Mittwoch, 17. Juni 2015

[Kurzrezensionen #8] Nachtsang / Kiss me Cowboy

Nachtsang - Julia Mayer


Kurzbeschreibung:

Anmerkung der Autorin:

ACHTUNG - Nachtsang ist eine Zusatz-Kurzgeschichte zu REHRUF und beinhaltet etwaige Spoiler. Wenn du REHRUF noch nicht kennst, rate ich dir, das Buch VOR Nachtsang zu lesen. 

Die Rehdoppel aus Wasserwacht sind gerade erst wieder zur Ruhe gekommen, als ein neues Abenteuer vor der Tür steht. Eines Tages tauchen zwei Eulendoppel bei ihnen auf und wollen die Herde optimieren. Zudem entwickelt Inga langsam romantische Gefühle für eines der anderen Rehdoppel. Werden ihre Gefühle erwidert? Oder wird ihr Leben nochmals auf den Kopf gestellt?

40 Seiten, 0,99 € aus dem Amazon Media Verlag

Meine Meinung:

Nachtsang ist eine kleine Kurzgeschichte, die nach den Ereignissen von Rehruf sich zugetragen haben. Schon diese Geschichte hatte mich verzaubert und durch den locker leichten Schreibstil der Autorin es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Als ich dann erfuhr, dass es eine Kurzgeschichte gibt, wollte ich diese unbedingt lesen und habe es auch nicht bereut.

Normalerweise bin ich kein Fan von solch richtig kurzen Geschichten, denn dieses Ebook umfasst nur 40 Seiten. Aber WAS für 40 Seiten! Sie sind gespickt mit Dramatik, Tragik und eine schier verzweifelten Inga, welche vor einer riesigen Entscheidung bzw. Trennung steht. Ich habe sie geliebt und verschlungen!

Mehr will ich gar nicht verraten über den Inhalt, nur noch so viel: Eine kleine zarte Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, mit welcher ich so ja gar nicht gerechnet hätte. Empfehlen würde ich, diese Kurzgeschichte wirklich gleich nach Rehruf zu lesen, wer dies aber nicht tut, sondern einige Zeit verstreichen lässt wird aber genauso wieder in die Geschichte, zu den Charakteren zurückfinden.

Mein Fazit:

Ich liebe die Welt rund um die Rehdoppel, bin fasziniert vom Schreibstil von Julia Mayer, die es jedes Mal schafft, mich in eine fantastische Welt hineinzuziehen und mich dort solange zu behalten, bis ich völlig darin aufgehe. Und das zu schaffen ... das ist ein richtig schweres Ding! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte


Kiss me Cowboy - Lita Harris


Kurzbeschreibung:

Unerbittlich rückt der Abgabetermin ihrer neuesten Cowboy-Romance näher und Carrie Harpers Nerven liegen blank. Im Kopf der jungen Bestseller-Autorin herrscht seit Monaten gähnende Leere und dann zieht obendrein noch Knall auf Fall ihr Freund aus. Da beschließt ihr Verleger, sie auf „die Ranch“ zu schicken, damit sie zur Ruhe kommt und konzentriert arbeiten kann. Dumm nur, dass sich das vermeintliche Wellness-Resort als eine Ansammlung von Weiden, Ställen und Hütten im tiefsten Texas entpuppt.

Doch dann ist da noch Yancy Mitchell. Der attraktive Cowboy mit handfestem Südstaatencharme ist Vormann auf der Bluebonnet-Ranch. Er wirbelt Carries Gefühlswelt tüchtig durcheinander und bringt sie dazu, ihr bisheriges Leben gründlich zu überdenken.

160 Seiten, 3,99 € aus dem Spicy Stories Verlag

Meine Meinung:

Lasst euch gleich vorab gesagt sein: Jaaa, das Cover finde ich auch ein wenig .... zu viel Kitsch, ABER die Geschichte ist ganz anders *kicher* - glaubt mir!! 

Für unseren Kurztrip ( der eher zum Kurzurlaub wurde! ) ins Tropical Island Berlin habe ich meinen Ebook-Reader mitgenommen, um genug Auswahl zum Lesen dabei zu haben. Und während ich bei tropischen Temperaturen am Sandstrand lag, habe ich mich perfekt in "Kiss me Cowboy" hineinfallen lassen können und es richtig gehend genossen, in die texanische Wildnis eintauchen zu können.

Wir begleiten die Autorin Carrie Harpers auf die Bluebonnet-Ranch im tiefsten Texas, auf welcher sie ihren neuesten Cowboy-Romance-Roman fertigstellen soll. Doch gleich bei der Ankunft wird sie vom attraktiven, aber etwas ruppigen Yancy Mitchell vergrault und wünscht sich bald nichts sehnlicher, als endlich wieder nach New York zurückzukehren. Doch es kommt alles anders, als sie es sich jemals gedacht hätte.

Carrie Hapers war mir zu Anfang ziemlich unsympathisch, sie ist eine verwöhnte und unberechenbare Großstadtgöre, die ihren Willen immer durchsetzten wollte und eher auf die Ranchmitarbeiter hinabgesehen hatte, als für ihre Bemühungen, ihr ihren Aufenthalt angenehm zu machen, dankbar zu sein. 

Doch nach und nach taut sie auf, will mehr über das Leben im tiefsten Texas wissen und hinter die raue Fassade von Yancy blicken. Dass das ein schwierigeres Unterfangen ist, merkt Carrie ziemlich schnell und nicht nur dieses Ereignis wirft sie aus der Bahn. 

Die Beschreibungen der texanischen Wildnis konnte mich völlig einnehmen, ich habe quasi den Staub auf meiner Zunge gespürt und den heißen Wüstenwind in meinem Gesicht wahrgenommen. Das war für mich ein großes Plus, denn gerade der locker-flockig leichte Schreibstil der Autorin hat mich an manchen Stellen am Lesen gehalten. 

Kleine Kritik: Gewisse Szenen haben mich dann doch noch recht fuchsig gemacht, denn ihr Charakter ist alles andere als leicht und da hätte ich mir oft weniger Dramatik, weniger Theatralik gewünscht. 

Mein Fazit:

Mir hat diese Geschichte ein paar entspannte und humorvolle, aber auch prickelnde und liebevolle Lesestunden geschenkt, auch wenn das Sprichwort "Manchmal ist weniger mehr" oftmals mir lieber gewesen wäre. Ich vergebe

3 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Dienstag, 16. Juni 2015

[Meine Lieblings-Buch-Menschen #1] Influenza Bookosa


Heute stelle ich euch meinen #1 Lieblings-Buch-Menschen vor - was das ist? Naja, es sind Twitterfreunde, Bloggerkollegen oder Bookyoutuber die mich inspirieren, begeistern und mit ihrer Leselust anstecken können.

In der Form gibt es schon mehrere Blogbeiträge von anderen; verlinkt sie mir doch in die Kommentare, dann füge ich sie in einem gesonderten Beitrag zusammen!

Name: 
Influenza Bookosa / Michael

Leselust-Verbreitend:



Sein Buch-Geschmack:
Querbeet, besonders anfällig für gut ausgearbeitete Charaktere, spannende Settings und öfter mal anspruchsvollere Geschichten, aber auch Mainstreamleser.

Begeisterungs-Gefahr:

Ziemlich hoch - Michael zeichnet eine starke Lesebegeisterung aus; er steckt andere entweder über seine kreativen Videos, mitreißende Twitterbeiträge oder seine unverwechselbaren Aktionen  aus.


Lieblings-Buch-Mensch-Potenzial:

100%! Warum? Ich bin verrückt nach seinen Buchempfehlungen, denn sie sind ( und zwar jede für sich ) etwas ganz besonderes. Wir haben einen ziemlich ähnlichen Lesegeschmack, das heißt jeder der mich und meine Rezensionen gerne liest sollte auch auf seinem Blog vorbeischauen. Und wenn es jemand schafft mich nach einer Lese-Depri-Phase aus dem Loch zu holen, dann er.

Danke für deine Twitter-Treue, die lustigen und unterhaltsamen, aufmunternden Gespräche und dafür, dass du meine Büchsucht ein klein wenig mehr unterstützt, mich für die richtigen Bücher begeisterst und uns alle auf die wertvollwundertollsten Geschichten aufmerksam machst! Danke, dass du einer meiner Lieblings-Buch-Menschen bist.

Montag, 15. Juni 2015

[Redestoff #10] Übersetzer in Rezensionen erwähnen?

Hallöchen meine Lieben!


Übersetzer in Rezensionen erwähnen?

Ja dieses Thema ging in letzter Zeit durchs Netz, wurde von Literaturkritiker und in Artikeln aufgegriffen, Blogger haben sich dazu geäußert oder wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man doch in den Rezensionen die Übersetzer genauso aufführen müsste wie den Autor und die Rand-Daten rund ums Buch.

An dieser Diskussion will ich mich jetzt mit diesem Beitrag gar nicht teilnehmen, aber sie hat etwas in mir angestoßen und DAVON will ich euch erzählen. Angefangen hat es zwar mit den Artikeln rund um das Übersetzer-Thema ( wo kam das eigentlich her? ), aber mein "Aha-Erlebnis" hatte ich mit der Neuauflage von Diana Gabaldons erstem Band der Outlander-Reihe.

Dieser Band kam gleichzeitig mit der Serienverfilmung auf Vox in die Buchhandlungen. Nur was so besonders an diesem Roman war erschloss sich mir erst mit einem Video, in dem eine Leserin erzählte dass dies die ungekürzte Fassung ( und damit um 100 Seiten länger ) wäre und auch eine andere Übersetzerin ihre Finger im Spiel hatte.

Also habe ich mich erkundigt und auch auf den ersten Seiten der Neuauflage schreibt Diana Gabaldon wie es dazu kam. Interessiert forschte ich auf der Arbeit nach, wir hatten natürlich alle bisher veröffentlichten Bände hier und siehe da: Es gab nicht nur eine Übersetzerin für alle Bände, sondern mehrere. 

Das dann auch noch bei ihrer Reihe teilweise gekürzt wurde; wie ihr im Nachhinein bewusst wurde; war der Ausschlag für sie zu sagen: 

"Irgendwann will ich alle Bände in der ungekürzten Fassung rausbringen und von der Übersetzerin geschrieben, die ich kenne und der ich vertraue!" 

Das war mein einschneidendes Erlebnis; klar kennt man es von vielen Reihen, dass da Coautoren am Werk sind, aber über die Übersetzer hatte ich mir bisher so gar keine Gedanken gemacht. Aber irgendwie hat sich das Thema dann auch wieder gesetzt gehabt, bis heute Abend. Denn aktuell lese ich ein Jugendbuch, welches Ende August bei FJB erscheinen wird und bisher komme ich mit dem Schreibstil so gar nicht klar.

Und da tauchte wieder dieser Gedanke in meinem Kopf auf "Schau doch mal nach, wer das übersetzt hat und erkundige dich mal, was sonst noch so aus seiner Feder stammt!" Gedacht, getan und ich wurde überrascht als ich die Titel sah, die die Übersetzerin da so in ihrem Lebenslauf quasi hatte: Nämlich zum Beispiel die beiden Lori Nelson Spielman Romane, die mir so ganz gut vom Schreib-technischen her gefallen hatten, da hatte ich keinerlei Probleme in den Text hineinzufinden.

Man sieht also: 

Sie spielen eine gewaltige Rolle in unserem Leser-Dasein, machen uns die Bücher schmackhaft ( oder eben nicht ) und begleiten uns durch die Geschichten; die Übersetzer. Wie auch Hörspielsprecher nehmen sie uns an die Hand und führen uns durch das Buch, von ihnen hängt ab ob wir etwas gut finden oder nicht - und doch denkt so gut wie keiner an sie.

Ob ich diesen Punkt aber jetzt in meine Rezensionen einbinden werde ist abzuwarten, aber auf jeden Fall werde ich nun mit wacherem Leserverstand an dieses Thema herangehen, werde mich mal bei meinen liebsten Werken schlau machen wer denn da übersetzt hat und was noch aus seiner Feder stammt und wer weiß: Vielleicht finde ich so einen neuen Kritikpunkt bei der Auswahl meiner zukünftigen Bücher. 

Konntet ihr diese Diskussion von Anfang an verfolgen und was ist eure Meinung dazu? Schreibt es mir doch in die Kommentare - ich freu mich!



Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Die rote Königin - Victoria Aveyard

Die rote Königin

Victoria Aveyard

512 Seiten

Carlsen Verlag

19,99 €

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! 

Fesselnd, vielschichtig und voller Leidenschaft: Viktoria Aveyard entwirft eine faszinierende Welt mit einer starken Heldin, die folgenschwere Entscheidungen treffen muss. Es geht um Freundschaft, Liebe und Verrat, um Politik, Intrigen und Rebellion, um Gut und Böse – und jede Schattierung dazwischen.

Meine Meinung:

Gleich vorweg muss ich mich mal ein wenig über den Klappentext beschweren, denn dieser enthält einen fetten Spoiler was die Geschichte rund um Mare enthält. Ich habe ihn euch oben bei der Kurzbeschreibung rausgelöscht, denn meiner Meinung nach nimmt er viel vom Lesespaß weg und spoilert unnötig - zum Glück hatte ich ihn nicht vorher gelesen! Also aufpassen und lieber mal auf den Klappentext verzichten.

So und nun zur eigentlichen Geschichte: Durch den ganzen Hype rund um die englische Ausgabe und die ganzen lobenden Stimmen wurde ich richtig HEIß auf dieses Buch und habe es geradewegs an mich gerissen als es auf Deutsch erschienen ist. Habe ich es bereut oder reihe ich mich ein in die Lobeshymnen? Lest selbst!

Um was geht es? Mare lebt in einer Welt, die strikt nach Silbernen und Roten getrennt ist. Die Silbernen verfügen allesamt über besondere Fähigkeiten und haben die Roten, Menschen ganz ohne besondere Talente, zu Untertanen gemacht. Ihren Namen leiten sich von der Farbe ihres Blutes ab. Mare ist eine Rote und wird in wenigen Monaten eingezogen und an die Front des seit Jahrzehnten andauernden Krieges geschickt, so wie es allen Roten ohne feste Arbeit ab achtzehn Jahren ergeht. 

Doch dann passieren gleich mehrere unglaubliche Dinge und Mare muss einsehen, dass sie keine gewöhnliche Rote ist ...

Ja, die Grundidee ist nichts neues. Ich kann die Ähnlichkeit zu "Selection" oder "Throne of Glas" nicht leugnen, ABER je länger man in Mares Welt verweilt, desto mehr wird man verzaubert von dieser und lässt die Vergleiche sehr schnell fallen und liegen, denn selbst wenn es so ist; diese Geschichte ist zu gut, um sie nicht zu lesen! 

Ich war fasziniert von den Fähigkeiten der Silbernen, war geblendet von dem vielen Luxus und dem Prunk, in welchem sie leben und habe gleichzeitig einen unbändigen Hass in mir gespürt, denn was die Roten für diesen Lebensstil erleiden müssen, das hat mich angewidert. 

Mare hat mir ihre Welt näher gebracht, hat mir ihren Schmerz offen gezeigt über den Verlust ihrer Brüder, welche viel zu früh in den Krieg ziehen mussten und wie unnütz sie sich fühlt, denn im Gegensatz zu ihrer Schwester, welche für die Silbernen Seide verarbeitet und bestickt, hat sie keine Arbeit und kann somit ihrer Familie nichts bringen, außer ihrem Diebesgut.

Diese Welt ist so detailliert beschrieben und durchgedacht, dass ich mich noch gute 500 Seiten mehr dort hätte aufhalten können. Es gibt Intrigen, Aufstände, eine Garde die die Silbernen angreift und die Regierung stürzen will, es gibt eine furchtlose Heldin und viele liebevoll gestaltete Charaktere, es gibt Liebe und Drama, Tragik und Schmerz und ganz nebenbei eine etwas andere Liebesgeschichte.

Mit ihrem bildhaftem Schreibstil, der düsteren und bedrohlichen Stimmung und unerwarteten Wendungen schafft Victoria Aveyard einen unglaublich tollen Auftakt, der den Leser in ihre Geschichte hineinsaugt und dort mitfiebern, mitleiden und mitkämpfen lässt. 

Kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, dass ich ab und zu das Gefühl hatte etwas verpasst zu haben, dafür waren an anderen Stellen der Plot so ausschweifend und detailliert, dass es mich fast schon gelangweilt hatte. Ein wenig mehr Pepp da und dafür weniger ist mehr in anderen Szenen hätten dem Buch garantiert besser getan, aber das sind nur minimale Ausreißer gewesen, die ich gut verschmerzen konnte.

Auch wenn Mare eine Kämpfernatur ist, war sie zu Anfang eine wenig naive Persönlichkeit, die sich schnell für eine Seite begeistern konnte und dies dann doch im Nachhinein ziemlich bereut hat. Sie hat sich manipulieren lassen und als Leser saß ich oft vor dem Buch und habe gerufen "Nein du doofe Nuss, siehst du nicht das Offensichtliche?!" Aber auch das war kein fetter Minuspunkt, sondern nur ein kleiner Kratzer im sonst perfekten Gewand der Geschichte.

Mein Fazit:

Lesen. Genießen. Mitfiebern. Mitleiden. Überraschen lassen. Und auf den zweiten Band freuen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Mittwoch, 10. Juni 2015

[Hörbuchrezension] Herbstblond

Herbstblond

Thomas Gottschalk

4 CDs, Laufzeit: 4h 33 / gekürzte Lesung

Random House Audio

16,99 € 

98 Prozent aller Deutschen kennen Thomas Gottschalk. Zwei Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Er brachte frischen Wind ins Radio und prägte einen neuen Stil der Fernsehunterhaltung. Als Kinostar und Werbefigur wurde er zum Kult, als Showmaster ist er Legende.

Zum ersten Mal erzählt er jetzt aus seinem Leben: von der Kindheit und Jugend im fränkischen Kulmbach, von seinem Aufstieg zum Medienstar und seinen Begegnungen mit den Großen dieser Welt, von Rückzugsorten und Glücksvorstellungen, von Familie und Freunden, tragischen und glanzvollen Momenten.

Meine Meinung:

Thomas Gottschalk ist so ziemlich jedem ein Begriff, die meisten kennen ihn durch "Wetten dass ...", doch wusstet ihr auch, dass er seine Karriere beim Radio anging? Oder dass er den längsten Werbevertrag mit Haribo der Welt hatte und dies auch im Guinessbuch der Rekorde festgehalten wurde? 

All das und noch viel mehr durfte ich innerhalb von knapp 5 Stunden aufschnappen, wurde von Thomas Gottschalk auf meinem Arbeitsweg im Auto begleitet und habe an seinem Leben teilgenommen. Nichts ist hier gekünstelt, nichts zu dick aufgetragen und auch nie hatte ich das Gefühl einer Selbstbeweihräucherung zuzuhören. Seine warme Stimme, die detaillierte Beschreibung seiner Kindheit, seines Werdegangs und seines Lebens; all das hat mich tief im Herzen getroffen und begeistert zuhören lassen.

Schon in der Einleitung macht Gottschalk klar, dass jedes Wort im Buch von ihm stammt, denn das ist ihm wichtig: "ich schreibe, Sie lesen". Er zeigt auch die Schattenseiten des Showbusiness auf, zeigt dass auch er Gefühle wie Neid, Reue hat und nicht der Übermensch, wie ihn manche wohl sahen. Gänsehaut und ein paar Tränchen haben mich übermannt als das Thema Samuel Koch zur Sprache kommt.

An dieser Stelle im Hörbuch merkt man sehr stark wie ihn diese "Erfahrung", dieser Unfall heute noch zu schaffen macht. Gottschalk wird ernster, die Stimmung bei der Lesung gedrückter. Und wie er sagt, fehlten ihm damals zum ersten Mal in seiner Karriere die Worte und leise Zweifel schlichen sich bei ihm ein, ob er dem Showbusiness wohl noch gewachsen sei.

Jedes Kapitel hat als Überschrift einen Songtitel, der zu den Stationen in seinem Leben passt und auch ist Gottschalk sich nicht zu fein, bei dem Kapitel Radio Gaga selbst zum Singen anzufangen. 
Man begleitet ihn auf dem Weg von Kulmbach über München in die USA zusammen mit seiner Frau Thea. Und auch wieder auf dem Rückweg nach Deutschland.

Mit einer großen Ehrlichkeit ist es Thomas Gottschalk gelungen dem Leser mit diesem Buch 2 ganz unterschiedliche Seiten seines Lebens zu zeigen, die öffentliche und die private, oft eher nachdenkliche.

Gleichzeitig gab es auch viel zu Lachen, zu Schmunzeln und vor allem eins: Authentische Geschichten, die den Menschen Thomas Gottschalk mit all seinen Fehlern, Ecken und Kanten aufzeigen und sich nicht nur auf seine ruhmreichen Taten beschränken.

Mein Fazit:

Auch wenn ich mir eine ungekürzte Lesung gewünscht hätte; ich war schlichtweg fasziniert von diesem Hörbuch, von seinem ganzen Leben ( kann man das so sagen? ) und seiner Art und Weise des Sprechens, die mir ihn näher gebracht hat. Mein erstes Hörbuch seit langer Zeit und eine richtige Bereicherung für mich. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Hörpunkte

Sonntag, 7. Juni 2015

[Kurzrezensionen #7] 30 Tage und ein ganzes Leben / Schlusstakt

30 Tage und ein ganzes Leben - Ashley Ream

Kurzbeschreibung:

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. 

Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater finden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse – und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war …

416 Seiten, 12,99 € aus dem Btb Verlag


Meine Meinung:
Eine komplett andere Thematik, ein interessant klingender Klappentext und eine Protagonistin, die mich zur Weißglut brachte. Clementine hat sich einen Plan zurecht gelegt: Sie will sich nach 30 Tagen umbringen, will ihr Leben mit den Depressionen und den vielen Medikamenten nicht mehr ertragen und plant ihren Tod mit großer Sorgfalt. 

Clementine war mir von Anfang an unsympathisch, ich konnte ihre Handlungen und Verzweiflungstaten einfach nicht verstehen, nicht den Sinn dahinter sehen und es wurde die ganze Geschichte hindurch nicht besser. Der Schreibstil der Autorin hat mich als einzigstes begeistern können, durch den leichten und angenehmen Stil bin ich am Buch geblieben und habe es auch beendet - doch mit einem bitteren Nachgeschmack.

An vielen Stellen dachte ich mir "Häh, da fehlt mir doch ein Stückchen Geschichte!"; das ist mir nicht nur einmal passiert und ich habe mich den ganzen Roman hindurch gewundert, was ich denn da wohl überlesen habe. Doch in Vorbereitung zu dieser Rezension habe ich gelesen dass es nicht nur mir so ging, sondern vielen anderen Lesern ebenso ....

ABER es gab nicht nur negative Seiten an diesem Roman, sondern auch positive: Ich musste bei manchen Szenen schon sehr lachen, musste über gewisse Aktionen lachen und hatte so auf den ersten 100 Seiten meinen Spaß mit Clementine und ihrem Kater Chuckles, doch diese Lachanfälle waren bald vorbei, leider!

Auch richtet die Autorin den Fokus oft auf die kleinen Dinge im Leben, die doch eigentlich so wertvoll sind und das Leben lebenswert macht, wie z.B. einen guten Wein trinken, schlemmen ohne schlechtes Gewissen und alles auf einmal und Gespräche mit guten Freunden ... Das hat mir besonders gut gefallen, denn so hat man selbst ein wenig nachgedacht, wann man denn bewusst zum letzten Mal etwas aus tiefstem Herzen genossen hat.

Und auch der Schluss hat mich ein wenig im Regen stehen lassen, die letzten 50 Seiten bin ich dann doch nochmal durch die Seiten geflogen, habe auf das Ende hingefiebert und dann .... dann war der Roman plötzlich zu Ende. WO war hier der Abschluss?! Den gab es wohl nicht und dass hat mir das Buch schlussendlich komplett zerstört.

Mein Fazit: 

Leider war schon die unsympathische Protagonistin Clementine ein Todesstoß für diese Geschichte. Gepaart mit den teilweise seltsamen Aktionen, ihren Umgang mit ihren Freunden und den fehlenden Informationen innerhalb der Geschichte kann ich diesen Roman leider so gar nicht empfehlen. Ich vergebe

2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten


Schlusstakt - Arno Strobel


Kurzbeschreibung:

Für Vicki scheint ein Traum wahrgeworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein …

Dieser Jugendthriller vereint die Settings von DSDS und Dschungelcamp: Spiegel-Bestsellerautor Arno Strobel bietet eine Mischung aus hintergründigem Nervenkitzel und spannendem Detektivspiel, das die Gegensätze zwischen paradiesischem Schein und der mörderischen Natur des Menschen offenbart.

 224 Seiten, 9,95 € aus dem Loewe Verlag

Meine Meinung:

Arno Strobel ist einer meiner absoluten Lieblings-Thrillerautoren! Sein Schreibstil, seine Settings und Ideen - all das vereint er in jedem Buch zu einer wahren Lese-Explosion und ich kann meist nichts mehr tun bis die letzte Seite umgeblättert ist. Doch bei seinem zweiten Jugendbuch hat es mich eiskalt erwischt, es ist ein Strobel der mir so gar nicht gefallen hat. Warum?

Naja, lahme und unscheinbare Charaktere, Szenen die zwar alles aufzeigt was im Hintergrund einer Castingshow so abläuft, aber auf die Spannung habe ich lange gewartet und sie wurde mir auch nicht aufgezeigt. Man hätte so viel mehr aus dem Roman herausholen können, hätte die Auflösung des Ganzen zum Schluss peppiger und nervenaufreibender gestalten können und was macht man? 

Den Leser ( bzw. mich ) am langen Arm verhungern lassen! Mal ganz abgesehen davon, dass eine wichtige Wendung schon auf dem Klappentext verraten und somit etwas Entscheidendes bereits vorweggenommen wird, fehlte mir in der Geschichte einfach die Spannung. Das Ende mutet eher schnell hingeschrieben an, Motiv und Täter werden in einem Atemzug genannt und wirklich interessieren tut es auch niemanden. 

Mein Fazit:

Schade schade schade, aber ich vergesse diesen Fauxpas ganz schnell und widme mich lieber wieder seinen Erwachsenenthriller. Als Fearstreet-Ersatz für die Altersgruppe 11-13 Jahren kann ich dieses Buch von Arno Strobel schon empfehlen, für passionierte Thriller-Leser leider gar nicht. Ich vergebe

1 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.

Mittwoch, 3. Juni 2015

[Lese-Einblick #8] Die rote Königin



Monatelang bin ich um die englische Fassung dieses Buches herumgeschlichen, mein Finger zitterte oft über dem "Kaufen"-Button und doch habe ich gewartet bis es auf Deutsch erschienen ist ... wie ich es jetzt bereue!

Denn diese Geschichte hat mich voll in sich hineingesogen, ich komme nicht mehr aus dem Lesen heraus und bin tief begeistert von diesem Jugendbuch. Auch wenn die Grundidee sich quasi aus Selection und Throne of Glass zusammensetzt ... diese Art der Jugend-Dystopie liebe ich unheimlich und werde es nicht leid solche zu lesen.

"Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt."

Dieser Roman ist eine Mischung aus Märchenkitschroman und einer Actiondystopie. Ich bin dem Schreibstil der Autorin völlig verfallen, habe Mare in mein Herz geschlossen und kann es kaum erwarten, wie der erste Teil nun ausgeht. ( und wann denn endlich der zweite erscheint! )

Lest in die Leseprobe hinein, lasst euch auf die Geschichte ein und werdet verzaubert von Mares Welt - es lohnt sich!!!

Montag, 1. Juni 2015

[Rezension] Deleted / Traue niemandem - Margit Ruile

Deleted - Traue niemandem 

Margit Ruile

256 Seiten

Bloomoon Verlag

12,99 €

Berlin 2034. Ben lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie. Den Alltag regelt wie bei allen anderen Menschen sein Slave für ihn. Eine Hologramm-Figur, die ihm bei Recherchen hilft, seine Termine plant und auch ansonsten immer für ihn da ist. Dank ihm hat Ben Zugriff auf alle möglichen Kameras in der Stadt. 

Ben stellt die ständige Überwachung der Slaves irgendwann in Frage und gerät an die falschen Freunde. Und als Jonas nach einer gewagten Diskussion im Unterricht plötzlich mitten in der Nacht verschwindet, weiß Ben nicht, wem er noch trauen kann.

Meine Meinung:

Was genau sind eigentlich Daten? Wo gehen sie hin und was passiert mit ihnen? Genau dieses Thema greift Margit Ruile spannend und packend auf, verpackt sie in eine Jugend-Dystopie und kreiert damit ein Zukunfts-Berlin, welches einem unter die Haut geht.

Um was geht es? Ben lebt in Berlin im Jahre 2034, wird dabei von seinem Slave Sakar begleitet und arbeitet auf die Aufnahme in die Akademie hin und macht sich nur hin und wieder Gedanken um die technologische Zukunft, die Überwachung und die ganzen Kameras, die ihn 24 Stunden lang überall sehen können. Doch dann treten die falschen Freunde in sein Leben und nichts ist mehr wie es vorher war.

Ben ist es gewohnt seinen Alltag mit seinem Slave Sakar zu teilen, einem kleinen Hologramm, das fest mit seinem Handgelenk verbunden ist durch einen E-brace; ein kleines Armband, das jedes Kind im Kindergartenalter bekommt und sein ganzes Leben hindurch trägt. So wächst jeder mit seinem persönlichen Slave auf, so dass dieser zu einem Freund und Vertauten wird, dem die Kinder ihre Gedanken und Gefühle anvertrauen.

Bens Slave ist ein wenig anders als die anderen: Er zeigt ihm die verschiedenen Kameras in der näheren Umgebung auf wenn er das möchte, hinterfrägt leise und heimlich die Regierung und wird zu einem Verbündeten in Bens Leben, auch wenn dieser dies erst gar nicht so wahrnimmt. Aber er fängt langsam an, sich zu fragen wer von den enormen Datenmengen profitiert und ob diese ganze Überwachung so sinnvoll ist, wie es ihm immer alle weismachen wollen.

Die jugendlichen Charaktere sind wunderbar beschrieben, Ben und seine Freunde Lennart und Zoe war mir gleich sympathisch. Auch die Slaves wunderbar dargestellt, vor allem Sakar wirkt lebensecht, gar nicht wie ein Programm.Viele Slaves haben besondere Features, es gibt sie in allen Preisklassen. Vom Teddybär oder Prinzessin für die Kids bis hin zu prominenten Persönlichkeiten. Doch nur Sakar konnte mein Herz erobern und hat mir beim Lesen viel Spaß bereitet!

Wir erleben die Geschichte aus Bens Sicht, aber von zwei verschiedenen Zeitpunkten aus gesehen: Einmal der naive, leichtgläubige Ben, der die falschen Freunde kennenlernt und die Welt nach und nach mit anderen Augen sieht. Auf der anderen Seite der geflohene Ben, der in kursiven Abschnitten von seiner Flucht erzählt und sich versteckt hält; was die Zukunft ihm bringen wird weiß er nicht und so fiebert man dem Ende des Buches mit, um endlich zu wissen was ihn zur Flucht zwang.

Mein Fazit:

Was sich die Regierung alles einfallen lässt und welche technologischen Neuheiten euch erwarten müsst ihr selbst entdecken, sonst nehme ich noch den ganzen Lesespaß vorweg. Unbedingt lesen, ein kurzes aber intensives Lesevergnügen, das lange nachhallt und einen nachdenklich macht.

Wie unsere Zukunft aussieht wissen wir nicht, aber genau so wie hier beschrieben, kann ich sie mir bisher am Besten vorstellen. Action, Spannung und eine Prise Science-Fiction - eine gewaltige Mischung und meine absolute Empfehlung! Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten.