Samstag, 25. Februar 2017

[Redestoff #17] BestSeller, Lese"beichte", Neues Jahr, neues Glück?

Ein großes HALLO an euch da draußen, hier bin ich wieder!

Lang lang ist es her, seitdem wir uns das letzte Mal gelesen haben. Meine Motivation zu bloggen war gleich null und zum Schreiben zwingen wollte ich mich erst recht nicht. Dabei kann ja nichts gutes dabei herauskommen.

Aber nicht nur mir ging es in den letzten Monaten gefühlt so, viele meiner Lieblingsblogger hatte/ hat diese Unlust erwischt - und wisst ihr wie ich das finde? Überhaupt nicht schlimm! Wenn ich einen Blog führe, möchte ich dies mit einer gewissen Leidenschaft tun und wenn diese eben nun mal nicht da ist oder sich auf unbekannte Zeit verzogen hat, dann macht doch eine Pause.

Doch genug dazu - in den letzten Monaten habe ich so viele faszinierende Geschichten gelesen, habe wundervolle Lesestunden verbringen können und mich durch Neuerscheinungen gewühlt, aber auch ältere Bücher von meinem SuB befreit und das alles möchte ich wieder mit euch teilen - seid ihr mit dabei?

1.) BestSeller oder auch Mein Lieblings-Frust-Thema!

Als Buchhändlerin erlebe ich so einiges und ein Thema, welches oft in Kundengesprächen mit aufkommt sind die BestSeller. Jedes Mal, wenn mich ein Kunde anspricht und nach einer Empfehlung fragt, hüpft mein Leserherz. Ich empfehle aus vollem Herzen, gehe auf die Wünsche/Lesevorlieben ein und versuche, dem möglichst gerecht zu werden mit den Büchern, die ich auswähle, 

Und nicht selten kommt dann dieser eine Satz, bei dem mein Lächeln regelmäßig kurz einfriert: "Aber da steht ja gar nicht Spiegel-Bestseller drauf?" Dabei schwingt meistens ein "Dann kann das Buch ja nicht SO gut sein wie Sie sagen" mit oder es wird auf die ein oder andere Weise dazu gesagt.

Montag, 12. Dezember 2016

[Buch-News #5] "Paris, Clara und Ich" von Adriana Popescu - Weihnachtskurzgeschichte!


Dieses Jahr war ein besonders gutes Jahr für wundervolle Geschichten - und eine meiner liebsten davon war "Paris, Du und Ich" von Adriana Popescu.

Alle, welche jetzt panisch nach einer verpassten Rezension von mir suchen: Bisher habe ich es ( Schande auf mein Haupt!! ) noch nicht geschafft, eine Besprechung dazu zu schreiben .... das wird sich aber spätestens nach dem nochmaligen Lesen ereignen, denn es sollte jeder von euch wissen wie megamäßig TOLL ich es gefunden habe!!!

Und jetzt erscheint auch noch eine kleine Winter-/Weihnachtskurzgeschichte namens "Paris, Clara & ich" rund um die Hauptprotagonisten Emma, Vincent und Jean-Luce, welcher ein unglaublich sympathischer älterer Herr ist, bei dem Vincent in einer kleinen Wohnung in Paris untergekommen ist und den ich ebenso sehr geliebt habe.

Deswegen freue ich mich umso mehr, ihn und die Liebesgeschichte mit seiner Frau näher kennen zu lernen, aber wehe es werden keine geheimen Doctor Who Sachen mehr vorkommen Frau Popescu, dann gibt es gewaltig Ärger ... oder so! #hmpf

Hach Leute, was soll ich DAZU noch sagen? Ich freue mich sooooo sehr auf ein Wiedersehen mit Vincent und Emma - wie sehr hatte ich die beiden ins Herz geschlossen, wie sehr sind die Tränen auf den letzten Seiten geflossen und wie sehr habe ich ihnen nachgetrauert, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte .... 

Angst ist wichtig. Hab Angst vor dem offenen Meer. Vor dunklen Gassen. Vor großen Hunden. Aber niemals – ich betone – niemals vor der Liebe. Die Liebe mag wehtun, aber sie ist wie eine Rose. Du bekommst sie nicht ohne Dornen.

Und meine Reaktionen zu dieser unfassbaren GEILEN ( huch, da geht es jetzt aber mit mir durch! ) Neuheit waren ungefähr so:


Deshalb meine Empfehlung an euch: Ihr kennt "Paris, Du und Ich" noch nicht? Tja, dass solltet ihr wohl schleunigstens ändern, denn das könntet ihr sonst mehr als nur bereuen ... euch entgeht hier eine so wundervolle Geschichte rund um die erste Liebe, den ersten Liebeskummer, das Wunder einer Freundschaft und kleinen, gut versteckten Doctor Who Insidern.

Und ganz nebenbei werdet ihr durch Paris geführt, verliebt euch in Vincent und werdet bald feststellen wie himmelschreiend gut Adriana Popescu schreiben kann - also, worauf wartet ihr noch? Lest es, liebt es und empfehlt es weiter, denn das hat es mehr als nur verdient!!

Man darf vor vielen Dingen im Leben Angst haben, das habe ich gelernt. Jedoch niemals von der Liebe, sich selbst und den eigenen Träumen. 
Denn es sind eben diese Träume, die uns vorantreiben, wegen denen wir mit einem Lächeln morgens aufwachen und selbst den schlimmsten Tag überstehen. Wenn niemand über deine Träume lacht, dann sind sie wahrscheinlich nicht groß genug.

Samstag, 10. Dezember 2016

[Rezension] Haus der Geister - John Boyne



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Haus der Geister von John Boyne

Umfang: 329 Seiten | Genre: Roman

Verlag: Piper | Preis: 9,99 € 



England 1867 Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. 

Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will.

Meine Meinung:

John Boyne habe ich vor Jahren unglaublich gerne gelesen; die Bücher, welche unsere Bibliothek anbot habe ich mit Begeisterung verschlungen und so ist es nicht verwunderlich, dass mich auf einmal wieder die Leselust packte - kurz in den eigenen Bücherhaufen gewühlt, schon fiel mir "Haus der Geister" in die Hände. 

Eine Gruselgeschichte? Okay, okay, eine Geistergeschichte ... darauf hatte ich eigentlich eher weniger Lust und doch konnte ich dem leisen Flüstern der Seiten nicht widerstehen und habe den Roman innerhalb kürzester Zeit verschlungen.


Boyne schafft es, den Leser sofort in eine düstere Stimmung zu bringen, welche sich während der Geschichte immer mehr verdichtet. 

Die Handlung rund um Eliza Caine, welche nach dem Tod ihres Vaters eine Stelle als Gouvernante in einem alten Herrenhaus annimmt und dort zwei Kinder hüten soll, deren Eltern aus unerklärlichen Gründen verschwunden bleiben, lässt einem mehr als einmal die Haare im Nacken zu Berge stehen.
Mit einem Mal war ich überzeugt, dass ich von den Seelen derjenigen umgeben war, die ihr irdisches Dasein hinter sich gelassen, aber noch keinen Eingang in den Himmel gefunden hatten....
Auch wenn das Grauen nie wirklich hervortritt, so war es stets hinter einem und trieb mich an weiterzulesen, denn natürlich wollte ich erfahren, was hinter dem ganzen Geheimnis rund um das spukende Herrenhaus steckt.

Und doch wird man nie allein gelassen, denn nach und nach wird der Schleier der Unklarheit, was oder wer für den Spuk verantwortlich ist, gelüftet.

Für mich ergab sich dadurch nie das Gefühl einer Frustration, das mich manchmal beschleicht, wenn ein Autor zu lange um den heißen Brei herum schreibt, um doch nie ganz zum Ende zu gelangen.

Mein Fazit:

Ein klassischer Boyne für mich: Eine packende Handlung, fesselnde Atmosphäre, das kleine Quäntchen Grusel und Charaktere, welche über sich hinauswachsen - ein schriftstellerisches Feuerwerk, welchem ich gerade jetzt in der düsteren Jahreszeit viele Leser wünsche!

*~5 von 5 Sterne~*

Mittwoch, 7. Dezember 2016

[Rezension] Reihenvorstellung Maarten S. Sneijder + Sabine Nemez - Andreas Gruber

Todesfrist ( Band 1 ) 

Andreas Gruber

416 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. 

Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen ...


Todesurteil ( Band 2 )

Andreas Gruber

544 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €


In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. 

Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat … 


Todesmärchen ( Band 3 )

Andreas Gruber

544 Seiten

Goldmann Verlag 

9,99 €

In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. 

Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gittern gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel ...

Meine Meinung:

Andreas Gruber war mir schon immer ein Begriff, doch so wie es nun mal als Buchhändlerin ist, kennt man zwar den Namen, hat aber einigen Fällen noch nie zu einem Buch des Autors gegriffen. Warum? 

Die liebe Lesezeit ist daran schuld! Mal ist sie da, mal rinnt sie einem wie Sand durch die Finger - und genau aus diesem Grund schlummerten die ersten beiden Bände gefühlte Jahre bei mir im Bücherregal.

Als nun der dritte Teil "Todesmärchen" in den Laden flatterte, konnte ich meine Neugierde nicht mehr zähmen und griff zum ersten Band rund um den Ermittler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez .... tja, und was soll ich dazu sagen? 


Marteen S. Sneijder ist mit einer der sympathischsten und authentischsten Ermittler, welcher mir jemals in einer Geschichte begegnet ist. Mit seiner schrulligen, skurrilen Art und Weise hat er sich schnell in mein Leserherz geschlichen und mich dennoch oft überrascht - denn Andreas Gruber versteht es wie kein zweiter unerwartete Wendungen in seinen Romanen einzubauen.

Und zusammen mit Sabine Nemez, welche man im ersten Band "Todesfrist" kennen lernt, ergänzen sich die beiden zu einem unglaublich tollen Ermittlerteam, bei dem der Leser sich oft fragt, wer hier eigentlich die Hosen anhat. 

Das war für mich schon die halbe Miete, denn wenn mir die Hauptprotagonisten gefallen und sie gemeinsam harmonieren, ich aber nie genug von ihnen kriegen kann, dann suchte ich eine Reihe gerne im Schnelltempo durch.

Die einzelnen Fälle sind mir direkt unter die Haut gegangen und haben mich in so manchen Träumen noch nachträglich verfolgt. Mehr will ich dazu gar nicht erzählen, das müsst ihr schon selbst lesen #Anfixmodus

Ich würde sagen, Andreas Gruber ist der österreichische Chris Carter unter den Psychothriller-Autoren, zumindest für mich! Gänsehaut pur, auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und wenn man einmal angefangen hat zu lesen, tja - dann versucht mal damit aufzuhören, es wird euch kaum gelingen!

Mein Fazit:

Andreas Gruber hat mit seiner Todes-Reihe mein Thrillerherz im Nu erobert, hat mich mit fiesen, hinterhältigen und verdammt guten falschen Fährten aufs Glatteis geführt und mich dadurch noch mehr begeistert als ohnehin schon. Eine dicke Empfehlung für alle, welche für die kalte Jahreszeit noch Thriller mit Schmökerpotenzial suchen! 

Für durchlesene Nächte übernehme ich keinerlei Haftung. Bitte bitte schaut euch die Reihe auf jeden Fall genauer an, lest in eine Leseprobe hinein und verliebt euch genauso wie ich in den unglaublich sympathischen Maarten Sneijder ... Verzeihung, Maarten S. (!!! ) Sneijder. Ich vergebe für die gesamte Reihe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Und wer meint, schon alle Bücher über Maarten S. Sneijder zu kennen, den muss ich spätestens jetzt enttäuschen ( und anfixen! ) denn nächstes Jahr im Juli erscheint der 4. Teil dieser Reihe. #FangirlmodusAN


Sonntag, 28. August 2016

[Rezension] Bluescreen / Schlips und Vorurteil - J.K Hilgenberg


Bluescreen - Schlips und Vorurteil

J. K. Hilgenberg

384 Seiten

Books on Demand

10,99 € ( Taschenbuch ) oder 2,99 € ( Ebook )


Die selbstbewusste junge Technikerin Elizabeth Bennet und der ebenso mürrische wie überhebliche Moderator Will Darcy haben mit ihren gut zweihundert Jahre alten Pendants nicht nur die Namen gemein. 

Wenn sie im Studio aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen, und schon bald stehen die Vorurteile und die Missverständnisse denen aus dem frühen 19. Jahrhundert in nichts mehr nach.
Ein modernes Stolz & Vorurteil unter der Regie des ganz alltäglichen Wahnsinns voller Irrungen und Wirrungen!

Meine Meinung:

J. K. Hilgenberg hatte mich bereits auf den ersten Seiten ihrer Neuerzählung von "Stolz und Vorurteil" komplett gefesselt und überzeugt, denn sie hat einen wunderbar leichten Schreibstil, welcher den Leser trotzdem gekonnt in die Austen-Zeit zurückversetzt und einen wehmütig an den berühmten Klassiker zurückdenken lässt. 


Um was geht es? Elizabeth Bennett arbeitet als aufstrebende und selbstbewusste Technikerin bei dem Regionalsender Meryton TV. Eines Tages trifft sie auf Will Darcy, welcher als neuer Moderator und Freund von Charles Bingley neuen Wind in den Fernsehsender bringen soll. 

Vom ersten Tag an kann Elizabeth ihn nicht ausstehen, ist er doch mürrisch, arrogant und selbstverliebt ... den Schlips zum allem Übel nicht zu vergessen! Doch je länger die beiden genötigt sind zusammen zu arbeiten, desto näher kommen sie sich - kann Elizabeth über ihren eigenen Schatten springen und Darcy endlich in einem anderen Licht sehen?


Wie oft habe ich bereits Jane Austens Werk inhaliert, gelesen und geliebt? Etliche Male und bisher habe ich mich nicht mal ansatzweise getraut, eine Adaption dieser Geschichte zu lesen. Zu groß war die Angst enttäuscht zu werden, Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy unsympathisch zu finden oder einen billigen Abklatsch meiner liebsten Liebesgeschichte lesen zu müssen. 

Doch J. K. Hilgenberg hat keinen dieser Punkte auch nur bestätigt oder gestreift, denn auch wenn die Grundgeschichte und deren Verlauf der gleiche oder ähnliche ist wie beim Urtext, so merkt der Leser doch recht schnell, dass "Stolz und Vorurteil" die Autorin zu diesem Roman inspiriert hat und von ihm geprägt ist, allerdings auch eigene Höhen und Tiefen aufweist und sich nicht nur am Original entlang hangelt, ohne eigene Ideen aufzuweisen.

Auch Nebencharaktere wie z.B. Mrs. Bennett sind zauberhaft ausgearbeitet und halten sich charakterlich sehr an die originalen Protagonisten, was es umso unterhaltsamer für mich als Leser gemacht hat, denn auch wenn im Kopf oft Vergleiche zur Urfassung angestellt wurden, so habe ich es doch sehr genossen, ein zweites Mal auf meine liebsten Charaktere zu treffen und sie unter anderen Bedingungen neu zu entdecken. 

Auch hier merkt man, dass J. K. Hilgenberg sich intensiv mit "Stolz und Vorurteil" auseinandergesetzt hat - hier wurde nichts dazu erfunden, weggelassen oder neuinterpretiert; nein, sie wollte die Geschichte ins 21. Jahrhundert bringen und die dortigen Tücken und Probleme mit einbinden. 

Sie wollte keine zweite Jane Austen werden oder sich mit einem alten Text neuen Ruhm erwerben - nein, ich hatte durchgängig das Gefühl, dass die Autorin ebenso ein Fan des Klassikers ist und dem Leser ein neues Lesegefühl schenken wollte; denn wer will nicht seine Lieblingsgeschichte nochmal zum ersten Mal lesen? 

Ich habe es sehr genossen, einen meiner liebsten Klassiker neu zu entdecken, das Gefühl etwas altbewährtes und doch neuartiges zu lesen und eine der bezauberndsten Liebesgeschichten auf vollkommen andere Art zu erleben. 

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es dann allerdings doch: 

a) Ich finde dieses Cover ganz ganz schrecklich. Punkt. Da gibt es für mich nichts zu rütteln oder zu beschönigen, es passt einfach so gar nicht zu der ganzen Geschichte, denn diese ist so ganz anders als ihr Kleid. Einfach ignorieren und komplett auf ihr Innenleben fokussieren, denn das lohnt sich auf jeden Fall!

b) Okay, okay es sind doch zwei Kritikpunkte *hust* Was mich auch noch ein wenig gestört und zum Schluss hin fast schon genervt hat, war der Spitzname von Lizzy Bennett für Will Darcy, denn aufgrund seines Anzuges und dem dazugehörigen Schlips nennt sie ihn oft ( sehr oft ) "Mr. Schlips" und das machte mich irgendwie fuchsig.
Doch ich habe es fleißig überlesen und den ein oder anderen Leser wird das garantiert ebenso erheitern wie es mich wahnsinnig gemacht hat.

Mein Fazit:

Eine bezaubernde Adaption des bekannten Austen Klassikers. Auch wenn es zwei kleine Schwächen hatte, konnte es mich rundum überzeugen; lasst euch vom Cover nicht abschrecken, denn die Geschichte dahinter ist es auf jeden Fall wert, entdeckt zu werden ... nicht nur von Austen Fans! Ich vergebe

4 1/2 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!!

Dienstag, 9. August 2016

[Rezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen - Ulla Scheler

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Ulla Scheler

368 Seiten

Heyne fliegt

14,99 €

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. 

Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …

Meine Meinung:

Ich habe relativ spontan, ohne Vorkenntnisse und Ansprüche zu diesem All-Age-Roman gegriffen und damit einen fulminanten Volltreffer gelandet - denn Ulla Scheler konnte mich mit ihrem Debüt mehr als nur begeistern. Es ist ein kleiner Rohdiamant, welcher mit einer solchen Sprachgewalt daherkommt und dem ich viele weitere Leser wünsche.


Um was geht es? Ben und Hannah sind seit Ewigkeiten sehr eng befreundet, kommen ohne einander kaum aus und nun trennen sich doch ihre Wege, denn nach dem Abitur wollen beide in unterschiedlichen Städten studieren.

Kurzerhand kann Ben Hannah überreden, ein letztes Abenteuer mit ihm zu unternehmen und so fahren sie mit seinem alten Auto ins Blaue hinein, bis sie an einem verwunschenen Strand landen, um den sich eine alte Legende rankt und welche sich schneller bewahrheiten soll, als den beiden lieb sein wird ..... 


Kaum hatte ich zu lesen begonnen, traf mich Ulla Scheler mit ihrem Schreibstil mitten ins Herz. Sie schreibt mit einer ernsthaften Leichtigkeit und lässt den Leser ganz nah an ihre Figuren heran, bis man glaubt, sie schon bereits seit Jahren zu kennen. Und genau diese Distanzlosigkeit macht die Tiefe dieses Buches für mich aus, die Bereitschaft mit den Charakteren zu leiden und sie aus vollem Herzen zu verstehen, egal was sie tun und für welchen Weg sie sich entscheiden.

"Noch eine Geschichte?", fragte Ben. Ich konnte hören, wie er lächelte. Das Mädchen nickte und schaute weg. Ich wusste genau, wie es war, wenn Ben einen anblickte: Man fühlte sich gesehen. Wenn man ihn so gut kannte wie ich, konnte man auch zurückschauen. [...] Man schnitt sich leicht an Bens schimmernden Kanten.

Ben und Hannah sind beide sehr starke, intensive und interessante Charaktere, welche ich gerne während ihrer Reise begleitet habe, denn durch ihre recht unterschiedlichen Persönlichkeiten wurde es nie langweilig. An manchen Stellen habe ich laut gelacht, an anderen wieder eine Gänsehaut verspürt oder einen Satz in mir nachwirken lassen, denn Ulla Scheler schaffte es stets, mich eiskalt zu erwischen.

So haben meine Gefühle mich oft überrannt. mich mit schimmernden Augen zurückgelassen und völlig vereinnahmt. Dann half nur noch tief einzuatmen, die Gedanken kurz schweifen zu lassen, nur um dann doch wieder zum Buch zu greifen und in die Geschichte erneut einzutauchen, denn ab einem Zeitpunkt entwickelte sich ein Sog, welchem ich mich schwer entziehen konnte.

"Manchmal hält man es mit einem Menschen nicht mehr aus", sagte sie. "Man weiß, dass man zusammenbricht, wenn man länger bleibt, und deshalb macht man sich davon. Aber es ist ein schmaler Grat, denn das sind meistens die Menschen, die machen, dass wir uns am lebendigsten fühlen." 

Einen großen Teil der Geschichte nimmt Ben ein. Er ist ein sehr düsterer, melancholischer und oft sehr unberechenbarer Charakter, welcher den Leser während dem Lesen verunsichern kann, denn seine Art gegenüber Hannah kann schon sehr ruppig und unerklärlich sein.

Nach und nach lernt man ihn besser kennen, versteht in mit fortschreitender Geschichte immer mehr und bangt um ihn - denn relativ schnell wird klar, irgendwas wird mit Ben während diesem Sommer passieren, nur was dass sein wird und wie es beide Leben verändern wird, bleibt dem Leser bis kurz vor Schluss noch verborgen, was den Spannungsbogen unglaublich hoch hält.

Hannah dagegen war der stillere Part und wusste oft selbst nicht, wie sie mit ihren Gefühlen gegenüber Ben umgehen sollte, was zu einigen Reibereien zwischen den beiden führte. Auch wenn es dem ein oder anderen Leser wahrscheinlich zu jugendlich, pubertär vorkommen wird, mich hat es nie gestörte, denn ich konnte ihre Ängste und Unsicherheiten stets nachempfinden.

Dabei sei auch gesagt, es ist eigentlich ein Jugendroman, welcher ab 14 Jahren empfohlen wird und doch ist es für mich ein All-Age-Titel, denn mit seiner Tiefe und Sprachgewalt wird er auch Erwachsene überzeugen dürfen ... und seien wir ehrlich: Ab und zu brauchen wir genau solche Romane, wollen in unsere Jugendzeit zurückversetzt werden oder einfach nur ein Buch lesen, welches unser Innerstes nach Außen kehrt - und genau das schafft es, versprochen.
"Ich habe Angst", sagte er. Tränen rannen seine Wangen hinunter und ich wollte ihn auffangen, aber er war noch im Fallen, er fiel so schnell und in so vielen Teilen, dass ich ihn nur umarmen konnte, ohne ihn im Mindesten zu berühren.
Mein Fazit:

Traut euch, taucht in Ben und Hannahs Geschichte ein und begleitet sie auf diesem ganz besonderen Road-Trip, welcher euch gerade in den kleinen und stillen Augenblicken eine Gänsehaut über den Körper schicken wird. Keine leichte Sommerlektüre und trotzdem die beste Wahl, denn dieser Roman ist jede Leseminute wert und verdient gehört zu werden. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Freitag, 1. Juli 2016

[Rezension] Wenn du mich fragst, sag ich für immer - Holly Martin

Wenn du mich fragst, sag ich für immer

Holly Martin

416 Seiten

Blanvalet Verlag

9,99 €

Suzie und Harry sind die besten Freunde und Verbündete der Liebe. Denn sie betreiben eine Firma, the.perfectproposal.com, die Ehemännern und -frauen in spe hilft, den ultimativen, einzigartigen Heiratsantrag zu finden. Um das Unternehmen noch bekannter zu machen, beschließt Harry, Suzie auf hundert verschiedene Arten um ihre Hand zu bitten – nur aus Werbegründen natürlich. 

An exotischen Orten, auf herzerweichendste Art, an den romantischsten Plätzen der Welt: Harry legt sich richtig ins Zeug. Für Suzie heißt das allerdings, dass sie hundert Mal ablehnen muss, auch wenn alles, was sie will, Ja sagen ist ....

Meine Meinung:

Eigentlich wollte ich diese Geschichte gar nicht lesen. Das Cover war mir persönlich zu ... nun ja, rosa und mädchenhaft, die Inhaltsangabe konnte mich nicht recht ansprechen und überhaupt war ich so gar nicht in der Stimmung für einen Liebesroman.

Doch kaum hatte ich in Holly Martins Buch hineingeschnuppert konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen. Die Atmosphäre war von Anfang an wunderbar, die Chemie zwischen Suzie und Harry stimmte einfach und machte Lust auf mehr - und so flogen die Seiten nur so dahin. 

Bereue ich es? Keine. Einzige. Sekunde. Denn hier bekommt man keinen kitschigen oder schnulzigen Roman vorgesetzt, sondern eine zarte und locker leicht erzählte Liebeskomödie der feinsten Art.


Um was geht es?  Suzie und Harry betreiben gemeinsam eine Agentur, the.perfectproposal.com, welche sich um die Organisation von Heiratsanträgen kümmert. Um ihr Geschäft noch bekannter zu machen, beschließt Harry Suzie jeden Tag einen Heiratsantrag zu machen und dass die nächsten 100 Tage lang.

Und jeder dieser Anträge soll etwas besonderes sein, soll an einem exotischen Ort stattfinden oder eben einfach Suzie zum Lächeln bringen.

Doch was zunächst als kleiner Scherz beginnt, wird für die beiden zur gewaltigsten Zerreißprobe ihrer Freundschaft und bringt ihre Gefühle zueinander mächtig in Wallung ...


Holly Martin hatte mich bereits auf den ersten Seiten verzaubert und das lag eindeutig an ihren beiden Hauptcharakteren Suzie und Harry. Den beiden bei ihren kleinen Kabbeleien zuzusehen war einfach nur herrlich! Wie oft habe ich lauthals gelacht und mir manche Situationen mehrmals durchgelesen - amüsant ohne Ende.

Hier nur ein kleines Beispiel für einen meiner herzhaften Lacher, bei dem Harry ihr eine Gummispinne ins Bett legte, um ihr einen kleinen Schreck einzujagen ... welcher dann gewaltig nach hinten losging:

Sie sah es zunächst nicht. Sie kletterte in ihr Bett, und erst als sie sich darin ausstreckte, streifte sie das Teil. Sie hob ihre Decke an, sah das Biest im Schatten lauern und sprang dann panisch kreischend aus dem Bett.
Sie schnappte sich den Vorschlaghammer, den wir zuvor für die Zeltpflöcke benutzt hatten, und ging damit auf die Spinne los, Sie zerstörte das ganze bett, und ich musste sie schließlich zurückhalten, um zu verhindern, dass sie sich bei dem Kampf selbst verletzte. Sie begann sogar zu schluchzen. 
Der schlimmste Antrag aller Zeiten.

Aber an manchen Stellen hätte ich auch beide einfach gerne geschlagen, geschüttelt und ihnen gerne meine Meinung gesagt, denn jeder interpretiert zu viel oder zu wenig in gewisse Situationen oder Worte hinein und so tänzeln beide umeinander, ohne endlich mal Klartext miteinander zu reden.

Und da war ja auch noch Harry .... hach, während des Lesens bin ich ihm immer mehr verfallen, habe bei seinen Heiratsanträgen wehleidig geseufzt und mir gewünscht, auch ich hätte einen solchen Harry in meinem Leben. Oft bekam ich Gänsehaut, wenn Holly Martin beschrieb, wie Harry Suzie ansah oder was er alles für sie tat.


Was ich allerdings sehr gut nachempfinden konnte war die sog. "Friendzone" in der beide tief drinnen steckten und sich nicht mal mit dem kleinen Zeh hinauswagten. Es war für mich als Leser ganz klar, warum keiner der beiden den ersten Schritt gehen wollte und doch machte es mich ab und zu schier wahnsinnig - eine kleine, aber schöne Hassliebe!

Harry und Suzie passten wie Arsch auf Eimer und selbst wenn ich als erfahrener Leser wusste, wohin die Autorin beabsichtigte zu gehen mit ihrer Geschichte, wurde es mir nie langweilig.

Natürlich gab es auch hier eine kleine tragische Note bzw. Vergangenheit, welche auch bei diesem Liebesroman nicht fehlen durfte, aber ich empfand sie nicht als nervig oder unpassend wie bei manch anderen Geschichten - nein, sie schmuggelte sich so zwischen die Zeilen und passte dort perfekt hinein.

"Man kann die Liebe an den unwahrscheinlichsten Orten finden, man muss nur danach Ausschau halten." Er starrte mich an, und einen Augenblick lang war ich mir nicht sicher, ob er nur von sich selbst sprach oder von uns beiden.

Alles in allem war "Wenn du mich fragst, sag ich für immer" ein wundervoller Roman, welcher mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte und so manche Hachs, Ochs, und Macht endlich hinne! von mir forderte.

Mein Fazit:

Wer einen kurzweiligen, romantischen und humorvollen Liebesroman für die ( hoffentlich bald warmen! ) Sommertage sucht, welcher schnell weg gelesen werden kann und dennoch ein wenig länger im Kopf bleibt, ist mit "Wenn du mich fragst, sag ich für immer" ziemlich gut beraten.

Auch ob seiner Vorhersehbarkeit einer der schönsten Liebesromane für mich in diesem Jahr und deswegen vergebe ich

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Die liebe Ela von Literaturliebe hat auch eine kleine, knackige Rezension dazu verfasst und ist ein klitzeklein weniger kritischer gewesen; lest HIER selbst!

Montag, 27. Juni 2016

[Abgebrochen #16] Nichts ist je vergessen / Dark Memories - Wendy Walker

Der Erzählstil in diesem Thriller war so gar nichts für mich. Der Leser erlebt die Geschichte rund um die Vergewaltigung einer Jugendlichen aus der Ich-Perspektive ihres Psychiaters, welcher oft langatmig und ausschweifend Charaktere und Situationen beschreibt.

Sehr viel kann ich gar nicht dazu schreiben, denn für mich war nach knapp 30 Seiten Schluss. Ich kam so gar nicht in die Geschichte hinein, die Charaktere waren mir nicht so recht sympathisch und das größte Problem war eben der oben genannte Schreibstil.

Mir kam es eher wie eine Aufzählung der Geschehnisse vor, welches mich extrem ausbremste und auch nicht wirklich spannend war.

Ich hatte mich oft dabei ertappt, ganze Sätze oder Abschnitte zu lesen, das Gelesene jedoch nicht so richtig wahrzunehmen. So machte es mir einfach keinen Spaß und aus diesem Grund habe ich "Nichts ist je vergessen" relativ schell abgebrochen, denn es warten noch einige andere Bücher für den Herbst auf mich und dafür ist mir meine Lesezeit dann doch zu wertvoll.

Ich denke, Leser die sich durch die ersten 100 Seiten durchbeißen könnten belohnt werden .. zumindest offerieren dass die positiven Rezensionen auf den verschiedenen Portalen.

Ich hatte mir vom Klappentext her eine etwas andere Geschichte erwartet und hätte diese auch sehr gerne gelesen. 

Hätte gerne alles aus Jennys Sicht erlebt, ihre Schilderung der Ereignisse bzw. wie sie ihre Erinnerungen wieder findet und gleichzeitig mit dieser Brandmarkung leben muss in einer solch kleinen Stadt.

Wer also einen Thriller sucht, der mal nicht aus der Sicht des Opfers geschildert ist, sondern eine komplett andere Perspektive einnehmen möchte, könnte hier fündig werden. Einfach in die Leseprobe hineinschnuppern und sich überraschen bzw. überzeugen lassen!

Aber es sollte wohl nicht so sein, die meisten Thriller können mich ja dann doch überzeugen und deswegen ist dieser Abbruch hier nur ein kleiner Kollateralschaden für mich.