Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Das Rosenholzzimmer

Das Rosenholzzimmer

Anna Romer

576 Seiten

Goldmann Verlag

19,99 €

Als die Fotografin Audrey Kepler das verlassene Thornwood House im ländlichen Queensland erbt, ergreift sie sofort die Chance, ihrem hektischen Leben in Melbourne zu entkommen und einen Neustart zu wagen. In einem entlegenen Zimmer des alten, aber noch immer prächtigen Hauses entdeckt sie die verblasste Fotografie eines gutaussehenden Mannes. 

Wie sie bald herausfindet, handelt es sich um Samuel Riordan, den vormaligen Besitzer von Thornwood House, und Audreys Interesse ist geweckt. Schließlich erfährt sie, dass Samuel beschuldigt wurde, kurz nach dem Krieg eine junge Frau ermordet zu haben, was Audrey nicht glauben will. Doch als sie immer tiefer in Samuels Geschichte eintaucht, hat Audrey die böse Ahnung, dass der Mörder von damals noch lebt. Und dann droht sich ihr Verdacht auf gefährliche Weise zu bestätigen ...

Meine Meinung:

Endlich mal ein Cover das perfekt ( und zwar sowas von! ) auf die Geschichte abgestimmt ist; welches genau den Inhalt wiedergibt und gleichzeitig mit seinen düsteren Farben die Atmosphäre des Buches einfängt. Anna Romer erschafft eine komplexe und bewegende Familien- / Kriminalgeschichte im australischen Nirgendwo, wo jeder jeden kennt. 

Neben der ganzen wunderschönen Aufmachung gibt es auch mehrere Zeichnungen im Innenteil des Buches von der Autorin persönlich, welche Thornwood House und seine Umgebung darstellt - für Leser, die Kartensüchtig sind und sich gerne ansehen wo die Handlung denn gerade genau spielt ein absolutes Highlight!

Um was geht es? Audrey Kepler erbt ein altes, verlassenes und ziemlich heruntergekommenes Farmhause von ihrem verstorbenen Ex-Freund Tony, welcher sich das Leben unerwartet genommen hat. Zusammen mit ihrer Tochter Bronwyn entflieht sie ihrem hektischen und ungeordneten Leben in Melbourne und zieht in Thornwood House ein. 

Ziemlich schnell stößt Audrey auf ein altes Familiengeheimnis, auf alte Feindschaften und Intrigen. Je tiefer sie gräbt und je mehr sie erfährt, desto seltsamer verhalten sich alle neu gewonnenen Freunde in ihrer Umgebung ... was ist damals passiert, war Samuel wirklich ein Mörder und wer versucht ihr zu schaden?

Als Leser nimmt Anna Romer uns mit auf die Spurensuche eines nie ganz geklärten Mordes durch mehrere Generationen hindurch. Auch ihre starkte Naturverbundenheit hat man im ganzen Buch gespürt, die ganzen Beschreibungen waren einfach so bildhaft und eindringlich, dass ich geglaubt habe wirklich im australischen Busch zu sein und neben Audrey die alten Pfade erkunde. 

Mich konnte diese alte Familiengeschichte sehr schnell in seinen Bann ziehen, ich habe mitgerätselt wie es wohl damals gewesen sein könnte und was wohl wirklich hinter den ganzen Anschuldigungen stecken mag. 

Zuviel von der Geschichte an sich will ich gar nicht erzählen, da ich sonst 1.) mich tot schreiben könnte, denn der ganze Roman ist unglaublich komplex und 2.) ich euch nicht so viel verraten möchte, euch nicht unbewusst einen Spoiler reinhauen möchte, denn ihr sollt ja noch was vom Buch und seinen ganzen Geheimnissen haben. 

Kleiner Kritikpunkt: So auf den letzten 200 Seiten gab es auch ab und zu Szenen, die entweder für meinen Geschmack komplett überflüssig waren und dadurch den ganzen Roman ein wenig wie einen Kaugummi erscheinen ließen oder die Vergangenheit so durchstrukturiert und vielschichtig war, dass ich teilweise nicht mehr wusste wer wie jetzt mit wem und warum überhaupt. 

Doch trotzdem konnten mich die Charaktere überzeugen, ich habe Bronwyn so fest in mein Herz verschlossen, dass sie für mich so echt wirkte wie meine eigene kleine Schwester. Gekonnt wurden andere Personen anfangs so strukturiert, dass sie einen den letzten Nerv geraubt haben oder man sie gleich verdächtigt hat. Und sowas liebe ich ja! 

Wenn nicht nur die Hauptcharaktere mich catchen und nachhallen, sondern auch die Nebencharaktere ihre Aufmerksamkeit fordern und das dann auch noch zurecht.

Mein Fazit:

Wenn ich euch jetzt neugierig gemacht haben sollte ... dann ist meine Mission erledigt! Wenn möglich wartet mit dem Lesen bis Herbst oder lest es an einem lauen Sommerabend - beide Stimmungen passen perfekt zum Buch. Schnappt euch die Leseprobe, schmöckert hinein und lasst euch auf diese Reise ein. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen