Freitag, 24. Juli 2015

[Ankündigung] Leserunde "Margos Spuren"

Hallihallo meine Lieben!

Ich habe ja gefühlte Ewigkeiten an keiner Leserunde mehr teilgenommen. Warum? 1.) Hatte ich oft die Zeit und die Lust nicht dazu, mich jeden Tag an EIN bestimmtes Buch zu setzen und dann auch noch mit anderen darüber zu diskutieren und 2.) weil oft ein gewisses Lesetempo vorgegeben wurde, was mir ebenso nicht gepasst hat.

ABER jetzt werde ich wieder an einer Leserunde der besonderen Art teilnehmen, die die liebe Lotta von Lottasbuecher ins Leben gerufen hat. Dabei handelt es sich um das Buch "Margos Spuren" von John Green und WARUM es eine etwas andere Leserunde ist ... das verrate ich euch gleich.

Hier erstmal die Eckdaten:

Start der Leserunde ist der 01.08.2015 - jeder der mitmachen möchte, kann sich bei Lotta auf dem Blog per Kommentar anmelden.

Jeder kann in seinem Tempo lesen, dazu wurde das Buch in mehrere Abschnitte aufgeteilt und seinen Senf kann man dann in das jeweilige Kommentarfeld schreiben.

Wer keinen Blog hat, kann auch über Twitter oder Instagram unter dem Hashtag #LRMargosSpuren mitmachen, oder eben rein über das kommentieren bei Lotta.



Hier könnt ihr die einzelnen Abschnitte der Leserunde nochmal sehen - da ich zu faul war alles abzutippen, habe ich es für euch exklusiv gescreenshotet - ein Hoch auf die Faulheit! Den Ausschlag für mich zu sagen, ich mache mit, hat 1.) das eigene Lesetempo ausgemacht; niemand ist verpflichtet eine gewisse Seitenanzahl schneller als normalerweise zu lesen UND 2.) das Buch um das es geht.

Denn bisher habe ich ( und das schon vor Jahren! ) "Eine wie Alaska" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen und freue mich somit, ein anderes John Green Buch lesen zu können ... wehe es ist nicht so gut wie die anderen!!

Die FETTE Besonderheit:

Nach dem gemeinsamen Lesen will Lotta es schaffen, dass jeder bei sich im Ort am gleichen Tag in den Film "Margos Spuren" geht und möchte danach mit uns darüber diskutieren - quasi ein Vergleich "Verfilmung VS. Buch". 

Ich finde es ja immer spannend zu sehen, was im Film wie umgesetzt und im schlimmsten Fall weggelassen wurde und danach dann auch noch mit Fachleuten ( wie wir es nach dem Lesen sein werden :D ) darüber zu reden ... ach, das wird einfach herrlich.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich und ein paar andere Blogger, ein kleines Schmankerl vom Verlag direkt bekommen haben: Uns wurde das Buch zugesandt UND ein Kinoticket. Also voll VIP. Natürlich hoffe ich, dass für die anderen Mitleser der Kinobesuch trotzdem erschwinglich sein wird und wir somit viel Freude daran haben werden.

ALSO wer von euch ist mit bei der Leserunde dabei? Schreibt es mir in die Kommentare und vergesst nicht, euch bei Lotta HIER anzumelden, denn dort werden alle Lesermeinungen zusammengetragen. Fröhliches Lesen!

Mittwoch, 22. Juli 2015

[Rezension] Mein Leben für deins - Amber Kizer

Mein Leben für deins

Amber Kizer

384 Seiten

cbt Verlag

9,99 €

Ein schrecklicher Autounfall setzt Jessica Chains Leben ein Ende. Und doch lebt sie weiter, denn ihre Eltern entscheiden sich, ihre Organe zu spenden. An Samuel, Vivian, Leif und Misty. Vier Teenager, vier Schicksale voller Schmerzen, Ängste, Einsamkeit und Hoffnung . 

Und über allen schwebt Jessica, begleitet und beobachtet sie: »Mein Leben hatte eine Bedeutung, aber nicht, als ich noch lebendig war, sondern erst durch meinen Tod … «

Meine Meinung:

Ich finde es gibt Themen, welche viel viel öfter in Jugendbüchern vorkommen sollten. Warum? Weil diese Themen zum Nachdenken anregen, Diskussionen lostreten können und dadurch perfekt als Schullektüre geeignet sind. Oder was meint ihr? 

Um was geht es eigentlich?  Jessica ist ein unscheinbares Mädchen, welches auf ihrer Highschool regelmäßig gemobbt wird und dem Spott der "coolen" Mädchen ständig ausgesetzt ist. Als sie an Halloween mit ihrem Wagen ins Schleudern gerät, prallt sie gegen einen Baum und ihr Leben ist schneller vorbei als ihr lieb ist, denn die Ärzte können nur noch ihren Hirntod feststellen.

Doch ihr Tod ist nicht sinnlos, denn durch ihre Organspende an vier Jugendliche macht Jessica ihnen das größte Geschenk ihres Lebens: Diese vier können dadurch weiterleben, können erwachsen werden und bekommen dadurch eine Zukunft geschenkt. Jessica bekommt dies alles mit, denn sie schwebt seit dem Unfall über den Geschehnissen und ist mit ihren Organempfängern verbunden.

Und was sie dabei alles erlebt zeigt ihr, dass ihr Tod alles andere als sinnlos war. 

Gerade zu Anfang dieser Geschichte muss man als Leser sehr viel schlucken, denn man erlebt Jessicas Alltag in der Highschool. Sie wird heftig gemobbt, fühlt sich als graues Entlein und muss viele Schläge einstecken. Doch dann eskaliert die ganze Situation, ihr werden ihre hüftlangen Haare abgeschnitten für einen guten Zweck ( ohne dass sie was dagegen tun kann oder es überhaupt will ).


Es gibt tausend Millionen kleine Wunder, die einem Menschen das Leben schenken, wenn sie auf die richtige Weise passieren. Und trotzdem kann keines von ihnen einen lebendigen Körper in ein lebenswertes Leben verwandeln. Leben werden jenseits der Zahlen gelebt. In dem Raum zwischen den Wundern.


Mir hat Jessica so unglaublich leid getan und ihre Society-Mutter hat in meinen Augen auch völlig versagt. Als dann der Unfall passierte hatte ich einen dicken Kloß im Hals; die Autorin hatte mich komplett in diese Situation hineingezogen mit ihrem Schreibstil. 

Danach bin ich nur noch so durch das Buch geflogen, wollte wissen wie es mit den vier Jugendlichen weitergeht nach der Organspende und was Jessica wohl über das ganze denkt, denn selbst nach ihrem Tod bleibt sie schwebend über den Ereignissen dabei und erkennt, dass nicht immer alles so ist, wie sie es bisher dachte. 

Es war spannend Vivian, Misty, Samuel und Leif zu begleiten. Jeder von den vieren hat ein anderes Päckchen, eine andere Krankheit mit sich zu tragen und natürlich geht jeder damit anders um. Diese vier Charaktere werden sehr eindringlich beschrieben, ich habe jeden einzelnen von ihnen in mein Herz geschlossen und mitgefiebert.

Er betete für ein Wunder, aber er würde nicht dafür beten, dass jemand starb, um ihn zu retten. Wie konnte er ein langes Leben mehr verdient haben als jemand anders?

Misty hatte dabei eindeutig das schwerste Los gezogen und mit ihr habe ich am meisten mit gelitten, denn ihre Familie ist sehr arm und sie können die hohen Rechnungen, welche Mistys Behandlung mit sich ziehen, kaum leisten. 

Wie oft habe ich eine Träne beim Lesen verdrückt, wie bedrückend war für mich die Vorstellung, dass Misty in ihrem jungen Leben bereits die ganze Verantwortung auf ihre Schultern nehmen muss und sich für die Verschuldung ihrer Eltern mehr als nur schlecht fühlt.

Die Handlung mag für manche an gewissen Stellen vielleicht zu künstlich, zu gewollt erscheinen, denn was für ein Zufall vermag alle vier Spendenempfänger zusammen zu führen und ihre Leben somit zu verbinden? Aber für mich hat Amber Kizer damit genau ins Schwarze getroffen, denn sie schafft es eine wunderbar atmosphärische Geschichte rund um das Thema Organspende zu spinnen. 

"Ganz egal, was passiert, an diesem Tag werden wir Jessica von all dem Mehr in unserem Leben berichten."
"Mehr Atemzüge."
"Mehr Geburtstage", fügte Sam hinzu.
Leif lächelte. "Mehr Küsse."
"Mehr Gekicher." [...]

Auch wenn es ab und zu sehr emotional wurde und die ganze Thematik einen zu erdrücken schien, sie hat in meinen Augen immer die Kurve bekommen und es nicht zu düster werden lassen. Und die Idee, Jessica weiterhin mit in die Geschichte einzubeziehen, konnte mich ebenso überzeugen. Daumen hoch!

Mein Fazit:

Ein emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, ein Thema was jeden von uns was angeht und über das sich jeder auch mal Gedanken gemacht haben sollte. Lest diese Geschichte und lasst euch darauf ein, erzählt anderen davon und diskutiert darüber - es lohnt sich. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte.

Sonntag, 19. Juli 2015

[Redestoff #12] Vom Ebook wieder zum Buch?

Hallihallo meine liebsten Bücherwürmer da draußen!

Vor ein paar Tagen überrannte mich quasi eine Erkenntnis, ausgelöst durch einen Gedanken meinerseits und heute nochmals durch einen Blogartikel, den ich leider nicht mehr aufstöbern konnte. Ich habe hin und her gedacht, mich damit auseinandergesetzt und werde euch nun über diese fundierten Gedanken informieren .... Spaß beiseite, lest einfach diesen Artikel und sagt mir in den Kommentaren, wie ihr die ganze Sache seht.

Vom Ebook wieder zum Buch?

Die letzten Tage habe ich mich durch die verschiedensten Seiten wie Rebuy und Medimops geklickt, habe Dutzende von Büchern in meinen Warenkorb geschmissen und nach einem verzweifelten Blick auf die Gesamtrechnung wieder aussortiert, auf die Merkliste verfrachtet und abgewägt. Welche Geschichten sollten sofort einziehen und auf welche Titel konnte ich vorerst verzichten?

Die Krux an der ganzen Sache allerdings ist eine viel größere Überlegung im Hintergrund: Welche Ebooks sollten bei mir in Buchform einziehen, OBWOHL ich sie schon auf meinem Reader hatte? Denn eines ist mir in letzter Zeit wieder klar geworden: Ich liebe es ein Buch in den Händen zu halten! Ziemlich simpel? Im Gegenteil. 

Seit fast 2 Jahren nun liebe ich meinen Reader und mein Tablet, über das ich eine Leseapp beziehe. Ich liebe es, auf Reisen viele Bücher zur Hand zu haben und nicht nur auf ein paar Geschichten beschränkt zu sein. Doch mir fehlt das Gefühl beim Lesen, ich will durch die Seiten blättern können, an ihnen riechen und das Buch auch dann noch sehen, wenn ich es längst geschlossen habe.

Ich bin niemand, der seine ganzen gelesenen Bücher behält. Die meisten verkaufe ich weiter, es sollen noch mehr Leute da draußen Spaß mit diesem Buch haben. Nur die Titel, die mich völlig von sich überzeugen konnten und mit Merkzetteln gespickt sind bleiben hier und bekommen hin und wieder ihre Streicheleinheiten. 

Und noch eines ist mir klar geworden bei der Überlegung, wieder mehr zu den Papierbüchern zu greifen: Auf meinem Reader versauern oft Geschichten, die ich einfach vergessen habe, denn ganz ehrlich - wer von euch blättert sich durch die vielen Seiten der Bibliothek und guckt sich regelmäßig alle Bücher an? Da passiert es dann auch mal, dass Bücher, die ich am besten schon gestern gelesen haben wollte, vergessen werden.

Habe ich allerdings diesen Titel bei mir zuhause und stolpere regelmäßig darüber ( natürlich nicht im übertragenen Sinne - die armen Bücher! ), ist die Bereitschaft bei mir höher, es auch in die Hand zu nehmen und in die ersten Seiten hineinzulesen; meist wird es dann auch zu Ende gelesen!

Aus diesem Grund möchte ich wieder mehr gedruckte Bücher in die Hand nehmen. Sie müssen bei mir keinesfalls neu sein, nein ich kaufe lieber gebraucht im Internet oder auf dem Flohmarkt. ODER ich gehe in die Stadt zu einer klitzekleinen Buchhandlung und kaufe da meine Bücher, denn die Kleinen brauchen das Geld dringender als die ganz Großen. 

Mein Fazit:

Ich möchte wieder ein vollwertiges Leseerlebnis haben, möchte mit allen Sinnen in die Bücher eintauchen und dort versinken - auch wenn es bedeutet, nochmal Geld für Geschichten auszugeben, die ich bereits besitze. Aber so ist das nun mal und das Gefühl, was mir bei gedruckten Büchern mitgeliefert wird ist eh unbezahlbar!!!

Freitag, 17. Juli 2015

[Abgebrochen #9 + #10] Kaninchenherz - Annette Wieners / Zertrennlich - Saskia Sarginson

Ich habe 50 Seiten in diesem Krimi verbracht und war mehr als verwirrt, ich konnte so rein gar nichts mit der Protagonistin und der Handlung anfangen. Ein kurzes Lese"vergnügen", dass mich mit seinem Setting, welches auf dem Friedhof beginnt, eher abschreckte als für sich gewinnen konnte.

Ich kann aufgrund der kurzen Lesezeit kaum sagen, wem das denn gefallen könnte. Am besten ihr lest bei Interesse einfach in die Leseprobe hinein und seht, ob ihr mit dem Schreibstil und dem Setting klar kommt.

Was besser gewesen wäre? Es wäre besser, ich würde nicht mehr zu solchen Krimis greifen :D Aber meine Arbeitskollegin hatte es mir quasi auf die Augen gedrückt und so war ich praktisch gezwungen es anzulesen -für die Viel-Krimileser unter euch: Finger weg!

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Ich hatte mich so wahnsinnig gefreut, als ich mich neu in der Bücherei angemeldet hatte und mir dieses Buch in die Hände fiel. Hatte ich doch schon bei erscheinen damit geliebäugelt und die Geschichte konnte mich auch schnell anfixen.

Doch dann fing ich an zu lesen und kam einfach nicht in diesen ominösen Schreibstil hinein.

Dadurch, dass die Geschichte so lange im nebulösen bleibt, die Charaktere zwar stark sind, aber eher grau in grau erscheinen und man als Leser durch die ganze Geheimniskrämerei abgeschreckt und mit vielen Fragezeichen über dem Kopf zurückgelassen wird die ersten 60 Seiten, habe ich es sehr schnell aus der Hand gelegt und mich auch weiterhin nicht mehr für die Geschichte interessiert.

Das eigentliche Thema des Buches ist Magersucht. Wer Jugendbücher mit solchen Thematiken nicht lesen kann, sollte hier nicht zugreifen. Ich kann mir denken, dass mir "Zertrennlich" zu einem anderen Zeitpunkt sehr gut gefallen hätte, daher:

Lest es, wenn ihr kein temporeiches Buch wollt, sondern nehmt euch Zeit dafür und fühlt euch in die Geschichte ein - vielleicht braucht man als Leser nur ein wenig Geduld und wird dann reich belohnt ... wer weiß.

Es muss nicht direkt alles aufgedeckt werden, aber wenn man so gar nichts erfährt und nur im Dunkeln tappt, dann kann es schnell zu einer Leseunlust kommen und das wollen weder Leser noch Autor - oder?!

Sonntag, 12. Juli 2015

[Rezension] Wo steckst du, Bernadette - Maria Semple

Wo steckst du, Bernadette

Maria Semple

384 Seiten

btb Verlag

9,99 €

Bernadette Fox ist chaotisch, überfordert – und ungeheuer liebenswert. Ihr Ehemann Elgie, der neue Hoffnungsträger bei Microsoft, mag ihren Witz. Und ihre verrückten Ideen. Irgendwie auch ihre Unsicherheit, wenn sie mal wieder von quälenden Ängsten heimgesucht wird. Die anderen Mütter, allesamt perfekt organisiert, halten Bernadette allerdings für eine Nervensäge. Verantwortungslos. 

Schließlich beschäftigt sie online eine indische Assistentin, die den Alltag für sie regelt. Zum Stundensatz von 0,75 Dollar reserviert Manjula den Tisch im Restaurant, erledigt mal eben die Bankgeschäfte und bucht den Familienurlaub in die Antarktis. Und für ihre 15jährige Tochter Bee, die kleine Streberin, ist Bernadette, na ja, eine Mutter. Bee kennt ja keine andere. Doch irgendwann beschließt Bernadette auszubrechen. Ihr wird das alles zu viel. Und auf einmal ist sie verschwunden …

Meine Meinung:

Aus irgendeinem fehlgeleiteten Grund hatte ich angenommen, es ginge in diesem Buch um das Thema Demenz - dem ist aber nicht so und trotzdem hatte ich meinen Spaß an der Geschichte. Trotzdem? Ja, kennt ihr das nicht? Ihr nehmt an, in einem Roman ginge es um das und das Thema, ihr fangt an zu lesen und es ist etwas komplett anderes. 

Mich kann sowas richtig aus der Geschichte reißen und mir das Buch madig machen; doch Maria Semple konnte mich mit Bernadette so sehr unterhalten, dass ich meinen fehlgeleiteten Gedanken keine Beachtung mehr geschenkt habe.

Ich applaudierte ihr innerlich. Es ist nämlich so: Egal was die Leute jetzt über Mom sagen, sie verstand es, das Leben lustig zu machen.

Um was geht es? Bernadette lebt mit ihrer Tochter Bee und ihrem Mann Elgie in Seattle. Ihr Mann arbeitet bei Microsoft, Bee wird aufgrund ihrer Herzschwäche mit Samthandschuhen angefasst und Bernadette ... ja Bernadette ist eine angesehene, etwas schrullige Architektin, die sich nach einem herben Schicksalsschlag völlig von allem zurückgezogen hat.

Deswegen ist es für Bernadett-Maßstäbe auch nicht verwunderlich, dass sie ihr komplettes Leben ihrer indischen Assistentin überlässt und via Internet diese mit Hotelbuchungen, Tischreservierung etc. beauftragt. Und da gibt es dann auch noch die Gnitzen von Bees Schule; die perfekten Übermütter, die sie so gar nicht leiden kann und die ihr oft das Leben zur Hölle machen.

Um Bees größten Traum wahr werden zu lassen, organisiert Bernadette eines Tages kurzerhand ( bzw. Manjula ) eine Reise in die Antarktis. Doch es kommt anders als alle denken und auf einmal ist Bernadette verschwunden ...

Gleich wenn man das Buch aufschlägt merkt man, dass dieser Roman nicht den normalen Maßstäben folgt, denn die komplette Geschichte setzt sich aus Dokumenten, Briefen und Nachrichten zusammen. So erlebt man den Werdegang der Familie aus den verschiedensten Sichtweisen, was ihn für mich zu etwas sehr unterhaltsamen und gleichzeitig sehr besonderen gemacht hat. 

Von: Ollie-O
An: Eltern-Brunch-Komitee
Krise. Riesiges Schild prangt über Audreys Haus. Über Nacht aufgestellt von verrückter Nachbarin. Audrey hysterisch. Ehemann ruft Staatsanwaltschaft an. Für Unvorhergesehenes bin ich nicht zuständig. 

Da wäre zum Beispiel Audrey Griffin, die perfekte Übermutter von nebenan. Sie versteht es wie keine andere, Bernadetts Leben mit einer einzigen Bemerkung ins Chaos zu stürzen und hat an allem und jedem etwas auszusetzen. Von ihr erfahren wir alles über einen Email-Austausch zwischen ihr und ihrer besten Freundin Soo-Lin Lee-Segal. 

Dann hätten wir da noch Manjula, die indische Assistentin von Bernadette, die mit einer inneren Ruhe deren Leben managt, organisiert und so ziemlich alles tut, was ihr aufgetragen wird. Diese Beziehung sorgt im Laufe des Buches noch für einigen Aufruhr, was mich ehrlich gesagt ein wenig genervt hat zum Schluss, weil es ZU viel war in meinen Augen, aber wenn ihr Details wissen wollt .... tja, dann müsst ihr wohl alles selbst lesen.

Und dann mischen natürlich noch ihr Mann Elgie, die Schuldirektorin Ms. Goodyear und einige andere in der Geschichte fleißig mit, doch Haupterzählerin ist dennoch Bree, die auf ihre ganz eigene Weise die Geschichte kommentiert und mir oft die Tränen vor lauter Lachen in die Augen getrieben hat.

Ich schob Mom weg und schlug Audrey voll ins nasse Gesicht. Ich weiß! Aber ich war so wütend. "Ich bete für dich", sagte Audrey. "Beten Sie für sich selbst", sagte ich. "Meine Mutter ist zu gut für sie und diese anderen Mütter. Sie sind die, die keiner leiden kann. Kyle ist ein Nachwuchskrimineller, der weder Sport macht noch sonst irgendwelche freiwilligen Aktivitäten. Die einzigen Freunde, die er hat finden ihn gut, weil er ihnen Drogen verschafft und weil er witzig ist, wenn er sich über sie lustig macht. [...]!" 


Gerade diese vielen Sichtweisen haben zur Vielschichtigkeit dieses Romans beigetragen, denn er kommt einem  nicht wie 384 Seiten vor, sondern viel viel viel länger. Was an sich nicht schlecht ist, denn wir erfahren sehr viele Details aus dem Leben von Bernadette, Bee und Elgie, die einem mit der Zeit wie richtig echte Menschen von nebenan vorkommen.

Wir erfahren wie die beiden sich kennengelernt haben, wie aus Bernadette diese schrullige und zurückgezogene Persönlichkeit wurde, warum Bee in manchen Situationen mit Samthandschuhen angelangt wird und warum sie in einer ziemlich heruntergekommenen alten Mädchen-Erziehungsanstalt leben, obwohl sie fast schon in ihrem Geld schwimmen und sich eindeutig etwas anderes leisten könnten.

Doch die klare Hauptperson, die den roten Faden fest in der Hand hält während der gesamten Geschichte, ist Bernadette. Anfangs wirkte sie auf mich nicht gerade sympathisch bzw. manche ihrer Launen habe ich nicht gleich verstanden. Wenn man aber der Geschichte aufmerksam folgt und sich völlig darauf einlässt, lernt man sie UND ihre Macken lieben. 


"Euch ist langweilig. Und ich will euch jetzt etwas über das Leben verraten. Ihr findet es jetzt schon langweilig? Ich sage euch, es wird nur noch langweiliger. Je früher ihr lernt, dass es an euch ist, das Leben interessant zu machen, desto besser für euch." Es war das erste und letzte Mal, dass Bee sagte, ihr sei langweilig.

Denn eigentlich führt Bernadette "nur" ihren eigenen kleinen Krieg gegen die Vorgaben der Gesellschaft, gegen die Gnitzen und vor allem gegen sich selbst, denn so richtig glücklich mit ihrem Leben ist sie seit einiger Zeit auch nicht mehr. 

Sie kann stundenlange Tiraden über Fünffachkreuzungen halten und schreckt damit so ziemlich jeden ab - doch hat man einmal hinter ihre Fassade geblickt, versteht man sie völlig und steht zu 100% hinter ihr, egal was kommen mag.

Ab Mitte des Buches geht es dann drunter und drüber. Audrey muss einsehen, dass auch perfekte Mütter nicht immer die Kontrolle haben können. Bee muss einsehen, dass sie nicht immer die perfekte Tochter sein kann und Elgie ... ja Elgie tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. 

Was die russische Mafia und eine verschwundenen Bernadette, die eigentlich in eine psychiatrische Anstalt verfrachtet werden soll, damit noch zu tun haben? Verraten werde ich es nicht, nur soviel: Es geht noch richtig rund, unterschätzt dieses Buch auf keinen Fall!!

Mein Fazit:

Ich könnte noch viel mehr über diese Geschichte schreiben, könnte euch die großen und kleinen Lacher meinerseits aufzeigen und euch an dieser brillant ausgedachten Erzählung teilhaben lassen, doch irgendwann muss auch gut sein und ihr überzeugt, diesen Roman sofort haben zu müssen. 

Seid ihrs?! Dann ab in die nächste Buchhandlung ( JEDER einzelne von euch!! ) und los geht die Reise mit dem Bernadette-Express; bitte anschnallen, Turbulenzen sind vorherzusehen. Ich vergebe

4 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Samstag, 11. Juli 2015

[Rezension] Noch so eine Tatsache über die Welt - Brooke Davis


Noch so eine Tatsache über die Welt

Brooke Davis

280 Seiten

Antje Kunstmann Verlag

19.95 €

Millie Bird ist sieben, als sie ihr erstes totes Ding findet, Rambo, ihren Hund. Von da an führt sie Buch über alles, was auf der Welt verloren geht: die Stubenfliege. Die Großmutter. Der Weihnachtsbaum. Darauf, dass sie auch ihren Dad in ihr Buch der Toten Dinge eintragen muss, war sie überhaupt nicht vorbereitet, und auch nicht darauf, dass ihre Mom sie im Kaufhaus stehen lässt und nicht wiederkommt. Karl ist siebenundachtzig, als sein Sohn ihn ins Altersheim bringt. 

Hier wird er nicht bleiben, denkt Karl, als er seinem Sohn nachschaut, und kurz darauf haut er ab. Erst mal ins Kaufhaus, bis sich was Besseres findet. Dort trifft er Millie. Agatha ist zweiundachtzig und geht nicht mehr aus dem Haus, seit ihr Mann gestorben ist. Halb versteckt hinter Gardine und Efeu, sitzt sie am Küchenfenster und beschimpft die Passanten. Bis das kleine Mädchen von gegenüber zurückkommt, allein Von Verlust und Trauer erzählt Brooke Davis in diesem berührenden Roman und zugleich von einem Abenteuer voll furiosem Witz: Wie drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aufbrechen, um Millies Mutter zu suchen, und dabei zurück ins Leben und die Liebe finden.

Meine Meinung:

Brooke Davis hat mit diesem Roman eine federleichte und zarte Geschichte geschrieben über ein Thema, was man sonst eher selten in Büchern vorfindet. Es geht um den Tod, auf welche Art und Weise jeder Mensch anders damit umgeht und was er mit den Hinterbliebenen anstellt. Ein melancholisches Buch, das auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient und das man am besten ganz langsam und Seite für Seite lesen, ja fast schon genießen sollte.

Um was geht es? Millie ist sieben und hat es sich zur Aufgabe gemacht, all die toten Dinge in ihr Notizbuch zu schreiben, die ihr begegnen. Und schon sehr bald muss die kleine Millie Bird auch ihren Dad dort eintragen; ihre Mutter kommt mit dem Verlust ihres Mannes nicht zurecht und lässt Millie eines Tages im Kaufhaus alleine zurück und kommt nie wieder.

Da hätten wir auch noch Karl den Tastentipper, welcher freiwillig ins Altersheim gegangen ist, um seinem Sohn nicht mehr auf der Tasche zu liegen. Karl hat ebenfalls einen geliebten Menschen verloren, seine Frau Evie und nun bereut er all die kleinen und großen Dinge, die er nie getan hat. Kurzerhand türmt er aus dem Altersheim und eine abenteuerliche Reise beginnt.

Und zu guter letzt wäre da noch Agatha Pantha. Sie hat ihren Mann Ron vor sieben Jahren sterben sehen und hat sich seitdem in ihrem Haus verschanzt. Nichts und niemand kann sie dort rausholen und mit jedem verstreichendem Jahr verbittert Agatha immer mehr. Doch dann trifft sie auf Millie und muss einsehen, dass es so nicht weitergehen kann.

Wie diese drei zusammenfinden und zusammenpassen und was für Abenteuer sie gemeinsam erleben - tja, das müsst ihr selbst lesen. Ich gebe euch nur einen kleinen Einblick in Millies Universum und das ist auf jeden Fall mehr als nur einen Blick wert!

Das Leben war nicht mehr als ein Wimpernschlag, ein Atemzug und eine Pinkelpause gewesen, und jetzt saß er hier auf diesem Bett, in einem Zimmer mit lauter alten Männern, die ihre eigene Scheiße nicht bei sich behalten konnten. 

Wir erleben drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch haben sie alle eine Sache gemeinsam: Sie haben einen Menschen verloren an den Tod. Brooke Davis zeigt uns auf, wie jeder von ihnen anders damit umgeht, wie vielschichtig der Verlust und die Einsamkeit danach sein kann. An manchen Stellen haut sie einem die unschöne Wahrheit um die Ohren und auch Millie hat sie tief in sich verinnerlicht: "Wir werden alle irgendwann sterben. Alles ist gut!" 

Und an anderen Stellen zeigt sie die leise, innerliche Verzweiflung der Hinterbliebenen auf. Wie ein Schmetterlingsflügel umschweben einen ihre Worte und legen sich wie eine warme Decke um die schreckensbleichen Glieder des Lesers. Schöner könnte solch eine Thema nicht verpackt sein.

Millie ist ein außergewöhnliches kleines Mädchen. Anstatt an dem Verlust ihres Vaters zu zerbrechen wie ihre Mutter, versucht sie dem ganzen Aufruhr rund um den Tod auf die Schliche zu kommen. Egal wo sie hingeht, sie erkundigt sich bei jedem der ihr begegnet, wie er sich seine Beerdigung vorstellt, wo tote Menschen hinkommen und ob er schon mal ein totes Ding gesehen hat. Und eines fällt auf: Kinder gehen mit dieser Frage ganz anders um als Erwachsene.

Sie fühlen sich nicht gekränkt, nicht ertappt oder ängstlich nach diesen Fragen, nein sie überlegen und antworten ganz sachlich. Ist es nicht überall so? Sollten wir unsere Scheu vor dieser Thematik nicht ein wenig ablegen und denken: "Okay, wir werden alle irgendwann sterben, aber was wollen wir zuvor erreicht haben?" 

Diese Frage stellt sich Karl auf ihrer Reise und muss feststellen, dass er viele Gelegenheiten mit Evie verpasst hat. Er war nie spontan, hat nie etwas verbotenes oder aufregendes getan und bereut es jetzt ungemein. Kaum ist diese Erkenntnis in ihm aufgegangen ( und Millie hat da auch ihren Teil zu beigetragen ) wächst Karl über sich hinaus und lässt seine Einsamkeit hinter sich, auch wenn sie in stillen Momenten wieder hervorbricht.



Karl seufzt. "Was soll ich denn sagen?" "Was wünscht du dir denn, was auf deiner Beerdigung gesagt werde soll?" Karl starrt auf seine Füße. "Ich glaube kaum, dass da jemand etwas sagen wird." 


Tja, sagt Millie und verschränkt die Arme. "Jedenfalls musst du etwas sagen." "Wieso kennst du dich mit diesen Dingen so gut aus?"

"Wieso du nicht?" sagt sie

Agatha ist da noch ein anderer Fall. Sie will keine Hilfe von ihren Nachbarn annehmen nach Rons Tod, verschanzt sich in ihrem Haus und entwickelt eine feste Routine, die sie nicht durchbrechen kann. Agatha wird eine grantige, alte Schachtel und sie selbst kann nichts dagegen tun. Ihre Trauer wandelt sich in Wut um, sie verflucht alles und jeden ... bis Millie in ihr Leben tritt, sie zwingt aus dem Haus zu gehen und wenigstens ein wenig aus ihrem Schutzwall herauszukommen. 


21.23 - gestattet sich Agatha Pantha, einsam zu sein.

Ein atemberaubendes Buch, welches mich oft sprachlos zurückließ. Es gäbe noch so viel darüber zu schreiben, zu sagen und in die Welt hinauszutragen. Ich war in einer Gefühlsachterbahn gefangen, habe viel über mein eigenes Leben nachgedacht und darüber, dass wir alle ein wenig mehr wie Millie sein sollten.

Mein Fazit:

Ein Roman, der nicht jedem gefallen wird, denn er hält uns den Spiegel vor und kratzt an unserer empfindlichsten Stelle. Gleichzeitig ist er aber nicht allzu bedrückend, er lebt von seinen leisen Momenten und seiner Eindringlichkeit. Taucht ein in diese Seiten, nehmt euch die Zeit und liest oft die Stellen mehrmals, denn es hat uns viel zu erzählen. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Freitag, 10. Juli 2015

[Redestoff #11] Begeisterte Empfehlungen und Rezensionen

Hallihallo meine liebsten Buchwürmer da draußen!!

Ihr kennt das garantiert. Ihr seid auf Twitter, auf Facebook, in einem Bücherforum oder auf einem Buchblog unterwegs und werdet tagtäglich mit einer Vielzahl von Rezensionen fast schon erschlagen. Und es grenzt ja fast schon an einer Unmöglichkeit, all diese Besprechungen ( die einen dazu auch noch interessieren! ) zu durchstöbern. Also was tun?

Ich entscheide immer intuitiv was ich lesen möchte. Entweder weil mir a) das Buch schon länger am Herzen liegt und ich endlich mal eine Lesermeinung dazu hören möchte, oder weil b) mir der Stil einer Rezension gefällt. Dazu muss natürlich auch der Draht zum Schreiber da sein, wir müssen den gleichen Buchgeschmack teilen oder einen völlig entgegengesetzten Geschmack haben - denn die Kunst besteht ja darin, den Leser für dieses EINE Buch zu begeistern. 

Und wie man dass schafft, zumindest bei mir, könnt ihr im folgenden Beitrag lesen!

Begeisterte Empfehlungen und Rezensionen

Jaja die Flut der Rezensionen erschlägt mich fast täglich, ich wühle mich durch die verschiedensten Blogs oder Facebook-Links durch ... und doch werde ich selten fündig. Woran liegt das? Ohne das ich jetzt jemanden hier anprangern möchte oder jemanden schlecht machen möchte, würde ich behaupten es liegt an der mangelnden Begeisterung mancher Rezensenten. 

Es ist völlig in Ordnung bei weniger gut ausfallenden Rezensionen einen neutralen Ton beizubehalten. Oder wenn der Leser kaum noch Erinnerungen an ein Buch hat ( obwohl dass dann eh für ein nicht unbedingt gutes Buch spricht oder? ) und kurz seine Meinung aufzeigt - knackig, das Wichtigste enthalten und gut ist. 

Doch was mir oft fehlt ist die wahre Begeisterung, die einen niederstreckt. Die einen dazu veranlasst, anderen die Geschichte in jeglicher Form aufzuzwingen, über sie zu schwärmen und spürbar in die Buchempfehlung sein ganzes Herzblut hineinzulegen. Denn diese Empfehlungen sind es, die mich tief im Inneren erreichen. 

Die es schaffen, dass ich am nächsten Tag in die Buchhandlung stürme und nicht eher gehe, bevor ich diese Geschichte in meinen Händen halten darf ... oder sie eben dort bestelle. 

"Ach, das schafft man als Buchblogger oder Twitterer oder Facebooker doch eh nie!" sagt ihr jetzt?! Falsch! Denn es gibt da so einige Menschen, die mich immer wieder zu diesem Punkt treiben an dem ich denke "Gib mir das Buch .... ABER ZACKIG!!" Und hier nur ein klitzekleines Beispiel dafür, dass mich zu diesem Artikel getrieben hat.


Ich muss mich ja selbst an der Nase packen - auch ich schreibe nicht immer die besten, kreativsten oder ansprechendsten Rezensionen. Doch gleichzeitig kann eine Geschichte auch nicht soooo gut sein, wenn ich mir nicht die Mühe gebe eine einzigartige Buchempfehlung zu schreiben und nicht kräftig dafür die Werbetrommel rühre.

Mein Fazit:

Deswegen sollten wir uns wieder alle an unsere Mission erinnern, die wir doch hoffentlich noch verfolgen; nämlich jeden mit unseren ( ACHTUNG das sind die Worte der hauptsachebunt! ) Leseviren zu infizieren und unsere liebsten Lieblingsbücher an den Mann bzw. die Frau zu bringen. 

Also los!! Die Welt braucht mehr einzigartige, wundervolle und berührende Bücher, die den Leser in ihren Bann ziehen und nicht so schnell wieder loslassen - streut LESEVIREN! ( ebenfalls die Worte der hauptsachebunt :D )

P.S.: Die Rezensionen müssen auch gar nicht so lang sein um zu begeistern, wie dieser wunderbarschöne und inspirierende Blog zeigt:


P.P.S.: Natürlich gibt es dort draußen ( vor allem auf Twitter! ) die besten Buchempfehlungs-Menschen der Welt - an euch habe ich während des Artikels auch stark gedacht:


UND viele viele mehr - danke!!

Mittwoch, 8. Juli 2015

[Rezension] Nacht im Central Park - Guillaume Musso

Nacht im Central Park

Guillaume Musso

384 Seiten

Pendo Verlag

14,99 €

New York, acht Uhr morgens. Alice, eine Polizistin aus Paris, und Gabriel, ein amerikanischer Jazzpianist, wachen auf einer Bank im Central Park auf – mit Handschellen aneinandergefesselt. Und sie sind sich nie zuvor begegnet. Wie in aller Welt sind die beiden hierher gekommen? Und vor allem: Warum? Alice und Gabriel wachen aneinandergefesselt auf einer Parkbank auf und haben keine Ahnung, wie sie in diese Situation geraten sind. Zumal sie sich nicht einmal kennen. 

 Alice und Gabriel bleibt nichts anderes übrig, als gemeinsam herauszufinden, was passiert ist. Ihre Suche führt sie auf die Spur eines Serienmörders, der Alice schon einmal um ein Haar das Leben gekostet hätte und sie nun ein weiteres Mal bedroht. Doch auch Gabriel hat ein Geheimnis ...:

Meine Meinung:

Wie ihr bereits wisst vergöttere ich Musso, seine Geschichten und seine Fähigkeit, mich komplett an ein Buch zu fesseln und dort so lange zu halten, bis ich die Geschichte inhaliert habe. 

Aus diesem Grund freue ich mich über jede Neuerscheinung aus seiner Feder und habe monatelang auf "Nacht im Central Park" hingefiebert. Doch es gibt klitzekleine Kritikpunkte in diesem Roman, die mich zwischenzeitlich fast schon zweifeln ließen - mehr dazu in der Rezension.

Um was geht es? Alice wacht nach einer durchzechten Nacht völlig verwirrt in einem kleinen Waldstück auf, gefesselt durch Handschellen an einen Mann namens Gabriel. Beide wissen nicht wie sie dort hingekommen sind, noch wer oder was sie in diese Situation gebracht hat. Eingeritzte Zahlenfolgen, eine Schusswaffe und mehrere Hinweise führen die beiden auf eine heiße Spur.

Doch ziemlich schnell merken die beiden, dass sie sich schon bald daran die Finger verbrennen könnten. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt ...

Als Leser wird man sehr schnell in das Geschehen katapultiert, man hat genauso wenig Ahnung wie Alice und ermittelt Seite an Seite mit ihr. Musso schafft es auch immer wieder einen an der Nase herumzuführen - glaubt man endlich zu wissen, was Sache ist reißt er das Ruder herum und präsentiert einem etwas völlig anderes. UND das LIEBE ich! 

Die Charaktere sind zu Anfang ebenso nebulös und mysteriös wie die Handlung selbst. Doch durch kleine Rückblenden in Alice´ Vergangenheit lichtet sich nach und nach der Nebel ... trotzdem scheint sie ein dunkles Geheimnis zu hüten; was es ist wird relativ spät erst aufgelöst und hat mir so ein klitzekleines bisschen die Geschichte versalzen.

Auch kommt es in der Mitte des Buches zu einer kleinen Durststrecke. Die Handlung steckt irgendwie fest, es kommt zu langatmigen Passagen und ein kleiner Gähner hatte sich bei mir gelöst. Doch dann schlägt der Autor wieder in gewohnter Härte zu und konnte mich wieder an die Geschichte fesseln.

Mein Fazit:

Ein perfekt ausbalancierter Roman, der zwischen Krimi und einer behutsamen, aber eher nebenbei aufblühenden, Liebesgeschichte schwankt. Musso gelingt es auf wunderbare Art und Weise Verwirrung zu stiften und so den Leser in ein Gedankenlabyrinth zu schicken. Achtung, Suchtgefahr! Ich vergebe

4 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte