um mich wieder auf Neuerscheinungen zu stürzen, welche sich oft gleich anhören und sich bei mir ein Gefühl von "Habe ich das nicht schon mal wo gelesen?!" einschleicht.



Denn oft sind es genau diese Geschichten dann, die mich begeistern und überraschen können - und deshalb brauche ich zwischendurch eine komplett unterschiedliche Art von Romanen, damit mein Lesegefühl quasi wieder auf Werkseinstellung zurückgesetzt wird - versteht ihr?

Aber nicht nur der Festa Verlag schafft das, nein auch die ganzen Erotikgeschichten werden von mir unsicher gemacht und gerne gelesen. An sich ja nichts schlimmes, seit Shades of Grey liest ja fast jeder dieses Genre und doch wollte ich nie so offen damit umgehen auf meinem Blog - blöd, oder? >>>

Ich lese nun mal gerne durcheinander, da wird mal dieses ausprobiert und jenes; für nichts davon sollte ich mich "schämen" und auch kein anderer Leser. Geschmäcker sind eben verschieden und genau das liebe ich, denn nur Schwarz und Weiß ist ja auch langweilig!

Bedeutet für euch: Es werden auch aus diesen Genres Rezensionen und Empfehlungen kommen, ob ihr wollt oder nicht. Wenn ihr der "Nicht-Fraktion" angehört, könnt ihr diese Blogartikel dann auch gerne überspringen, niemand muss alles lesen was ich hier so von mir gebe ;-)

3.) Neues Jahr, neues Glück?

Vor genau einem Jahr hatte sich das Leben von meinem Freund und mir um 180 Grad gedreht. Das ganze letzte Jahr ist wie in einem Rausch an uns vorbei geflogen, es gab viel Streit, ungute Gespräche und viele viele Veränderungen. 

Letztes Jahr hat mein Freund erfahren, dass er Vater von einem dreijährigen Jungen namens Leon ist. 

Wieso weshalb warum möchte ich hier jetzt nicht breittreten und doch habe ich das Bedürfnis, auch euch ein wenig daran teilhaben zu lassen. Einfach um euch mein Gefühlschaos ein wenig zu erklären und mir damit auch etwas von der Seele zu schreiben.

Nach dem großen Schock und dem positiven Vaterschaftstest ( es waren noch drei andere potenzielle Kandidaten vorhanden ) war es für mich die reinste Hölle. Ich habe auf der einen Seite versucht meinen Freund zu unterstützen, ihm den Rücken freizuhalten. Er hatte bzw. hat auch immer noch nicht das beste Verhältnis zur Kindsmutter und seinem Sohn, das liegt aber an allem was zuvor gelaufen war und es jetzt nicht einfach für ihn machte.

Und genau da lag unser Knackpunkt: Er war ständig frustriert, ich hatte einen brennenden Kinderwunsch in der Brust und musste nun mit ansehen, wie seine Eltern sich mit strahlenden Augen Oma und Opa nannten. Wie es dauernd hieß "Nimm doch mal deinen Sohn" oder "Geh doch mal zum Papa"- ich kam mir wie das fünfte Rad am Wagen vor und fraß meine Gefühle in mich hinein.

Dass da dann irgendwann ein großer Knall kommen musste war abzusehen und der entlud sich ungefähr vier/fünf Monate danach. Dauernd stritten wir uns wegen den kleinsten Kleinigkeiten, ich fühlte mich ungerecht behandelt und war nur noch am Weinen. Die schlimmste Situation für mich persönlich war dann, als mein Freund meinte "Wir wollten am Wochenende vielleicht in den Zoo gehen, magst du mit?" 

Wer sollte denn WIR sein? Waren nicht er und ich immer dieses unzertrennliche WIR? 

Nein, er meinte damit sich, seine Ex und den Kleinen - und hier entbrannte auch unser heftigster Streit. Wer mir dann auch diesem Gefühlstief herausholte waren meine Arbeitskollegen. Sie kümmerten sich rührend um mich, munterten mich auf und setzen mein angeknackstes Selbstvertrauen Stück für Stück wieder zusammen.

Dieser ausufernde Streit war der letzte große in dem Jahr, danach ging es nur noch in Tippelschritten bergauf. Ich will nicht sagen dass das Thema nun nicht mehr zu Diskussionen oder Gesprächen führt, aber mein Freund und ich haben es geschafft, es so in unseren Alltag zu integrieren, dass sich keiner mehr daran stoßen kann.

Ich bin unendlich froh, dass wir das gemeinsam hinbekommen haben und dieses Jahr unser Vierjähriges zusammen feiern können - denn auch wenn ich ihm zwischenzeitlich am liebsten das Genick gebrochen hätte, ist da diese bedingungslose, allumfassende Liebe für ihn. Auch wenn es sich kitschig anhört, hätte ich nicht an uns geglaubt und daran, dass wir es schaffen können, dann weiß ich nicht, wie das alles ausgegangen wäre.

Diese Jahr wünsche ich mir eine kleine Verschnaufpause, aber ich bin opimistisch: Jetzt kann es nur  noch bergauf gehen! Und um das ganze jetzt hier abzuschließen, eines meiner Lieblingszitate aus dem letzten Jahr:

Angst ist wichtig. Hab Angst vor dem offenen Meer. Vor dunklen Gassen. Vor großen Hunden. Aber niemals – ich betone – niemals vor der Liebe. Die Liebe mag wehtun, aber sie ist wie eine Rose. Du bekommst sie nicht ohne Dornen. Paris, du & ich - Adriana Popescu

Kommentare:

  1. WOW! Ich bin gerade sehr geflasht von Deinem Post! Natürlich klingt die Sache mit Deinem Freund am meisten nach, zumal das Thema natürlich am Schluss kam und noch am "aktuellesten" ist.
    Ich muss mich jetzt selbst erst einmal ordnen.... Also...
    Die Sache mit den Bestsellern kann ich gut verstehen. Und das obwohl ich nie in einer Buchhandlung gearbeitet habe. Allerdings merkt man es schon dann, wenn man Leute im Bekanntenkreis haben, die nicht soviel lesen wie wir Bücherwürmer. Die hangeln sich gern an irgendwelchen Bestseller-Listen entlang. Das finde ich persönlich sehr schade, da einem dadurch sehr viele tolle Bücher entgehen. Und oft schaue ich mir solche Listen an und nur ein Bruchteil davon spricht mich wirklich an. Aber das ist wohl so eine Sache, die man einfach nicht aus den Leuten raus bekommt. Dass das Frust am Arbeitsplatz schafft, ist ganz klar. Da kann man Dir nur gute Nerven wünschen.
    Was das Bloggen angeht, scheine ich mich momentan immer wieder zu wiederholen. Und zwar genau aus dem Grund, den Du auch schon genannt hast. Gerade haben viele (auch namhafte) Blogger ein Tief. Da hilft wohl nur eines: nicht streßen lassen. Im eigenen Tempo lesen und bloggen. Ich persönlich finde auch, dass man es einem Post auch anmerkt, ob der Blogger ihn geschrieben hat, weil er meinte, der muss geschrieben werden oder weil er wirklich mit Herzblut dabei ist.
    Bloggen wann immer man möchte ist vollkommen in Ordnung!!
    Und was Deinen Freund angeht... wow, wirklich heftige Sache. Das ist bestimmt eine wirklich schwierige Situation für alle Parteien. Gerade Dein Gefühl vom unzertrennlichen Wir hätte ich wohl auch. Da muss man sich dann komplett neu einstellen.
    Ich wünsche Dir und Deinem Freund auf jeden Fall viel Kraft, dass Ihr die Situation für alle befriedigend hin bekommt. Und im Endeffekt hoffe ich, dass Ihr gestärkt daraus hervor geht.

    Alles Liebe, Nelly

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  2. Hallo und guten Tag,

    Danke...herzlichen Dank für Deine Offenheit im Punkto Privates und Arbeit.

    Ich denke mir, dass jeden unbedingt etwas lesen möchte von einer Bestseller-Liste ist deshalb so , weil sie in jedem Buchladen für jedermann gut sichtbar aushängt....augenzwickern...

    Und weil der normale Leser oder die normale Leserin, so wie ich es auch bin.....grins...keine Ahnung hat...was neues auf dem Markt erscheint oder erschienen ist.

    So einfach ist das, finde ich.

    Die Blogger werden noch mit Infos über neue Bücher, Serien von den Verlagen doch gerne mit Werbung überhäuft oder?

    Dem normalen Leser oder Leserin bleiben nur die Listen oder?

    Außer er nimmt so wie ich...Euch Blogger da zur Hilfe....augenzwickern.

    Das mit Deinem Freund echt Sch.....Sch....und es hat sicherlich viel Kraft gekostet mit dieser, neuen Situation um zugehen...deshalb ein kleines Drückerchen...wenn es erlaubt ist.

    Und der Spruch....Liebe kann Berge versetzen, den ich hier durchaus angebracht halte.

    LG...Karin..

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  3. Liebe Antonie

    In Punkto bloggen und Bestseller kann ich dir nur zustimmen. Klar, es gibt wirklich tolle Bestseller. Viele Sahneschnittchen halten sich aber im Verborgenen.
    Mir gefällt deine Meinung, dass man über den Geschmack von anderen nicht lästern sollte. Wer das tut hat, meiner Meinung nach, sowieso ein Problem. Warum sollte es dann eigentlich so viele verschiedene Bücher geben, wenn manche (ach so schlaue Leser) nur ihren Geschmack für richtig halten? Ich denke, darauf werden wir keine Antwort bekommen.

    Das mit deinem Freund ist ein wirklich hartes Ding. Dein Freund darf sich glücklich schätzen, dich zu haben. Mit der Mutter von dem Kind hätte er keine so gute Perspektive. Ein Kind ist nichts Schlimmes. Damit könnt ihr gut leben. Ich weiß wovon ich rede. Aber, auf deine Gefühle sollte man unbedingt Rücksicht nehmen!Ob Oma oder Opa. Ganz egal. Sie sollen sich in deine Lage versetzen und sich dementsprechend verhalten.
    Du bist wirklich eine richtige Powerfrau. Wie du das Problem bisher gemeistert hast, finde ich einfach nur toll. Da gehört schon sehr viel seelische Stärke dazu. Aber, dein Freund weiß das bestimmt. Ich denke, er war auch erst mal überfordert. Dass er sich um sein Kind kümmert, werte ich jetzt mal positiv. Da zeigt er Charakter. Das kann er auch ohne Ex. Sollte der Kleine regelmäßig zu ihm kommen dürfen, wirst du bestimmt auch nicht dagegen sein. Oder?

    Ganz liebe Grüße,
    Gisela

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  4. Schön, dass Du wieder da bist!

    Und gleich greifst Du thematisch heiße Eisen auf.
    Ich habe unter den Bestsellern schon richtig schlechte Bücher gelesen, bei denen ich mich gefragt habe, wieso der erste Entwurf und nicht die endgültige Version veröffentlicht wurde ;-) Andererseits kenne ich auch ganz tolle, von völlig unbekannten Selfpublishern verfasste bzw. von Mini-Verlagen veröffentlichte Bücher, die eigentlich jeder lesen sollte, so fantastisch sind sie. Dass Du abseits der Bestsellerlisten empfiehlst, macht Dich für mich gleich super sympathisch.
    Ich bin ein großer Fan von Vielfalt und dem Ausleben des eigenen Lesegeschmacks. Jeder darf auch gerne über seine persönlichen Favoriten schwärmen, ohne sich dafür schämen zu müssen oder angegriffen zu werden. Ich erlebe es allerdings auch mal umgekehrt, nämlich dass ich dafür angegriffen werde, ein beliebtes und gehyptes Buch NICHT zu mögen und das auch laut zu sagen. Man sagte mir sogar, ich solle doch gefälligst nur Bücher lesen und besprechen, von denen ich vorher schon vermute, dass ich sie mag. Alles andere wäre doch „sinnfrei“. Aber auch das gehört für mich zur Vielfalt und Meinungsfreiheit. Jeder darf lesen, was er möchte und aus welchen Gründen und darf sich auch laut und leidenschaftlich darüber äußern, ob das nun eine Lobeshymne oder ein Verriss ist. Nur dass manche sich nicht trauen, weil es nicht dem Trend und der Mehrheitsmeinung entspricht, das finde ich sehr sehr schade.
    Vielen Dank, dass Du diese private Seite auch mit uns geteilt hast. Ich stelle mir diese Situation super schwer vor und dass Deine Beziehung auf eine echte Zerreißprobe gestellt wurde, ist nur allzu verständlich. Umso schöner, dass es so aussieht, als hättet ihr die Krise überwunden und einen Weg gefunden.
    LG Gabi

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