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Mittwoch, 23. September 2020

[Rezension] Der Fluch von Carrow House - Darcy Coates



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Der Fluch von Carrow House von Darcy Coates

Umfang: 416 Seiten | Genre: Horror

Verlag: Festa Verlag | Preis: 14,99 € 


Remy arbeitet als Tourguide in Carrow House. Sie führt Menschen durch das berüchtigte Spukhaus und erzählt ihnen von den Geschehnissen, die sich einst in diesen Mauern zutrugen. Als eine Reisegruppe für eine ganze Woche einen Aufenthalt bucht, um die unheimlichen Phänomene zu untersuchen, hofft Remy, selbst endlich einige zu erleben. Und tatsächlich: Nach einer Séance nimmt die paranormale Energie so weit zu, dass Fenster zerbrechen und gespenstische Erscheinungen durch die Flure schreiten.

Dann stirbt einer der Gäste und Remy zieht die Möglichkeit in Betracht, dass der Geist des einstigen Eigentümers noch in den Hallen weilt: John Carrow. Und der war ein irrer Serienmörder …

Meine Meinung:

Dies war mein viertes Buch beim Gruselbingo und nach den ersten drei eher verhalten gruseligen Geschichten hatte ich mir bei "Der Fluch von Carrow House" ein wenig mehr Gänsehautfeeling gewünscht ... nichtsahnend, dass ich das Grauen frei Haus bekommen würde und der Grusel mich eiskalt verschlingen sollte.

Wir begleiten Remy, welche als Tourguide Führungen durch das sagenumwobene und verspukte Carrow House anbietet. Nach eine dieser Führungen meldet sich ein Teilnehmer bei ihr und bietet Remy ein unwiderstehliches Angebot an; er möchte mit ihr und einigen anderen Gästen zwei Wochen in Carrow House verbringen und dort versuchen, übersinnliche Phänomene aufzuzeichnen. 

Doch was sich als interessante Möglichkeit darstellt, wird schnell zum bitteren Ernst für alle Beteiligten und der Horror senkt sich über die Gruppe, gnadenlos und furchterregend.

Die Handlung steigt direkt mit einer düsteren Atmosphäre ein, welche mir bereits auf den ersten Seiten den ein oder anderen Nervenkitzel bescherte - Darcy Coates versteht es perfekt, eine dichte Stimmung zu erzeugen, die im Laufe der Geschichte immer schwerer auf dem Leser lastet und langsam aber sicher den Spannungsbogen nach oben zu treiben. 

Ist es am Anfang nur der Hauch oder eine leise Ahnung von Horror, der mich zum Atem anhalten brachte, so erwischte es mich später gegen Ende dermaßen kalt, dass ich vorblätterte um das Ende zu lesen und mir so den Grusel erträglicher zu machen.

Montag, 21. September 2020

[Rezension] Wir haben schon immer im Schloss gelebt - Shirley Jackson



*Rezension*

Wir haben schon immer im Schloss gelebt von Shirley Jackson

Umfang: 256 Seiten | Genre: Horror

Verlag: Festa Verlag | Preis: 19,99 € 



Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet.

Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr.
Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …

Selbstverständlich ist Shirley Jackson mehr als nur die »Queen of Horror« – sie ist eine der wichtigsten Autorinnen der US-amerikanischen Literatur.

 Meine Meinung:

Shirley Jackson ist ja eine bekannte Größe in der Reihe der Horror-Schriftsteller*innen und begegnet relativ rasch jedem, der sich in diesem Genre umsieht. Darauf habe ich mich beim Gruselbingo sehr gefreut, allerdings etwas verhaltener, denn vor etlichen Jahren habe ich es mit der Diogenes Ausgabe dieses Titels einmal probiert und kam partout nicht in die Geschichte hinein. 

Als ich es vor einigen Tagen also ausgelost bekam, war ich unendlich neugierig auf diesen Klassiker und konnte bereits an einem Abend die Hälfte davon inhalieren - mit größerem Erfolg als damals. Es kann auch daran liegen, dass dies eine neue Übersetzung ist und der Stil von Eva Brunner mir mehr zusagte oder dass ich nun richtig Lust auf das Entdecken dieser Geschichte hatte ... einerlei, ich fing an zu Lesen und war sofort gefangen von dem, was sich mir dort bot. 

Denn wenn Shirley Jackson eines schafft, dann ist es eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die von ihren Charakteren und deren Eigenheiten bestimmt wird. Die Handlung an sich, die Erzählweise und das was passiert, passiert ganz unaufgeregt und fast unbemerkt, doch je weiter ich in dem Buch voran schritt, umso mehr packte mich das kalte Grauen. 

Wir begleiten zwei Schwestern, welche mit ihrem Onkel in einem herrschaftlichen Haus leben und sich von dem Rest der Dorfgemeinschaft abschotten und distanzieren, denn ein Unglück vor vielen Jahren innerhalb der Familie trieb einen großen Keil in diese Gesellschaft und brandmarkte die Schwestern auf grausame Weise. Seitdem sind sie Gespött, Schikanen und Beschimpfungen ausgesetzt, welche sie in die Einsamkeit ihres Hauses treiben. 

Doch dann taucht eines Tages ihr entfernter Cousin Charles auf und versucht, die beiden Schwestern gegeneinander auszuspielen.

Ich konnte mir dieses ganze Szenario vor meinem inneren Auge bildlich vorstellen, denn wer einmal in einer kleinen Gemeinde gelebt hat, in der jeder jeden kennt, der weiß wie leicht und schnell so eine Stigmatisierung und Ausgrenzung von einzelnen Personen passieren kann - damals wie heute, wenn auch aus den unterschiedlichsten Gründen. 

Samstag, 19. September 2020

[Rezension] Nightmare Alley - William Lindsay Gresham



*Rezension*

Nightmare Alley von William Lindsay Gresham

Umfang: 512 Seiten | Genre: Horror

Verlag: Festa Verlag | Preis: 22,99 € 



Grotesk, dunkel und bizarr. Definitiv ein Leckerbissen für Noir-Fans Stanton Carlisle lernt die schmutzigen Tricks der Jahrmärkte und wird zum skrupellosen Gauner. Er gibt sich als spiritueller Guru aus, um die Reichen und Schwachen auszunehmen. Doch sein Spiel der Täuschungen und Lügen treibt ihn geradewegs in die Albtraumgasse …

Mit effektiver Atmosphäre und außergewöhnlicher Prosa geschrieben, ist Nightmare Alley mehr als ein großes Drama: Stantons entschlossener Aufstieg und der unvermeidliche Sturz ins Verderben ist die röntgenscharfe Durchleuchtung des »american dream«.

 Meine Meinung:

Auf mein zweites Buch im Gruselbingo war ich ganz besonders gespannt, denn auch diese Geschichte wartete nun schon etwas länger geduldig auf ihren Einsatz und aufgrund der vielen Seiten schreckte sie mich immer ein wenig ab. Aber nun hatte ich keine Ausrede mehr und warf gespannt einen Blick zwischen die Buchseiten. 

Das "Nightmare Alley" bereits 74 Jahre auf dem Buckel hat, merkte ich während des Lesens kein einziges Mal -  William L. Gresham ( bzw. die Übersetzung von Christian Veit Eschenfelder u. Anja Heidböhmer ) schaffte es mit einer Leichtigkeit, mich in seine Erzählung einzusaugen und dort etliche Seiten lang festzuhalten .. genau genommen über 500 Seiten. 

Die Ernüchterung folgte relativ schnell, denn aufgrund des Covers und der Beschreibung hatte ich im Vorfeld gedacht, die Handlung würde sich rund um einen Jahrmarkt und seiner Attraktionen bewegen, doch dies ist nicht durchgehend der Fall. Unser Hauptprotagonist Stanton Carlisle ist ein Haudegen sondergleichen, eine unruhige Seele mit der wir im Laufe der Geschichte einige Überraschungen erleben und selten lange an einem Ort verweilen.

Während wir also Stantons Leben begleiten, entwickelt sich der kleine unsichere Junge zu einem forschen, selbstsicheren Mann, der sich der Kunst der Illusion und Geisterbeschwörung verschrieben hat - meist zu seinen eigenen Gunsten ausgelegt und immer mit einem Auge auf der Suche nach dem großen Geld und einer Bühne, die seinem Ego gerecht wird. 

Donnerstag, 17. September 2020

[Rezension] Im Garten Numen - Erik R. Andara


*Rezension*

Im Garten Numen von Erik. A. Andara

Umfang: 236 Seiten | Genre: subtiler Horror

Verlag: NightTrain Verlag | Preis: auf Anfrage



Als Simon Heymanns drogenkranke Tochter unter mysteriösen Umständen aus einer kirchlichen Therapieeinrichtung im Waldviertel verschwindet, weiß er sich nicht anders zu helfen, als selbst in das verlassene Dorf zu fahren, um dort nach ihr zu suchen. Dabei entdeckt er vergessen geglaubte Wege, die geradewegs in die Finsternis führen, und die mit seiner eigenen bewegten Vergangenheit in Verbindung stehen. Wege, von denen er gewünscht hätte, sie niemals wieder betreten zu müssen.

Meine Meinung:

Anfang September habe ich mich Gabriela vom Blog "Buchperlenblog" angeschlossen, ein Gruselbingo zu spielen. Wir haben uns 9 Titel ausgesucht, welche wir bis Halloween gelesen haben möchten und lassen unsere Lektüre nach Beenden eines Buches auslosen, um so ein klein wenig mehr Spannung und Spaß an dieser Challenge zu haben.

"Im Garten Numen" war meine erste Geschichte bei diesem Bingo und eines der Bücher, die hier schon eine geraume Zeit darauf wartete, gelesen zu werden. Erschienen bei einem ganz kleinen Verlag und limitiert hatte ich es damals über Conny von "Pinkanemone" gefunden und sofort geordert beim Autoren selbst - doch wie es meist so ist, geriet es erst einmal in Vergessenheit.

Umso neugieriger war ich nun auf den Inhalt und stürzte mich mit großer Vorfreude zwischen die Seiten. Es brauchte einige Zeit, bis ich mit dem Schreibstil von Andara warm wurde; irgendwie kam ich ständig aus dem Lesefluss heraus und bis zur Hälfte nicht so richtig in die Geschichte hinein, kann aber gar nicht so recht erklären warum. 

Sonntag, 7. Juli 2019

[Interview] Nici Hope, Autorin von "Demon Rookie"

Quelle: Nici Hope
Ich darf euch heute Nici Hope, die Autorin von "Demon Rookie" ( *~HIER~* kommt ihr zu meiner Rezension ), im Interview präsentieren und konnte ihr einige Fragen zu ihrem Debüt, dem Schreiben an sich, einer Hörbuchvertonung und einigem mehr stellen.

Kleiner witziger Fakt am Rande: Nici wohnt quasi direkt bei uns in der Nachbarschaft, aber da wir beide momentan viel um die Ohren haben und ich euch das Interview auch nicht allzu lange vorenthalten wollte, haben wir es noch nicht geschafft, uns zu treffen. Aber das kriegen wir auch irgendwann hin und dann gibt es vielleicht ein kleines Gewinnspiel, wenn ihr mögt .... wer weiß!

Aber jetzt wünsche ich euch erstmal viel Spaß beim Lesen und hoffe natürlich auch, euch damit ein wenig neugierig auf Nici und ihr Debüt machen zu können.

- Dein Debüt "Demon Rookie" erschien Anfang dieses Jahres im Tredition Verlag, über den Autor*innen ihre Bücher selbst verlegen können. Wie lange hat es von der eigentlichen Buchidee bis zur Veröffentlichung gedauert und würdest du dich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden?

Quelle: Nici Hope
Nici: Der ganze Prozess hat gut 1 Jahr gedauert. Dabei hat das Schreiben und Überarbeiten des Textes den Großteil eingenommen. Das Veröffentlichen über Tredition war sehr angenehm und unkompliziert. Vom Hochladen des Buchinnenteils bis zum Gestalten des Covers. Ich bin nicht abgeneigt erneut einen Titel im Selbstverlag rauszubringen.

Mir gefällt es, dass ich dann alles selber bestimmen und machen kann. Ich kann so schneller veröffentlichen und muss nicht auf den Verlag warten. 

Nachteil ist, das man alleine die Kosten für ein Lektorat und Korrektorat tragen oder darauf verzichten muss. Aber ja, sollte eins meiner Werke nicht bei einem Verlag unterkommen oder mir die Zusammenarbeit mit einem Verlag nicht effektiv erscheinen, dann werde ich es wieder tun. Auf jeden Fall!

- Du hast sogar dein Buch selbst eingesprochen und als Hörbuch herausgegeben. Erzähl uns doch ein wenig davon, denn dass ein Selfpublisher sein Werk selbst einspricht, ist ja doch etwas ungewöhnlicher.

Nici: Ich liebe Hörbücher und da war klar: Demon Rookie muss auch als Hörbuch erscheinen. Eine professionelle Produktion wäre allerdings sehr teuer, also habe ich mir kurzer Hand an meinem Schreibtisch ein Minitonstudio eingerichtet und es selbst in die Hand genommen. Das hat richtig Spaß gemacht, nachdem ich mich in das Thema Aufnahme und Schnitt eingearbeitet hatte.

Quelle: Nici Hope
Auf Audible und Deezer könnt ihr in das Buch reinhören oder es herunterladen. Was beim eBook und Printbuch über Plattformen wie Tredition und BOD sehr gut und gewinnbringend läuft, ist aber im Bereich Hörbuch frustrierend. Dort habe ich mit der Plattform Feiyr zusammengearbeitet und bin geschockt, wie wenig man an einem digitalen Hörbuch verdient. Das trübt ein wenig die Freude.

Für 20 verkaufte Hörbücher habe ich gerade mal 1,98€ bekommen d.h. so gerade 10 Cent pro Hörbuch. 

Aufwand und Gewinn passen da nicht wirklich. Für die Folgebände sowie die Neuauflage habe ich jetzt Unterstützung vom Verlag. Hoffe dann läuft es besser. Einsprechen werde ich es weiterhin selbst.

- Bei "Demon Rookie" handelt es ja nicht nur um eine reine Horrorgeschichte, sondern es verstecken sich ebenfalls Themen wie Okkultismus, luzides Träumen und Satanismus in deinem Roman und das nicht zu knapp. Ich hatte das Gefühl, dass du für diese Bereiche nicht einfach "nur" recherchiert hast, sondern dich selbst damit ziemlich gut auskennst. Stimmt das oder bin ich da komplett auf dem Holzweg?

Nici: Da hast du den richtigen Riecher. Ich verschlinge seit Teenagertagen alles zum Thema Okkultismus, Magie und Satanismus. Bin in dem Thema sehr belesen und im Herzen eine kleine satanische Hexe. Viele verbinden das mit falsche Vorstellungen und jeder Menge Vorurteilen. Wer sich aber ernsthaft damit beschäftigt, wird merken, dass diese Philosophie nichts mit Tieropfern und kriminellen Handlungen zu tun hat, so wie es in den Medien dargestellt wird.

Montag, 3. Juni 2019

[Rezension] Demon Rookie - Nici Hope


*Rezension*

Demon Rookie von Nici Hope

Umfang: 168 Seiten | Genre: Horror/Splatter

Verlag: tredition | Preis: 9,99 € 



Sie begegnen sich im Flur, sie begegnen einander im Traum,    sie begegnen Satan. Privatermittler Matteo Martin und Gothicgirl Luna Schmidt sind eigentlich nur Nachbarn, aber zwischen den beiden scheint es eine besondere Verbindung zu geben.

Während Matteo bei einer Ermittlung zum Spielball wahnsinniger Okkultisten wird, spielt Luna unwissend mit ihren magischen Fähigkeiten und geht zu weit. Moderner Satanismus, ein ordentlicher Schuss Urban-Fantasy sowie jede Menge Blut und Sex. Abgedreht und doch bloß ein Auftakt.

Meine Meinung:

Ein ziemlich abgefahrener Trip durch die Hölle - so könnte man kurz und knackig "Demon Rookie" zusammen fassen. Eine explosive Mischung aus verrückten Charakteren, einer dämonischen Handlung und viel Sex, Gewalt und Blut.

Auf 168 Seiten dreht sich alles um unsere zwei Hauptcharaktere, die nicht unterschiedlicher sein könnten. 

Einmal einen Privatermittler namens Matteo Martin, welcher für Geld so ziemlich alles tun würde und genau diese Geldgier wird ihm im Laufe des Buches zum Verhängnis. Und dann ist da noch Luna, welche sich selbst als Gothic-Girl bezeichnet, einen Hang zum Okkultismus hat und die Angewohnheit besitzt, stets Tarotkarten bei sich zu tragen, um jederzeit eine Karte für ihr Gegenüber zu zücken.

Meiner Meinung nach könnte eine Triggerwarnung am Anfang der Geschichte hilfreich sein, denn hier warten explizite Gewaltszenen, Blut, Sex, Magie, Satanismus und vieles mehr auf den Leser - für zartbesaitete Gemüter ist diese Geschichte also mit Vorsicht zu genießen. Mit einer solchen Warnung kann dementsprechend jeder Leser für sich individuell entscheiden, ob er sich auf dieses extravagante Leseerlebnis einlassen möchte oder eher davon Abstand nimmt.

Nici Hope hat es mit ihrem Debüt auf jeden Fall geschafft mich auf der einen Seite neugierig zu machen, allerdings auf der anderen Seite auch gut an meine Grenzen gebracht. 

Ich habe schon einiges aus dem Hause Festa und deren Extrem-Reihe gelesen und doch haben sich auch hier meine Nackenhaare an gewissen Stellen aufgestellt und mich ziemlich schaudern lassen ... ob vor Ekel, Grusel oder beidem war mir manchmal selbst nicht ganz klar.

Der Schreibstil ist umgangssprachlich, flapsig und einfach gehalten, was gut zu den beiden Charakteren passt, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte nun mal erzählt wird. Ähnlich einem bizarren Traum wankt man von Kapitel zu Kapitel durch eine immer surrealer wirkende Welt, welche mit wahnwitzigen Charakteren, skurrilen Szenarien und viel Blut gefüllt ist.

Mit eines der Themen, welches aufgegriffen wird, ist Satanismus bzw. Okkultismus. Hier hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich selbst sehr gut in diesem Bereich auskennt und dementsprechend in ihren Roman eingebaut hat. Ab und zu hätte ich mir ein wenig mehr Erklärung oder Hintergrundwissen dazu gewünscht, was aber garantiert dazu geführt hätte, dass der rasante Erzählstil sich verflüchtigt hätte und gleichzeitig wäre man damit zu sehr von der eigentlichen Handlung abgewichen.

Also: Alles richtig gemacht und vielleicht können wir ja auch bald einen kleinen Ratgeber zu diesen Themen uns erhoffen - sozusagen als kleines Fanbuch zu ihrer Planet Satan Reihe dazu. Interessant fände ich es auf jeden Fall!

"Demon Rookie" und mich verbindet eine gewisse Hassliebe.

Auf der einen Seite kam ich beim Lesen schon recht oft an meine Grenzen, konnte weder mit Matteo noch Luna mich richtig anfreunden von ihrer Art und war sehr skeptisch, ob die Handlung an sich mich auf längere Zeit mitreißen kann. Meine Schwierigkeiten mit den Charakteren rührt garantiert auch von der Kürze des Romanes her, da die ganze Handlung sehr eng beschrieben wurde und somit eine richtige Verbindung zu den genannten Personen ein wenig fehlte.

Auf der anderen Seite bin ich in kürzester Zeit durch dieses Debüt geflogen, habe mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert, wollte unbedingt wissen wie sich die Geschichte weiter entwickelt und kam viel zu schnell auf der letzten Seite an, wo sich sofort die Frage in mir regte, wann wohl Band 2 erscheinen mag.

Mein Fazit:

Das Debüt von Nici Hope ist so ganz anders, als alle anderen Horror-Bücher, die ich in dem Genre bisher gelesen habe. Schwache Mägen oder Gemüter sollten die Geschichte mit Vorsicht genießen oder vorab in die Leseprobe hineinlesen.

Trotz meiner Uneinigkeit mit mir selbst und meiner Gesamtmeinung über den Horror/Splatterroman muss ich sagen, dass es ein kurzweiliges Lesevergnügen war, mit einer extra Portion Gewalt, Blut und Sex und vielen abgedrehten Momenten.

*~4 von 5 Sterne~*

Mittwoch, 23. Januar 2019

[Rezension] Der Untergang des Hauses Usher u. a. Erzählungen - Edgar Allan Poe



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Der Untergang des Hauses Usher von Edgar A. Poe

Umfang: 180 Seiten | Genre: Horror, Klassiker

Verlag: Fischer | Preis: 7,50 € 



Edgar Allan Poe hat unverkennbare Spuren hinterlassen: Dem Detektivroman prägte er mit Auguste Dupin den Prototyp der exzentrischen, aber genialisch-scharfsinnigen Spürnase auf. Sherlock Holmes und zahlreiche Film- und Fernsehdetektive sind nach seinem Vorbild geschaffen.

Fasziniert von Ur-Ängsten, schafft Poe Bilder, die in seinen Erzählungen schauerliche Spannung erzeugen und – Alfred Hitchcock haben sie zum Filmen gebracht – in unzähligen Horrorstreifen wiederkehren. Mit den Beiträgen zu allen ausgewählten ausgewählten Werken aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Meine Meinung:

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin besuchte ich eine Berufsschule, welche unter anderem ein Fach namens Literaturepochen für uns bereithielt. Was sich staubtrocken anhört, wurde durch einen Lehrer, Herr Wied, wieder wettgemacht, welcher mit seiner Begeisterung zu Klassikern ( aber auch Gegenwartsliteratur! ) uns die Stunden versüßte.

Wir klebten praktisch an seinen Lippen, während er aus der Hüfte heraus uns z.B. eine Zusammenfassung über Anna Karenina gab - es war sehr beeindruckend.Wir alle waren uns einig:

Wir wollten so  ziemlich jeden Klassiker lesen, den er mit uns besprach. 

Ich glaube nicht, dass diesen Vorsatz irgendjemand ausführte, aber Herr Wied schaffte es zumindest, uns diesen Gedanken in die Köpfe zu pflanzen und auch nach den vielen Jahren denke ich gerne an diese Unterrichtsstunden zurück.

Und durch glutenrote Fenster / Werden heute Wandrer sehn / Ungeheure Wahngespenster, Grauenhaft im Tanz sich drehn; 
Aus dem Tor in wilden Wellen /  Wie ein Meer, Lachen eklige Geister quellen - Ach, sie lächeln niemals mehr!

Er las uns regelmäßig ganze Passagen aus bekannten Werken oder Kurzgeschichten vor, unter anderem eines Tages "Der Doppelmord in der Rue Morgue" von Edgar Allen Poe -  und da war es um mich geschehen. Und doch dauerte es fast drei weitere Jahre, bis ich endlich zu einem Kurzgeschichtenband von Poe gegriffen habe und das auch nur, weil mich vor zwei Wochen die Lust aus dem Nichts packte.

Ich hatte vor einem Jahr schon den Versuch unternommen, in seine Erzählungen hineinzukommen, aber nur mit mäßigem Erfolg, was ich mir nun so gar nicht mehr erklären kann.

Denn auch wenn die ein oder andere Kurzgeschichte ein wenig umschreibend bzw. fast schon langatmig war, was aber vielleicht auch ihren Themen geschuldet war, konnte ich mich nun augenblicklich in seinen Schreibstil fallen lassen.

Während dem Lesen stachen mir zwei Themen ins Auge, die Edgar Allen Poe sehr stark umtrieben haben müssen, denn sie tauchen sehr oft in seinen Geschichten auf: 

Lebendig-Begraben-Sein und der darauf folgende Tod und der Wahnsinn, welcher seine Protagonisten oft umtreibt, eine Düsternis die sich schwer beschreiben lässt und in vielfältigster Form in den einzelnen Erzählungen auftaucht.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

[Rezension] Hexensold - Nora Bendzko



*Werbung / Rezensionsexemplar*

Hexensold von Nora Bendzko

Umfang: 484 Seiten | Genre: Horror

Verlag: Epubli | Preis: 14,99 € 



»Tanze nicht mit Feen und handle nie mit Hexen.« Elegio kennt diese Warnung, seit er ein kleiner Junge ist. Geboren in eine Familie von Assassinen wächst er im Oberitalien des 17. Jahrhunderts auf. Sein Vater Lysander setzt alles daran, ihn auszubilden. Doch dem sanften Elegio ist Töten zuwider.

Sein Leben ändert sich für immer, als er in den Besitz eines verzauberten Kleides gelangt. Es verwandelt ihn in Rapunzel – eine gefährliche Schönheit. In ihrer Gestalt ist er endlich der Todesengel, den Lysander in ihm sehen will. Aber sein Vater hat ihn nicht grundlos vor Hexenwerk gewarnt. Mit Rapunzel erwachen Mächte im Land, die einen nie dagewesenen Krieg entfesseln. Und Elegio, der nie kämpfen wollte, gerät mitten zwischen die Fronten …

Meine Meinung:

Hexensold ist eine Geschichte, aus der Albträume gewebt werden.

Eine düstere, dunkle Welt voller Magie, Hexen, Assassinen und Krieg - was Nora Bendzko hier erschaffen hat, lässt selbst mir als erfahrenem Horrorleser das Blut in den Adern gefrieren und hallt auch noch Tage später in mir nach. Eines ist mir jetzt auf jeden Fall schon klar: DAS wird nicht meine letzte Geschichte aus dem Galgenmärchen-Universum sein!

Eine kleine Triggerwarnung vorab: 
Explizite Gewaltszenen und eine schwermütige Stimmung bestimmen einen großen Teil der Handlung - wer dazu nicht in der Stimmung ist oder solche Romane eher umschifft, sollte sich hier die Leseprobe im Vorhinein ansehen und selbst entscheiden, ob er in diese Welt eintreten möchte. 
Innerhalb der Rezension werde ich auch solche Szenen zitieren, also aufgepasst!


Es gibt so viel zu entdecken, zu erzählen und auch zu verschweigen, denn ich möchte euch natürlich nicht spoilern. Als ich mich mit dem Ebook in den Ohrensessel kuschelte, wollte ich eigentlich nur ein wenig hineinschnuppern .... und atmete in einem Rutsch knapp 200 Seiten ein.

Was die Autorin auf jeden Fall gekonnt schafft, ist eine gewaltige Spannungskurve aufzubauen. Während der gesamten 484 Seiten hatte ich nie wirklich das Gefühl mich zu langweilen - es gab ein oder zwei Stellen, welche es für mich nicht gebraucht hätte, doch das sei bei solch einer hohen Seitenanzahl verziehen.

Zu Anfang wird man ein wenig ins kalte Wasser geworfen, muss sich in dieser ungewohnten Welt ein wenig zurechtfinden und Geduld zeigen, bis sich die komplette Geschichte entfaltet.

Montag, 3. Dezember 2018

[Lese-Einblick #17] Hexensold und Die Tochter des Uhrmachers

Nora Bendzko hat mich in ihren Bann gezogen - gestern Abend schnappte ich mir ihr viertes Galgenmärchen "Hexensold" und wollte nur ein wenig hineinlesen ... doch kaum angefangen, war ich komplett in ihrer Welt verloren.
Die Gesichtslose taumelte, während er keuchend gegen den Baumstamm lehnte. Seine Perücke rutschte ihm vom Kopf und fiel in das Laub des Waldbodens. "Es ist sinnlos, sich zu wehren." Ihr leeres Gesicht begann zu schmelzen.
Dicke, zähe Tropfen wie von zerlaufendem Wachs lösten sich von ihrem Kopf. [...] Verstört starrte Elegio in ihr zerfließendes Gesicht. Er presste sich regelrecht an den Baum, als sie auf ihn zu wankte.
Selten lese ich Geschichten, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen und mir Bilder in den Kopf pflanzen, welche sich dort klar und deutlich verankern, bereit jederzeit wieder aus den Tiefen empor zu steigen und einem die Nacht zu versüßen.

Alptraumstoff - DAS ist Hexensold und seine Welt. 

Was die Autorin hier präsentiert ist grandios, ekelerregend und lässt den Leser oft sprachlos zurück. Auf jeden Fall nichts für schwache Nerven oder zart besaitete Gemüter. Für mich ist jetzt schon klar, dass DAS nicht die letzte Geschichte von Nora Bendzko für mich sein wird!

Elegio kämpft in einer grausamen Märchenadaption von Rapunzel um sein Überleben, muss sich gegen Hexen und andere finstere Mächte verteidigen und reist dabei durch eine pestverseuchte, düstere Welt. Ich bin gespannt, was mich auf den letzten Seiten noch so erwartet.
Ihm war schlecht, solche Furcht hatte er vor der Hexe. Doch er setzt sich die Perücke wieder auf den Kopf. Ein- und ausatmen. Versinken. Erwachen.
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Kate Morton hingegen ist eine beruhigende Zweitlektüre neben "Hexensold", aber dadurch nicht weniger spannend; nur eben auf ihre Art und Weise.

Eine ( zum Glück! ) entspannende und geisterhafte Familiengeschichte, welche mich positiv überrascht hat bisher und neben dem Fakt, dass das meine erste Morton ist, vor allem durch ihren Schreibstil verzaubern konnte.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es für mich bereits und dieser beschäftigt mich von Anfang an: 

An diesem Roman waren zwei Übersetzer zu Gange und genauso liest es sich für mich - durch gewisse Absätze, Kapitel fliege ich regelrecht, markiere mir sehr viele Sätze und bin mitten im Geschehen mit dabei.

Und dann gibt es Stellen, die mir sehr holprig erscheinen, welche mich im Lesefluss aufhalten und mir so ganz anders vorkommen als die zuvor gelesenen Seiten.
Menschen sind Kuratoren. Sie polieren ihre Lieblingserinnerungen, ordnen sie auf eine Weise, dass eine gefällige Geschichte daraus entsteht. 
Manche Ereignisse werden repariert und auf Hochglanz gebracht, um sie zur Schau zu stellen, andere als wertlos erachtet, im überquellenden unterirdischen Abstellraum des Gedächtnisses verstaut und dort vergessen - wenn man Glück hat.
Mal sehen wie sich das weiterhin bemerkbar macht, noch habe ich einen großen Teil von "Die Tochter des Uhrmachers" vor mir und bin sehr neugierig, wie Kate Morton ihre Figuren weiterentwickeln wird, wie die Handlung an sich voranschreitet und welche Geheimnisse ich noch aufdecken darf. Ich bin gespannt und werde auf Twitter weiterhin berichten!

Dienstag, 14. Oktober 2014

[Abgebrochen #2] Horrorstör



Warum? Die Grundidee des Buches konnte mich anfänglich überzeugen - aufgebaut wie ein Ikea-Katalog; das hatte ich vorher noch nicht gesehen und machte mich neugierig. Auch der Einstieg machte Lust auf mehr. Doch nach ungefähr der Hälfte der Geschichte fing es an mich zu langweilen. Gerade dann fing zwar die Spannung an, aber nichts konnte mich mehr am Lesen halten.

Ich wurde mit den Charakteren nicht warm, konnte ihnen nichts abgewinnen und der Geschichte kaum folgen; was wohl an meinen doch zu schwammigen Englischkenntnissen lag.

Für wen? Ich kann es jedem Thrillerfan ( mit guten Englischkenntnissen! ) ans Herz legen die einen guten Schuss Grusel vertragen können - versucht euch an Horrorstör und lasst mich wissen ob es euch besser gefallen hat. Vielleicht nimmt die Geschichte doch noch Fahrt auf und ich habe es zu früh abgebrochen.

Was wäre besser?  Das lange Vorgeplänkel zu streichen, gleich zur Sache zu kommen und den Leser nicht zu lange in der Schwebe zu halten. Ansonsten habe ich nichts zu kritisieren - allein die außergewöhnliche Idee verdient Aufmerksamkeit!

Montag, 13. Januar 2014

[Kurzrezension] Zwei E-Books die es mir nicht leicht machen ...

Fida

Stefanie Maucher

200 Seiten

Luzifer-Verlag

4,99€

Nach einem Besuch in der Stadtbücherei wurde Laura zum letzten Mal gesehen. Was geschah mit ihr? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Thriller FIDA. 
Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen, ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden?

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Notizen einer Verlorenen

Heike Vullriede

260 Seiten

Luzifer-Verlag

4,99€

Im dämmrigen Licht alter Petroleumlampen in einer verlassenen Scheune entdeckt ein Unbekannter die Leiche von Sarah. Fliegen schwirren um ihren Kopf, der unter der Last eines schweren Ofens - Teil einer bizarren Maschinerie - zerquetscht wurde. Unter ihrem Körper findet sich ein rotes Notizbuch. Es enthält Aufzeichnungen der letzten Wochen ihres jungen Lebens: die Notizen einer Verlorenen ...
Nach ihrem erfolgreichen Debüt DER TOD KANN MICH NICHT MEHR ÜBERRASCHEN entführt Heike Vullriede in den NOTIZEN EINER VERLORENEN ihre Leser in eine bizarre Welt, wie sie in Ihrer - ja, auch IHRER - Nachbarschaft bestehen könnte. Mit leisen Tönen umschreibt sie das Unfassbare ... spannend, ergreifend - und realistisch.

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Meine Meinung:

Ihr wundert euch garantiert, warum ich euch diese beiden E-Books zusammen vorstelle. Das liegt daran, dass ich bei beiden nicht weiß, was ich euch genau dazu schreiben soll - denn sie haben mich mit ihren Geschichten ganz schön mitgenommen. Ich dachte mir irgendwann "Ach, liest mal was anderes und dass kann dann ruhig blutig/horrormäßig sein!" Was habe ich bekommen?

Zwei Bücher, die einem an die Nieren gehen; einem zum Nachdenken bringen über Themen, über die man sonst NIE nachdenkt UND zwei Geschichten, die makaberer nicht hätten sein können. 

Auf der einen Seite bei "Fida" ein Mädchen, welches entführt und als Sexsklavin in einem Keller gehalten wird wie ein Hund und auf der anderen Seite "Notizen einer Verlorenen", bei dem es sich um einen Club handelt, der Menschen bei ihrem Freitod unterstützt. 

Nichts für zarte Nerven und vor allem nichts für die breite Masse - ich müsste sie nicht noch mal lesen und weiß auch nicht, für wen diese Geschichten "geeignet/empfehlenswert" wären - deshalb diese vage Rezension!

Eure etwas ratlose Antonie aeh