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Montag, 25. April 2016

[Rezension] Ihr tötet mich nicht - Shannon Kirk

Ihr tötet mich nicht

Shannon Kirk

351 Seiten

Goldmann Verlag

9,99 €

Sie ist 16 Jahre alt und im 7. Monat schwanger, als sie auf dem Heimweg von der Highschool überwältigt und in einen Lieferwagen gezerrt wird. Doch die Entführer machen Fehler – Fehler, die ihr vermeintlich hilfloses Opfer kühl kalkulierend registriert. Und der größte Fehler war, sich dieses Opfer auszusuchen. 

Denn das Mädchen in ihrer Gewalt verfügt über einen messerscharfen Verstand und die einzigartige Fähigkeit, seine Emotionen vollständig zu kontrollieren. Sie weiß, dass es den Kidnappern um ihr Baby geht, und sie selbst nach der Geburt wertlos für sie ist. Also fasst sie einen Plan: Ihr werdet mich nicht töten, ihr werdet mein Kind nicht bekommen – und ich werde mich rächen ...

Meine Meinung:

Wie lange hatte ich auf diesen Thriller gewartet - letzten Herbst bin ich durch Zufall auf einen Facebook-Post einer Bloggerin gestoßen, die dieses Buch vorgestellt hatte und damit meine Neugier entfachte. 

1.) Konnte mich das Cover sofort in seinen Bann ziehen, gerade die Farben und der Nebel hatten eine unheimlich mystische Stimmung in mir erzeugt und 2.) hatte mich der Klappentext sofort - ich wollte diese Geschichte lieben. 

Ob sie mich überzeugen konnte oder nicht, könnt ihr gleich in meiner Rezension nachlesen.


Um was geht es? Lisa, ein junges, hochschwangeres Mädchen wird auf ihrem Weg zur Highschool ( da ist ein kleiner Klappentextfehler passiert! ) in einen Lieferwagen gezerrt und kurzerhand entführt - doch wen sich die Entführer da geschnappt haben, das hätten sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausdenken können. Sie sinnt auf Rache und schmiedet in ihrer Gefangenheit finstere Pläne, welche bald Gestalt annehmen ....


Einen solch atmosphärischen, spannungsgeladenen und interessanten Thriller verirrt sich selten in meine Hände; sobald ich weiterlesen konnte, vibrierte ich jedes Mal vor Aufregung und Adrenalin - wie würde die Geschichte weitergehen, wie sich der Verlauf der Handlung ändern und die ganze Sache ausgehen?

Zu diesem Zustand der absoluten Leseinfiziertheit führten auch die zwei Handlungsstränge bzw. Erzählstimmen. Den Hauptteil der Handlung nehmen Lisas Gedanken während ihrer Zeit der Entführung ein. Sie schildert haargenau jedes wichtige Detail, erzählt von ihren Eltern und ihrer besonderen Begabung und wie es zu der frühen Schwangerschaft kommen konnte. 

Nebenbei dürfen wir Special Agent Roger Lui über die Schulter blicken und somit an den Ermittlungen rund um die verschwundenen Mädchen teilnehmen, denn Lisa ist nicht die einzige entführte und hochschwangere junge Frau. 

Beide Sichtweisen werden aus der Ich-Perspektive geschildert und bringen den Leser dazu, an den Seiten zu kleben und vor Spannung kaum mehr atmen zu können. Lisa beschreibt ihre Sicht der Dinge distanziert und kühl, dennoch kann man sich sehr gut darauf einlassen und es passt perfekt zu ihrem Charakter.

Und damit wären wir beim nächsten Überraschungseffekt dieses Thrillers, denn sie ist kein typisches, hilfloses Opfer - nein, Lisa weiß sich zu wehren und das wird dem Leser auch ziemlich schnell klar. Was ihr dabei hilft ist die Tatsache, dass sie ihre Gefühle wie einen Schalter einfach umlegen kann und somit keine Angst oder Hilflosigkeit verspürt.

Dieser Aspekt hatte mir sehr sehr gut gefallen und mir immer wieder einen Gänsehautschauer verpasst, denn durch ihre Gefühlslosigkeit ( die schon seit ihrer Kindheit besteht ) bekommt Lisa zwei Persönlichkeiten, die im Laufe der Handlung stets wechseln.

Aber auch Agent Roger Lui ist ein starker und einprägsamer Protagonist, von dem ich gar nicht zu viel verraten möchte, nur sei gesagt: Auch seinen Teil der Handlung verfolgt man als Leser gespannt und aufgeregt.

Auch wenn der Plot mit zunehmender Spannung doch ein wenig vorhersehbar wurde, konnte mich "Ihr tötet mich" mit seiner Atmosphäre und seinem düsteren, unheilvollen Sog begeistern und durch seine Seiten scheuchen. Grandios!

Mein Fazit:

Ein Psychothriller der Extra-Klasse - nehmt euch eine Tasse Tee, kuschelt euch auf eure Couch und genießt das Debüt von Shannon Kirk. Ein flotter Plot und einzigartige Protagonisten warten zwischen diesen bezaubernden Buchseiten und wollen entdeckt werden. Gänsehaut garantiert. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte!

Mittwoch, 20. Mai 2015

[Rezension] Wolf - Mo Hayder

Wolf

Mo Hayder

448 Seiten

Goldmann Verlag

14,99 €

Ein einsames Haus am Waldrand. Es war ihr
Zufluchtsort. Jetzt ist es die Hölle.

„Es hört sich an, als würden sie gerade meine Tochter oder meine Frau bedrohen. Ich weiß nicht, was passiert. Jetzt ist es still.“ Vor vierzehn Jahren wurde ein junges Liebespaar brutal ermordet. Der Hauptverdächtige gestand das Verbrechen und wurde verurteilt. Aber die Erinnerung an die Morde ist noch nicht verblasst. 

Als Oliver Anchor-Ferrers mit seiner Familie in das einsam gelegene Ferienhaus in der Nähe des damaligen Tatorts zurückkehrt, macht er eine schockierende Entdeckung: Ist der Täter von einst etwa wieder auf freiem Fuß? Noch kann er nicht ahnen, dass das schon bald nicht mehr seine größte Sorge sein wird. Der Albtraum kehrt mit voller Macht zurück, nur diesmal ist er die Hauptfigur ...

Meine Meinung:

Wow ein Psychothriller der Extraklasse - als Leser meint man die ganze Zeit die Fäden in der Hand zu halten, genau zu wissen wer welche Rolle innehat und wie sich die Geschichte wohl entwickeln wird ... und dann kommt ganz leise, unbemerkt Mo Hayder um die Ecke geschlichen und entreißt einem die Kontrolle. Der Leser trudelt, der Leser hudelt und findet sich ziemlich schnell in seinen eigenen Vermutungen verstrickt auf dem Boden liegen und muss mit Schrecken ansehen wie alles in Wirklichkeit aussieht. Spannung pur!

Um was geht es? Jack Caffery nimmt sich eines entlaufenen Hundes an der mit einer mysteriösen Botschaft mitten im Wald gefunden wurde. Eigentlich will er den Hund nur seinen rechtmäßigen Besitzern zurückbringen, doch dann wird er in einen längst aufgeklärten Mord hineingezogen und kann sich seiner eigenen Neugier nicht entziehen. 

Auf der anderen Seite steht Oliver Anchor-Ferres, der mit seiner Familie nach einer Herz-OP in ein einsam gelegtes Ferienhaus sich zurückziehen will. Doch dann machen sie eine erschreckende Entdeckung und müssen bald feststellen das die Vergangenheit sie schneller und brutaler eingeholt hat als ihnen lieb ist.

Das war mein erster Mo Hayder und die Autorin hat es mir sowas von angetan! Wir erleben zwei Erzählstränge, die anfangs scheinbar so gar nicht zusammen passen. 

Einmal begleiten wir Jack Caffery bei dem verzweifelten Versuch, das Verschwinden seines Bruders vor etlichen Jahren zu erklären. Dabei trifft er auf einen ebenso verzweifelten Mann, der seit Jahren umherwandert und ein ähnliches Schicksal teilt. 

Von ihm bekommt er den Beagle Bear in die Arme gedrückt und mit einem Ultimatum versehen: Wenn er die Familie findet zu der dieser Hund gehört, wird er ihm das Verschwinden seines Bruders begreiflicher machen.

Und dann ist da noch der pensionierte Oliver, der mit seiner Familie zusammen vor 15 Jahren einen grausamen Mord verdauen musste .... doch das Grauen ist noch nicht vorbei und so holt die Vergangenheit sie sehr schnell ein. Wie dann die beiden Stränge zusammen führen und sich auf spektakuläre Art und Weise treffen war für mich ein Highlight und bis zum Schluss hatte ich feuchte Hände, denn erst auf den letzten 5 Seiten wird einem klar wie das Ganze ausgehen wird.

Ich muss gestehen, dass ich von Anfang an auf dem Holzweg war, was meine ganzen Verdächtigungen anging, doch da ging es mir genauso wie dem Ermittler Jack - wir beide haben gewisse Dinge nicht in Zusammenhang gebracht, haben uns auf falsche Fährten gestürzt und schlussendlich die Quittung davon getragen. Zuviel will ich auch gar nicht verraten, denn das würde die ganze Spannung des Thrillers nehmen, nur soviel sei gesagt: 

Nichts ist wie es zu sein scheint und auch ihr werdet bei dieser Lektüre nie zu dem Schluss kommen, der es dann wird.

Ein atemberaubendes Setting, hinterhältige Charaktere und eine Story die ihresgleichen sucht. Mo Hayder spielt verstecken mit dem Leser und schafft es, einem die Gänsehaut über den Rücken zu jagen. Psychothriller auf höchstem Niveau, ein Ermittler der vom Leben gezeichnet ist und aus diesem Grund so ziemlich alle Regeln über Bord schmeißt und ein grausamer Mörder, der mehr in der Hinterhand hat als man meinen würde.

Mein Fazit:

Allein das erste Kapitel wird euch einen Schauer über den Rücken jagen, euch tief in die Geschichte hineinsaugen und ihr werdet in diesen Irrgängen hilflos umherirren - ganz nach meinem Geschmack! Wer einen schnellen, harten und gnadenlosen Thriller sucht der einem den Atem nimmt; hier ist er, also schnappt ihn euch und seid begeistert. Ich vergebe

5 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte

Freitag, 12. Dezember 2014

[Kritrezension] Passagier 23

Passagier 23

Sebastian Fitzek

432 Seiten

Droemer Knaur Verlag

19,99 €

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als 
verdeckter Ermittler. 

Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm … 

Meine Meinung:

Ich bin ein riesiger Fitzek-Fan, genieße jedes seiner Bücher, fiebere den Neuerscheinungen entgegen und verschlinge sie dann jedes Mal aufs Neue .... und genau so war es bei "Passagier 23". Das Grundkonzept fand ich super - Passagiere verschwinden auf Kreuzfahrtschiffen, doch was ist wenn eine dieser Personen wieder auftaucht, ein kleines Mädchen ist und dieses nicht spricht? Dann hat man das typische Fitzek-Feeling, lässt sich in die Geschichte hineinsaugen und .... wird enttäuscht!

Zumindest ich! Was war dass denn Herr Fitzek? Das Buch habe ich direkt nach Erscheinen gelesen an einem Tag, wollte sofort wissen wie es ausgeht und habe diesen Schock nach dem Zuklappen immer noch nicht verkraftet. Gibt es etwas positives an diesem Roman? Naja; also der Thrill war schon stellenweise vorhanden, aber das war es auch schon.

Vorsicht bissige Kritik!

Meine Kritik:

Die Bezeichnung "Psychothriller" ist hier meiner Meinung nach völlig fehl - ein flotter Krimi mit Humorelementen ja, aber den Thrill musste man schon mit der Lupe suchen gehen. Auch war der Anfang nicht gerade glücklich gewählt; bekommt man anfänglich einen grausigen Doktor präsentiert wird dieser während dem ganzen Buch nicht mehr erwähnt außer ganz zum Schluss in einem kleinen Abschnitt. 

Mir stellt es ja alle Haare auf wenn ich mir überlege dass dies für Autor und Verlag die Option für einen zweiten Teil darstellen könnte .... Auch der Ermittler Martin Schwarz war für mich nicht fassbar, nicht nachvollziehbar und an gewissen Stellen zu blass gezeichnet. 

Die nette Dame auf der Sultan, welche ihre Verschwörungstheorien präsentiert ist auch nett gewesen, ebenso wie die Mafioso-Angestellten, die mysteriöse Ärztin mit ganz anderen Ambitionen als wie gedacht UND natürlich auch noch das kleine, stumme Mädchen - all dies trug zu einem Kuriosenkabinett der anderen Art bei.

Viele viele Ansätze trafen auf humorvolle Stellen die mich beide insgesamt mehr verwirrten und teilweise auch auflachen ließen ( aus verschiedenen Gründen ) und sorgten für Kopfschütteln. Doch dabei blieb es nicht! Nachdem ich mich mehr oder weniger durch das Buch gehangelt hatte kam mir in Erinnerung dass Sebastian Fitzek explizit im Vorwort darauf hingewiesen hatte die Danksagung zu lesen ...

Okay ich lese also die Danksagung .... und mir wird DANACH noch ein Ende präsentiert dass mich vollkommen von diesem Buch distanzierte - nein nein nein, was sollte denn das?! 

Mein Fazit:

Es gibt auch positive Stimmen zu diesem Roman ( so ist es ja nicht! ) aber für mich war es ein Griff ins Klo und ein verwirrender Ausflug auf die Sultan. 

Ich sehne mich nach seinen älteren Romanen zurück, sehne mich nach der Spannung, dem Thrill und den schlaflosen Nächten; und ich bete jeden Tag das sein nächster Streich besser wird. Ich vergebe 

1 ( von 5 möglichen ) Buchpunkten!

Hier noch andere Rezensionen zum Nachlesen:

Iris Meinung ähnelt stark meiner eigenen :)
Lotta war da anderer Meinung - doch für mehr als ein "Befriedigend" hat es auch hier nicht gelangt!