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Samstag, 16. Januar 2021

[Rezension] Ronja Räubertochter - Astrid Lindgren



Rezension

Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren

Umfang: 240 Seiten Genre: Kinderklassiker

Verlag: OetingerPreis: 15,00 € 


Mitten im Wald, zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden, wächst Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, auf. Eines Tages trifft sie auf ihren Streifzügen Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka. Und als die Eltern den beiden verbieten, Freunde zu sein, fliehen Ronja und Birk in die Wälder …

Meine Meinung:

Lang lang ist es her, dass ich ein Buch von Astrid Lindgren gelesen habe - ich glaube fast (wenn mein Gedächtnis mich nicht trügt), dass ich behaupten kann, selbst noch nie eine ihrer Geschichten entdeckt zu haben, sondern ihnen bisher ausschließlich beim Vorlesen mit meiner Mama begegnet bin.

Und wie toll meine Mama vorlesen konnte ... da wurden die verschiedensten Stimmen ausgepackt, die Stimmung aus dem Buch förmlich in mein Kinderzimmer gezogen und die buntesten Bilder in meine Fantasie gepflanzt. Was waren das für schöne, gemütliche Stunden damals, eingekuschelt mit einer heißen Schokolade diesen Geschichten lauschen zu dürfen. 

Ach ja, ein wenig wehmütig wird mir da ums Herz, aber ich hoffe, diese Zeiten irgendwann mit meiner eigenen Tochter wieder erleben zu dürfen, sie durch die unterschiedlichsten Bücher in fremde Welten entführen zu können und dort gemeinsam Abenteuer mit ihr bestreiten zu dürfen - was für eine schöne Vorstellung.

Doch genug von meinen Kindheitserinnerungen, zurück zu Ronja und ihren Abenteuern im Mattiswald. Beim Sortieren meiner Bücher fiel mir dieses Werk von Lindgren schon unendlich oft in die Hände, Anfang 2019 hatte ich es mal kurz angelesen und dann nicht mehr weiterverfolgt, doch Ende letzten Jahres war es endlich soweit: 

Die Geschichte rief mich zu sich und ich versank augenblicklich in der rauen, wilden und ungestümen Welt der Ronja Räubertochter.

Montag, 21. September 2020

[Rezension] Wir haben schon immer im Schloss gelebt - Shirley Jackson



*Rezension*

Wir haben schon immer im Schloss gelebt von Shirley Jackson

Umfang: 256 Seiten | Genre: Horror

Verlag: Festa Verlag | Preis: 19,99 € 



Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet.

Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr.
Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …

Selbstverständlich ist Shirley Jackson mehr als nur die »Queen of Horror« – sie ist eine der wichtigsten Autorinnen der US-amerikanischen Literatur.

 Meine Meinung:

Shirley Jackson ist ja eine bekannte Größe in der Reihe der Horror-Schriftsteller*innen und begegnet relativ rasch jedem, der sich in diesem Genre umsieht. Darauf habe ich mich beim Gruselbingo sehr gefreut, allerdings etwas verhaltener, denn vor etlichen Jahren habe ich es mit der Diogenes Ausgabe dieses Titels einmal probiert und kam partout nicht in die Geschichte hinein. 

Als ich es vor einigen Tagen also ausgelost bekam, war ich unendlich neugierig auf diesen Klassiker und konnte bereits an einem Abend die Hälfte davon inhalieren - mit größerem Erfolg als damals. Es kann auch daran liegen, dass dies eine neue Übersetzung ist und der Stil von Eva Brunner mir mehr zusagte oder dass ich nun richtig Lust auf das Entdecken dieser Geschichte hatte ... einerlei, ich fing an zu Lesen und war sofort gefangen von dem, was sich mir dort bot. 

Denn wenn Shirley Jackson eines schafft, dann ist es eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die von ihren Charakteren und deren Eigenheiten bestimmt wird. Die Handlung an sich, die Erzählweise und das was passiert, passiert ganz unaufgeregt und fast unbemerkt, doch je weiter ich in dem Buch voran schritt, umso mehr packte mich das kalte Grauen. 

Wir begleiten zwei Schwestern, welche mit ihrem Onkel in einem herrschaftlichen Haus leben und sich von dem Rest der Dorfgemeinschaft abschotten und distanzieren, denn ein Unglück vor vielen Jahren innerhalb der Familie trieb einen großen Keil in diese Gesellschaft und brandmarkte die Schwestern auf grausame Weise. Seitdem sind sie Gespött, Schikanen und Beschimpfungen ausgesetzt, welche sie in die Einsamkeit ihres Hauses treiben. 

Doch dann taucht eines Tages ihr entfernter Cousin Charles auf und versucht, die beiden Schwestern gegeneinander auszuspielen.

Ich konnte mir dieses ganze Szenario vor meinem inneren Auge bildlich vorstellen, denn wer einmal in einer kleinen Gemeinde gelebt hat, in der jeder jeden kennt, der weiß wie leicht und schnell so eine Stigmatisierung und Ausgrenzung von einzelnen Personen passieren kann - damals wie heute, wenn auch aus den unterschiedlichsten Gründen. 

Mittwoch, 23. Januar 2019

[Rezension] Der Untergang des Hauses Usher u. a. Erzählungen - Edgar Allan Poe



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Der Untergang des Hauses Usher von Edgar A. Poe

Umfang: 180 Seiten | Genre: Horror, Klassiker

Verlag: Fischer | Preis: 7,50 € 



Edgar Allan Poe hat unverkennbare Spuren hinterlassen: Dem Detektivroman prägte er mit Auguste Dupin den Prototyp der exzentrischen, aber genialisch-scharfsinnigen Spürnase auf. Sherlock Holmes und zahlreiche Film- und Fernsehdetektive sind nach seinem Vorbild geschaffen.

Fasziniert von Ur-Ängsten, schafft Poe Bilder, die in seinen Erzählungen schauerliche Spannung erzeugen und – Alfred Hitchcock haben sie zum Filmen gebracht – in unzähligen Horrorstreifen wiederkehren. Mit den Beiträgen zu allen ausgewählten ausgewählten Werken aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Meine Meinung:

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin besuchte ich eine Berufsschule, welche unter anderem ein Fach namens Literaturepochen für uns bereithielt. Was sich staubtrocken anhört, wurde durch einen Lehrer, Herr Wied, wieder wettgemacht, welcher mit seiner Begeisterung zu Klassikern ( aber auch Gegenwartsliteratur! ) uns die Stunden versüßte.

Wir klebten praktisch an seinen Lippen, während er aus der Hüfte heraus uns z.B. eine Zusammenfassung über Anna Karenina gab - es war sehr beeindruckend.Wir alle waren uns einig:

Wir wollten so  ziemlich jeden Klassiker lesen, den er mit uns besprach. 

Ich glaube nicht, dass diesen Vorsatz irgendjemand ausführte, aber Herr Wied schaffte es zumindest, uns diesen Gedanken in die Köpfe zu pflanzen und auch nach den vielen Jahren denke ich gerne an diese Unterrichtsstunden zurück.

Und durch glutenrote Fenster / Werden heute Wandrer sehn / Ungeheure Wahngespenster, Grauenhaft im Tanz sich drehn; 
Aus dem Tor in wilden Wellen /  Wie ein Meer, Lachen eklige Geister quellen - Ach, sie lächeln niemals mehr!

Er las uns regelmäßig ganze Passagen aus bekannten Werken oder Kurzgeschichten vor, unter anderem eines Tages "Der Doppelmord in der Rue Morgue" von Edgar Allen Poe -  und da war es um mich geschehen. Und doch dauerte es fast drei weitere Jahre, bis ich endlich zu einem Kurzgeschichtenband von Poe gegriffen habe und das auch nur, weil mich vor zwei Wochen die Lust aus dem Nichts packte.

Ich hatte vor einem Jahr schon den Versuch unternommen, in seine Erzählungen hineinzukommen, aber nur mit mäßigem Erfolg, was ich mir nun so gar nicht mehr erklären kann.

Denn auch wenn die ein oder andere Kurzgeschichte ein wenig umschreibend bzw. fast schon langatmig war, was aber vielleicht auch ihren Themen geschuldet war, konnte ich mich nun augenblicklich in seinen Schreibstil fallen lassen.

Während dem Lesen stachen mir zwei Themen ins Auge, die Edgar Allen Poe sehr stark umtrieben haben müssen, denn sie tauchen sehr oft in seinen Geschichten auf: 

Lebendig-Begraben-Sein und der darauf folgende Tod und der Wahnsinn, welcher seine Protagonisten oft umtreibt, eine Düsternis die sich schwer beschreiben lässt und in vielfältigster Form in den einzelnen Erzählungen auftaucht.

Samstag, 4. Juni 2016

[Rezension] Romeo und Julia - William Shakespeare

Romeo und Julia

William Shakespeare

124 Seiten

Hofenberg Digital

Übersetzung von August Wilhelm Schlegel

0,00 € als Ebook

»Romeo und Julia« ist eine Tragödie, neben »Hamlet« die bekannteste und beliebteste, die Shakespeare je geschrieben hat. Romeo und Julia, die tragisch Verliebten, gehören zwei verfeindeten Familien an, den Montagues und Capulets, die verhindern, dass sie ihre Liebe offen leben. Heimlich lassen sie sich trauen. 

Meine Meinung:

Jaaaa, diese Rezension bedarf wohl einiger Vorinformationen :D Jeder kennt sie: Die Geschichte rund um Romeo und Julia. Ich habe diese Tragödie in allerlei Form zu mir genommen. Als Verfilmung, Hörspiel, Theaterstück ... nur gelesen hatte ich es noch nicht. 

Und jetzt gab mir die Veröffentlichung einer Adaption von Romeo und Julia einen guten Grund dazu, mein Gedächtnis nochmals aufzufrischen. - "Luca und Allegra" von Stefanie Hasse.

Also habe ich mir kurzerhand im Urlaub diese Version als Ebook geladen. Vielleicht ist es nicht die beste Übersetzung gewesen, aber das war mir dann auch schon recht egal.
Im Nachhinein betrachtet eine leicht unbedachte Entscheidung, aber ich werde es mir auf jeden Fall in einer anderen Übersetzung nochmals zu Gemüte führen, denn diese Fassung konnte mich nicht so ganz von sich überzeugen.

Um was geht es?  Darauf verzichte ich dieses Mal, denn wer die Geschichte rund um Romeo und Julia noch nicht kennen sollte, dem möchte ich hier nicht zu viel vorweg nehmen. Allerdings sollte man dann auch darauf verzichten, meine Rezension zu lesen, denn hier werde ich garantiert spoilern!

Eine Capulet? O Himmel! Mein Herz und mein Leben sind unwiderbringlich in der Gewalt meiner Feindin.

Wie soll ich meine Rezension nur beginnen? Vielleicht damit, dass mein Erinnerungsvermögen mich sehr im Stich gelassen hatte. Denn meine Version von Romeo und Julia hatte ich ja so komplett ... anders im Kopf. Wer zur Hölle war bitte Rosalinde?! Warum kann ich mich nicht an sie erinnern :D? 

Doch dabei blieb es nicht. Auch dass Romeo und Julias Liebesgeschichte überaus schnell von statten ging und die beiden sich nach dem ersten Kuss unsterblich ineinander verlieben, nicht mehr ohne einander können und heimlich heiraten wollen, obwohl die beiden Familien verfeindet sind - da hatte ich eine romantischere Vorstellung im Kopf, wie auch immer die sich in meine Gedanken schleichen konnte.

Daran sind dann doch wohl die Verfilmungen schuld, die diese ganze Geschichte ein wenig rosiger und ausgeschmückter präsentieren, als wie es dann im Buch zur Sache geht bzw. Shakespeare das Ganze darstellen wollte. Allerdings wollte ich Romeo und Julia an einigen Stellen schon gehörig die Leviten lesen, benahmen sie sich doch eher wie pubertierende Jugendliche.

Erst ist Romeo unsterblich in Rosalinde verliebt, dann sieht er Julia und lässt Rosalinde wie eine heiße Kartoffel fallen - typisch Mann! Julia lässt sich von seinem Gerede natürlich bezirzen und ist danach der festen Überzeugung ihre wahre Liebe ( nach einem Kuss ) gefunden zu haben - wurscht, was Mama und Papa sagen, jetzt wird heimlich geheiratet, denn Romeo ist ja ihr Traummann! ...
Ähm, ja. Aber das nur am Rande bemerkt :)) ( Achtung, Ironie! )

O Himmel! der, den ich einig lieben kan, ist der, den ich einzig hassen sollte -- zu früh gesehn, eh ich ihn kannte und zu spät erkannt; was für eine seltsame Mißgeburt ist meine Liebe -- ich liebe -- meinen verhaßtesten Feind.

Auch die Übersetzung ( wie bereits oben erwähnt ) hatte so ihre Tücken. Gewisse Stellen wurden hier  nicht übersetzt, entweder aus Gründen der englischen Reime d.h. im Original reimten sich gewisse Stellen, was ins Deutsche so aber nicht übersetzt werden konnte beziehungsweise der Übersetzer ließ diese Stellen einfach aus und/oder vermerkte im Text, was hier im Englischen stand und warum die Übersetzung hier eben so schwierig sei.

Fand ich ein wenig schade, denn ich hätte sehr gerne mehr von Mercutio und seiner ( anscheinend ) humorvollen Seite erfahren / gelesen, denn genau diese Stellen traf es meistens in der Übersetzung und sie wurden ausgelassen.

Oder aber aus anderen Gründen. Einmal z.B. wurde eine Textzeile von Julias Mutter nicht übersetzt, da man der festen Überzeugung war, dass dies nicht Shakespeare selbst geschrieben hatte, sondern die Schauspieler sollten einige Zeilen selbst gedichtet haben, um ihrer Figur "Ecken und Kanten" zu geben. 

Das war ein kleiner Wehmutstropfen, aber die Quintessenz war ja doch die gleiche und ich kann nicht behaupten, um die Grundgeschichte beraubt worden zu sein. Kennt ihr vielleicht eine bessere Übersetzung? Zu welcher würdet ihr mir raten?!

Ich bin natürlich kein Experte, möchte hier keine fundierte Rezension abgeben, sondern euch an meinen Gefühlen beim Lesen teilhaben lassen. 

Was mir im Nachhinein jetzt auch im Kopf schwirrt sind die Umstände zur damaligen Zeit - wieso,weshalb, warum Shakespeare es genauso geschrieben hat, wie er es eben getan hat. Da möchte ich mich in nächster Zeit schlau machen, denn das interessiert mich wirklich wahnsinnig.

Romeo. Möchtest du dein Herz wieder zurücknehmen? Warum das, meine Liebe? 
Juliette. Nur damit ich dirs noch einmal geben könnte -- und doch, was wünsch ich mir damit, als was ich schon habe? Meine Zärtlichkeit ist so grenzenlos als die See, meine Liebe so tief; je mehr ich dir gebe, je mehr ich habe, denn beyde sind unerschöpflich.

Mein Fazit:

Und trotzdem bleibt Romeo und Julia eine Liebesgeschichte, welche für mich nicht tragisch-schöner sein könnte. Ein wenig kitschig und dramatisch, aber doch eindringlich und einfühlsam. Ich habe es genossen, diese Geschichte nochmals zu lesen und habe mich in diesen blumigen Schreibstil von Shakespeare verliebt ... in Zukunft werde ich versuchen, einige seiner Werke zu lesen. 

UND ich bin nun bereit, "Luca und Allegra" zu lesen - wenn nur ein paar Leser es genauso wie ich halten und die Originalfassung vorweg lesen ist doch auch was Gutes getan, denn Klassiker können auch Spaß machen .. meist dann, wenn man sie freiwillig und aus eigenen Stücken liest ;-)

Für diese Übersetzung vergebe ich 

3 ( von 5 möglichen ) Buchpunkte, da es doch einige Kritikpunkte gab und mir diese Liebesgeschichte doch an gewissen Stellen zu "kitschig-tragisch" war - wisst ihr, was ich meine?

Dienstag, 24. September 2013

[Rezension] Professor Unrat - Heinrich Mann

Professor Unrat

Heinrich Mann

315 Seiten + Anhang

Fischer Taschenbuch Verlag 1997

9,95€

Professor Unrat schildert die makabre Geschichte eines professoralen Gymnasiastenschrecks, einer Spießerexistenz, die in spätel Leidenschaft einer Kleinstadtkurtisane verfällt und entgleist. Heinrich Mann hatte eine Vorahnung von der äußersten Enthemmung tollwütig gemachter Kleinbürger.


Meine Meinung: 

Ich habe ein wenig Angst, diesen Klassiker von Heinrich Mann zu rezensieren. Ich weiß nicht, ob ich das komplette Geschehen richtig aufgefasst habe bzw. diesem Roman mit meiner Meinung gerecht werde, aber ich versuche es - wenn ihr eine andere Auffassung der Geschichte habt schreibt sie mir in die Kommentare!

Professor Unrat ist von Beruf Lehrer einer Gymnasialklasse, die es ihm in seinem Schaffen nicht immer leicht macht. Unrat heißt eigentlich Raat, doch sein Spitzname hat sich zu seinem Ärger durchgesetzt und nun wird er nur noch Unrat genannt. 

Eines Tages brummt er den Schülern in einer Schulaufgabe einen Aufsatz über "Die Jungfrau von Orleans" auf, doch ein Schüler namens Lohmann unterbricht diese mit dem Ausruf: "Es riecht auffallend nach Unrat!". Daraufhin wird er mit zwei weiteren Schülern in das Kapuff gesperrt und muss dort bis zum Ende der Stunde ausharren.

Professor Unrat korrigiert Zuhause die Arbeiten und findet ein Liebesgedicht von Lohmann an eine Künstlerin namens Rosa Fröhlich und er macht sich auf die Suche nach ihr - mit fatalen Folgen...

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten - außerdem ist dieser so komplex dass das den Rahmen sprengen würde. Mich hat der Professor sehr an einen alten, verbitterten Kauz erinnert, welcher die Schüler immer "fassen" also bestrafen möchte, wenn sie in "Unrat" rufen, doch gelingt es ihm nie und daraufhin wird Unrat immer zorniger, wütender und gekränkter. Auch was im Laufe des Buches mit ihm passiert hat mich immer wieder den Kopf schütteln lassen - der Untergang eines Professors wie er nicht besser hätte sein können. 

Ein rasanter Aufstieg in der Gesellschaft und der schnelle Fall nach unten; Heinrich Mann lässt nichts aus um Professor Unrat zu schaden. Der Schreibstil ist natürlich gewöhnungsbedürftig, aber nach einigen Seiten stört es einen gar nicht mehr und es liest sich doch sehr schnell. 

Mein Fazit:

Ich habe "Professor Unrat" gerne gelesen - ohne Zwang, ohne das mir jemand gesagt hat ich muss es lesen. Und es hat mich überrascht - ich konnte das Buch nicht mehr weglegen, wollte wissen wie es mit dem Professor weitergeht und habe auch mit ihm gelitten. Nicht unbedingt ein Buch für jedermann, aber wer es lesen möchte, kann sich auf ein paar schöne Lesestunden freuen. Deshalb habe ich dieser Geschichte

4 ( von 5 ) Bücherpunkten vergeben!