Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] Babydoll - Hollie Overton

Babydoll

Hollie Overton

352 Seiten

Goldmann Verlag

15,00 €

Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt ...

Meine Meinung:

Als ich "Babydoll" in die Hand genommen habe wollte ich damit eigentlich nur meine Thriller-Laune befriedigen -große Erwartungen hatte ich an die Geschichte kaum. Doch dann die Überraschung: Die Handlung hatte mich von den ersten Seiten komplett gefesselt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und las so schnell ich konnte.

Was mir besonders gut gefiel war die Grundidee, denn hier begleiten wir Lily, welche mit ihrer Tochter nach acht langen Jahren vor ihrem Entführer fliehen konnte und nun wieder in ihr altes Leben eintaucht, welches natürlich sehr viel anders ist als vor ihrer Entführung.

Und hier spielt die Autorin eine Trumpfkarte aus, die mich quasi durch die Geschichte gescheucht hat: Als Leser erfahren wir aus den mehreren Sichtweisen wie die unterschiedlichsten Personen mit dieser Situation umgehen und was sie dabei fühlen und denken.
Wir erfahren dabei einiges aus Lilys Sichtweise, aber dürfen auch ihrer Mutter Eve über die Schultern schauen, mit ihrer Schwester Abby mitleiden UND ihrem charismatisch-widerlichen Entführer Rick bei seinen Selbstbeweihräucherungen zur Seite stehen.

Gerade diese Vielfalt und die einzelnen Persönlichkeiten haben mich unwahrscheinlich neugierig gemacht, haben mich durch die Geschichte getrieben und meine Neugierde nie ganz befriedigt. Wie schon im Lese-Eindruck beschrieben hatte ich jedes Mal das Gefühl einen Autounfall zu betrachten:

Ich wollte immer mehr wissen, wollte erfahren wie es Lily in der Gefangenschaft ging, was sie erlebt hat und wie ihre Familie mit der Ungewissheit gelebt hat und ihr Leben weiterführte. Und diese ganze Zeit hatte ich ein unglaublich SCHLECHTES Gewissen dabei, denn auch wenn es eine fiktive Geschichte ist und nichts davon wirklich passiert ist, hatte ich das Gefühl mich an diesem Unglück nicht satt lesen zu können.

Hollie Overton hat hier ganze Arbeit geleistet muss ich sagen!

Aber auch die komplette Handlung war unglaublich durchdacht, mit kleinen spannenden Cliffhängern gesät und wurde generell NIE langweilig. Wer hier allerdings einen actionreichen Psychothriller sucht sollte mit anderen Erwartungen an "Babydoll" rangehen, denn wie auch schon der Verlag richtig auf dem Cover vermerkt hat ist dies ein Roman.

Es sollte wirklich mal eine Zwischenbezeichnung für diese Sorte Geschichte geben: Die, welche kein reiner Thriller sind, da zu wenig Psycho-Action-Blut-Gemetzel enthalten ist und die, die aber auch kein reiner Roman sind, da sie zu viel Spannung enthalten -liebe Verlage, HILFE! 

Fazit:

Ein fabelhaftes Debüt mit großem Überraschungseffekt, authentischen Charakteren und einem Ende, mit dem ich sehr gut leben konnte. Große Empfehlung!

1 Kommentar:

  1. Hallo!
    Ich fand das Buch auch große Klasse! Im Moment steht auf so vielen Büchern "Thriller" drauf und man findet keinen!! Und hier ist es das gegenteil..es ist zwar kein richtiger Thriller, aber hat eine tolle Spannung und hat mich von der ersten Seite an gefesselt!
    Liebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

    AntwortenLöschen