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| Quelle: Sabrina Adeline Nagel |
Und genau aus diesem Grund war ich neugierig, wie es wohl hinter den Kulissen abläuft. Da der Herzensmann Nicole über Twitter schon länger folgte und mir den gedanklichen Stubser in die richtige Richtung gab, schrieb ich sie an und durfte ihr meine Fragen schicken, die ihr nun zu lesen bekommt.
So, jetzt aber genug Vorgeplänkel ... wir starten mit dem Interview, habt viel Spaß!
- Nicole, du bist ein richtiges Multitalent.
Im Vorfeld für das Interview habe ich mich auf deinem Blog Nacht und Tag gestöbert und gesehen bzw. gelesen, dass du dort einen eigenen Onlinelesekreis ins Leben gerufen hast, mit Begeisterung bloggst, als Herausgeberin und Übersetzerin arbeitest und "nebenbei" auch noch eine Familie hast.
Wie bekommst du das alles unter einen Hut?
Nicole: Na ja, Multitalent – es liegt ja alles sehr nah beieinander, hat alles mit Literatur zu tun. Manchmal ist schon ein bisschen jonglieren nötig, aber das geht ja allen arbeitenden Eltern so. Was mir hilft:
Als Selbständige, deren Schreibtisch zu Hause in meinem Arbeitszimmer steht, kann ich mir meine
unterschiedlichen Projekte so einteilen, wie es Deadlines und Alltagstermine erlauben. Das Bloggen ist für mich sehr überwiegend Spaß, das läuft nebenbei – und wenn mal nicht genug Zeit dafür ist, poste ich eben weniger. Die Arbeit im Haushalt haben mein Mann und ich aufgeteilt, und mein Kind ist schon größer, da bin ich gar nicht mehr so gefragt
- Heute soll es ja um deinen Beruf als Übersetzerin gehen, den ich mir als Leserin unwahrscheinlich interessant und spannend vorstelle. Magst du uns ein wenig mehr darüber erzählen und Einblick gewähren in deinen beruflichen Alltag?
Nicole: Äußerlich ist der Alltag einer Übersetzerin sehr ruhig und wenig aufregend, aber inhaltlich ist es in der Tat spannend, nicht zuletzt, weil man ständig dazulernt. Wenn man Romane übersetzt, muss man sich immer wieder in unterschiedlichste Dinge einlesen, um detaillierte Beschreibungen von Handwerken, Sportarten, oder Dingen wie Antiquitäten oder Schiffen mit den richtigen Begriffen übersetzen zu können.
Da stoßen normale Wörterbücher an ihre Grenzen, sogar das Internet hilft oft nicht weiter, wenn es konkret und hieb- und stichfest sein soll. Manchmal geht es nicht, ohne Expert*innen ausfindig zu machen. Ich habe an meinem Bildschirm zwei Manuskripte nebeneinanderstehen: das Original, und daneben das deutsche, das ich gerade schreibe. So hangele ich mich dann am Text entlang und schaffe mal drei Seiten am Tag, mal zehn, je nach Zeit und Schwierigkeit des Textes.
Damit sich ein Text am Ende so liest, ist vor allem eine große Sensibilität für die Stilebenen der Sprache nötig. Nach dem Übersetzen wird überarbeitet und gegengelesen, dann geht der Roman ins Lektorat, wo Satz für Satz verglichen wird. Anschließend besprechen die Lektorin und ich die Änderungen und die schwierigen Fälle. Dann geht der Roman ins Korrektorat, was auch noch mal sehr wichtig ist, nicht nur wegen der Einheitlichkeit der Schreibweisen und der Rechtschreibung, sondern auch, weil hier oft noch Übersehenes entdeckt wird.
Nicole: Na ja, Multitalent – es liegt ja alles sehr nah beieinander, hat alles mit Literatur zu tun. Manchmal ist schon ein bisschen jonglieren nötig, aber das geht ja allen arbeitenden Eltern so. Was mir hilft:
Ich habe einen klar strukturierten Arbeitstag und liebe das Lesen und Schreiben und Übersetzen, bin also nicht besonders anfällig für Ablenkungen.
unterschiedlichen Projekte so einteilen, wie es Deadlines und Alltagstermine erlauben. Das Bloggen ist für mich sehr überwiegend Spaß, das läuft nebenbei – und wenn mal nicht genug Zeit dafür ist, poste ich eben weniger. Die Arbeit im Haushalt haben mein Mann und ich aufgeteilt, und mein Kind ist schon größer, da bin ich gar nicht mehr so gefragt
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| Quelle: Sabrina Adeline Nagel |
Nicole: Äußerlich ist der Alltag einer Übersetzerin sehr ruhig und wenig aufregend, aber inhaltlich ist es in der Tat spannend, nicht zuletzt, weil man ständig dazulernt. Wenn man Romane übersetzt, muss man sich immer wieder in unterschiedlichste Dinge einlesen, um detaillierte Beschreibungen von Handwerken, Sportarten, oder Dingen wie Antiquitäten oder Schiffen mit den richtigen Begriffen übersetzen zu können.
Da stoßen normale Wörterbücher an ihre Grenzen, sogar das Internet hilft oft nicht weiter, wenn es konkret und hieb- und stichfest sein soll. Manchmal geht es nicht, ohne Expert*innen ausfindig zu machen. Ich habe an meinem Bildschirm zwei Manuskripte nebeneinanderstehen: das Original, und daneben das deutsche, das ich gerade schreibe. So hangele ich mich dann am Text entlang und schaffe mal drei Seiten am Tag, mal zehn, je nach Zeit und Schwierigkeit des Textes.
Oberstes Ziel ist es, am Ende einen deutschen Text abzugeben, dem man nicht anmerkt, dass er aus einer anderen Sprache übersetzt wurde, der dem Original aber in jeder Hinsicht entspricht, nicht nur inhaltlich.










