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Mittwoch, 13. Januar 2021

[Rezension] Vergeltung - Robert Harris



Rezension

Vergeltung von Robert Harris

Umfang: 368 Seiten | Genre: Spionagethriller

Verlag: Heyne | Preis: 22,00 € 



November 1944. Das Deutsche Reich steht vor der Niederlage. In einer Großoffensive setzt es seine modernste Waffe ein – die V2. Tausende dieser ballistischen Raketen mit schwerem Sprengkopf werden auf England abgeschossen. Radar und Aufklärer können sie nicht orten – wie aus dem Nichts stürzen sie mit Überschallgeschwindigkeit auf London herab.

Der Ingenieur Rudi Graf hat mit seinem Freund Wernher von Braun einst davon geträumt, einmal eine Rakete zum Mond zu schicken. Jetzt findet er sich im besetzten Holland wieder, wo er die technische Aufsicht über die Abschüsse hat.

Kay Caton-Walsh, Offizierin im Frauenhilfsdienst der britischen Luftwaffe, entkommt einem V2-Einschlag nur knapp. Als kurz darauf 160 Menschen von einer der Raketen getötet werden, vor allem Frauen und Kinder, meldet sie sich freiwillig zu einer lebensgefährlichen Mission. Zusammen mit Kameradinnen wird sie im befreiten Belgien abgesetzt. Dort sollen sie die mobilen Startplätze ausfindig machen und zerstören. 

Meine Meinung:

Nachdem mich "Der zweite Schlaf" 2019 absolut für sich begeistern konnte, war meine Leselust auf einen weiteren Roman von Robert Harris immens hoch - und wie so viele Vorsätze versank auch dieser erst einmal in den Tiefen meiner Bücherregale. Ein Mangel an Büchern von Robert Harris herrscht hier zwar eindeutig nicht, dafür sorgen alleine die vielen Bücherschränke in der Umgebung und doch griff ich eine ganze Weile zu anderen Geschichten. 

Als 2020 nun der neue Harris erschien und ich ihn in unserer Bücherei erblickte, schnappte ich ihn mir kurzerhand. Lange musste er auch nicht warten, zu groß war meine Neugierde, auch wenn das Thema mich nicht 100% ansprach. Wie so oft wirft Robert Harris uns in die Zeit rund um den zweiten Weltkrieg bzw. dessen baldiges Ende hinein und spielt auch in diesem Roman mit zwei Sichtweisen: 

Auf der einen Seite begleiten wir den deutschen Ingenieur Rudi Graf, welcher im besetzen Holland maßgeblich für die Entwicklung und Funktionalität der V2 Raketen zuständig ist, welche Deutschland den Sieg bringen sollen. Auf der anderen Seite erleben wir mit Kay Caton-Walsh, einer Offizierin der britischen Luftwaffe, einen Wettlauf gegen die Zeit und die Bombardierung ihres Landes, welcher sie bald an ihre eigenen Grenzen und darüber hinaus bringt.

Ich mag den Schreibstil und die Art, wie Harris seine Bücher aufzieht generell sehr gerne - seine Protagonisten sind zwar meist keine überaus einzigartige Charaktere, aber dennoch bleiben sie mir gut im Gedächtnis hängen und machen mich neugierig auf ihre Geschichte. Auch in "Vergeltung" rauschte ich bis circa Mitte des Buches durch die Seiten und hangelte mich von Kapitelcliffhanger zu Kapitelcliffhanger. Doch dann ließ er merklich nach, fokussierte sich sehr stark auf sein Hauptthema der V2 Raketen und zuckelte nur noch durch die Handlung, was mich ein wenig ernüchtert zurückließ.

Dienstag, 23. Juli 2019

[Rezension] The Couple - Araminta Hall




*Werbung / Rezensionsexemplar*

The Couple von Araminta Hall

Umfang: 416 Seiten | Genre: Thriller

Verlag: Heyne | Preis: 9,99 € 



Mike und Verity sind das perfekte Paar. Und um seine Traumfrau glücklich zu machen, hat Mike nicht nur einen gut bezahlten Job angenommen, sondern auch ein wunderschönes Haus gekauft. Er würde alles für sie tun. Auch wenn das bedeutet, dass sie manchmal grausame Spiele spielen.

Doch plötzlich trennt Verity sich von ihm und verliebt sich in einen anderen Mann. Mike wird der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie antwortet nicht auf seine Anrufe und auch nicht auf seine Nachrichten. Aber dann wird ihm etwas klar: Ein neues Spiel hat begonnen und er muss Verity nun beweisen, wie weit er wirklich gehen kann …

Meine Meinung:

Thriller - hinter diesem Genre verbirgt sich eine ganze Bandbreite an unterschiedlichsten Geschichten. Ein buntes Durcheinander der verschiedensten Handlungen und Grundideen, überraschenden Wendungen und Settings, bei denen keines wie das andere ist ... na gut, das ist jetzt ein wenig übertrieben, aber ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Gerade in den letzten Jahren ist mir besonders aufgefallen, wie breit gefächert das Genre ist und wie die Grenzen zum Spannungsroman oder den Horrorgeschichten immer mehr verschwimmen. Dementsprechend gespannt war ich auf "The Couple".
Worauf basiert Wahrheit? Existiert sie nur in dem, was wir, oft ohne viel zu überlegen, in beiläufig ausgestoßenen Lautfolgen miteinander reden? Oder bedeutet sie nicht, wie ich es vermute, weit mehr als das? 
Nein, sie bildet ganz zweifellos das Fundament unseres gesamten Menschseins. Sie steckt tief in unseren Knochen, in unserem Wesenskern. Und sie verlangt danach, richtig ausgelegt zu werden, denn nur so kann sie ihr tatsächliches Potenzial erreichen.
Das war einer der Thriller, von dem ich mir sehr viel erwartet habe und aufgrund des Klappentextes hoffte, dahinter einen außergewöhnlichen Plot zu finden. Allerdings muss ich gleich vorweg sagen,
dass ich dieses Buch eher in die Richtung psychologischer Spannungsroman einordnen würde. Denn auch wenn der Plot rasant erzählt wurde und mir keine Minute langweilig war, so hielt sich die typische Thrillerhandlung eher im Hintergrund.

Gleich zu Anfang wird der Leser mit einer kleinen Erwähnung vorbereitet auf den Verlauf der Handlung. Denn Mike, welcher uns das ganze Buch hindurch seine Geschichte erzählt, sitzt im Gefängnis und soll all das, was geschehen ist, für seinen Anwalt schriftlich festhalten, den er allerdings für einen rechten Idioten hält.
Offenbar bringen sie einem hier drin widerwillig Respekt entgegen, wenn man jemanden umgebracht hat.
Sofort waren etliche Fragen in meinem Kopf und auch wenn ich diese Art von Teaser nicht so gerne zu Beginn einer Erzählung mag, da sie mir meist zuviel vorweg nimmt, aber hier war dieser Hinweis so klein und fein gestreut, dass ich der Autorin gut verzeihen konnte. Und ebenso schnell wie man in die Geschichte einsteigt, so rasant geht es weiter und ich kam kaum dazu, das Buch aus der Hand zu legen.


Dienstag, 9. August 2016

[Rezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen - Ulla Scheler

Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Ulla Scheler

368 Seiten

Heyne fliegt

14,99 €

Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. 

Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …

Meine Meinung:

Ich habe relativ spontan, ohne Vorkenntnisse und Ansprüche zu diesem All-Age-Roman gegriffen und damit einen fulminanten Volltreffer gelandet - denn Ulla Scheler konnte mich mit ihrem Debüt mehr als nur begeistern. Es ist ein kleiner Rohdiamant, welcher mit einer solchen Sprachgewalt daherkommt und dem ich viele weitere Leser wünsche.


Um was geht es? Ben und Hannah sind seit Ewigkeiten sehr eng befreundet, kommen ohne einander kaum aus und nun trennen sich doch ihre Wege, denn nach dem Abitur wollen beide in unterschiedlichen Städten studieren.

Kurzerhand kann Ben Hannah überreden, ein letztes Abenteuer mit ihm zu unternehmen und so fahren sie mit seinem alten Auto ins Blaue hinein, bis sie an einem verwunschenen Strand landen, um den sich eine alte Legende rankt und welche sich schneller bewahrheiten soll, als den beiden lieb sein wird ..... 


Kaum hatte ich zu lesen begonnen, traf mich Ulla Scheler mit ihrem Schreibstil mitten ins Herz. Sie schreibt mit einer ernsthaften Leichtigkeit und lässt den Leser ganz nah an ihre Figuren heran, bis man glaubt, sie schon bereits seit Jahren zu kennen. Und genau diese Distanzlosigkeit macht die Tiefe dieses Buches für mich aus, die Bereitschaft mit den Charakteren zu leiden und sie aus vollem Herzen zu verstehen, egal was sie tun und für welchen Weg sie sich entscheiden.

"Noch eine Geschichte?", fragte Ben. Ich konnte hören, wie er lächelte. Das Mädchen nickte und schaute weg. Ich wusste genau, wie es war, wenn Ben einen anblickte: Man fühlte sich gesehen. Wenn man ihn so gut kannte wie ich, konnte man auch zurückschauen. [...] Man schnitt sich leicht an Bens schimmernden Kanten.

Ben und Hannah sind beide sehr starke, intensive und interessante Charaktere, welche ich gerne während ihrer Reise begleitet habe, denn durch ihre recht unterschiedlichen Persönlichkeiten wurde es nie langweilig. An manchen Stellen habe ich laut gelacht, an anderen wieder eine Gänsehaut verspürt oder einen Satz in mir nachwirken lassen, denn Ulla Scheler schaffte es stets, mich eiskalt zu erwischen.

So haben meine Gefühle mich oft überrannt. mich mit schimmernden Augen zurückgelassen und völlig vereinnahmt. Dann half nur noch tief einzuatmen, die Gedanken kurz schweifen zu lassen, nur um dann doch wieder zum Buch zu greifen und in die Geschichte erneut einzutauchen, denn ab einem Zeitpunkt entwickelte sich ein Sog, welchem ich mich schwer entziehen konnte.

"Manchmal hält man es mit einem Menschen nicht mehr aus", sagte sie. "Man weiß, dass man zusammenbricht, wenn man länger bleibt, und deshalb macht man sich davon. Aber es ist ein schmaler Grat, denn das sind meistens die Menschen, die machen, dass wir uns am lebendigsten fühlen." 

Einen großen Teil der Geschichte nimmt Ben ein. Er ist ein sehr düsterer, melancholischer und oft sehr unberechenbarer Charakter, welcher den Leser während dem Lesen verunsichern kann, denn seine Art gegenüber Hannah kann schon sehr ruppig und unerklärlich sein.

Nach und nach lernt man ihn besser kennen, versteht in mit fortschreitender Geschichte immer mehr und bangt um ihn - denn relativ schnell wird klar, irgendwas wird mit Ben während diesem Sommer passieren, nur was dass sein wird und wie es beide Leben verändern wird, bleibt dem Leser bis kurz vor Schluss noch verborgen, was den Spannungsbogen unglaublich hoch hält.

Hannah dagegen war der stillere Part und wusste oft selbst nicht, wie sie mit ihren Gefühlen gegenüber Ben umgehen sollte, was zu einigen Reibereien zwischen den beiden führte. Auch wenn es dem ein oder anderen Leser wahrscheinlich zu jugendlich, pubertär vorkommen wird, mich hat es nie gestörte, denn ich konnte ihre Ängste und Unsicherheiten stets nachempfinden.

Dabei sei auch gesagt, es ist eigentlich ein Jugendroman, welcher ab 14 Jahren empfohlen wird und doch ist es für mich ein All-Age-Titel, denn mit seiner Tiefe und Sprachgewalt wird er auch Erwachsene überzeugen dürfen ... und seien wir ehrlich: Ab und zu brauchen wir genau solche Romane, wollen in unsere Jugendzeit zurückversetzt werden oder einfach nur ein Buch lesen, welches unser Innerstes nach Außen kehrt - und genau das schafft es, versprochen.
"Ich habe Angst", sagte er. Tränen rannen seine Wangen hinunter und ich wollte ihn auffangen, aber er war noch im Fallen, er fiel so schnell und in so vielen Teilen, dass ich ihn nur umarmen konnte, ohne ihn im Mindesten zu berühren.
Mein Fazit:

Traut euch, taucht in Ben und Hannahs Geschichte ein und begleitet sie auf diesem ganz besonderen Road-Trip, welcher euch gerade in den kleinen und stillen Augenblicken eine Gänsehaut über den Körper schicken wird. Keine leichte Sommerlektüre und trotzdem die beste Wahl, denn dieser Roman ist jede Leseminute wert und verdient gehört zu werden. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Sonntag, 12. Juni 2016

[Empfehlung "TO GO"] Locked In - Wach auf, wenn du kannst

Holly Seddons Debütroman konnte mich auf ganzer Linie überzeugen und an sich fesseln. Gekonnt streut die Autorin einen Brotkrumen nach dem anderen und führt den Leser so komplett in die Irre, nur um mit einem fulminanten Schluss aufzuwarten.

Mehrere Erzählstränge treiben die Handlung schnell voran, lassen den Leser oft mit einem fiesen Cliffhanger zurück und machen die Geschichte so zu einem einzigen großen Spannungsbogen.


Um was geht es? Alex Dale ist eine brillante Journalistin. Doch sie hat ein Alkoholproblem. Mehr als ein paar Stunden am Tag hält sie ohne Drink nicht aus, beruflich hangelt sie sich von einem Freelance-Job zum nächsten.

Bei der Recherche für einen Artikel stößt sie auf den Fall von Amy Stevenson, die seit vielen Jahren im Koma liegt. Und plötzlich erwacht Alex’ untrüglicher journalistischer Spürsinn wieder. Sie ahnt, dass Amy ein Geheimnis hat. Aber wer soll einer Alkoholikerin schon glauben?

Was mir sehr gut gefallen hatte, war die Tatsache, dass ich als Leser während dem Lesen auch noch einiges dazu lernen konnte. Mir war zwar schon bewusst, was ein "Locked-In-Syndrom" bzw. Wachkoma ist, aber Holly Seddon webt geschickt einige Erklärungen dazu ein und lässt so die unwissenden Leser nicht auf der Strecke liegen.

Allerdings sollte man auch beachten, dass "Locked in" ein Roman ist - wer also hier einen actiongeladenen Thriller mit viel Blut sucht, der ist hier fehl am Platz. Hier bekommt der Leser einen intelligenten, spannenden und genialen Roman geboten, welcher auf jeden Fall einen Blick mehr wert ist!

Sonntag, 9. August 2015

[Rezension] Together Forever / Zweite Chancen - Monica Murphy

Together Forever - Zweite Chancen

Monica Murphy 

386 Seiten

Heyne Verlag

8,99 €

Drew hat Fable verlassen. Er denkt immer noch, dass er nicht gut genug für sie ist und sie liebt ihn noch immer. Da ist es wenig verwunderlich, dass Drew Fable wieder für sich gewinnen will. 

Erwartet das Paar dieses mal ein Happy End?


Meine Meinung:

Was soll ich sagen? Manchmal brauche ich diese etwas kitschigen, übertriebenen Liebesgeschichten mit einem kleinen Spritzer Erotik - einfach um mich ein wenig aufregen zu können über die meist etwas dämlichen Handlungen der Charaktere und auch, weil ich es dann doch wieder ab und zu ganz schön finde sowas zu lesen. Akzeptiert es :D !!

Um was geht es? Drew hat es sich mit Fable gewaltig verscherzt und muss nun mit den Konsequenzen leben, nämlich ein Leben ohne sie. Doch er wäre nicht Drew, würde er nicht um ihr Herz und ihre Liebe kämpfen. Gleichzeitig rückt seine Vergangenheit immer näher und auch Fable hat es nicht leicht - werden es die beiden schaffen oder war ihre Liebe nicht stark genug?

Monica Murphy bleibt auch in diesem Band ihrem Schreibstil treu. Locker leicht und mit einer kleinen Prise Lebensweisheit verbindet sie die Geschichten von Drew und Fable. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von beiden erzählt, jeder Kapitelanfang wird von einem kleinen, aber feinen Zitat begleitet und rundet damit die Erzählungen wunderbar ab.

Aber auch an Dramatik darf es nicht fehlen und so erfahren wir stetig mehr von Fable´s und Drew´s Vergangenheit. Das Ende war ein fieser Cliffhanger, fast schon thrillig und hat mich Fingernägel-Knabbernd zurückgelassen. Allerdings war das auch das einzigste Highlight in diesem Band, denn ansonsten erlebt der Leser eher den Alltag der beiden, begleitet Fable auf ihre neue Arbeit und Drew zu seiner Psychologin.



Ich vermisse ihn. Ich hasse es, dass ich ihn vermisse, aber ist nun mal so. Komisch, dass jemand, der nur für kurze Zeit ein Teil deines Lebens ist, einen so bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Er hat sich unauslöschlich in mein Herz geprägt und seine Initialen sind unauslöschlich in meine Haut geprägt.


Klar, die beiden haben schon viel in ihrem Leben erlebt und sind dementsprechend innerlich gebrochen, doch irgendwie war mir dass alles zu viel und zu aufgesetzt. Es gab natürlich auch Stellen, die ich sehr romantisch oder lustig fand, aber das überwiegende Gefühl war eher Langeweile bzw. die Erwartung, da müsse doch jetzt endlich mal was passieren.

Ich finde, man hätte den ersten und zweiten Teil ruhig zusammenlegen können, denn so hat mir das gewisse Etwas gefehlt, das Tempo war sehr langsam und insgesamt ging es ruhig zu. Interessant JA, spannend eher NEIN. Für mich als Leser ein gewaltiger Zwiespalt, denn wie soll ich so ein Buch bewerten?

Mein Fazit:

Die Liebesgeschichte zwischen Drew und Fable ist ein immerwährendes Auf und Ab, es passiert nicht wirklich etwas und doch will man den dritten Teil lesen. Doch Fans von After Passion oder Thoughtless werden hier nicht richtig glücklich, denn Tempo ist für diese Geschichte in Fremdwort. Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Montag, 6. Juli 2015

[Rezension] Der Marsianer - Andy Weir

Der Marsianer

Andy Weir

512 Seiten

Heyne Verlag

14,99 €

Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: 

Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...

Meine Meinung:

Kennt ihr das? Ihr habt seit Ewigkeiten ein bestimmtes Buch im Blick, ihr wollt es unbedingt lesen und die Zeit verrinnt euch in den Fingern .... UND plötzlich seht ihr den Trailer dieses Buches und könnt nicht anders, als die Geschichte an euch zu reißen und diese so schnell wie möglich zu inhalieren?!

Genauso ging es mir mit "Der Marsianer" und ich bereue es wirklich, diesen Roman solange nicht zur Hand genommen zu haben. Denn was mir Andy Weir da präsentierte konnte mich völlig gefangen nehmen, hat mich in seinen Sog gezogen und ich war völlig verschmolzen mit dieser Geschichte.

Um was geht es? Bei einer Marsexpedition wird Mark Watney von seinem Team getrennt, er wird von den anderen für tot gehalten und sie brechen ohne ihn wieder Richtung Heimat auf. Doch Mark ist nicht tot und muss sich nun dieser neuen Situation stellen: 

Allein auf dem Mars, ohne genügend Nahrung und unzureichender Ausrüstung. Ohne Möglichkeit, irgendjemand zu erreichen und die NASA auf sein Überleben aufmerksam zu machen. Die allerschlechteste Nachricht aber ist: Die nächste Expedition wird erst in drei Jahren auf den Mars kommen und damit beginnt ein fast unmöglicher Überlebenskampf.

Mark Watney war mir von Anfang an ein unheimlich sympathischer Charakter, welcher mich in regelmäßigen Abständen mehr als nur zum Lachen brachte mit seinem sehr eigenen Humor, den man fast schon als Galgenhumor bezeichnen könnte. Er ist nicht der typische Held wie man ihn sich als Leser immer wünscht; nein, er ist der Antiheld schlechthin. 

Mark ist Botaniker und Bordmechaniker, zwei Fähigkeiten die ihm mehr als nur ein bisschen auf dem Mars zugutekommen und ihn oftmals vor dem sicheren Tod retten. Und er ist mit solch einem Überlebenswillen ausgestattet, mit einem solch großen Improvisationstalent ausgestattet, dass ich als Leser mehrmals meinen Hut vor ihm gezogen habe. 

Er muss während der gesamten Geschichte so herbe Schläge einstecken, so oft an seine Grenzen gehen und doch schafft er es immer wieder nach vorne zu sehen und an sein Ziel zu denken: Lebend wieder auf die Erde zu kommen. Und das machte ihn in meinen Augen zu einem solch starken Charakter, der mir auch tagelang nach Lesen noch im Kopf herumspukte.

Die Handlung an sich ist sehr vielfältig:

Wir erleben Mark bei seinem Überlebenskampf, gleichzeitig aber auch dürfen wir seine Teamkollegen begleiten und ihre Sichtweise verfolgen UND dann ist da noch die NASA mit ihren Mitarbeitern, welche fieberhaft an der Rettung von Mark Watney arbeiten. Gerade diese vielen Perspektiven haben mich überraschend am Lesen gehalten, ich wurde so durch die Geschichte geleitet und kann nichts schlechtes darüber sagen.

Während des Lesens ging mir sehr oft der Gedanke durch den Kopf, was wohl in der Realität bei solch einem Notfall passieren würde - wie schnell wüssten wir normalen Bürger Bescheid? Ist dieses eine Leben diese ganze Anstrengung wert oder vertuscht man das ganze lieber? Auch diese Fragen wurden nach und nach im Buch behandelt, als hätte der Autor in meinen Kopf hinein gesehen. Top!

Kleines Manko, welches ich aber großzügigster Weise einfach überlesen habe ( denn dafür war die ganze Geschichte einfach ZU interessant ) waren die vielen technischen Details rund um die ganzen Sachen, die Mark sich so zusammenbaute. Anfänglich habe ich sie noch mitgelesen und versucht zu verstehen, aber gegen Ende habe ich sie weggelassen - mir doch egal wie er es schafft, Hauptsache er überlebt!

Und zu guter letzt inszeniert Andy Weir ein großartiges, fulminantes und genau richtiges Finale. Wo andere Autoren zuviel oder zu dramatisch beschreiben, die wichtigen Details aussparen und sich in etwas verrennen, da schreibt der Autor ein Finale locker flockig aus der Hüfte, dass man wahnsinnig werden kann. Einfach grandios.

Mein Fazit:

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer sich nur ein wenig für diese Thematik interessiert oder den Trailer für gut befunden hat, der wird an diesem Buch mehr als nur seine wahre Freude finden. Lest es, denn da entgeht euch sonst ein Meisterwerk! Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte



Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Unter Toten

Unter Toten

D. J. Molles

496 Seiten 

Heyne Verlag

8,99 €

Captain Lee Harden ist in einem Bunker tief unter der Erde stationiert. Seine Aufgabe: Im Katastrophenfall für Ordnung und Sicherheit sorgen und gegebenenfalls eine neue Regierung installieren. Als der Kontakt zu seinem Vorgesetzten abreißt, tritt der Ernstfall ein. Er muss dreißig Tage unter der Erde ausharren, bevor er seinen Anweisungen zufolge den Bunker verlassen darf. Was ihn oben erwartet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: Zombiehorden haben alles vernichtet. Doch Harden gibt nicht auf.

Meine Meinung:

Erst nach Beenden des Romanes ist mir aufgefallen, das dies nun meine erste Zombie-Apokalypse-Begegnung war - und sie war auch noch richtig gut! Aber als erstes muss ich noch ein Kommentar zur Covergestaltung loswerden: Wie super sieht dass denn aus?! Sie passt perfekt zum Inhalt des Buches, zeigt Captain Lee Harden im verzweifelten Kampf ums Überleben ... einfach grandios. 

Um was geht es? In Amerika hat eine Seuche die Menschheit dahingerafft, alle die sich damit infizieren werden zu Zombies welche nicht mehr zurechnungsfähig sind und wild drauf losmorden. Jeder der gebissen wurde hat 72 Stunden Überlebenszeit, bis sich der Virus im Körper festgesetzt hat und die Kontrolle über die Person übernimmt. Chaos, Brandschatzen und eine Welt in der niemand mehr sicher ist tut sich auf und verschlingt jeden, der sich nicht verteidigen kann.

In diese Welt taucht nun Captain Lee Harden nach 30 Tage in seinem Bunker auf. Er gehört zu einer Elitegruppe von Soldaten, die die Regierung zusammenstellte um nach solche einer Katastrophe die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren. Harden macht sich auf den Weg und was sich ihm da alles in den Weg stellt ist weit weg von jeglichem Gut und Böse ...

Das ganze Szenario, welches hier aufgebaut wurde von D.J. Moll hat mir oft einen Gänsehaut-Schauer über den Körper laufen lassen. Wir erleben als Leser das ganze aus der Sicht von Captain Lee Harden, welcher ausgebildeter Soldat ist und dementsprechend mit der Lage besser umgehen können sollte ... oder?

Gemeinsam mit seinem Hund Tango trifft er nach 30 Tagen Bunkerzeit ( in der er mit sich und dem Geschehen draußen gehadert hat ) die Entscheidung an die Oberfläche zu gehen und seine Mission,Überlebende zu finden und mit ihnen eine Zivilisation zu gründen, zu beginnen. Doch draußen erwarten ihn grausame Zustände und er muss schnell einsehen dass alles nicht ganz so einfach sein wird, wie er sich das so vorgestellt hat.

Lee als Charakter hat mir ziemlich gut gefallen - auf der einen Seite ist er ein typischer Soldat, zeigt eine gewisse Emotionslosigkeit und ist auf sein eigenes Überleben getrimmt. Auf der anderen Seite ist er mit der neuen Menschheit die ihm da präsentiert wird überfordert, muss mit Schrecken verfolgen was sich ihm da bietet und dadurch unterlaufen ihm einige Leichtsinnsfehler. 

Gerade das hat für mich eine runde Erzählung gegeben - denn niemand würde Angesichts einer solchen Katastrophe alles richtig machen. Der Roman endet dann mit einem Bonuskapitel was mich erst ziemlich genervt hat. Aber kaum hatte ich es gelesen war ich sehr besänftigt, denn dort wird dem Leser ein Pärchen präsentiert welches mit der gerade begonnenen Zombieseuche zu kämpfen hat. Eine Sichtweise welche sehr interessant war und zum Nachdenken angeregt hat.

Mein Fazit:

Ein solider Roman mit starken Charakteren die um ihr Leben kämpfen, um in dieser Zombiewelt überleben zu können. Ich bin gespannt wie es in dem zweiten Teil weitergehen wird, denn anlesen werde ich ihn auf jeden Fall. Kleine dezente Parallelen zu "Walking Dead" sind mir zwar aufgefallen, aber bei solch einem Szenario wird es das immer geben. Ich vergebe

4 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Dienstag, 17. März 2015

[Rezension] Revival

Revival

Stephen King

512 Seiten

Heyne Verlag

22,99 €

Revival erzählt die Geschichte des Jungen Jamie und des Predigers Charles Jacobs, deren Wege sich von den Sechzigern bis heute auf unglückselige Weise immer wieder kreuzen. 

Sie steuert auf ein beängstigendes, auswegloses Ende zu, wie es selbst Stephen King bislang nicht zu Papier gebracht hat, und ist gleichzeitig Abrechnung mit dem Religionsfanatismus in unserem hoch technisierten Zeitalter und Verbeugung vor den Größen des klassischen Horrors.

Meine Meinung:

Gerade eben habe ich das Buch zu Ende gelesen und ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Einerseits ist es wieder ein klassischer King; eine komplexe, dichte Geschichte mit Charakteren, die mit ihrem Leben zu kämpfen haben. Andererseits hatte ich das Gefühl, zwischen den Zeilen meinen liebsten King ( den Horror King ) durchblitzen zu sehen; ich konnte ihn allerdings nie fassen und gruseln konnte mich die Geschichte auch nicht wirklich.

Um was geht es? Grob umrissen geht es um Jamie, den wir als Leser das erste Mal im Kindesalter zu sehen bekommen und ihn sein ganzes Leben lang begleiten. Dort trifft er am Boden sitzend und mit seinen Soldaten spielend auf den Prediger Charles Jacobes, welcher ihn und seine Freunde über Jahre hinweg in einer kirchlichen Jugendgruppe an die Lehren Jesus und gleichzeitig die Macht der Elektrizität heranführt.

Nach einem schrecklichen Unfall verlässt Jacobs die Gemeinde, nicht ohne vorher eine Wunderheilung ( in Jamies Augen ) an seinem Bruder durchzuführen, welcher nicht mehr sprechen kann. Jahre später begegnet Jamie, nun vom Leben gebeutelt und im Drogensumpf steckengeblieben, erneut Charles Jacobes. Dieser hält sich mit fantastischen Tricks auf einem Jahrmarkt über Wasser und bald muss er mitansehen was aus seinem einstigen Idol geworden ist: Ein Prediger, der immer fanatischer in seinem Tun wird. 

Als dann auch noch Wunderheilungen erneut beginnen, kann Jamie nur hilflos mitansehen wie das ganze aus dem Ruder läuft - kann er den einstigen Pfarrer aufhalten oder steckt er schon längst zutief in dessen Maschinerie fest?

Das sind die Grundzüge der Geschichte ohne zuviel zu verraten. Mich hat der ganze Roman schon gefangen gehalten, King versteht es wie kein anderer seine Leser an seinen Plot zu fesseln und sie im Lesen weiter voran zu treiben; doch irgendwann war für mich die Spannung, der Grusel raus bzw. nicht in der Form aufgetreten, in der ich ihn mir gewünscht hätte.

King sagt selbst über Revival in einem Interview: 


Es ist zu Furcht einflößend. Ich will über dieses Buch gar nicht mehr nachdenken. Es ist ein fieses, düsteres Werk. Das ist alles, was ich Ihnen sagen kann.

Vielleicht hat er damit seine eigenen Dämonen bekämpft, vielleicht hatte dieser Roman für ihn selbst eine viel wichtigere Rolle als wir als Leser erahnen können ... aber nichtsdestotrotz hat er mich enttäuscht. Es war kein schleichender Horror, auch wenn einige Szenen schon unter die Haut gingen, aber in meinen Augen brach er nie so heraus wie in seinen anderen Romanen.

Vielleicht wird Stephen King auf seine alten Tage etwas gesättigter vom Horror, vielleicht dreht sich sein Verständnis über Horror um 180 Grad oder ich bin abgestumpft, aber für mich war Revival nur eine Geschichte .. nicht mehr. Und das über einen King sagen zu müssen tut mir fast schon weh.

Mein Fazit:

Ich kann keine Empfehlung für diesen King aussprechen. 

Eingefleischte Fans sollten ihn dennoch lesen und sich selbst eine Meinung darüber bilden - ich hatte mir etwas anderes erwartet und das nicht bekommen, sondern "nur" eine Lebensgeschichte eines Mannes, der mit sich und den Drogen, der Musik und seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Ich vergebe

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten
mit viel Augenzudrücken

Sonntag, 6. Juli 2014

[Rezension] Japantown

Japantown

Barry Lancet

590 Seiten

Heyne Verlag

9,99€

Mein Name ist Jim Brodie. Ich bin in Tokio aufgewachsen, lebe in San Francisco und verbringe meine Zeit vor allem damit, antike Vasen zu reparieren. Ab und zu helfe ich der Polizei. Heute Nacht haben sie mich nach Japantown gerufen. Eine japanische Familie wurde auf brutale Weise hingerichtet. Doch das ist nicht alles. Am Ort des Verbrechens fand ich ein japanisches Schriftzeichen – dasselbe Zeichen, das vor drei Jahren bei meiner ermordeten Frau entdeckt wurde. Dies wird der Fall meines Lebens, der Fall, den ich lösen muss, koste es, was es wolle ...

Meine Meinung:

Ich habe diesen Thriller von http://www.buecher.de/ zugeschickt bekommen und er lag einige Zeit bei mir Zuhause herum - bis ich vor 2 Tagen ihm endlich meine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ohne große Erwartungen bin ich in die Geschichte eingetaucht; gestehen muss ich aber dennoch, dass ich mit japanischen Namen gar nicht klar komme; aber das hat sich während dem Lesen dann doch eingerenkt.

Um was geht es? Jim Brodie wird zu einem Einsatz der Polizei beordert, bei dem es um einen Mord an einer japanischen Familie geht; kaum am Tatort angekommen findet Brodie ein Schriftzeichen welches er zum ersten Mal Jahre zuvor gesehen hatte, bei dem Mord an seiner Frau. Er ist Kunsthändler und Chef einer Sicherheitsfirma und stürzt sich in den Fall - bis er merkt dass es Leute auf ihn und seine Tochter abgesehen haben, denen er nicht wirklich gewachsen ist ..

Fangen wir mit den guten Dingen an: Der Schreibstil von Barry Lancet hatte mich von der ersten Seite an gepackt; er schildert Brodie, sein Leben und die japanische Kultur auf eine Art und Weise die mich fasziniert hat und immer weiter im Buch vorankommen lassen wollte. Lancet schafft einen gewaltigen Spannungsbogen der nie abreißt und mich als Leser nie gelangweilt hat; kaum ist unser Protagonist in Sicherheit kommt es zur nächsten brenzligen Situation. 

Wie bereits gesagt spielt der Roman den Großteil der Geschichte in Japan. Ich habe viel über die Kultur durch diese Geschichte lernen dürfen, für Japan-Interessierte ein wahres Muss. Die Charaktere sind sehr stark, man fiebert mit ihnen mit und leidet mit ihnen; auf 590 Seiten sollte das auch so sein!

Der Nachteil: Für mich war ungefähr ab Seite 390 irgendwann ein Punkt erreicht an dem ich Brodie gerne erwürgt hätte. Nicht nur dass er sich teilweise richtig dämlich angestellt hat und Gefahrensituationen nicht mehr einschätzen konnte - neeeiiinnnn, auch alle anderen Polizisten hatten ihr Gehirn sonst wo liegen lassen. Und das hat mich richtig geärgert! Ein wenig übertrieben meiner Meinung nach, aber vielleicht auch Geschmackssache.

Fazit:

Ein actionreicher, spannender Japanthriller den man nicht so schnell aus der Hand legen kann - Japanfans werden hier besonders Freude daran haben; ich bin gespannt auf den zweiten Teil. Kleine Schwächen hatte der Roman trotzdem und deswegen vergebe ich

3 1/2 von ( 5 möglichen ) Buchpunkten!

Montag, 12. Mai 2014

[Kritrezension] Berlin Requiem

Berlin Requiem

Peter Huth

326 Seiten

Heyne Verlag

12,99€

Der Tag, an dem das Ende beginnt ... 

Berlin im Hier und Jetzt: Ein rätselhafter Virus ist ausgebrochen. Die Infizierten fallen zunächst in ein Koma und erwachen dann wieder – regiert vom rasenden Instinkt, alles und jeden zu töten. Erste Medienberichte verunsichern die Bevölkerung: Angeblich sind nur Mitbürger mit Migrationshintergrund betroffen, Kreuzberg und Neukölln gelten als kontaminiert. In einer Blitzaktion wird eine Mauer um das betroffene Gebiet errichtet, Innensenator Sentheim verhängt den Ausnahmezustand. In diesen dunklen Stunden erhält der investigative Journalist Robert Truhs einen politisch hochbrisanten Hinweis, der die noch bestehende Ordnung endgültig kippen könnte …

Meine Meinung:

Zombie-Roman? Okay! Spielt in Berlin? Okay! Menschen mit Migrationshintergrund sind hauptsächlich davon betroffen? Uiuiui da hat sich der Autor an etwas herangewagt! Das dachte ich mir zumindest als ich den Klappentext gelesen hatte - doch aus irgendeinem Grund kam ich um diese Geschichte nicht herum - sie hat mich quasi angelockt.

Doch um was geht es? Ein seltsamer Virus hat sich in Berlin ausgebreitet, befällt nun Menschen mit Migrationshintergrund und verwandelt sie in Untote. Eine Mauer wird um das Krisengebiet Kreuzberg und Neukölln errichtet - und alle fragen sich: "Wo kommt dieser Virus her und was kann man dagegen machen?"

Auf der einen Seite haben wir den Nachrichtenreporter Robert, der sich mit seiner Freundin Sarah um die nächste Story kümmern soll; auf der anderen Seite zwei Polizisten welche die kontaminierte Zone im Blick behalten sollen auf ihren Wachtürmen und alles töten müssen, was sich dieser Mauer nähert. 

Der Schreibstil hat es mir sehr leicht gemacht, sofort in die Geschichte einzutauchen und Bilder in meinen Kopf zu pflanzen, die ich teilweise da nicht haben wollte. Peter Huth hat sich an ein ( meiner Meinung nach ) gewagtes Thema rangewagt und es auch gut umgesetzt - auch das Thema Politik kommt dabei nicht zu knapp weg und es rinnt einem schon der eine oder andere Schweißtropfen den Rücken hinab, bei der Vorstellung dies könnte real werden.

Meine Kritik:

Das Setting ist spannend, der Schreibstil ebenso; wo steckt also meine Kritik?! Mir waren die Charaktere zu flach und unpersönlich - durch die vielen Perspektivenwechsel konnte man keine der Personen richtig kennen lernen oder die verschiedenen Handlungen nachvollziehen - was für mich ein großer Kritikpunkt ist. 

Auch die Auflösung des Ganzen konnte mich nicht richtig zufriedenstellen, ein Schluss war zwar da und man kann als Leser auch damit leben, aber entweder der Autor möchte noch einen zweiten Teil schreiben oder wusste am Ende selbst nicht, wie er das jetzt beenden soll. 

Und ein letzter kleiner Kritikpunkt war die Brutalität des Ganzen; da wird ein Polizist auf einmal zu einem schießwütigen Irren und ballert alles weg, was ihm in den Weg kommt - ja in so einer Situation würden bestimmt die Menschen durchdrehen aus Angst, aber ich fand es einfach teilweise zu heftig.


ABER schaut doch mal bei der lieben Iris vorbei; ihr hat es richtig gut gefallen: hier

Mein Fazit:

Ein gut gelungener Zombie-Roman mit einem sehr heiklen Thema; nur an der Umsetzung habe ich einiges zu bemeckern und bemängeln - aber vielleicht seit trotzdem ihr da draußen diejenigen, denen das Buch super gut gefällt? Lest es selbst und findet es heraus! 

Ich vergebe 2 ( von 5 ) möglichen Bücherpunkten